Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Öfters mal Panne (24)

… oder: Hoppla, Tope!

Die Mexikaner sind ein temperamentvolles Volk. Temperamentvoll ist auch ihre Fahrweise. Und zwar derart, dass sie hemmungslos mit einem Hunderter durchs Dorfzentrum blochen würden. Wären da nicht die Topes.

Topes? Topes sind verkehrsentschleunigende Schwellen, eine Spezialität des mexikanischen Strassenverkehrs. Denn so, und nur so, ist den Rasern in diesem Land beizukommen. Topes können als betonierte oder gepflasterte Schwellen unvermittelt vor einem auftauchen. Vor, in und nach einer Ortschaft und beliebig viele hintereinander. Wenn es eine Warntafel hat, so steht sie häufig genug präzis beim Hindernis, so dass nur ein abruptes Bremsen einen allzu argen Rumpler über die Schwelle verhindert.


Bildquelle: www.mexicotravelplan.co.uk

Mehr als einmal hatte es uns an einem Tope die Besteckschublade frisch einsortiert! Mitunter steht an einem Tope auch mal ein Stück Armierungseisen vor. Das sieht man selbstverständlich nicht. Kann sich aber kurze Zeit später anhand des zerfetzten Pneus ausrechnen, dass da etwas in der Art gewesen sein muss.

In fünf Monaten Mexiko hatten wir insgesamt vier Platten zu beklagen. In fast zwei Jahren USA und Kanada dagegen erwischte es uns nie. Die Plattfüsse dürften, mit der folgenden Ausnahme, auf Topes zurückzuführen gewesen sein.

Eine Reifenpanne mit mehrfachen Folgeschäden hatten wir auf der Fahrt durch die Baja California. Bei einem aufgummierten Pneu, den wir in Mexiko kaufen mussten, hatte es den Gummi von der Karkasse geschält. Die Pneufetzen hatten den Auspuff und den Benzintank-Einfüllstutzen ramponiert und einen Teil des Kotflügels verbogen. Es war einmal mehr dem mechanischen Geschick meines innig geliebten Mitreisenden zu verdanken, dass wir nach dem Radwechsel, dem Kräfte raubenden Zurechtbiegen des Kotflügels und Anpassen des Einfüllstutzens ohne Probleme weiterfahren konnten.

Ganz ohne Probleme war es dann doch nicht, denn in der nächsten Stadt mussten wir uns auf die Suche nach einem gebrauchten Reifen machen. Was es für Auswirkungen auf den Preis hat, wenn zwei Gringos einen Pneu suchen, brauche ich euch wohl nicht näher zu erläutern.

Beginnt der Fisch wirklich am Kopf zu stinken?

Schon beim Frühstück dachte ich mir: Bea, an diesem kühlen, verregneten Pfingstsonntag kannst du wieder einmal einen richtig gediegenen Blog-Beitrag schreiben. Einen, der deine Leser in Entzücken versetzt, dass alle nach mehr Flohnmobil lechzen und den Rest der wettermässig bescheidenen Feiertage nicht mehr vom Computer und deinen mittlerweile über 700 Blog-Beiträgen wegzubringen sind.

Das Schicksal meinte es gut mit mir und spielte mir schon kurz darauf eine Begebenheit zu, sodass ich nicht auf meinen Fundus von möglichen Themen, die ich mir laufend auf Fresszetteln notiere, zurückgreifen musste.

Es begann harmlos, mit einem Arm voll Wäsche, die ich in die Waschküche hinuntertrug. Aus unserer Waschküche schlug mir ein strenger Geruch entgegen. So wie überreifer Käse auf dem Weg zur Selbständigkeit oder etwas Ähnliches. Kurz nach mir traf auch mein innig geliebter Mitbewohner in selbigem Raum ein und rümpfte seine Nase ebenso. Etwas mehr als ich noch, doch das hat in erster Linie der Grösse seiner Nase zu tun.

Während ich mich vorderhand mit der Wäsche beschäftigte, begann der Mitbewohner nach der Quelle des Übels zu suchen. Wie ihr spätestens seit diesem Blog-Beitrag wissen müsstet, geht der Mitbewohner regelmässig zum Angeln. Dass es in unserer Waschküche ab und zu ganz dezent nach Fisch riecht, lässt sich nicht vermeiden, sonst müssten wir nach jedem Ausflug auf den See alle Kleider und einen Grossteil der Ausrüstung waschen. Der Verdacht des Mitbewohners fiel sofort auf die Kühltasche, in die er die Fische unmittelbar nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Totschlag zu pflegen steckt. Was er beim Anblick des dort drin seit 72 Stunden verwesenden Fischs sagte, verbieten mir meine gute Kinderstube und der Respekt gegenüber meinen Lesern.

