Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Der Kontrollblick

Mutti, ich geh dann mal schnell den Reifendruck überprüfen!

Hüänärhüätä

Habt ihr euch schwer getan mit dem Titel dieses Blogs? Dann ist es euch nicht besser ergangen als mir, als mir eine Freundin, die konsequent im Dialekt schreibt, uns viel Spass beim Hüänärhüäte wünschte.

Ja, diese Hühner, sie sind ja eigentlich ganz pflegeleicht. Wasser, Futter, Auslauf. Nach dem Debakel vom letzten Jahr wollten wir auf jeden Fall ein Remake verhindern. Das wäre beinahe missraten, kam doch schon am zweiten Tag der frei laufende Hund einer Nachbarin daher und jagte hinter den armen Federviechern her. Zum Glück waren wir zu Hause und konnten so Schlimmeres verhindern. Der eine Hahn hat nun etwas struppige und massiv weniger Schwanzfedern. Mehr ist dank unserer Intervention nicht passiert. Die Hundebesitzerin war natürlich – wie alle Hundebesitzer – aufgelöst und hat – wie alle Hundebesitzer – beteuert, ihr Hund hätte so etwas noch nie gemacht.

Seither lassen wir die Viecher nur noch raus, wenn wir anwesend sind. Und darauf bestehen sie sehr wohl. Wir haben aber Anweisung, die Hühner erst am Nachmittag raus zu lassen, damit sie ihre Eier ordentlich ins Nest legen und nicht irgendwo in der Wildnis ein Gelege beginnen. Dieses aufzustöbern wäre nämlich schwieriger, als die berühmte Stecknadel im Heuhaufen zu finden.

Wie viele Hühner sind es überhaupt? Wir müssen die Zahl sehr genau kennen, machen wir doch jeden Abend ein Hühner-Inventur, bevor wir das Gehege schliessen. Wir haben zwei Hähne, elf Hennen, fünf dreimonatige Junghennen, eine Henne mit sieben fünfwöchigen Bibeli und eine Henne, die legal vier Eier ausbrütet.

Was mich immer wieder erstaunt: die innere Uhr der Hühner. So sehr sie am Morgen an der Türe ihres Geheges stehen und Ausgang begehren, sie gehen (von ein paar unrühmlichen Ausnahmen abgesehen) jeden Abend freiwillig zurück in den Stall. Um 18.00 Uhr sind sie meist schon auf dem Stängeli. Und dann kann man sie gemütlich einzeln durchzählen.

Vielleicht wundert ihr euch, weshalb es hier gleich zwei Hähne gibt. Das hat damit zu tun, dass der letztjährige Hahn unter unserer Obhut das Leben lassen musste. Der danach als Super-Güggel eingekaufte Hahn gefiel der Besitzerin letztlich doch nicht und so kaufte sie sich kurzerhand einen zweiten dazu. Dieser ist übrigens auf dem Bild zu erkennen. Der erste Hahn ist – aus menschlicher Sicht, die Hennen sehen das vielleicht anders – ziemlich hässlich. Noch schlimmer: Er kann nicht mal richtig krähen. Wir hätten ihm ja gerne Nachhilfestunden erteilt. Aber was nützt es in Schweden, wenn ein Güggel jodeln kann?

Beschildert geschildert (32)

Ob das typisch für Schweden ist, vermag ich nicht zu sagen.

Hochgradig sympathisch finde ich die Aufforderung auf jeden Fall.

Kommt doch nach Schweden!

Es muss jetzt einfach mal raus: Wir haben hier in Schweden sensationelles Wetter. Seit wir vor 12 Tagen angekommen sind hat es lediglich in der ersten Nacht geregnet. Seither kein Tropfen mehr. Wir haben Temperaturen bis zu 28 Grad und können jeden Abend draussen essen. Ohne Schirm, Gummistiefel und Heizpilz.

Und daheim? Da säuft die Heimat in unserer Abwesenheit klammheimlich ab. Unsere Nachbarin, die derzeit unsere Wohnung hütet (wir nehmen diesen Sommer gerade zwei Margrits für diesen Job in Anspruch und wir sind beiden unendlich dankbar), hat durchblicken lassen, ich hätte besser Seerosen als Duftgeranien angepflanzt. Wir verfolgen täglich via Internet, was sich Petrus momentan für die Eidgenossen einfallen lässt. Unglaublich, was sich im Juli für Regenmengen vom Himmel ergossen haben!

