Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Jubilierend

Wie war das schon wieder vor vier Jahren? Mit zittrigen Fingern sass jemand am PC und kratzte allen Mut zusammen, um den OK-Knopf zu drücken. PAFF. Da war es also geschehen. Der erste Blog-Beitrag in die Welt gesetzt.

Die Frage, die bis heute nur zum kleinsten Teil beantwortet ist: Wer würde so etwas lesen? Wer interessierte sich für die Banalitäten einer Durchschnitts-Bürgerin?

Die Antwort darauf: Einige. Und einige davon seit dem ersten Tag. Dieser handvoll Leserinnen und Lesern und allen anderen, die in der Zwischenzeit dazugekommen sind (die Abtrünnigen kann ich auf diesem Weg leider nicht erreichen und deshalb wissen sie auch nicht, was sie verpasst haben), danke ich für ihre Treue.

Das Flohnmobil wird heute vier Jahre alt. Ganz schön alt für diese schnelllebige Zeit. Eine Zeit, in der ich schon viele Blogs habe aufgehen sehen, die aber über kurz oder lang wieder verschwunden sind bzw. vernachlässigt wurden. Einen Blog zu betreiben – auch wenn man nur jede Woche oder noch weniger schreibt – ist trotz allem ein Stück Arbeit. Kein hartes, denn es geschieht ja freiwillig, aber von nichts kommt auch in diesem Fall nichts.

Deshalb bin ich trotz allem etwas stolz, dass mein Blog heute den vierten Geburtstag feiert. Und dass dies der 1000. Beitrag ist, macht die Sache noch runder.

Wer’s nicht glaubt, soll nachzählen…

Das gurkt mich an!

Ach du heiliges Kanonenrohr!

Diesem einen Pflänzchen habe ich im Garten wohl etwas zu wenig Beachtung geschenkt.

Was soll ich denn mit 2,5 Kilo Gurken anfangen?

Schnecken des Schreckens

Ich könnte nicht direkt behaupten, dass ich diesmal auf der Suche nach etwas gewesen wäre. Vielmehr war es ein gerüttelt Mass an Neugierde, das mich den Deckel der Tiefkühltruhe öffnen liess. Ich wollte einfach wissen, ob all die vielen, vielen schwarzen Johannisbeeren, die wir letztes Jahr geerntet hatten, tatsächlich verwertet worden waren. Oder ob gar noch immer welche im Tiefschlaf herumdümpelten.

Also öffnete ich den schweren Deckel und was ich sah, jagte mir einen gehörigen Schrecken ein. Einen Schrecken der Abscheu, um genau zu sein. Ihr werdet nie erraten, was ich da sah. In einem Eimer lagerten lagen eine ganze Anzahl von Nacktschnecken. Ich kann mir ehrlich gesagt keinen Reim drauf machen, zu was eine derart unterkühlte Schnecke noch gut sein soll. Vielleicht weiss da die Seifenfrau weiter, hat sie doch diesen Sommer schon mehrfach mit den gefrässigen Schleimscheissern zu tun gehabt.

Ein Bild des Innenlebens der Tiefkühltruhe erspare ich euch, jeder darf seiner Fantasie freien Lauf lassen. Nur so viel sei verraten: Tiefgefroren sehen so Schnecken auch nicht gefälliger aus.

Ich veröffentliche dafür lieber ein Bild des neusten Familienzuwachses. Zu den gackernden Gesellinnen und Gesellen, den beiden Zwergkaninchen und der Katze sind nun noch Benedict und Nicolas hinzugekommen. Mit den Bremer Stadtmusikanten können wir es hier jederzeit aufnehmen!

Ab ins Kästchen mit dir!

In einem Einkaufszentrum in Schweden haben wir eine Handy-Ladestation angetroffen. Dem Vernehmen nach sind alle gängigen Steckeranschlüsse vorhanden, so dass man seinen unentbehrlichen Begleiter eine halbe Stunde lang wegschliessen kann, damit er nachher wieder voll im Saft ist. Gratis.

Gibt es so etwas bei uns auch?

