Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Backen

Festtags-Dessert

Die Fest- und Feiertage sind, Klammer auf: gottseidank, Klammer geschlossen, nun ja mehr oder weniger abgehakt. Mein Festtags-Dessert mag deshalb zur Unzeit kommen. Allerdings schmeckt es auch zwischen Neujahr und Weihnachten wahnsinnig gut. Und wer sich nicht davor scheut, seinen Backofen 2 Stunden lang in Betrieb zu haben, wird an diesem nicht allzu süssen Dessert Freude haben.

Ich habe gestern an den kleinen, feinen Silvester-Anlass eine Pavlova mitgebracht. Die Runde fragte sich, und da bildete ich keine Ausnahme, wo eine Pavlova ihren Ursprung haben mochte. Wir tippten auf etwas in allgemein östlicher Richtung. Richtig ist aber, so sich denn Wikipedia nicht irrt, dass sowohl die Australier als auch die Neuseeländer die Pavlova als Nationalspeise beanspruchen. Wie auch immer, uns hat sie geschmeckt.

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Das Rezept, das ich irgendwo mal herausgeschnitten hatte, geht so:

Schokoladen-Pavlova mit Mango

Als Dessert für 8 Personen (keinesfalls weniger zubereiten, der Aufwand bleibt gleich gross!) nimmt man:

5 frische Eiweisse
1 Prise Salz
200 g Zucker
1 EL Kakaopulver
2 dl Crème fraîche
1 Mango, in Würfeln

Eiweisse mit Salz steif schlagen, die Hälfe des Zuckers beigeben, weiterschlagen bis die Masse glänzt. Restlichen Zucker beigeben, weiterschlagen bis der Eischnee feinporig, glänzend und sehr, sehr steif ist. Kakaopulver sorgfältig untermischen. Masse auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen (ca. 20 cm Durchmesser). Die Masse geht in alle Richtungen stark auf.

Backen ca. 20 Min. in der unteren Hälfte des auf 150 Grad vorgeheizten Ofens. Hitze auf 120 Grad reduzieren, Pavlova ca. 1 Std. 40 Min. trocknen lassen, im ausgeschalteten, geöffneten Ofen auskühlen.

Crème fraîche und Mango kurz vor dem Servieren darauf verteilen.

Unbedingt am gleichen Tag geniessen!!!

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Der Tausendfüssler in meiner Küche

Anfänglich hatte ich ja gedacht, ich würde gar keine Weihnachtsguezli backen. Weder dieses Jahr noch überhaupt jemals wieder in meinem Leben. Doch dann erinnerte ich mich, wie scheusslich gekaufte Weihnachtsguezli schmecken, wie gerne ich Chräbeli und Brunsli habe und wie sehr mein Umfeld meine Guezli immer geschätzt hatte.

Also stellte ich mich doch in die Küche, begann mit Zucker, Mehl, Eier und dergleichen zu werkeln und produzierte dreierlei Sorten Guezli. So entstanden Brunsli, Gewürzigeli und Chräbeli. Eine bescheidene Leistung im Vergleich zu früheren Jahren, wo ich in der Regel zehn Sorten buk, aber immerhin.

Hier vier mustergültige Füessli, stellvertretend für 504 weitere, die heute Morgen durch meine Küche marschiert sind.

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Mehr Chräbeli-Geschichten gibt es HIER.

Inszeniertes Essen

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Food-Fotografen viele Tricks anwenden, damit das Essen im richtigen Licht erscheint. Und das Geheimnis ist ebenso offen, dass durch diverse Hilfsmittel das Essen meist nicht mehr geniessbar ist.

In der Betty Bossi Zeitschrift vom Mai wurde ein Rezept vorgestellt, für einen “Bündnernuss Dänemark”. Mit etwas Fantasie kann man sich auch ohne das dazugehörige Rezept vorstellen, was da hinein gehören soll.

Ich stelle mir lieber nicht vor, woraus der fotografierte “Schlagrahm” bestehen könnte. Oder die zufällig am Beckelirand herunterlaufende Schoggi-Sosse. Aber eines weiss ich gewiss: Ich würde meinen Gästen, wäre ich denn gewillt, ihnen diese nahezu 1’000 Kalorien schwere kulinarische Bombe vorzusetzen, sicher nicht ein derartiges Puff servieren.

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Sieht ja aus, wie wenn eine Bombe in diese Kalorienbombe eingeschlagen hätte!

Seltsames Gefühl

Ich habe heute erstmals seit dem Tag X einen Kuchen gebacken.

Es fühlte sich komisch an, als niemand bereit stand, die Teigschüssel auszuschlecken.

Wieder so etwas in meinem neuen Leben, an das ich mich zuerst gewöhnen muss.