Wir hatten letztes Jahr gedacht, dass das Sommerwetter in Schweden nicht mehr zu übertreffen sei. Nun sehen wir uns eines Besseren belehrt. Jeder Tag begrüsst uns mit einem fast wolkenlosen Himmel. Fast wünschen wir uns etwas Regen herbei. Oder doch zumindest mal einen bewölkten Tag. Dann könnte ich zum Beispiel endlich mal Tagebuch führen. Und diverse Mails beantworten. So aber verbringe ich den ganzen Tag draussen und kratze mir erst in der Abenddämmerung ein paar Minuten zusammen, um einen Blog Beitrag zu veröffentlichen. Und euch zu Hause etwas neidisch zu machen.

Was in dieser ganzen Schweden-Euphorie nicht vergessen werden darf: Es kann hier auch anders zu und her gehen. Wir hatten das vor zwei Jahren erlebt, als wir mit dem Wohnmobil unterwegs waren. Da wäre unser Womi bald zum U-Boot geworden.

Jubilierend

Wie war das schon wieder vor vier Jahren? Mit zittrigen Fingern sass jemand am PC und kratzte allen Mut zusammen, um den OK-Knopf zu drücken. PAFF. Da war es also geschehen. Der erste Blog-Beitrag in die Welt gesetzt.

Die Frage, die bis heute nur zum kleinsten Teil beantwortet ist: Wer würde so etwas lesen? Wer interessierte sich für die Banalitäten einer Durchschnitts-Bürgerin?

Die Antwort darauf: Einige. Und einige davon seit dem ersten Tag. Dieser handvoll Leserinnen und Lesern und allen anderen, die in der Zwischenzeit dazugekommen sind (die Abtrünnigen kann ich auf diesem Weg leider nicht erreichen und deshalb wissen sie auch nicht, was sie verpasst haben), danke ich für ihre Treue.

Das Flohnmobil wird heute vier Jahre alt. Ganz schön alt für diese schnelllebige Zeit. Eine Zeit, in der ich schon viele Blogs habe aufgehen sehen, die aber über kurz oder lang wieder verschwunden sind bzw. vernachlässigt wurden. Einen Blog zu betreiben – auch wenn man nur jede Woche oder noch weniger schreibt – ist trotz allem ein Stück Arbeit. Kein hartes, denn es geschieht ja freiwillig, aber von nichts kommt auch in diesem Fall nichts.

Deshalb bin ich trotz allem etwas stolz, dass mein Blog heute den vierten Geburtstag feiert. Und dass dies der 1000. Beitrag ist, macht die Sache noch runder.

Wer’s nicht glaubt, soll nachzählen…

Das gurkt mich an!

Ach du heiliges Kanonenrohr!

Diesem einen Pflänzchen habe ich im Garten wohl etwas zu wenig Beachtung geschenkt.

Was soll ich denn mit 2,5 Kilo Gurken anfangen?

Schnecken des Schreckens

Ich könnte nicht direkt behaupten, dass ich diesmal auf der Suche nach etwas gewesen wäre. Vielmehr war es ein gerüttelt Mass an Neugierde, das mich den Deckel der Tiefkühltruhe öffnen liess. Ich wollte einfach wissen, ob all die vielen, vielen schwarzen Johannisbeeren, die wir letztes Jahr geerntet hatten, tatsächlich verwertet worden waren. Oder ob gar noch immer welche im Tiefschlaf herumdümpelten.

Also öffnete ich den schweren Deckel und was ich sah, jagte mir einen gehörigen Schrecken ein. Einen Schrecken der Abscheu, um genau zu sein. Ihr werdet nie erraten, was ich da sah. In einem Eimer lagerten lagen eine ganze Anzahl von Nacktschnecken. Ich kann mir ehrlich gesagt keinen Reim drauf machen, zu was eine derart unterkühlte Schnecke noch gut sein soll. Vielleicht weiss da die Seifenfrau weiter, hat sie doch diesen Sommer schon mehrfach mit den gefrässigen Schleimscheissern zu tun gehabt.

