Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Pedicüüür

Beschildert geschildert (41)

Heute ein Beitrag aus meiner Schilder-Bilder-Serie, der deutlich aufzeigt, warum die Schweiz ein so schönes, sauberes Land ist:

Weil man an jeder Ecke darauf hingewiesen wird, was man zu tun und lassen hat!

Zu sehen gibt es diese Schilder im Grossraum Zürich in jedem öffentlichen Verkehrsmittel.

Und weil sie so schön sind, hier jedes Einzelne in Grossaufnahme:

 

 

Leider nützen diese Schilder – die bei gesundem Menschenverstand und anständigem Verhalten gar nicht nötig wären – auch in unserem ach so sauberen und schönen Land nur bedingt.

Brauchen Fische Fingernägel?

Als Frau eines Hobbyfischers bleibt es einem manchmal nicht erspart, dass man in einen Fischerladen abgeschleppt wird. Zwar habe ich auf unseren Reisen jeweils auch geangelt, doch hier in der Schweiz habe ich keinen Bock mehr auf Würmlibade und bin in solchen Läden nur Dekoration.

Bei der letzten Abschleppaktion in einen Fischerladen (meine Alternative wäre gewesen, im Regen vor der Türe zu warten) wurde mein innig geliebter Mitbewohner von einem Virus infiziert. Im Laden zeigte man ihm, wie man die winzig kleinen Angelhaken (Grösse 12 und 14 wen’s interessiert) lackiert und mit UV-Licht bestrahlt. Dadurch erreicht man zweierlei: Der Faden, mit dem man den Haken umwickelt hat, behält seine Farbe und er wird viel widerstandsfähiger. Selbst so eine Felche, die sich vorwiegend von Plankton ernährt, kann nämlich ganz schön an einem Haken umechätsche (rum kauen).

Alsdann begann es in des Mitbewohners Oberstübchen zu brüten. Und er setzte sich an den PC und begann zu googeln. Etwas, das er nur im Zusammenhang mit Angeln oder vielleicht noch Skifahren macht.

Selbstverständlich verkauft auch der eingangs erwähnte Laden UV-Aushärtungsgeräte, aber die erschienen dem Mitbewohner etwas überbezahlt. So landete er schliesslich dort, wo weder er noch ich mich auskenne: in einem Nagelstudio! Solche Nagelstudios, so fanden wir schliesslich in einer gemeinsamen ehelichen Handlung heraus, benützen auch UV-Lampen, um modellierte Fingernägel auszuhärten. Ach du grüne Neune, da waren wir in für uns gänzlich unbekanntes Terrain vorgedrungen!

Wir arbeiteten uns tapfer weiter vor und fanden schliesslich bei Ricardo sowohl eine passende UV-Lampe als auch die geeigneten transparenten Lacke. Dem Glück des Mitbewohners konnte nur noch die Post einen Strich durch die Rechnung machen, doch die lieferte für einmal das Paket prompt aus. Umgehend baute mein Hobbyfischer seine Versuchswerkstätte auf und steckte die Angelhaken ins Solarium.

Erste Erkenntnis: Es funktioniert! Was die Fische davon halten, bleibt abzuwarten. Doch eines weiss ich heute schon: Sie werden genauso wenig erpicht sein auf das der Sendung beigelegte Geschenk wie wir. Oder habt ihr schon mal einen Fisch gesehen an seinen künstlichen Fingernägeln nagen?

Das volatile Feiertags-Geschöpf

Vor Weihnacht gehen sie als Weihnachtskaktus über den Ladentisch, ein paar Monate später tauchen sie als Osterkakteen wieder auf. Ihre Blüten sind rot, rosa, weiss oder gelb, die Triebe mal mehr, mal weniger länglich, mal mit Rotstich, mal in sattem Grün.