Stilgerecht mit dem Handy fotografiert. Deshalb die etwas seltsame Perspektive.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sucht und sucht und sucht und s…

Housesitting, das bin ich mir bewusst, ist nicht jedermanns Sache. Hätte ich nur vier Wochen Ferien im Jahr, würde ich es mir auch nicht antun, bei anderen Leuten die Hühnerscheisse auszumisten und im Garten zu jäten. Bei uns ist das aber anders. Wir fahren nicht weg, um uns zu erholen, sondern um etwas anderes zu erleben. Und das können wir hier mit Sicherheit.

Eine der hauptsächlichen Beschäftigungen beim Housesitting ist…? Nein, nicht Hühner füttern, auch nicht den Garten giessen (obschon bei dem Wetterbericht werden wir dem Pegelstand im Garten vermehrt Beachtung schenken müssen). Nein, es ist der hochkomplexe Vorgang des Suchens.

Ich suche in der Küche, mein innig geliebter Mithüter sucht irgendetwas draussen in der Werkstatt. Gemeinsam stehen wir ratlos vor dem Schrank mit den Elektrosachen oder einem der Nebengebäude. Mal ist es nur ein Stück Schnur, das nächste Mal ein Pinsel, eine Glühbirne, eine Gemüsereibe oder Pfefferkörner.

Dabei herrscht in diesem Haus durchaus Ordnung. Aber der Mithüter hat es treffend ausgedrückt: Will man etwas flicken, dauert die Reparatur vielleicht eine Viertelstunde, die Suche nach dem geeigneten Material und Werkzeug gut und gerne doppelt so lang.

Wer sucht, der findet, besagt das altbekannte Sprichwort. Dem können wir einmal mehr beipflichten. Und je länger wir das alte Haus von Rocky Docky hüten, desto kürzer werden die Suchzeiten. Bis Weihnachten kennen wir uns hier sicher bestens aus.

Das Bild stammt, und das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, nicht aus Schweden!

Der Doppelwecker

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich sind Langschläfer. Das wären wir auch gerne in Schweden, wohnen wir her doch in einer solchen Idylle, dass von Autos weit und breit nichts zu hören ist. Kein Fluglärm, kein Nachbar, der am Morgen hustend das Haus verlässt, niemand, der über unseren Köpfen duscht.

Doch hier sind wir immer viel früher wach, als uns lieb ist. Das liegt nicht allein an der Tatsache, dass es hier fast eine Stunde früher hell wird als daheim. Nein, das liegt an den Hühnern, die auch zu unserem gehüteten Haus gehören. Ganz genau genommen am Hahn. Und noch genauer genommen an zwei Hähnen.

Die beiden blöden Viecher übertreffen sich, kaum ist die Sonne aufgegangen (aktuell kurz vor 5.00 Uhr), mit ihrem Gekrächze. Mag gut sein, dass sie damit bei ihren Hennen Eindruck schinden, wir dagegen würden ihnen am liebsten den Hals umdrehen, befindet sich doch unser Schlafzimmerfenster nur wenige Meter vom Hühnergehege entfernt. Irgendeinen Haken muss die ländliche Idylle offenbar haben.

Übrigens: In unserem Dialekt ist ein Hahn ein Güggel. Wie heisst das bei euch?

 

 

 

 

Alles wie gehabt

Wenn ich mich nun auf die faule Haut legen und hier im Blog eine ruhige Kugel schieben wollte, könnte ich euch ab sofort alle meine letztjährigen Beiträge ab Mitte Juli als aufgewärmte Kost vorsetzen. Die einen von euch, da bin ich mir sicher, würden das nicht merken. Das ist keine Wertung meiner Leser sondern basiert auf der simplen Tatsache, dass seit einem Jahr nicht nur Leser vom Flohnmobil abgesprungen sind, sondern glücklicherweise auch einige dazugekommen sind. Und diese Neuankömmlinge können beim besten Willen nicht wissen, dass mein innig geliebter Mitbewohner und ich im letzten Sommer schon in Schweden waren und ein Haus gehütet hatten.

