Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Im lustleeren Raum

Abstauben – so dachte ich mir letzthin mit dem Staubhudel in der Hand – abstauben wäre eigentlich gar keine so schlimme Sache…

… könne man einfach subito eine grössere Fläche von sagen wir mal einem Quadratmeter hinter sich bringen.

Richtig mühsam wird es erst angesichts solcher Katastrophen:

Beschildert geschildert (39)

Dieses Bild hat mir Werner zugeschickt. Zusammen mit seinem Hund Timi ist er viel unterwegs und fotografiert und dokumentiert seine Wanderungen in einem Blog

Das Bild (ich weiss nicht, wie gut der Text zu entziffern ist) weist auf unkonventionelle Art auf die Gefahren von Fliessgewässern hin.

Ob die Haifisch-Tafel geholfen hat, Badeunfälle zu verhindern, oder ob das schlechte Wetter mehr zu einer positiven Bilanz beigetragen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Was mich interessieren würde: Ist dies nur eine Aktion der Kantonspolizei Zürich oder wurden auch in anderen Kantonen solche Haifisch-Tafeln gesichtet? Oder gar Haifische…???

Mein lieber Biber

Da hast du dir aber viel vorgenommen!

Fotografiert und entdeckt am Rhein beim Naturzentrum Thurauen am gestrigen Bummeltag.

Anders als sonst

Am Frühstückstisch. Brot, Butter, Konfitüre, Honig, Käse, Kaffee, Orangensaft. Gute Lichtverhältnisse, Brille frisch geputzt.

“Fällt dir nichts auf?”
(blickt kurz von der Zeitung auf) “Hä?”
“Ob dir nichts auffällt.”
“Nein, sollte es das?” (vertieft sich wieder in die Lektüre)
Seufzen.

24 Stunden später. Gleicher Ort, gleiche Szenerie, nur frischeres Brot und leerere Konfitüre- und Honigtöpfe. Brille? Na ja…

“Fällt dir immer noch nichts auf?”
“Beim besten Willen nicht.”
Das Brot fühlt sich plötzlich etwas trocken an.

Blenden wir ein paar Tage zurück. In der Drogerie hatte ich eigentlich nur etwas für meine Zähne, meine Augen und des Mitbewohners Füsse gekauft. Als ich das Tütchen daheim leerte, entdeckte ich, dass die Drogistin klammheimlich ein Testset Anti-Ageing Pflege reingepackt hatte. Mit solchen Müsterchen kann man verschiedenartig vorgehen. Man kann sich ärgern, dass einem das eigene Alter so unverhohlen vorgehalten wird und drum das “Geschenk” wegwerfen. Man kann es für irgendwann mal aufheben. Oder es in den nächsten Tagen brauchen, selbst wenn man das Produkt aus welchen Gründen auch immer nie kaufen würde. Ich entschied mich für die letzte Variante. Nach vier Tagen waren die beiden Mini-Tübchen leer.

Nochmals stellte ich am Morgen im Angesicht einer dampfenden Tasse Kaffee die Frage:

“Merkst du keinen Unterschied?”
“Was immer ich merken sollte, ich merke es nicht.”

Nun weiss man ja, dass Männer im Allgemeinen und der Mitbewohner im Besonderen nicht ausgesprochen gmerkig sind. Deshalb überraschte mich seine Antwort nicht speziell. Und irgendwie bin ich sogar beruhigt, denn ich kann auch keinen Unterschied feststellen.

Die lahme Depesche

Es war mir schon seit einigen Tagen aufgefallen, dass ich nicht immer alle Meldungen von WordPress über eingegangene Kommentare oder Likes erhalten hatte. Ich mass dem keine Bedeutung zu, konnte ich doch spätestens beim Einloggen ins Flohnmobil zweifelsfrei feststellen, wer mich kommentiert und mag.

Argwöhnisch wurde ich erst, als ich ein wichtiges Mail mit 24 Stunden Verspätung erhielt. Ich schob die Schuld meinem Smartphone in die Schuhe und suchte gar den Fehler bei den Einstellungen, die ich seinerzeit höchstpersönlich vorgenommen hatte.

Alarmstufe ROT rief ich erst aus, als ich mich ein noch wichtigeres Mail, in dem mich meine Freundin fragte, ob wir unser Sushi Date um eine halbe Stunde verschieben könnten, erst erhielt, als die Sushi schon längst verdaut waren. Nämlich sechs Tage später.