Egal, wie sie heissen, diese Blattkakteen sind mitunter spottbillig zu haben und nicht tot zu bringen. Mein Exemplar habe ich Anfang Jahr mit Blütenansätzen bei Aldi gekauft. Mittlerweile blüht der Oster-Herbst-Weihnachts-Kaktus schon zum dritten Mal. Seit er bei mir ist, hat er an jedem Trieb mindestens zwei neue Glieder gemacht. Weitab jeglicher Feiertage geniesst er nun die letzten Sonnenstrahlen, bevor er endgültig ins Haus muss. Würde mich nicht wundern, wenn er bis Weihnachten erneut zu Höchstform auflaufen würde. Dauert zwar nur noch zwei Monate, aber wer weiss.

Ach ja, ein Vorteil hat mein volatiles Feiertags-Pflänzchen gegenüber allen anderen Kakteen, die ich gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Kälteeinbruch in die Winterruhe verbannt habe: Es ist absolut handzahm und es würde ihm im Traum nie einfallen, mich zu stechen.

Szenenwechsel

Sie haben Recht behalten, die Wetterfrösche. Vor der Terrasse in Brigels, wo wir noch vor drei Tagen die Sonnenstore rausgelassen hatten, weil wir uns nicht rösten wollten, liegt nun Schnee.

Aufnahme heute Vormittag…

… und einen halben Tag später. Es schneit immer noch.

Zur Beruhigung aller Flohnmobil-Leser: Der Mitbewohner und ich sind in Sicherheit. Bei uns ist es “nur” grüüselig kalt geworden, der Schnee lässt noch auf sich warten.

Aufbruchstimmung

Wir hatten gut zu Abend gegessen und begaben uns wohlgenährt und zufrieden auf unser Hotelzimmer. Wir hatten nur das Nötigste ausgepackt, wollten wir doch am nächsten Tag weiter fahren. Eher lustlos zappten wir noch etwas herum. Die Zeiger der Uhr bewegten sich auf Mitternacht zu.

Unter normalen Umständen hätte man das, was folgte als “aus hellheiterem Himmel” bezeichnet. So aber musste man es als “aus sternenlosem Nachthimmel” betiteln. Mein innig geliebter Mitbewohner schoss auf und verkündete seinen Entschluss: “Hier bleiben wir nicht.”

“Du spinnst ja wohl, es ist mitten in der Nacht. Wo sollen wir denn jetzt noch ein anders Zimmer her kriegen?”

“Lass das meine Sorge sein.” Während ich an seinem Verstand zweifelte, war der Mitbewohner felsenfest davon überzeugt, seine Idee umzusetzen. Er verliess das Zimmer und begab sich zur Rezeption.

Mir geisterten alle möglichen Szenarien durch den Kopf. Was um Himmels Willen war in diesen Mann gefahren? Was hatte ich übersehen, das ihm nicht in den Kram passte? Zur Geisterstunde ein neues Quartier zu suchen, so ein Schwachsinn!

Ich kam nicht mehr dazu, mir weitere Gedanken zu machen, denn der Mitbewohner stand bereits wieder unter der Türe. Mit triumphierendem Lächeln verkündete er: “Siehst du, man muss nur nicht immer alles so negativ betrachten wie du. Es geht!”

Ab dieser Ankündigung gingen bei mir vollends die Läden runter. Meine Gedanken wirbelten mit Lichtgeschwindigkeit durcheinander. Er wollte doch nicht etwa mitten in der Nacht weiterfahren? Welches Hotel würde uns denn jetzt noch aufnehmen? Für ein Stundenhotel waren wir doch schon etwas zu lange verheiratet.

Bevor ich weitere Horrorszenarien durchdenken konnte, fuhr der Mitbewohner fort: “Die lassen uns sogar ohne zu bezahlen ziehen. Das Ganze ist nur an eine einzige Bedingung gekoppelt.” Ich hoffte inständig, dass wir diese eine Bedingung nicht erfüllen konnten, wusste aber insgeheim, dass, wenn sich der Mitbewohner etwas in den Kopf gesetzt hatte, er es auch durchzog. Ich sollte nicht enttäuscht werden.