Nun, wir sind also an den Ort des Schreckens zurückgekehrt und wirklich viel verändert hat sich nicht. Das alte Haus von Rocky Docky sieht immer noch gleich aus. Im Garten wachsen die gleichen Gemüsesorten, wenn auch an einem anderen Platz. Der Rasenmäher ist schon wieder kaputt und diverse Beeren sind reif zum ernten. Gut, mit den Hühnern hatten wir zum grössten Teil keinen Wiedererkennungseffekt. Da können wir zwar nicht viel dafür, aber wissen dafür umso genauer weshalb.

Da ich nun endlich wieder eine konstante Internet-Verbindung habe, werde ich wieder regelmässig bloggen. Sofern ich zwischen Garten giessen, Marmelade kochen, Tiere füttern, kochen, backen, Rad fahren, Pilze sammeln, moralischen Beistand leisten und Hühner zählen überhaupt dazu komme.

Sollte jemand genau wissen wollen, was wir letztes Jahr so alles erlebt haben, findet er hier sämtliche Beiträge dazu (am Ende der Auflistung mit lesen beginnen).

Zweifel

Es kamen Zweifel auf über den Sinn des Unterfangens, als wir sechs Stunden auf der Fähre totschlagen mussten.

Die Zweifel zerstreuten sich nicht, als wir in der einbrechenden Nacht unser Hotel suchten – und trotz oder gerade wegen dem Navi erst mal falsch fuhren.

Die Zweifel verstärkten sich gar noch, als wir – zwar ausgeschlafen und von einem reichhaltigen Frühstück gestärkt – feststellten, dass sich das Wetter von seiner garstigsten Seite zeigte.

Dann die abrupte Wende: Wir zweifelten nicht mehr an uns, sondern an den Einheimischen, die sich teilweise in Flip-Flops, Shorts und Träger-T-Shirts nach draussen wagten. Dies bei 15 Grad und strömendem Regen.

Allerdings kamen uns im Verlauf des Tages erneut gewisse Zweifel, wie sinnvoll es denn war, sich den ganzen Tag um die Ohren zu schlagen, wenn am Zielort so viel Arbeit auf einen wartete.

Und nicht zuletzt ein solcher Traumausblick vom Esstisch aus.

Aber jetzt sind wir da. Wieder da.

Beschildert geschildert (31)

Fotografiert in Neustrelitz / Mecklenburg

Hier die Misere in der Vollversion:

Die improvisierte Forelle

Dass wir in der nahen Fischzucht Forellen kaufen wollten, war klar. Nicht, dass wir daheim zu wenig Gelegenheit hätten, Fisch zu essen. Aber bestimmt würden sie hier günstiger sein, als wenn ich sie in der Migros kaufen müsste. Frischer ohnehin. Das Problem, das sich mir stellte, war bloss, dass ich in der Ferienwohnung in der Mecklenburgischen Seenplatte kein umfassendes Sortiment an Zutaten dabei hatte. Und ich wollte es meinem innig geliebten Mitbewohner nicht schon wieder zumuten, mit mir einkaufen zu gehen. Das hiess, ich musste mit dem auskommen, was wir bereits eingekauft hatten bzw. was an Kühlschrank-Restposten von daheim mitgekommen war. Kreativität war gefragt, um die Fischli gekonnt und schmackhaft auf den Ferienwohnungs-Teller zu zaubern.

Ein weiteres Problem stellte die schiere Grösse der Fische dar. Keine Chance, sie in die Bratpfanne zu hauen. Es kam also nur der Backofen in Frage. Diese Erkenntnis bescherte mir die Erleuchtung, die uns letztlich sehr mundete.

Hier das Rezept in Kurzform:

Gratinform fetten

2 Forellen, ausgenommen
Bauch füllen mit gewürfeltem Ingwer und fein geschnittenem Zitronengras
salzen

Gratinform ca. 1 cm hoch auffüllen mit Orangensaft und Sekt
etwas Salz dazu

Im Backofen auf 180 Grad ca. 25 Minuten lang garen.

Wir waren begeistert und haben dazu den Rest des Sekts getrunken und Couscous gegessen.

Dieses Rezept schmeckt bestimmt auch mit anderen Fischen wie Felchen, Zander, Kabeljau, Pottwal. Hauptsache die Backofentüre geht noch zu.

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