So nahm ich gestern Kontakt zu meinem Mailprovider auf, schilderte das Problem und zu meinem grossen Glück erkannte die Mitarbeiterin an der Strippe das Problem auch als solches, ohne an meiner technischen Intelligenz zu zweifeln. Einige Stunden später, also mitten in der Nacht, erhielt ich ein SMS, dass man sich meinem Problem unter der Nummer sowieso angenommen habe, und ich den Status jederzeit online mitverfolgen könne.

Und heute nun erhalte ich folgendes SMS (Zitat):

Guten Tag Frau Flohnmobil, das Profil von Ihrer Email ist in Ordnung.
Wir haben mehrere Kunde die die gleich verspätung melden, ist ein problem bei google, dass sich bald lösen wird. freundliche Grüsse Sunrise

Wenn ich ehrlich sein soll: So ganz beruhigt bin ich angesichts dieser Meldung noch nicht.

Beschildert geschildert (38)

Und wieder hat sich ein kleines Mysterium um die sagenumwobene Leserschaft des Flohnmobils gelüftet. Eine mir bis anhin unbekannte, stille Mitleserin hat mir ein Bild geschickt und sich für die Beiträge auf meinem Blog bedankt.

Das Bild zum heutigen Herbstanfang um 04.29 Uhr – den ich als bekennende Langschläferin selbstverständich im Land der Träume verbracht habe – könnte passender nicht sein.

Entdeckt und fotografiert hat es Heidi Büchel in Martigny, wo man zwar unter den Kastanienbäumen gratis parkieren kann, dies aber ausdrücklich auf eigenes Risiko.

Herzlichen Dank, Heidi!

Übrigens weiss ich sehr wohl, wie toteaufweckend Kastanien tönen, die mitten in der Nacht aufs Wohnmobil-Dach poltern. Deshalb kann ich dieses Schild – ohne meine Fantasie allzu strapazieren zu müssen – nachvollziehen, selbst wenn sich der dortige Parkplatz nicht als Übernachtungsplatz aufgedrängt hätte.

Amerikanische Horizonte (3)

Und da war noch Jerry. Ein durch und durch gutmütiger, grosszügiger Mensch, den wir zusammen mit seiner Familie an Thanksgiving in einem National Forest in Florida kennen gelernt hatten (hier nachzulesen).

Leider gelang es mir nicht, ihn von seiner Überzeugung abzubringen, dass es ein Amerikaner war, der die Pizza erfunden hatte. Immerhin soll der vermeintliche Pizza-Erfinder mit italienischen Wurzeln behaftet gewesen sein, als er in New York die weltweit erste Pizza in den Ofen schob.

Warum mir diese Geschichte grad heute wieder in den Sinn gekommen ist? Weil dies hier unser Nachtessen war. Betonung auf war.


Damit eine Pizza eine Pizza ist, braucht es bei mir zwingend Sardellen. Hier hat es ausserdem Rohschinken, Oliven, Kapern, Artischocken, Aubergines, Spinat und selbstverständlich Mozzarella und selbstgemachte Tomatensauce auf dem selbstverständlich selbstgemachten Pizzateig.

Was braucht es für euch für eine wirklich gute Pizza…

… nebst dem Glas Rotwein dazu?

Der manipulierte Wander-Hoger

Es wurde betoniert. Gesägt. Gehämmert. Gefräst. Gebohrt. Genagelt und geschraubt. Da müssen zahlreiche Handwerker beschäftigt gewesen sein an einer der grössten Schweizer Baustellen. Die Rede ist hier allerdings nicht von einem renovationsbedürftigen Haus. Oder einem ehrgeizigen Strassenbau-Projekt. Nein, es handelt sich um einen der beliebtesten Wanderberge der Zentralschweiz, den Grossen Mythen.

Der 1’898 m hohe Ausflugsberg steht dominant mitten im Kanton Schwyz. Er ist von weither auszumachen und wird auch “Matterhorn der Wanderer” genannt. Man kann über diese Zusatzbezeichnung geteilter Meinung sein, mir erscheint der Mythen ohnehin eher wie die Freiluft-Ausstellung eines Eisenwarenhändlers.

Am Bergweg wurde in den vergangenen 150 Jahren immer und immer wieder Hand angelegt, so dass er nun auch von ungeübten Wanderern begangen werden kann.

Stufen wurden in den Fels gehauen, abschüssige Passagen zum Teil beidseits mit Ketten gesichert. Der Weg wurde verbreitert und wenn sich das nicht mit natürlichen Mitteln bewältigen liess, kam Beton zum Einsatz.

