Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Ab ins Kästchen mit dir!

In einem Einkaufszentrum in Schweden haben wir eine Handy-Ladestation angetroffen. Dem Vernehmen nach sind alle gängigen Steckeranschlüsse vorhanden, so dass man seinen unentbehrlichen Begleiter eine halbe Stunde lang wegschliessen kann, damit er nachher wieder voll im Saft ist. Gratis.

Gibt es so etwas bei uns auch?

Stilgerecht mit dem Handy fotografiert. Deshalb die etwas seltsame Perspektive.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sucht und sucht und sucht und s…

Housesitting, das bin ich mir bewusst, ist nicht jedermanns Sache. Hätte ich nur vier Wochen Ferien im Jahr, würde ich es mir auch nicht antun, bei anderen Leuten die Hühnerscheisse auszumisten und im Garten zu jäten. Bei uns ist das aber anders. Wir fahren nicht weg, um uns zu erholen, sondern um etwas anderes zu erleben. Und das können wir hier mit Sicherheit.

Eine der hauptsächlichen Beschäftigungen beim Housesitting ist…? Nein, nicht Hühner füttern, auch nicht den Garten giessen (obschon bei dem Wetterbericht werden wir dem Pegelstand im Garten vermehrt Beachtung schenken müssen). Nein, es ist der hochkomplexe Vorgang des Suchens.

Ich suche in der Küche, mein innig geliebter Mithüter sucht irgendetwas draussen in der Werkstatt. Gemeinsam stehen wir ratlos vor dem Schrank mit den Elektrosachen oder einem der Nebengebäude. Mal ist es nur ein Stück Schnur, das nächste Mal ein Pinsel, eine Glühbirne, eine Gemüsereibe oder Pfefferkörner.

Dabei herrscht in diesem Haus durchaus Ordnung. Aber der Mithüter hat es treffend ausgedrückt: Will man etwas flicken, dauert die Reparatur vielleicht eine Viertelstunde, die Suche nach dem geeigneten Material und Werkzeug gut und gerne doppelt so lang.

Wer sucht, der findet, besagt das altbekannte Sprichwort. Dem können wir einmal mehr beipflichten. Und je länger wir das alte Haus von Rocky Docky hüten, desto kürzer werden die Suchzeiten. Bis Weihnachten kennen wir uns hier sicher bestens aus.

Das Bild stammt, und das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, nicht aus Schweden!

Der Doppelwecker

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich sind Langschläfer. Das wären wir auch gerne in Schweden, wohnen wir her doch in einer solchen Idylle, dass von Autos weit und breit nichts zu hören ist. Kein Fluglärm, kein Nachbar, der am Morgen hustend das Haus verlässt, niemand, der über unseren Köpfen duscht.

Doch hier sind wir immer viel früher wach, als uns lieb ist. Das liegt nicht allein an der Tatsache, dass es hier fast eine Stunde früher hell wird als daheim. Nein, das liegt an den Hühnern, die auch zu unserem gehüteten Haus gehören. Ganz genau genommen am Hahn. Und noch genauer genommen an zwei Hähnen.

Die beiden blöden Viecher übertreffen sich, kaum ist die Sonne aufgegangen (aktuell kurz vor 5.00 Uhr), mit ihrem Gekrächze. Mag gut sein, dass sie damit bei ihren Hennen Eindruck schinden, wir dagegen würden ihnen am liebsten den Hals umdrehen, befindet sich doch unser Schlafzimmerfenster nur wenige Meter vom Hühnergehege entfernt. Irgendeinen Haken muss die ländliche Idylle offenbar haben.

Übrigens: In unserem Dialekt ist ein Hahn ein Güggel. Wie heisst das bei euch?

 

 

 

 

Alles wie gehabt

Wenn ich mich nun auf die faule Haut legen und hier im Blog eine ruhige Kugel schieben wollte, könnte ich euch ab sofort alle meine letztjährigen Beiträge ab Mitte Juli als aufgewärmte Kost vorsetzen. Die einen von euch, da bin ich mir sicher, würden das nicht merken. Das ist keine Wertung meiner Leser sondern basiert auf der simplen Tatsache, dass seit einem Jahr nicht nur Leser vom Flohnmobil abgesprungen sind, sondern glücklicherweise auch einige dazugekommen sind. Und diese Neuankömmlinge können beim besten Willen nicht wissen, dass mein innig geliebter Mitbewohner und ich im letzten Sommer schon in Schweden waren und ein Haus gehütet hatten.

Nun, wir sind also an den Ort des Schreckens zurückgekehrt und wirklich viel verändert hat sich nicht. Das alte Haus von Rocky Docky sieht immer noch gleich aus. Im Garten wachsen die gleichen Gemüsesorten, wenn auch an einem anderen Platz. Der Rasenmäher ist schon wieder kaputt und diverse Beeren sind reif zum ernten. Gut, mit den Hühnern hatten wir zum grössten Teil keinen Wiedererkennungseffekt. Da können wir zwar nicht viel dafür, aber wissen dafür umso genauer weshalb.