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Schräges Gebäck in ordentlichen Streifen

Esswaren haben mitunter schräge, nicht nachvollziehbare Namen. Häufig denkt man sich nicht viel dabei, dass nun halt ein Mailänderli ein Mailänderli ist. Oder den politisch unkorrekten Mohrenkopf findet man trotz allem gut. Auch das Ochsenäugli löst keinen Brechreiz aus. Selbst Wespennester und Bienenstiche, so sie denn kulinarischer Natur sind, werden anstandslos toleriert.

Man denkt sich nicht viel dabei…
… bis man bei besonderen Anlässen besondere Präsente überreicht erhält (siehe diesen Blog-Beitrag).

Und inspiriert von jener Erfahrung hat sich Frau Flohnmobil heute mal wieder mit dem Mixer bewaffnet und gebacken. Herausgekommen ist:

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Das Rezept:

125 g Butter
250 g Zucker
1 Päckli Vanillezucker
4 Eier
500 g Mehl
200 g ganze Haselnüsse

Butter, Zucker und Eier schaumig rühren, mit den restlichen Zutaten zu einem festen Teig kneten und kühl stellen. Auf Mehl 1 cm auswallen und Stengeli schneiden. Mit Eigelb bestreichen. Backen bei 180° während 15 bis 20 Minuten.

So habe ich also die Flucht nach vorne ergriffen und selber Totenbeinli gebacken. Einerseits, weil ich das knusprige Gebäck mag, andererseits, weil sie mir heute Abend so vorzüglich als Mitbringsel dienen werden.

Denn: ICH darf das.

Das Frustgebäck

Wer hier schon länger mitliest, weiss: Dieser Blog hat auch eine kulinarische Seite. Und wer hier schon länger mitliest, merkt spätestens seit dem letzten Satz: In diesem Blog wurde schon lange nicht mehr gekocht oder gebacken.

Das mit dem Kochen und Backen im Allgemeinen und mit dem Essen im Besonderen ist ein schwieriges Thema geworden im Hause Flohnmobil. Die kulinarischen Vorlieben meines Mannes erkenne ich in den letzten Monaten kaum wieder, ganz abgesehen davon, dass er nur noch Mini-Portiönchen “verzehrt”. Dennoch flackert in mir ab und zu die alte Leidenschaft auf, denn wie gerne würde ich wieder regelmässig fantasievolle, originelle und mitunter auch aufwändige Gerichte auf den Tisch bringen. Und schliesslich muss ich ja auch noch etwas essen.

Meine Küche ist nicht mehr besonders raffiniert. Noch einfältiger als die drei Hauptmahlzeiten kommt bei uns nur noch die Kategorie Süsses daher. Hatte ich früher in der Regel mindestens zwei Kuchen pro Woche gebacken, weiss ich schon bald nicht mehr, wie so etwas geht und kaufe mir stattdessen ab und zu etwas Süsses. Mein Bedarf an E-Stoffen und weiteren undefinierbaren Hilfsmitteln ist allerdings bereits wieder bis auf unbestimmte Zeit gedeckt.

Und drum habe ich heute aus lauter Frust wieder einmal gebacken. Aus Frust über den Verlust meines bisherigen Lebens. Aus Frust über unsere beschissene Situation, die uns zu Einsiedlern werden lässt. Aus Wut und Verzweiflung vor der Ungewissheit, die auf uns wartet.

Und letztlich auch, weil ich Hefegugelhopf mag. Da ich ihn ohnehin praktisch alleine essen muss, habe ich zwölf kleine Gugelhöpfli gemacht, von denen ich den grössten Teil einfrieren werde. Und da ich keine Mini-Gugelhopf-Formen habe, kamen meine Silikon-Förmli wieder mal zum Einsatz. Ob etwas draus geworden ist, oder ob ich mir mit der Frust-Backerei grad den nächsten Frust aufgeladen habe, weiss ich derzeit noch nicht.

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Opfer meiner Selbst

Wenn wir Gäste zum Essen haben, scheue ich beinahe keinen Aufwand. Solange es um die Küche geht. Mit exorbitanten Tischdekorationen und dergleichen habe ich es bekanntlich nicht so. Ich koche gerne und ich koche – für einmal sämtliche Bescheidenheit ablegend – auch gut. Jedenfalls meistens.

Unsere Gäste wissen das. Und sie kommen wohl mittlerweile mit einer gewissen Erwartungshaltung ins Hause Flohnmobil. Fertiggerichte gibt es bei mir nicht. Doch wo ist die Grenze? Gelten Pommes Chips zum Apéro als Fertiggericht? Soll ich Marzipan selber machen?

Obschon ich beispielsweise mein Brot so gut wie immer selber backe, kaufe ich, wenn ich welches brauche, Toastbrot. Ausnahmslos. Obschon ich Rezepte hätte für Senffrüchte, kaufe ich sie. Gleiches gilt für Senf. Oder Mayonnaise.