Wir entsorgten den Fisch sofort und gebührenpflichtig und widmeten uns in der Folge intensiv der Vertreibung des üblen Geruchs, der sich mittlerweile ins Treppenhaus ausgebreitet hatte. Mit Lüften alleine war dem nicht beizukommen! Ich griff zu einem alten Hausfrauentrick und erwärmte etwas Essig in einem Pfännchen. Mit diesem Pfännchen ging ich im Treppenhaus auf und ab. Dabei kam ich mir vor, wie ein katholischer Pfarrer mit dem Weihrauch-Kessel. Der Essig tat seinen Dienst und neutralisierte gleich noch andere unangenehme Düfte, die sich in unserem Sechsfamilienhaus auszubreiten pflegen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinen hier mitlesenden Nachbarn mit dem empfindlichen Näschen für die unangenehme Duftwolke entschuldigen. Ob sie sich zu besagtem Zeitpunkt überhaupt im Treppenhaus aufhielten, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich kann nicht beurteilen, ob dieser Text jetzt wirklich so bahnbrechend entzückend ist, dass ihr den Rest der Pfingsten in den alten Flohnmobil-Beiträgen herumstöbern wollt. Was jedoch ganz gewiss ist: Der Mitbewohner wird künftig die Kühltasche wieder etwas gründlicher leeren. Jedes Mal.

Da ich meine Blog-Beiträge gerne mit einem Bild illustriere, euch aber den Anblick des Fischs ersparen möchte, habe ich auf ein Bild aus besseren Zeiten zurückgegriffen.

1001 Fischrezept

Mein innig geliebter Mitbewohner schöpft derzeit aus dem Vollen. Das kann man durchaus wörtlich nehmen, ist doch der See, in dem er angeln geht, nach den ergiebigen Niederschlägen platschvoll.

Platschvoll ist auch mein Ordner mit Rezepten, die ich im Verlauf der Jahre gesammelt habe. Immer mal wieder gehe ich ihn durch und dabei wandert das eine oder andere Rezept auf dem Altpapier-Haufen. In diesem ominösen Ordner hat sich eine ganze Litanei an Felchen-Rezepten angesammelt. Die brauche ich auch, denn wenn es dem Mitbewohner gut läuft, kommt er mehrmals pro Woche mit je 10 Fischen nach Hause. Rechne! Wir sind ein Zweipersonenhaushalt, der sich (das habe ich als Köchin in der Hand) bis zu zweimal pro Woche zum Fischessen hinreissen lässt. Eine Tagesration an gefangenen Fischen reicht – je nach Grösse der gefangenen Felchen – im Schnitt für drei Wochen. Der Mitbewohner müsste also, um unseren eigenen Bedarf zu decken, nur alle drei Wochen zum Angeln. Das ist Theorie, denn 1. dauert die Angelsaison nicht das ganze Jahr und 2. bringt er nicht jedes Mal das Tageslimit nach Hause. Dennoch habe ich schon 1 ½ Tiefkühl-Schubladen mit Fischen gefüllt. Tendenz steigend.

Die Fische wollen verwertet sein. Als gebratene, gedämpfte, im Dampf gegarte oder panierte Filets. Gerollt, zerkleinert, ganz. Mariniert, püriert, frittiert. Als Kloss, Mousse oder Timbale. Auf Lauch-, Randen- oder Lauchbeet. An Tomaten-, Zitronengras- oder Currysauce. Unter Kräuter- oder Nusskruste

Wir räuchern Fische, bis das ganze Quartier ausgezogen ist (habe ich übrigens hier schon einmal beschrieben). Ich mariniere kleingewürfelte Filets mit Limettensaft und serviere sie als Ceviche (ein hochgeschätztes, kulinarisches Souvenir aus Mexico). Und natürlich verschenke ich auch ab und zu so einen Fisch aus authentischem Wildfang (Stichwort “Auge um Auge”). Was nicht sofort verwertet werden kann, wird konserviert. Da drängt sich in erster Linie der Tiefkühlschrank auf. Nicht nur für frische, sondern auch für geräucherte Fischfilets.

