Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Kürbis verleiht Flügel

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich wussten nicht, ob und wie weit die alljährliche Kürbis-Ausstellung der gewieften Jucker-Brüder schon gediehen war. Als wir uns auf unserem Spaziergang dem Erlebnis-Bauernhof näherten, wurde schnell klar: Die Kürbisse sind da. Buchstäblich gelandet, heisst doch das diesjährige Motto “Kürbis verleiht Flügel”. Vom Flugzeug über einen Schmetterling zum Adler und den musikalischen Flügel präsentieren sich all die Skulpturen ganz aus Kürbissen.

Diese Gebilde schaffen es, zwei meiner kulinarischen Vorlieben zu vereinen: Kürbis und Pilze. Dass dabei der Mitbewohner auch noch ein klein wenig im Bild steht, macht es eigentlich erst recht perfekt.

Zu den Pilzen – Fliegenpilze, falls ihr es nicht bemerkt hättet – wird folgende Erklärung zum Besten gegeben:

Der Name kommt von seiner Verwendung als Fliegenfalle. In kleine Stücke geschnitten und mit gezuckerter Milch aufgekocht, wurde die “Suppe” in fliegenreichen Räumen aufgestellt, um die Fliegen zu vergiften oder sie zumindest zu betäuben und dann leichter zu erwischen.

Wenn dem so ist, meinetwegen. Wenn nicht, ist es immerhin gut erfunden.

Pilzlasagne für Faule

Für 4 Personen habe ich ca. 1 Kilo frische Pilze fein geschnitten. Daraus habe ich, zusammen mit Speckwürfelchen, Zwiebeln, Knoblauch und einem zünftigen Schuss Weisswein, ein Pilzragout zubereitet, dieses mit Salz, Pfeffer und Kräutern abgeschmeckt und ca. 300 Gramm Frischkäse beigegeben, damit es schön sämig wird. Dieses Ragout habe ich abwechslungsweise mit Lasange-Blättern in eine Auflaufform geschichtet. Das hat dann so ausgesehen:

Dann geriebenen Käse und Butterflöckli obendrauf und das Ganze mit so viel Gemüsebouillon aufgiessen, dass die Lasagneblätter fast bedeckt sind.

Ab in den Backofen bei 200 Grad ca. 25 bis 30 Minuten backen. Uns hat’s geschmeckt.

Das Faule an dieser Lasagne ist, dass ich mir die Zubereitung einer separaten Bechamel-Sauce erspart habe. Etwas weniger faul wiegt die Tatsache, dass wir die Pilze im Wald selber gesucht haben. Unsere Pilzlasagne bestand aus neun Pilzsorten.

Beschildert geschildert (35)

Das folgende Bild hätte eigentlich zu meinem letzten Schilder-Bilder-Beitrag gepasst. Doch ich wollte ihm einen Ehrenplatz einräumen, schliesslich habe ich es von Hausfrau Hanna zugestellt erhalten.

Sie hat es auf dem Bruderholz bei Basel geknipst, dort wo (O-Ton Hausfrau Hanna) die Reichen wohnen.

Hausfrau Hanna legt grossen Wert darauf, dass die Aufforderung nicht falsch verstanden wird.

Braucht jemand Übersetzungshilfe?

Und die Finte ist…

Ich bin euch noch die Auflösung meines Pilzrätsels schuldig. Vorausschicken muss ich, dass der Mitbewohner und ich in diesen Tagen im bündnerischen Brigels durch die Wälder streifen, wo es – verregneter Sommer sei Dank – viele, viele Pilze hat. Allerdings sind nicht alle Bilder in Brigels entstanden, jedoch kommen alle Pilze hier vor.

Ja welcher Pilz ist denn nun ungeniessbar?

Ist es der Hallimasch, der an Baumstrünken wächst und als Holzschädling gilt? Nein, der ist essbar, allerdings nur gekocht, und schmeckt gar nicht mal so übel.


Dann vielleicht der Flaschenstäubling? Nein, auch dieser leicht zu erkennende Pilz ist geniessbar. Mitsamt den Noppen. Allerdings: Es gibt bessere Pilze.

