Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Pflanzen Sie jetzt noch keinen Basilikum!

Dieser Titel gehörte zu einer Garten-Kolumne, die es gestern in meiner Tageszeitung zu lesen gab. Die Autorin widmete sich zwar vorwiegend anderen gärtnerischen Themen, sprach jedoch am Schluss des Textes eine besserwisserische Warnung aus, es sei noch zu früh für Basilikum.

Dem muss ich jetzt mal ganz klar widersprechen. Gut gehegt und gepflegt wird so ein Basilikum die nächsten Wochen, die möglicherweise nicht mehr so derart sonnig und warm sein werden, wie die vergangene, überstehen.

Ich jedenfalls habe mir einen Basilikum gekauft. Und dieser wird nun in altbekannter Manier am Morgen durch die Wohnung getragen und vors sonnige Schlafzimmer-Fenster gestellt und am Nachmittag wieder zurück vors Wohnzimmer. Die Nächte wird er selbstverständlich unter meiner Bettdecke in der warmen Stube verbringen.

Sollte dieses Procedere wider erwarten keinen Erfolg bringen, so habe ich doch immerhin die Gewissheit, dass ich 1. bereits Basilikum ernten konnte und es mir 2. garantiert gelungen ist, meine Nachbarin zu ärgern.

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Das Beste am Schluss

So, mein lieber Stöckli, nun beginnt ein anderes Leben. Ab sofort haben du und deine beiden Kumpels Sommerferien.

Ihr habt nochmals alles gegeben, habt mich begleitet, mich in Schwung gehalten. Zusammen mit euch habe ich eine weitere Skisaison sturz- und unfallfrei über die Bühne gebracht. Die letzten fünf Tage hielten für euch wie für mich nochmals einige Überraschungen bereit. So viel Neuschnee und tolle Pistenverhältnisse habe ich um die Jahreszeit schon lange nicht mehr gesehen. Das ging leider einher mit nicht immer ganz wolkenlosem Wetter. Von den frostigen Temperaturen reden wir schon gar nicht. Doch Petrus (oder war es diese schrullige Frau Holle?) sparte sich den schönsten Tag fürs Finale auf. Heute:

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Und damit ist nun auch für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich die Skisaison zu Ende. Wirklich, wahrhaftig und definitiv. Nach dem allgemeinen Abtaucher in den Winter, der nicht nur uns auf dem Hintertuxer Gletscher betroffen hat, freuen wir uns auf den Sommer.

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Machen wir das Beste aus dem abartigen Winter und geniessen das milde Wetter!

Sissi können wir auch später noch schauen.

Lebensverkürzende Sofortmassnahmen

Er hatte einen schwierigen Start. In seinen ersten Wochen unter meiner Obhut wäre er angesichts des anhaltenden Regens beinahe zur Wasserpflanze mutiert. Im nachfolgenden Sommer jedoch kam er uneingeschränkt auf seine Kosten und erholte sich prächtig.

Er wurde – einmal mehr – zum Stolz meines Kräutergartens. In diesem heissen, sonnigen Sommer konnte man aus der Sicht eines Basilikums nichts falsch machen – ausser ihn zu wenig giessen.

Er gedieh üppig und ich konnte mich seiner vielen Blätter kaum wehren. Glücklicherweise gab es in nächster Nähe dankbare Abnehmer. Eine liebe Nachbarin, die in gewissen Jahren meinen kleinen Garten länger betreut hat als ich selber, statte ihrem Teilzeitschützling regelmässig Besuch ab.

Indes hatte er dieses Jahr gegen einen Fremdling zu bestehen. Das kleine, zarte Gewächs, das ich Anfang Mai in der Provence gekauft und mit nach Hause genommen hatte, war zur ernst zu nehmenden Konkurrenz herangewachsen. Beide Pflanzen zusammen lieferten so viel Grünzeug, dass ich beinahe Salat daraus gemacht hätte.