Ein Bild des Innenlebens der Tiefkühltruhe erspare ich euch, jeder darf seiner Fantasie freien Lauf lassen. Nur so viel sei verraten: Tiefgefroren sehen so Schnecken auch nicht gefälliger aus.

Ich veröffentliche dafür lieber ein Bild des neusten Familienzuwachses. Zu den gackernden Gesellinnen und Gesellen, den beiden Zwergkaninchen und der Katze sind nun noch Benedict und Nicolas hinzugekommen. Mit den Bremer Stadtmusikanten können wir es hier jederzeit aufnehmen!

Ab ins Kästchen mit dir!

In einem Einkaufszentrum in Schweden haben wir eine Handy-Ladestation angetroffen. Dem Vernehmen nach sind alle gängigen Steckeranschlüsse vorhanden, so dass man seinen unentbehrlichen Begleiter eine halbe Stunde lang wegschliessen kann, damit er nachher wieder voll im Saft ist. Gratis.

Gibt es so etwas bei uns auch?

Stilgerecht mit dem Handy fotografiert. Deshalb die etwas seltsame Perspektive.

Es sucht und sucht und sucht und s…

Housesitting, das bin ich mir bewusst, ist nicht jedermanns Sache. Hätte ich nur vier Wochen Ferien im Jahr, würde ich es mir auch nicht antun, bei anderen Leuten die Hühnerscheisse auszumisten und im Garten zu jäten. Bei uns ist das aber anders. Wir fahren nicht weg, um uns zu erholen, sondern um etwas anderes zu erleben. Und das können wir hier mit Sicherheit.

Eine der hauptsächlichen Beschäftigungen beim Housesitting ist…? Nein, nicht Hühner füttern, auch nicht den Garten giessen (obschon bei dem Wetterbericht werden wir dem Pegelstand im Garten vermehrt Beachtung schenken müssen). Nein, es ist der hochkomplexe Vorgang des Suchens.

Ich suche in der Küche, mein innig geliebter Mithüter sucht irgendetwas draussen in der Werkstatt. Gemeinsam stehen wir ratlos vor dem Schrank mit den Elektrosachen oder einem der Nebengebäude. Mal ist es nur ein Stück Schnur, das nächste Mal ein Pinsel, eine Glühbirne, eine Gemüsereibe oder Pfefferkörner.

Dabei herrscht in diesem Haus durchaus Ordnung. Aber der Mithüter hat es treffend ausgedrückt: Will man etwas flicken, dauert die Reparatur vielleicht eine Viertelstunde, die Suche nach dem geeigneten Material und Werkzeug gut und gerne doppelt so lang.

Wer sucht, der findet, besagt das altbekannte Sprichwort. Dem können wir einmal mehr beipflichten. Und je länger wir das alte Haus von Rocky Docky hüten, desto kürzer werden die Suchzeiten. Bis Weihnachten kennen wir uns hier sicher bestens aus.

Das Bild stammt, und das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, nicht aus Schweden!

Der Doppelwecker

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich sind Langschläfer. Das wären wir auch gerne in Schweden, wohnen wir her doch in einer solchen Idylle, dass von Autos weit und breit nichts zu hören ist. Kein Fluglärm, kein Nachbar, der am Morgen hustend das Haus verlässt, niemand, der über unseren Köpfen duscht.

Doch hier sind wir immer viel früher wach, als uns lieb ist. Das liegt nicht allein an der Tatsache, dass es hier fast eine Stunde früher hell wird als daheim. Nein, das liegt an den Hühnern, die auch zu unserem gehüteten Haus gehören. Ganz genau genommen am Hahn. Und noch genauer genommen an zwei Hähnen.

Die beiden blöden Viecher übertreffen sich, kaum ist die Sonne aufgegangen (aktuell kurz vor 5.00 Uhr), mit ihrem Gekrächze. Mag gut sein, dass sie damit bei ihren Hennen Eindruck schinden, wir dagegen würden ihnen am liebsten den Hals umdrehen, befindet sich doch unser Schlafzimmerfenster nur wenige Meter vom Hühnergehege entfernt. Irgendeinen Haken muss die ländliche Idylle offenbar haben.

Übrigens: In unserem Dialekt ist ein Hahn ein Güggel. Wie heisst das bei euch?

 

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