Da ich nun endlich wieder eine konstante Internet-Verbindung habe, werde ich wieder regelmässig bloggen. Sofern ich zwischen Garten giessen, Marmelade kochen, Tiere füttern, kochen, backen, Rad fahren, Pilze sammeln, moralischen Beistand leisten und Hühner zählen überhaupt dazu komme.

Sollte jemand genau wissen wollen, was wir letztes Jahr so alles erlebt haben, findet er hier sämtliche Beiträge dazu (am Ende der Auflistung mit lesen beginnen).

Zweifel

Es kamen Zweifel auf über den Sinn des Unterfangens, als wir sechs Stunden auf der Fähre totschlagen mussten.

Die Zweifel zerstreuten sich nicht, als wir in der einbrechenden Nacht unser Hotel suchten – und trotz oder gerade wegen dem Navi erst mal falsch fuhren.

Die Zweifel verstärkten sich gar noch, als wir – zwar ausgeschlafen und von einem reichhaltigen Frühstück gestärkt – feststellten, dass sich das Wetter von seiner garstigsten Seite zeigte.

Dann die abrupte Wende: Wir zweifelten nicht mehr an uns, sondern an den Einheimischen, die sich teilweise in Flip-Flops, Shorts und Träger-T-Shirts nach draussen wagten. Dies bei 15 Grad und strömendem Regen.

Allerdings kamen uns im Verlauf des Tages erneut gewisse Zweifel, wie sinnvoll es denn war, sich den ganzen Tag um die Ohren zu schlagen, wenn am Zielort so viel Arbeit auf einen wartete.

Und nicht zuletzt ein solcher Traumausblick vom Esstisch aus.

Aber jetzt sind wir da. Wieder da.

Beschildert geschildert (31)

Fotografiert in Neustrelitz / Mecklenburg

Hier die Misere in der Vollversion:

Die improvisierte Forelle

Dass wir in der nahen Fischzucht Forellen kaufen wollten, war klar. Nicht, dass wir daheim zu wenig Gelegenheit hätten, Fisch zu essen. Aber bestimmt würden sie hier günstiger sein, als wenn ich sie in der Migros kaufen müsste. Frischer ohnehin. Das Problem, das sich mir stellte, war bloss, dass ich in der Ferienwohnung in der Mecklenburgischen Seenplatte kein umfassendes Sortiment an Zutaten dabei hatte. Und ich wollte es meinem innig geliebten Mitbewohner nicht schon wieder zumuten, mit mir einkaufen zu gehen. Das hiess, ich musste mit dem auskommen, was wir bereits eingekauft hatten bzw. was an Kühlschrank-Restposten von daheim mitgekommen war. Kreativität war gefragt, um die Fischli gekonnt und schmackhaft auf den Ferienwohnungs-Teller zu zaubern.

Ein weiteres Problem stellte die schiere Grösse der Fische dar. Keine Chance, sie in die Bratpfanne zu hauen. Es kam also nur der Backofen in Frage. Diese Erkenntnis bescherte mir die Erleuchtung, die uns letztlich sehr mundete.

Hier das Rezept in Kurzform:

Gratinform fetten

2 Forellen, ausgenommen
Bauch füllen mit gewürfeltem Ingwer und fein geschnittenem Zitronengras
salzen

Gratinform ca. 1 cm hoch auffüllen mit Orangensaft und Sekt
etwas Salz dazu

Im Backofen auf 180 Grad ca. 25 Minuten lang garen.

Wir waren begeistert und haben dazu den Rest des Sekts getrunken und Couscous gegessen.

Dieses Rezept schmeckt bestimmt auch mit anderen Fischen wie Felchen, Zander, Kabeljau, Pottwal. Hauptsache die Backofentüre geht noch zu.

Im Land der 1000 Seen

Nein, sie ist bei uns nicht so wirklich bekannt, die Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten Deutschlands. Die Landschaft ist so gänzlich anders als zu Hause. Viel Wasser, angeblich deren 1000 Seen (ich hab sie nicht nachgezählt), grosse Anbauflächen mit Getreide, viele sumpfige Brachflächen, alles tätschflach.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich waren letztes Jahr schon hier und beeindruckt von den Wasserwegen. Von dieser Region aus kann man nämlich mit Haus- und Motorbooten kreuz und quer durch die Gegend schippern. Sie ist durch zahlreiche Schleusen verbunden mit Berlin, Hamburg, der Ostsee. Also eigentlich mit der ganzen Welt. Heute haben wir beispielsweise mit einem Rheinländer gesprochen, der jeden Sommer mehrere Monate mit seinem Motorboot unterwegs ist.

Und was machen wir Landratten hier? Mit dem Kanu durch die Gegend paddeln? Mit einem schwimmenden Gartenhäuschen die Seen abklappern? Nein, wir fahren Rad. Wasser ist für uns eigentlich nur zum anschauen da. Doch das mit dem Radfahren hat hier in der ehemaligen DDR so seine Tücken. Es gibt ein dichtes Netz an Radwegen, auch Radfernwegen. Diese aber sind für Rennräder nur bedingt geeignet. Man tut gut daran, sich nicht auf die ausgeschilderten Radwege zu verlassen, sondern einen gründlichen Blick in die Radkarte zu werfen, um nicht plötzlich auf einem Feldweg oder – viel schlimmer – auf original Mecklenburgischen Kopfsteinpflaster zu landen.