Aber wie das so ist mit diesen Sonnenanbetern – und dazu gehört Basilikum mehr als jede andere Gewürzpflanze – setzte auch meinen beiden Pflanzen das kühle Wetter Anfangs Oktober zu. Der kleinblättrige Basilikum (Basilic marseillaise) wanderte schon bald dem Kompost entgegen. Der grossblättrige dagegen konnte in die Verlängerung gehen. Die sonnigen Stunden der vergangenen Wochen verbrachte er so oft wie möglich draussen auf dem Fensterbrett, während er in der Nacht im Wohnzimmer den kühlen Temperaturen entgegen konnte. Nichts desto trotz geriet er in ein Sonnenmanko. Und selbst wenn aus den verholzten Stängeln wieder frische Austriebe auszumachen waren, heute trat er seine letzte Reise an. Nebst dem für Ende Woche angekündigten Wintereinbruch wird bei uns in wenigen Tagen die Grüngut-Abfuhr eingestellt. Es macht keinen Sinn mehr, diese Pflanze noch weiter zu hätscheln. Selbst wenn ich nicht ohne Stolz einräumen muss, dass er auch kurz vor seiner Kompostierung noch besser aussah als so manches Gewächs seinesgleichen in unserem Quartier mitten im Hochsommer.

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Und so bleibt vom Basilikum Jahrgang 2015 nebst zwei Gläsern Pesto nur eine weitere Folge in meiner kleinen Serie über dieses herrliche Kraut.

Voller Wonne an der Sonne

Wenn man zum Frühstück schon die Sonnenbrille braucht…

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… soll niemand mehr auf die Idee kommen, das hier hätte nichts mit Erholung zu tun.

Lass den Sonnenschein herein!

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Heute wird es wieder Sommer!

Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern
einen guten Start in die neue Woche.

Ich bin dann mal Pesto

Als ich kürzlich im Wartezimmer des Zahnarztes sass, blätterte ich ziemlich unmotiviert in einer Zeitschrift und stiess auf folgende Kontaktanzeige:

 

Ich bin

Ein Sonnenkind, wärmeliebend, voller Rasse, für allerlei feine Sachen zu haben, gut integriert, sprachbegabt, beliebt landauf-landab. Momentan etwas zerzaust, aber mit beträchtlichem Entwicklungspotential.

 

Ich suche

Eine einfühlsame Person, der mir die nötige Zuwendung zukommen lässt. Jemand, der mich verwöhnt, mir meine Wünsche von den Blättern abliest und mit meinem südländischen Temperament umzugehen versteht. Jemand, dem die inneren Werte wichtiger sind als Äusserlichkeiten…


 

… denn sonst ende ich über kurz oder lang so:

Ach wie grässlich!

Seit Tagen lässt sich die Sonne bei uns bestenfalls noch als Umriss am Himmel erkennen. Dass es irgendwo gaaanz weit oben gaaanz anders aussieht, lässt sich beispielsweise hier nachlesen.

Uns Normalsterblichen bleiben derzeit bestenfalls die Erinnerungen an bessere Tage. Und auf so eine leicht tröstliche Erinnerung bin ich gestossen, als ich heute mein Fotoarchiv durchforstete auf der Suche nach Bildern für den neuen Fotokalender.

Wann habt ihr das letzte Mal die Sonne gesehen?

Unser Wonnemonat

In Grunde genommen, so versuchte er seine kümmerliche Erscheinung zu trösten, ging es ihm „den Umständen entsprechend“ gut. Wenn er an seine Kollegen dachte…. Er war am Trockenen und sie bemühte sich nach allen Regeln der Kunst, ihn mit genügend Wärme und Licht einzudecken. Trotzdem…

Er sei für Höheres bestimmt, hatte sie ihm gesagt. Wenn er allerdings die männliche Stimme im Hintergrund hörte, die fast täglich anklagend verkündete „Ich habe dir ja gesagt, du hättest noch eine Woche zuwarten sollen“, befielen ihn hinsichtlich der von ihm erwarteten Stattlichkeit Zweifel.

Um sich etwas von seinen trüben Gedanken abzulenken, blickte er durch die blitzblank geputzten Scheiben nach draussen. Was er sah, war wenig ermutigend. Da standen Blumentöpfe, randvoll mit Wasser, die wenigen Blüten resignierend gesenkt. Eine Schnecke hatte sich soeben ins Trockene gerettet. Die Gartenstühle waren ineinander gestapelt, nutzlos, zum Warten auf besseres Wetter verdammt.

Noch fiel es ihm schwer zu glauben, dass er im Verlauf des Sommers zum Vorzeigeobjekt des Kräutergartens avancieren sollte. Wenn ihn nicht alles täuschte, war der Wonnemonat dieses Jahr eher ein Wannemonat.

… endlich!