Immer wieder ertappen mich meine Gäste, wie ich mir gewisse Errungenschaften der Food Industrie zu Nutze mache. “Hast du das Pistazien-Glacé selber gemacht?” hörte ich letzthin erwartungsvoll. Nein, ich leiste mir den Luxus von Mövenpick-Glacé. Und sämtliche Arten von Teigwaren finde ich in so grosser Auswahl im Laden, dass ich meine Anstrengungen zu Hause auf Aspekte des Kochens und Backens richte, wo ich mehr brillieren kann. Zum Beispiel auf raffinierte Saucen. Oder Kombinationen, die in keinem Fertig-Menu anzutreffen sind.

Die Frage nach “sälber gmacht?” muss ich wohl in Kauf nehmen. Bin ich nun zum Opfer meiner Selbst* geworden?

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*Und schreibt man Selbst nun gross oder klein? Oder sollte es meines Selbst heissen? Dann müsste ich den Titel dieses Beitrags ändern.

Eine weitere Bloggerin greift nach den Sternen

Die Brunsli in meinem letzten Beitrag müssen dermassen gluschtig ausgesehen haben, dass mich Frau Körb auf den Knien bittend ums Rezept angefragt hat. Vielleicht möchte sonst noch jemand nachbacken? Wie auch immer, hier das Rezept:

Brunsli

200 g Puderzucker
3 Eiweiss, steif geschlagen
80 g Kakao
500 g Mandeln, gemahlen
3 Esslöffel Kirschwasser

Alle Zutaten gut miteinander vermischen. Den Teig auf Zucker 1 cm dick ausrollen. Das Ausstechförmchen vor jedem Ausstechen in Zucker tauchen (ergibt das schöne Rändchen). Auf einem mit Backpapier belegten Blech 5 bis 6 Stunden trocknen lassen.

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Im gut vorgeheizten Ofen (220 Grad) 5 Minuten backen. Dabei die Backofentüre einen Spalt breit offen lassen.

Richtig gut gelungene Brunsli sind innen noch leicht feucht.

Wer auch immer sich an dieses einfache, altbewährte Rezept wagt, um ein Feedback wird gebeten!

Sternstunden einer Bloggerin

Alle Jahre wieder.

Und alle Jahre wieder gut.

Sechs Sorten sind gebacken, eingebüchst.

Und werden wohl nicht lange überleben.

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Brunsli – der Guezli-Klassiker schlechthin.

 

 

Neuer Rekord.

So kurz vor Weihnacht habe ich die Guezli noch nie gebacken.

Frischer geht’s nimmer.

Verkehrt gebacken

Den Begriff “Tarte Tatin” verband ich bis anhin immer mit etwas Süssem. Der Klassiker wird mit Äpfeln zubereitet, eine Tatin schmeckt aber auch mit Aprikosen, Quitten oder Melone. Und wie ich seit gestern weiss: auch mit Birnen, Speck und Salbei. Wow, war das gut! Mein innig geliebter Mitbewohner und ich haben die ganze Tarte auf einmal weggeputzt.

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Das Rezept ist bubeinfach. Und ist mir von einem lieben Freund empfohlen worden, dessen Partnerin es wiederum aus der Zeitschrift “Le Menu” hat.

40 g Zucker und 25 g Butter in einem runden Kuchenblech caramelisieren. Das geht am effizientesten auf der grössten Herdplatte.

1 Esslöffel fein geschnittene Salbeiblättchen darüber verteilen. Ich mag Salbei sehr und würde das nächste Mal die doppelte Menge nehmen.

6 kleine Birnen schälen, halbieren (in meinem Fall 3 Grosse vierteln), Kerngehäuse ausstechen.

12 Tranchen Rohessspeck aufrollen, in die Vertiefungen der Birnen geben, Birnen mit der Rundung nach oben aufs Blech.

Einen rund ausgewallten Blätterteig darüberlegen, Rand zwischen Blech und Birnen nach unten drücken.

30 bis 35 Minuten bei 200 Grad backen. Herausnehmen. 5 Minuten ruhen lassen, dann vorsichtig aber rassig auf eine Platte stürzen, denn es bildet sich je nach Birne mehr oder weniger viel Saft.

Mit Salz und Pfeffer würzen, sofort servieren.

Es ist nicht ganz einfach, dieses Gericht kulinarisch richtig einzuordnen. Es ist ziemlich süss, aber als Dessert würde ich es dennoch nicht servieren. Die Birnen werden wunderbar weich, der Teig dagegen nach dem Stürzen in der Mitte recht schnell durchsabbert.

Wie auch immer, uns hat es geschmeckt. Wir haben es zusammen mit einem grünen Salat als Nachtessen verputzt. Und meine Fantasie geht mal wieder mit mir durch. Tarte Tatin müsste man doch bestimmt auch mit Kürbis machen können. Oder Sellerie. Und mit Fenchelsamen, Rosmarin oder Thymian würzen. Du meine Güte, da schlummert noch viel kulinarisches Entdeckungs-Potential.

Habt ihr auch schon mal eine unklassische Tarte Tatin aus dem Ofen geholt? Erzählt!