A propos Radwege: Hier entwickeln die Deutschen eine mitunter unverständliche Sturheit beim Benutzen der Radwege. Diese sind teilweise von miserabler Qualität, schittere Waldwege, zugewachsene Teerbänder. Da ziehen wir eine schwach befahrene Strasse vor. Was noch mehr irritiert: Hier wird auf den Gehsteigen gefahren. Das ist für uns umso ungewöhnlicher, als es in der Schweiz verboten ist.

Im Moment sind hier die Blaubeeren reif. Die Wälder sind voll davon. Leider lauert auch hinter jedem Heidelbeer-Stüdeli eine Zecke, was das Vergnügen etwas schmälert. Der Mitbewohner und ich haben für 2 x Dessert gesammelt. Im Anbetracht der Zeckendichte geben wir uns damit wohl zufrieden.

Beschildert geschildert (30)

Dass Übersetzungen oft Übelsetzungen sind, zeigt das folgende Bild, das mir Rainer Trapp zugestellt hat. Fotografiert hat er die Info-Tafel auf Fuerteventura.

Nicht bloss übel, sondern richtiggehend makaber ist die Position mit dem “Hund des Führers” ausgefallen.

 

Seid ihr auch auf ein Schild gestossen, dass makaber, unsinnig, liebenswert doof oder ganz einfach witzig ist?

Schickt es mir!

Ich werde es hier im Flohnmobil veröffentlichen!

In der Endlosloslosloslosschlaufe

Es war der Tag, an dem ich eine ganz simple Frage zu meinem Mobil-Abo hatte. Deren Beantwortung hätte mit Sicherheit nicht länger als zwanzig Sekunden in Anspruch genommen.

 

Guten Tag. Herzlich willkommen bei Sunrise. Bitte wählen Sie nun Ihre Sprache.

Für Deutsch drücken Sie bitte die Taste eins. Pour le fr…

Ich drücke die Taste eins.

Mit Sunrise Freedom gibt es jetzt neue Mobil-Tarife für Sie. Falls Sie Fragen zur neuen Mobile-Freiheit haben, finden Sie weitere Informationen unter weh-weh-weh-sunreis-punkt-zeh-ha-släsch-freedom.

Bei Fragen zu Ihrer Rechnung oder Ihren aktuellen Konten wählen Sie bitte die Eins.

Sie haben technische Fragen oder möchten Ihr Handy sperren? Drücken Sie die Zwei.

Für alle anderen Anliegen die Drei.

Ich drücke die Drei.

Sie befinden sich nun im Menü für allgemeine Fragen.

Sie möchten Ihre neue SIM-Karte aktivieren? Wählen Sie die Eins.

Für die Bestellung eines Sunrise-Produktes die Zwei.

Für alle anderen Anliegen einfach die Null.

Mit der Sterntaste gelangen Sie zurück ins Hauptmenü.

Ich wähle die Null. Endlich bin ich dort, wo ich hinwollte.

Ihr Gespräch mit dem Sunrise-Kundenberater kann zur Qualitätssicherung und Trainingszwecken aufgenommen werden. Wir verbinden Sie jetzt mit einem Sunrise-Mitarbeiter.

Wird auch langsam Zeit. Bereits hänge ich zwei Minuten am Telefon.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns für jeden unserer Kunden genügend Zeit nehmen und dadurch gewisse Wartezeiten auftreten können.

Musik düdelt aus dem Telefon. Rüttelt an meinen Nerven.

Bitte haben Sie ein wenig Geduld. Wir sind gleich für Sie da.

Es düdelt weiter. In regelmässigen Abständen wird an meine Geduld apelliert.

Bitte haben Sie ein wenig Geduld. Wir sind gleich für Sie da.

Nach knapp acht Minuten beschliesst irgend etwas oder irgend jemand, mein Anliegen sei nicht so wichtig. Ich werde aus der Leitung gekippt. Und fluche.

 

Zweiter Versuch

Selbes Prozedere. Geduldig arbeite ich mich durchs Menü. Als dieses fertig abgespult ist, werde ich kurzerhand aus der Leitung geworfen. Und fluche wieder. Ohne Musik gehört zu haben.

 

Dritter Versuch

Selbes Prozedere. Ich versuche, den schnellen Weg zu wählen, denn mittlerweile weiss ich, welche Tasten ich drücken muss. Geht nur bedingt, die Werbung muss ich über mich ergehen lassen, schaffe es aber dennoch, mir insgesamt etwa 15 Sekunden kostbare Zeit zu sparen. Am Ende des Menüs werde ich zu meiner  allergrössten Verwunderung sofort mit einer Mitarbeiterin verbunden.

Warum denn nicht gleich!

Die Zeiten, als man noch dem Fräulein sein Anliegen vorbrachte und dann verbunden wurde, waren auch nicht sooo schlecht.

Und selbst das gute alte Wählscheiben-Telefon hatte seine Vorteile. Ganz bestimmt!

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