Meine neuste kulinarische Errungenschaft sind gebeizte Felchenfilets. Was mit Lachs geht, sollte doch mit Felchen auch möglich sein, sagte ich mir, begann zu googeln und fand zahlreiche Rezepte, unter denen dieses hier empfehlenswert ist:

http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/Graved-Lachs-2967846.html

Besonders neckisch: Durch das Salz wird dem Fischfilet Flüssigkeit entzogen und das relativ weiche Felchenfilet wird ziemlich fest. Man kann es entweder nach den zwei Tagen in der Beize sofort essen, noch etwa zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren. Absolut keine Qualitätseinbusse durch den Gefrierprozess!

Doch nun zu meinem eigentlichen Geheimtipp. Ein Rezept, das in der neusten Ausgabe der Saisonküche veröffentlicht wurde, allerdings mit Kabeljau Rückenfilets.

Meine Version geht folgendermassen:

800 g Felchenfilets ohne Haut, längs halbieren, sämtliche roten Stellen grosszügig herausschneiden
4 Knoblauchzehen
6 EL Olivenöl
½ Zitrone
1 EL Rotweinessig
1 TL Puderzucker
½ Bund Peterli
Fleur de Sel, Pfeffer

Die Fischfilets in vier ofenfesten Schalen auslegen. Knobli in Scheiben schneiden, in wenig Öl knusprig braten. Auf dem Fisch verteilen. Zitronenschale fein zum Fisch reiben, Zitronensaft mit Essig, restlichem Öl und Puderzucker verrühren, über den Fisch giessen. 30 Minuten bei Zimmertemperatur marinieren. Im auf 130° vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten garen. Peterli darüber, mit Salz und Pfeffer würzen. Fertig! Dazu gab’s Brot und Salat.

So schnell waren der Mitbewohner und ich uns bei Tisch lange nicht mehr einig: ein Gedicht!
Und für kommende (???) warme Sommerabende wärmstens zu empfehlen.

Ehret das Alter

Dieser Brunnen steht in unserem Nachbardorf. Einer von vielen Brunnen im ganzen Land. Und wie überall, wo nichts Gegenteiliges angeschrieben wurde, spendet er Trinkwasser. Seit 225 Jahren.

Man lasse sich diese Zahl mal auf der Zunge vergehen. Zweihundertfünfundzwanzig Jahre.

Stünde der Brunnen in den USA oder Australien, wäre daneben zumindest eine Gedenktafel errichtet, wenn nicht gerade ein Museum drum herum gebaut. Er stünde unter dem persönlichen Schutz von Barack Obama bzw. der Australischen Premierministerin Julia Gillard.

Bei uns steht er einfach so da. An einer Durchgangsstrasse. Mehr im Weg denn tatsächlich gebraucht. Im Sommer wird er jeweils mit Blumen geschmückt. Nicht zu Ehren seines Alters, sondern weil man das hierzulande an den meisten Dorfbrunnen macht. Vielleicht säuft ein Hund oder ein durstiger Spaziergänger mal einen Schluck Wasser. Früher dürften es eher Kühe oder Rösser gewesen sein. Vielleicht stand er auch nicht immer an dieser Stelle. Ich weiss es nicht. Aber er wüsste sicher ganz, ganz viel zu erzählen aus seinem langen Brunnenleben.

Baustelle!

Bauen. Umbauen. Sanieren. Renovieren. Egal, welche der Bezeichnungen zutrifft, es ist immer mit viel Lärm, Dreck und Aufwand verbunden. Und als Belohnung gibt’s eine grosse Rechnung.

Im Hause Flohnmobil werden derzeit die Fenster ersetzt. Das Wohnen ist momentan nicht wirklich gemütlich, aber das Ende der Baustelle absehbar. Und mit dem Ende der Baustelle beginnt das, was ich lange und mit gutem Grund vor mich hergeschoben habe: Der Frühlingsputz.

Zu spät bin ich trotzdem nicht dran, finde ich. Denn der Frühling ist noch immer nicht richtig ins Land gezogen. Und wenn, dann wurde er nur in kleinen Häppchen serviert. Mir gelüstet nach mehr! Nicht mehr Baustelle, Lärm und Dreck, sondern mehr Frühling!

Wohlgefälliges Motzen

Den Inhalt meines Blogbeitrags mit dem Titel “Schlendrian zum Volltarif” habe ich nicht nur hier veröffentlicht, sondern auch den Verantwortlichen vor Ort geschickt. Von dort ist mittlerweile folgende Antwort eingetroffen:

Sehr geehrte Familie Flohnmobil,

Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen uns zu schreiben. Gerne möchten wir hierzu Stellung nehmen.