Da der Kalkstein von den tausenden von Wanderern, die jedes Jahr den Mythen erklimmen, blank poliert wird, wurden und werden die Tritte angeraut.

Ein endloses Werk, dieser Grosse Mythen.

Nun mag sich der aufmerksame Leser fragen, was Frau Flohnmobil dort verloren hat, wenn sie doch nur über den Hoger schnöden kann. Die Antwort ist einfach: Die Aussicht vom Grossen Mythen ist phänomenal. Alle paar Jahre kann man diese Freiluft-Eisenwarenhandlung über sich ergehen lassen, um das gewaltige 360° Panorama zu geniessen.

Andere tun’s schliesslich auch. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, um Futter zu betteln.

Freude in Gelb

Preisüberwacher Stefan Meierhans hatte es in seinem Blog angekündigt und es wurde wahr: Heute hat mich, nein uns, die Post beschenkt. Mit vier Briefmarken à 1 Franken. Wie es dazu kam, weiss ich nicht mehr, die Post schreibt dazu nur, das Geschenk sei “Teil der Einigung mit dem Preisüberwacher”. Und sie “freuten” sich, allen Schweizer Haushalten diese Briefmarken zukommen zu lassen.

Die Freude ist ganz meinerseits und ich bin überzeugt, dass diese noble Geste mein Haushaltsbudget nachhaltig entlasten wird.

Die Post nutzt die Gelegenheit, um gleich noch in eigener Sache die Werbetrommel zu rühren. In ihrem Prospekt machen nämlich die Briefmarken nur den kleinsten Teil aus. Vielmehr versucht die Post uns schmackhaft zu machen, welche Dienstleistungen sie sonst noch anbietet. Vom PostCard Creator über SMS-Briefmarken bis zur Post-App.

Was in dieser Broschüre leider nicht steht: Was die Post in den vergangenen Jahren alles an Dienstleistungen abgebaut hat. Beispielsweise mit der Schliessung zahlreicher Poststellen, von denen unter anderem auch unsere Gemeinde betroffen ist.

Meine Freude über die vier Briefmarken hält sich deshalb in ziemlich engen Grenzen.

Ich will auch so einen Sack!!!

In Frankreich gibt es ein vorbildliches System, in Deutschland und in Schweden. Bestimmt auch in anderen zivilisierten Ländern. Nur bei uns in der Schweiz nicht.

Bei uns wird nur Papier und Karton, Textilien und Schuhe, Glas, Metalle, Grüngut und Elektroschrott separat entsorgt. Alles andere landet im normalen Haushaltabfall, wird von der Müllabfuhr eingesammelt und in der Kehrrichtverbrennung verheizt. Angeblich sind die Schweizer Recycling-Weltmeister. Bloss – woran wird das gemessen?

In Schweden stehen vor jeder Haustüre zwei grosse, schwarze Abfallcontainer, mit Fächern unterteilt, in die man seinen Abfall gesondert einwerfen kann.

in Frankreich nehmen die Entsorgungs-Stationen alle möglichen Materialien an. Im Kehrrichtsack landet so nicht mehr viel.

Die Deutschen haben ihren gelben Sack. In diesen kann man all die Milchverpackungen, Joghurtbecher, Styroporschalen, Konservendosen, Zahnpastatuben etc. hineinschmeissen und vor die Haustür stellen. Wie praktisch ist das denn?

So einen gelben Sack will ich auch! Woraus besteht denn mein Abfall? Metallischen Abfall trage ich brav selber zur Entsorgungs-Station, ebenso die PET-Flaschen, Batterien, Leuchtstoffröhren und sämtliche leergesoffenen Weinflaschen. Altpapier und Karton wird sporadisch von Vereinen eingesammelt. Übrig bleiben in erster Linie Verpackungen aller Art. Und die füllen jede Woche einen 35-Liter-Sack, den ich dann in den grossen Sammelcontainer in unserem Quartier trage. Ich bin überzeugt, ohne all die Verpackungsmaterialien in meinem Abfall bräuchte ich diesen Spaziergang höchstens noch alle zwei Wochen zu machen. Deshalb:

Ich will auch einen gelben Sack!!!

Solche wilden Deponien mitten in der Ortschaft gibt es bei uns zum Glück schon lange nicht mehr. Dieses Abfall-Idyll stammt aus Kroatien.

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