“Sie verlangen von uns lediglich, dass wir das Zimmer gründlich staubsaugen.” Sprachs, drehte sich um, zog einen Staubsauger am Schlauch durch die Türe und begann mitten in der Nacht, das Zimmer zu staubsaugen. Dass das nicht zur Freude der schlafenden Gäste ablief, versteht sich von selbst.

Und ich weiss auch nicht, was dem Kerl noch alles eingefallen wäre, wäre ich nicht selber ab dem Staubsauger-Krach endlich wach geworden.

Das war’s dann wohl

Was war das für ein Wochenende! Sonne pur, milde Temperaturen in den Bergen. Wohin man sah – in unserem Fall im bündnerischen Brigels – zufriedene, glückliche Menschen, die das herrliche Wetter genossen. Wandernd, sonnenterrassensitzend, inkurzenhosenradfahrend, golfend, mistverteilend, sesselliftfahrend, geranienabräumend, pilzesuchend.

In den meisten Tourismusregionen der Schweiz ist mit diesem Wochenende die Sommersaison abgeschlossen. Ich mag mich hier nicht nochmals zum vergangenen mitteleuropäischen Sommer äussern, weil ich in der ärgsten Zeit bei Prachtswetter in Schweden war und eigentlich gar nicht mitreden kann.

Lieber lasse ich nochmals einige Bilder sprechen. Wenn die Wetterfrösche Recht behalten, wird die hier gezeigte Landschaft in wenigen Tagen unter einem Schneedeckchen liegen.

Im Val Frisal

Aussicht auf die Brigelser Hörner (links, mit Schnee) und den Bifertenstock (rechts)

Enzian! Im Herbst???

Wenn mich nicht alles täuscht, haben diese Kühe bald zum letzten Mal frisches Gras abgeweidet.

Kürbis bis zum bitteren Ende

Eines gleich vorneweg: Meine Gäste waren sehr angetan vom gestrigen Menu. Genau genommen waren zwar nicht die Gäste die Gäste, sondern der mein innig geliebter Mitbewohner und ich. Aber das ist ein Detail des mütterlichen Haushalts.

Auf ausdrücklichen Wunsch von Anita folgt nun das genaue Rezept. Wer, wie beispielsweise Elli, den Anblick eines Kürbisses nicht erträgt, wende sich bitte einem anderen Blog-Beitrag zu. Dieser hier hat garantiert nichts mit Gemüse zu tun.

Von einem ca. 3 kg schweren Kürbis (ich habe Muscade de Provence genommen und mein Kürbis war über 4 Kilo schwer) einen Deckel ausschneiden und beiseite stellen. Kerne, schwammiges Inneres samt etwas Fruchtfleisch auslösen.

250 g Weissbrot in Würfel schneiden, rösten.
Ausgehölten Kürbis mit dem Brot, 300 geriebenem Käse und 400 g Crème fraîche füllen. Wer’s schlank mag, ersetzt einen Teil der Crème fraîche durch Milch.


Deckel wieder aufsetzten, Kürbis in Alufolie wickeln und für ca. 2 Stunden im 175 Grad heissen Backofen garen.

Zum Servieren Folie und Deckeln entfernen. Kürbisfleisch mit einer Schöpfkelle ablösen und zusammen mit der Brot-Käse-Masse auf Teller verteilen und mit reichlich frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen.


En Guete!

In der Regel bleibt einiges an Kürbismasse übrig. Dieses sieht aus wie Rüeblisalat und kann nochmals erwärmt werden als Gemüse-Beilage.

Wie im letzten Blog-Beitrag erwähnt, ist dieses Menü im Zweipersonenhaushalt nicht zu bewältigen!!!

Wer nicht zwei Stunden vor dem Backofen ausharren will, kann die Zeit beispielsweise damit verbringen, dieses wirklich leckere Dessert zuzubereiten. Uns hat’s geschmeckt. Bis zum Ende.

Die orange-grüne Genussbombe

Er ist gross, rundlich, grün-orange und dort wo steht, was man mit ihm machen soll, sieht es ziemlich benutzt aus. Ich koche zwar längst nicht immer nach Rezept, aber doch immer wieder. Das Rezept, das als nächstes ansteht, ist denkbar einfach.