Das gelbe Kuddelmuddel repräsentiert eine der bekanntesten und am leichtesten auszumachenden Pilzarten. Den Eierschwamm oder Pfifferling muss man häufig regelrecht aus dem Gras herausklauben. Diese Mühe könnte man sich sparen, wäre er giftig.

 

Auch dieser Geselle hier ist gerne gesehen und jeder Fund löst beim Pilzsammler eine kleine Ekstase aus. Der Steinpilz ist der begehrteste aller Speisepilze. Je nach Lage versteckt er sich gerne im hohen Gras, so wie hier, und wird trotz seiner stattlichen Grösse übersehen.

 

Bleibt nur noch ein Pilz, der als Finte in Frage kommt. Und eine Finte der Natur ist er ganz gewiss, der Gallenröhrling. Er hat seinen Namen nicht zu Unrecht. Giftig ist er zwar nicht, aber völlig ungeniessbar durch seine Bitterkeit. Für den ungeübten Sammler sieht er dem Steinpilz zum Verwechseln ähnlich. Ein fieser Geselle also, der in diesem Herbst häufiger als andere Jahre vorzukommen scheint. Der Schwarze Peter geht also eindeutig an ihn.

Finde die Finte

Welcher Pilz ist ungeniessbar?

 

 

 

 

 

Wer weiss es?

Gebirgsuntauglich

Den Mohrenköpfen – pardon, Schaumküssen – hat es buchstäblich den Hut gelupft. Der Weg nach Brigels (1’300 m) wahr ihnen wohl zu viel.

Es wird doch nicht etwa am Fahrstil des Mitbewohners liegen…?

Pünktlich versammelt

Es waren die wenigen gefreute Momente im Leben von uns Schülern. Chillig würde man heute vermutlich sagen. Die Rede ist hier nicht von den Tagen oder Stunden, die der Lehrer krankheitshalber ausfiel, sondern von den raren Momenten, wo wir zwar Schule hatten, aber nicht im Klassenzimmer verharren mussten. Gemeint sind hier – damit das gleich klar ist – nicht Turn- und Schwimmlektionen, die aus diversen Gründen nicht im Klassenzimmer stattfinden konnten. Frau Flohnmobil als Kind war nämlich die Unsportlichkeit in Person, hatte an körperlicher Ertüchtigung also keinen grossen Gefallen gefunden. Nein, hier geht es eindeutig um ein Ereignis, das uns Schüler alle gleichermassen faszinierte.

Es waren jene spannenden Momente, wo wir uns ausserhalb des eigenen Klassenzimmers mit den Stühlen alle ganz nahe neben einander hinsetzen mussten, während der Lehrer vorne etwas zurechtrückte, an Kabeln zerrte, Knöpfe drückte. Gebannt starrten wir nach vorne. Mit etwas Glück ging der Fernseher rechtzeitig an, denn das Programm wartete nicht auf uns. Wir mussten zur vorgegebenen Zeit vor der Glotze sitzen, wenn das Schulfernsehen über die Mattscheibe flimmerte. Videorekorder oder gar zeitversetztes Fernsehen war in den Siebzigerjahren noch etwas, was nur im Raumschiff Enterprise stattfand.

Womit die Lehrer bzw. die Pädagogen jenseits des Bildschirms uns abfütterten? Keine Ahnung mehr. Im besten Fall war es ein Stoff, den wir ohnehin gerade durchnahmen. Vielleicht in der Geschichtsstunde, der Geografie oder vielleicht ein französisches Filmchen. Letzteres mit deutlich weniger grossem Seh- und insbesondere Hörvergnügen. Bestimmt mussten wir alle gute Augen haben, denn der Röhrenfernseher (war die Ausstrahlung überhaupt schon in Farbe?) dürfte nicht annähernd die Dimensionen eines heutigen, wandfüllenden Flachbildschirms gehabt haben.