Wir verstehen Ihren Unmut und möchten Ihnen mitteilen, dass der Baustart des Tuxer Fernerhaus seit Beginn der Planungsphase mit 13. Mai 2013 festgelegt wurde. Die Schneelage und die warmen Temperaturen haben nun kurzfristig einen früheren Baustart mit 5. Mai 2013 zugelassen und durch das kurze Zeitfenster der Bauarbeiten von Mai bis September/Oktober wurde dieses genützt. Lieber würden wir unseren Gästen auch ein gemütliches Speiselokal für Ihre Einkehr bieten als nur den Containerimbiss, jedoch ist dies während der Bauarbeiten nicht möglich. Das neue Tuxer Fernerhaus wird ab Herbst 2013 das kulinarische Niveau am Hintertuxer Gletscher heben sowie den Komfort für unsere Gäste verbessern.

Als langjährige Tuxer Stammgäste sehen wir es als Selbstverständlichkeit an, Sie mit 2 Gutscheinen für einen Tagesskipass für Ihren nächsten Urlaub zu entschädigen. Die Gutscheine erhalten Sie in den nächsten Tagen per Post.

Wir freuen uns schon Sie nächstes Jahr im neuen Tuxer Fernerhaus begrüßen zu können!

Liebe Grüße aus Hintertux
Sarah Moser, Leitung Marketing
Zillertaler Gletscherbahn GmbH & CO KG

Na also, geht doch!

Das Tuxerfernerhaus – oder was noch davon übrig ist – am 9. Mai 2013.
Man beachte: Hier wurde am Auffahrts-Tag gearbeitet.

Drohbrief an Petrus

….~ Ý Donnergrollen Ý~ Ý Ü Ø….

Petrus!      P e e e trus!

Sag mal, bist du eigentlich noch zu retten?

Die Antwort kann ich mir gleich selber geben: Nein und nochmals nein!

Jetzt übertreibst du es aber wirklich mit deiner schlechten Laune. Lass die doch gefälligst mal wo anders aus. Wir hier auf dem 47. Breitengrad Nord warten alle – ALLE – auf schöneres Wetter. Uns dürstet nach Sonnenschein und Wärme. Und was machst du? Schickst uns eine Regensalve nach der anderen dass selbst die Frösche bald absaufen, dazu Temperaturn im einstelligen Bereich. Du hast wohl schon lange nicht mehr auf deinen Kalender geschaut. Wir haben Mai, nicht März.

Nun zeig dich doch endlich wieder mal von deiner Schokoladeseite. Wir hier unten auf der Erde haben die langärmligen Pullover und dicken Socken satt. Wir möchten barfuss in die Schuhe schlüpfen können und uns mit Sonnencreme einschmieren, bis wir glänzen wie Ölsardinen. Wir möchten ohne Wolldecke auf der Terrasse sitzen und der Sonne entgegenblinzeln. Wir möchten Eis lutschen ohne Frostbeulen zu erhalten und der Grill soll auf Hochtouren laufen.

Und was mich betrifft, so will ich endlich meine Kakteen ins Freie stellen, ohne dass sie gleich davonschwimmen. Ich will mein Gärtlein bepflanzen, und zwar mit Geranien, nicht mit Seerosen.

Nun nimm endlich Vernunft an, du alter sturer Bock. Sonst werde ich mich mal bei deinem Chef beschweren, dann wirst du schon sehen…

ÜÝ~ Ý Ø….!

Süesses Handtäschli

Aber – im Gegensatz zu so mancher Damen-Handtasche – halbleer.

Was hat der österreichische Bäckermeister für Hintergedanken gehegt, als er eine so grosse kleinste Tortenschachtel ins Sortiment aufnahm?

Öfters mal Panne (23)

… oder: Trinkwasser beschaffen mal anders

Wir hatten unser Wohnmobil noch nicht lange und vermutlich war es das erste richtige Unwetter, das uns als neue Wohnmobil-Besitzer im Zillertal ereilte. Mit knapper Not und einigen Zwischenspurts hatten wir es geschafft, uns trocken ins Womi zu retten. Dann richteten wir es uns gemütlich ein. Sofern man von gemütlich reden kann, wenn der Regen derart laut aufs Dach prasselt, dass man sein eigenes Wort kaum mehr versteht. Damals hatten wir noch kein Sat-TV, sonst hätten wir sicher exakt an jenem Abend erfahren, dass man bei starkem Regen keinen Empfang mehr hat. Aber uns sollten bald andere Probleme beschäftigen, die jede Sorge um ein allfälliges TV-Programm hätten vergessen lassen.