Man höhle einen Kürbis aus, fülle ihn mit einer Mischung aus geröstetem Brot, Sauerrahm und Käse, packe ihn in Alufolie und stecke die Bombe für etwa zwei Stunden in den Backofen.

Fertig. Man serviert die Füllung, die entfernt an Käse-Fondue erinnert, zusammen mit etwas Kürbis, der in der Zwischenzeit weich geworden ist.

Ich habe Kürbis auf diese Art zubereitet wahnsinnig gern. Leider handelt es sich hier um ein Rezept, das im Zweipersonenhaushalt nicht gewältigen lässt, es sei denn, man habe Ambitionen, noch tagelang Kürbis zu essen.

Also kann ich den Kürbis nur auf diese Art zubereiten, wenn mehr Leute am Tisch sitzen. Und auch wenn ich bis Anhin mit diesem Rezept (nach entsprechender Präparierung der Gäste) immer einigermassen gut angekommen bin, so wage ich es doch nicht, den orange-grünen Bomber den gleichen Leuten ein zweites Mal zu servieren. Auch wenn Jahre dazwischen liegen.

Fazit: Mir drohen langsam die Gäste auszugehen.

Universalfüsse

Wir waren unterwegs zum Ausgangspunkt einer Wanderung. Mein innig geliebter Mitbewohner am Steuer, ich daneben. In Gedanken war ich schon mit dem Aufstieg auf den Grossen Mythen beschäftigt, da traf es mich eiskalt. Ich hatte zwar etwas zu Essen dabei, Getränke, meinen Rucksack, die Wanderstöcke, die Wanderschuhe (vielleicht sogar frisch geputzt). Aber ich hatte die Wandersocken zu Hause gelassen. Sch…..!

Zwei Umstände sprachen gegen mich: Erstens war es ziemlich warm und ich war schon frühmorgens ohne Socken in den Birkenböcken zum Auto gelatscht. Und zweitens war es Montag. Und an einem Montag sind in der Regel die Sportgeschäfte geschlossen. Fieberhaft suchte ich nach einer passablen Möglichkeit, mir ein paar Socken zu beschaffen, denn barfuss in die Wanderschuhe – unmöglich! Meine Wahl – und diese hatte ich nicht wirklich – fiel auf die Migros-Filiale in Einsiedeln. Mit etwas Glück, so hoffte ich, liesse sich dort etwas Textiles finden, das ein klein wenig dicker auftrug als ein dümmliches Paar Tennissocken.

Das Glück war mir hold. Zumindest was die Materialstärke der textilen Fussbekleidung betraf. Und auch in Bezug auf das Wetter und überhaupt den ganzen restlichen Tag.

Hingegen wollte dieses Paar Socken nicht so richtig passen, auch wenn sie mit meiner Grösse angeschrieben waren. Aber eben nicht nur mit meiner Grösse, sondern mit einer Grössenangabe, die für 50 Prozent aller Füsse dieser Welt zutrifft. Die Socken waren Grösse 39 bis 43. Ich hatte es meinen unzimperlichen Füssen zu verdanken, dass ich ohne Blasen über die Runde kam. Trotzdem wollte ich von diesen Socken nichts mehr wissen und vermachte sie grosszügig dem Mitbewohner (der patenterweise eine Schuhgrösse am anderen Ende der dehnbaren Skala hat).

Kauft man heute ein Paar Socken, so erstrecken sich diese stets über mehrere Grössen. Das nachstehende Bild stammt aus unserem hauseigenen Sockenarchiv und zeigt einen Teil unserer wanderfreudigen Fussüberstülper. Darunter Billigmodelle von Tchibo (jeweils aussen) aber auch Schweizer Qualitätsware aus dem Hause Rohner.

Ich habe schon lange keine Socken mehr gesehen für nur eine einzige Grösse. Gibt es das überhaupt noch?

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