Das alles ereignete sich noch in der guten alten Zeit, als die ganze Familie am Samstagabend gemeinsam vor dem Fernseher sass und Teleboy, Am laufenden Band oder sonst eine Unterhaltungssendung anschaute. Es war die gute alte Zeit, als am Sonntag noch keine Werbung ausgestrahlt wurde. Es allerdings auch nur sehr wenige Fernseh-Kanäle gab. Unsere Auswahl bestand damals in Schwiezer (heute SF1), Düütsch eis (ARD) oder Düütsch zwei (ZDF).

Mittlerweile ist die Auswahl an Kanälen wesentlich grösser. Was nichts über die Qualität der ausgestrahlten Sendungen aussagt. Im Hause Flohnmobil hat man sich einen technischen Ruck gegeben und schaut neuerdings digital fern. Mit allen Schikanen wie zeitversetztem Fernsehen, Aufnahmefunktionen, Live Pause. Mit den 246 Sendern sind wir definitiv überfordert. Und bis ich mich daran gewöhnt habe, dass ich mit Abwaschen nicht pünktlich zum Beginn der Hauptausgabe der Tagesschau fertig sein muss, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Das Elend mit dem triumphalen Gemüse

Gestern habe ich im Fernsehen eine Sendung gesehen, die unter dem Titel “Triumph der Tomate” so vieles bestätigt hat, das ich lange schon wusste. Leider nicht nur Positives wie die Tatsache, dass sich in einer Tomate mehrere hundert Aromen vereinen, oder dass die Tomate vor 500 Jahren von den Entdeckern aus Peru nach Europa gebracht wurde.

Leider wissen hierzulande die Wenigsten, wie gut eine Tomate überhaupt schmecken kann. Wenn man Tomaten nur im Supermarkt kauft, erinnert bestenfalls die Farbe an die ursprüngliche Gemüsefrucht.

Die Landwirtschaft musste nachziehen und das Gemüse, das weltweit unter den fünf beliebtesten Arten rangiert, industriell fertigen. Das führt so weit, dass eine einzige im Gewächshaus auf Substrat kultivierte Tomatenpflanze bis zu sechs Meter hoch wird und an die 80 Kilo Früchte trägt. Wie soll da eine Tomate noch nach Tomate schmecken?

Den Gipfel der Dekadenz erlebten wir in Süditalien. Auf unserem Weg zu einem Supermarkt, wo wir uns für ein paar Tage mit Lebensmitteln eindecken wollten, fuhren wir kilometerlang an Tomatenfeldern vorbei. Überall leuchtete es rot aus den Blättern heraus. Und im Supermarkt? Dort wurden standardisierte, über Wochen haltbare Hors-Sol-Tomaten aus Holland angeboten!!!

Ich kaufe schon lange keine Tomaten mehr im Supermarkt. Wenn schon, dann auf dem Markt. Und am liebsten natürlich irgendwo im Süden, wo das Gemüse unter freiem Himmel kultiviert wird. Und auch dort nur im Sommer. Das wäre eigentlich jetzt.

Der Film, den ich erwähnt habe, kann ich allen Tomatenliebhabern wärmstens empfehlen. Er wird nochmals ausgestrahlt. Guckt mal hier.

Auf Eis gelegt

Mich wundert ja gar nichts mehr!

Wie soll dieser Sommer jemals richtig in Schwung kommen, wenn die Eishockey WM bis am 25. Mai gedauert hat und keine drei Monate später schon wieder die neue Hockey Saison beginnt?!?

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich Eishockey oberdoof finde?

Wer pflichtet mir bei?

Welche Sportart(en) findet ihr doof?

Beschildert geschildert (34)

Wenn man in diesem Land unterwegs ist und seine Sinne geschärft hat auf Schilder aller Art, so wird man früher oder später zur Erkenntnis gelangen, dass Hunde das grösste Übel sind, das sich die Menschheit angetan hat.

Bei genauerem Hinsehen reift jedoch früher oder später die Einsicht, dass das Übel mehr beim Hundehalter denn beim Vierbeiner zu suchen ist.

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