Plötzlich hörten wir ein Tropfen, das nichts mit dem Prasseln der Regenschauer gemein hatte, sondern eindeutig im Fahrzeuginnern über die Bühne gehen musste. Grossalarm! Nach der Quelle des Übels mussten wir nicht lange suchen: Es tropfte munter vom Dampfabzug auf den Gasherd runter. Alles, was wir vorläufig tun konnten, war ein Gefäss unterstellen, damit sich das Wasser nicht weiter ins Womi ergoss. Mit einem etwas mulmigen Gefühl gingen wir schliesslich zu Bett, um mitten in der Nacht die bereits halbvolle Pfanne einmal zu leeren.

Am nächsten Morgen begutachtete mein innig geliebter Mitreisender bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein die Schadensszenerie. Das Wasser konnte nach Adam Riese nur durch die Lüftungsöffnung des Dampfabzugs reingekommen sein. Wenn nicht – dann hatten wir ein gröberes Problem.

Ein paar Tage später standen wir in der Werkstatt der Womi-Vertretung. Nicht nur aber auch wegen unserer Sprinkleranlage. Darauf angesprochen meinte der Mechaniker lakonisch: “Ja, das wissen wir, das ist eine Schwachstelle von Knaus. Wenn es heftig und von der richtigen Seite her regnet, tropft es halt durch das Lüftungsgitter rein. Sie können das Gitter abkleben, dann haben Sie Ruhe.”

Ruhe! Pah, da kannte der Mechaniker aber den Mitreisenden schlecht. Sehr schlecht. Dieser hatte nämlich – wie immer, wenn bei einem seiner Fahrzeuge ein Problem auftrat – gerade eben keine Ruhe, sondern längst und intensiv über einer möglichen Lösung gebrütet. Diese bestand darin, eine passende Plastikdose zu finden, ihr den Boden rauszuschneiden und aufzukleben. Tönt banal. War aber sehr effizient, sieht man mal davon ab, dass wir im Verlauf der Jahre mehr als ein Plastikdöschen verschleissten.

Die Sprinkler-Anlage setzte sich nie mehr in Gang. Und was die Trinkwasser-Versorgung betrifft, zu diesem Zwecke hatten die Konstrukteure schliesslich einen Wassertank vorgesehen. Und dessen Einfüllstutzen befand sich ganz wo anders.

Nicht wirklich schön, aber effizient: Unser “Vorbau” am Lüftungsgitter.

Schlendrian zum Volltarif

Der Spruch “alles zu seiner Zeit” mag seine Berechtigung haben. Es ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen, dass Skifahren jetzt nicht mehr so das eigentlich Richtige ist. Dennoch lässt sich der Sport noch ausüben und es gibt Leute, die Freude daran haben, und andere, die an der Freude der Anderen ihr Geld verdienen.

So liegt es in der Natur derer, die Geld verdienen, dass sie durchaus auch mehr nehmen würden. Während die, die für eine Leistung bezahlen, stets finden, es dürfte durchaus etwas weniger kosten.

Hier am Hintertuxer Gletscher wird momentan der Gast geschröpft, während das Angebot bereits massiv heruntergefahren wurde. Es verkehrt weder der kostenlose Skibus noch werden die Pisten ansprechend präpariert. Die Gipfelbahn ist bereits in Revision und die Pistenbully-Fahrer scheinen vollauf damit beschäftigt, den verbleibenden Schnee zu horten, zusammenzuschieben und an bestimmten Stellen mit weissen Tüchern abzudecken. (Merke: Am Hintertuxergletscher kann man 365 Tage im Jahr Ski fahren.)

Dafür wird das Tuxerfernerhaus gerade abgerissen, was den Aufenthalt bzw. die Verpflegung im Skigebiet massiv beeinträchtigt, muss doch mit der Bahn zur tiefer gelegenen Sommerbergalm heruntergefahren werden, wenn man ein Hüngerchen oder Dürstchen verspürt und nicht in einem Baucontainer essen will. Wir waren in früheren Jahren immer in der 2. Maiwoche in Hintertux und nahmen in Kauf, dass die Gipfelbahn bereits in Revision war. Doch dieses Jahr wird für den Liftpass noch bis am 10. Mai der Volltarif verlangt trotz sämtlicher eingangs erwähnter Einschränkungen. Vermutlich rechnet man sich aus, dass wegen dem Auffahrts-Tag etliche zusätzliche Gäste anreisen werden.

Wir finden: Schweinerei!!!

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