Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Freude in Gelb

Preisüberwacher Stefan Meierhans hatte es in seinem Blog angekündigt und es wurde wahr: Heute hat mich, nein uns, die Post beschenkt. Mit vier Briefmarken à 1 Franken. Wie es dazu kam, weiss ich nicht mehr, die Post schreibt dazu nur, das Geschenk sei “Teil der Einigung mit dem Preisüberwacher”. Und sie “freuten” sich, allen Schweizer Haushalten diese Briefmarken zukommen zu lassen.

Die Freude ist ganz meinerseits und ich bin überzeugt, dass diese noble Geste mein Haushaltsbudget nachhaltig entlasten wird.

Die Post nutzt die Gelegenheit, um gleich noch in eigener Sache die Werbetrommel zu rühren. In ihrem Prospekt machen nämlich die Briefmarken nur den kleinsten Teil aus. Vielmehr versucht die Post uns schmackhaft zu machen, welche Dienstleistungen sie sonst noch anbietet. Vom PostCard Creator über SMS-Briefmarken bis zur Post-App.

Was in dieser Broschüre leider nicht steht: Was die Post in den vergangenen Jahren alles an Dienstleistungen abgebaut hat. Beispielsweise mit der Schliessung zahlreicher Poststellen, von denen unter anderem auch unsere Gemeinde betroffen ist.

Meine Freude über die vier Briefmarken hält sich deshalb in ziemlich engen Grenzen.

Ich will auch so einen Sack!!!

In Frankreich gibt es ein vorbildliches System, in Deutschland und in Schweden. Bestimmt auch in anderen zivilisierten Ländern. Nur bei uns in der Schweiz nicht.

Bei uns wird nur Papier und Karton, Textilien und Schuhe, Glas, Metalle, Grüngut und Elektroschrott separat entsorgt. Alles andere landet im normalen Haushaltabfall, wird von der Müllabfuhr eingesammelt und in der Kehrrichtverbrennung verheizt. Angeblich sind die Schweizer Recycling-Weltmeister. Bloss – woran wird das gemessen?

In Schweden stehen vor jeder Haustüre zwei grosse, schwarze Abfallcontainer, mit Fächern unterteilt, in die man seinen Abfall gesondert einwerfen kann.

in Frankreich nehmen die Entsorgungs-Stationen alle möglichen Materialien an. Im Kehrrichtsack landet so nicht mehr viel.

Die Deutschen haben ihren gelben Sack. In diesen kann man all die Milchverpackungen, Joghurtbecher, Styroporschalen, Konservendosen, Zahnpastatuben etc. hineinschmeissen und vor die Haustür stellen. Wie praktisch ist das denn?

So einen gelben Sack will ich auch! Woraus besteht denn mein Abfall? Metallischen Abfall trage ich brav selber zur Entsorgungs-Station, ebenso die PET-Flaschen, Batterien, Leuchtstoffröhren und sämtliche leergesoffenen Weinflaschen. Altpapier und Karton wird sporadisch von Vereinen eingesammelt. Übrig bleiben in erster Linie Verpackungen aller Art. Und die füllen jede Woche einen 35-Liter-Sack, den ich dann in den grossen Sammelcontainer in unserem Quartier trage. Ich bin überzeugt, ohne all die Verpackungsmaterialien in meinem Abfall bräuchte ich diesen Spaziergang höchstens noch alle zwei Wochen zu machen. Deshalb:

Ich will auch einen gelben Sack!!!

Solche wilden Deponien mitten in der Ortschaft gibt es bei uns zum Glück schon lange nicht mehr. Dieses Abfall-Idyll stammt aus Kroatien.

Merk-würdig

Was mich im Moment grad beschäftigt:

Wie merke ich, dass ich etwas nicht bemerkt habe?


In gewissen Situationen ganz schön tricky, oder?

Beschildert geschildert (37)

… und mich macht schon die Vorstellung krank, dass es solche Schilder überhaupt braucht.

Leider habe ich den dringenden Verdacht, dass nur die, die ihren Abfall ohnehin nicht liegen lassen, diesem Schild überhaupt Beachtung schenken. Alle anderen werden weiterhin ihre Getränkedosen und dergleichen in der Pampa entsorgen.

Der nationale Clean Up Day, der gestern und heute stattfindet, und an dem unter anderem auch die Schüler unserer Gemeinde mitmachen (müssen), wird – so meine Prognose – leider keine langfristige Wirkung zeigen.

Vergänglichkeit auf Holz

Im Wald wachsen derzeit nicht viele brauchbare Pilze.



Zumindest nicht jene, welchen Frau Flohnmobil gerne nachstellt.


Schön anzuschauen sind die Kunstwerke der Natur alleweil.


Auch wenn der Mensch mitunter etwas eingegriffen hat.

Wie gut, dass man da auf Eingemachtes aller Art zurückgreifen kann – so kommen die Pilzvorräte vom letzten Jahr auch endlich weg.

Beschildert geschildert (36)

Gänsemarsch ist sonst nicht so mein Ding.

Aber was macht man nicht alles zum Erhalt der hehren Heimat

Ach du hehre Heimat!

Wäre der Beitrag an einem 1. April ausgestrahlt worden, ich hätte ihn sofort als Scherz geortet. Aber mitten unter dem Jahr? Das Nachrichtenmagazin 10 vor 10 des Schweizer Fernsehen gilt immerhin als seriöses Medium. Da musste wohl etwas Wahres dran sein.

Spätestens als ich an unserer letzten Wanderung an den sauber gestapelten Kuhfladen vorbei ging, kam mir der Beitrag wieder in den Sinn. Aber natürlich! 10 vor 10 hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass im Kanton Appenzell Innerrhoden Direktzahlungen für das ordentliche Aufstapeln von Kuhfladen ausbezahlt würden! Nun befanden wir uns zwar genau genommen in Ausserrhoden, was für mich keine Rolle spielte (im Gegensatz zu einem Inner- oder Ausserrhödler). Appenzell ist für mich einfach dieser heile Fleck Erde, der wie kein anderer die Traditionen pflegt. Und den Kühen ist es bestimmt egal, ob sie auf Innerrhoder oder Ausserrhoder Boden scheissen. Nichts desto trotz waren auch in der Nähe der Hochalp die Kuhfladen nett aufeinander drapiert. Vielleicht gibt es kantonsüberschreitende Direktzahlungen? Oder die Kühe und demzufolge auch die Fladen gehören einem Innerrhoder Bauern? Oder…?

Beim Gedanken an die aufgeschichteten Kuhfladen huscht noch immer ein Schmunzeln über mein Gesicht. Ihr hoffe, ihr habt Verständnis dafür, dass ich hier kein Bild davon veröffentliche. Jeden Scheiss mag ich schliesslich nicht fotografieren.

Wer den Beitrag von 10 vor 10 anschauen will: Bitte hier klicken.

Programmänderung

Eigentlich…

… wollte ich euch ja von unserer gestrigen Wanderung berichten. Euch vorjammern, dass wir zuerst über einen üblen, drecknassen Wurzelweg gehen mussten,

und als wir diesen endlich hinter uns hatten, sich das Wetter so verschlechtert hatte, dass wir bald fürchteten, nass zu werden,

und wir zwar nicht mehr viele, aber doch immerhin noch ein paar Rindviecher angetroffen hatten im Appenzeller Land,

mir euer Mitleid erschreiben über alles, was wir auf der vierstündigen Wanderung erlebt haben.

Doch dann las ich diesen Blog von Miss Chatterbox und weiss seither, dass es Leute gibt, denen es viel dreckiger geht als mir.

Staubtrockenes Wasser

Ich hab keine Ahnung, welcher Teufel die verantwortlichen Namensgeber bei Lidl geritten ist. Sie haben ein Mineralwasser im Sortiment mit Namen “Saguaro”. Und bilden auf der Flasche Berge ab. Mit Schweizer Kreuz.

Da kommt mir gleich mehrfach die Galle hoch!

Erstens wurde das Wasser, wie sich dem Kleingedruckten entnehmen lässt, in der Nordwestschweiz abgefüllt. Da hat es meines Wissens nichts, was das Prädikat “Berge” verdienen würde. Es ist also eine Frechheit, um nicht zu sagen, den Kunden an der Nase herumgeführt, auf dem Etikett vergletscherte Berge abzubilden.

Und zweitens, und das regt mich noch viel mehr auf: Ein Saguaro ist ein Kaktus. Jawohl. Er ist der Wüstenkaktus schlechthin. In seiner Heimat im Südwesten der USA und im Norden Mexikos wird er bis 20 Meter hoch und über hundert Jahre alt.

Ich bin auf der Reise unter mehreren solchen Riesen gestanden. War tief beeindruckt von ihrer Stattlichkeit, ihrer Vielfalt, ihren wunderbaren Blüten.

Mit Mineralwasser hätte ich die dornigen Giganten im Leben nie assoziiert. Bestenfalls mit Durst. Aber wer weiss das schon, wenn er denkt, er kaufe beim Discounter Wasser aus den Schweizer Bergen!!!


Gedankenflug über den Atlantik

Bevor wir unsere erste grosse Reise antreten konnten, gab es ganz schön viel zu erledigen, zu bedenken, zu organisieren.

Wie reisen?
Was geschieht mit der Wohnung?
Wer erledigt unsere administrativen Sachen?
Wo anfangen?
….?

Nur eine Frage stellte sich uns nicht:

Wie lange?

Wir hielten uns zwar eine Hintertüre offen, um jederzeit wieder nach Hause kommen zu können, aber das Letzte, das wir wollten, war ein fixes Rückflugdatum. So buchten wir zwar einen Flug nach Los Angeles mit Rückflug, diesen liessen wir aber bewusst verfallen (ein einfaches Ticket wäre ausserdem teurer gekommen). Das Rückflugticket war unsere Eintrittskarte in die USA. Langzeitreisen waren 1999 in den USA noch einigermassen gut möglich.

All diese Sachen kommen wieder hoch, während ich im Geiste mit Lena und ihrer Familie deren bevorstehenden Reise entgegenfiebere. Ihre Planung wurde gehörig über den Haufen geworfen, doch sie liessen sich nicht entmutigen, haben kurzfristig umgestellt und sind nun kurz davor, als vierköpfige Familie mit dem Auto elf Monate lang Europa zu bereisen. Ihre Reisevorbereitungen sind hier unterhaltsam beschrieben, auch der Tiefschlag, den sie verkraften mussten.

Kurzum: Den Flohnmobil-Lesern kann ich den Blog wärmstens ans Herz legen und dem vierblättrigen Kleeblatt wünsche ich die nötige Neugierde, das vielzitierte Quäntchen Glück und selbstverständlich gute Gesundheit bei der Umsetzung ihres Projekts.

Gute Reise!

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