Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Weihnachts-Bäckerei

Der Tausendfüssler in meiner Küche

Anfänglich hatte ich ja gedacht, ich würde gar keine Weihnachtsguezli backen. Weder dieses Jahr noch überhaupt jemals wieder in meinem Leben. Doch dann erinnerte ich mich, wie scheusslich gekaufte Weihnachtsguezli schmecken, wie gerne ich Chräbeli und Brunsli habe und wie sehr mein Umfeld meine Guezli immer geschätzt hatte.

Also stellte ich mich doch in die Küche, begann mit Zucker, Mehl, Eier und dergleichen zu werkeln und produzierte dreierlei Sorten Guezli. So entstanden Brunsli, Gewürzigeli und Chräbeli. Eine bescheidene Leistung im Vergleich zu früheren Jahren, wo ich in der Regel zehn Sorten buk, aber immerhin.

Hier vier mustergültige Füessli, stellvertretend für 504 weitere, die heute Morgen durch meine Küche marschiert sind.

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Mehr Chräbeli-Geschichten gibt es HIER.

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Sternstunden einer Bloggerin

Alle Jahre wieder.

Und alle Jahre wieder gut.

Sechs Sorten sind gebacken, eingebüchst.

Und werden wohl nicht lange überleben.

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Brunsli – der Guezli-Klassiker schlechthin.

 

 

Neuer Rekord.

So kurz vor Weihnacht habe ich die Guezli noch nie gebacken.

Frischer geht’s nimmer.

Der Guezli-Reigen

Es war mehr aus einer kulinarisch-terminlichen Not heraus passiert. Und es war kläglich gescheitert. Seither weiss ich, weshalb ich mir Jahr für Jahr die Mühe mache, Weihnachts-Guezli selber zu backen. Die Mischung von der Migros war nämlich so etwas von ungeniessbar!

Darf ich vorstellen: Meine Backwerke, Ausgabe 2015:

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Im Uhrzeigersinn, oben angefangen:

Brunsli: fehlt bei mir kein Jahr, fällt umso besser aus, weil ich einen extra Schuss Kirsch hineingebe.

Orangenleckerli: Geschmacklich ausgezeichnet, wollten aber trotz allen Zuredens nicht vom Blechpapier kommen, selbst nach einem zweiten Backvorgang nicht.

Mandel-Makrönli: Ein neuer Versuch, mich mit dem Spritzsack anzufreunden. Gelungen, dank dem “Profi-Spritzsack”, den ich bei Aldi erstanden hatte.

Mailänderli: Der Klassiker schlechthin fehlt auch im Hause Flohnmobil nie.

Baumnuss-Sablé: Immer das erste Guezli, das ich backe. Schnell gemacht, fein und kein Auswall-Theater!

Chräbeli: Muss sein! Unvergleichlicher Anis-Geschmack. Man liebt sie oder man liebt sie nicht. Im Moment noch geeignet für Leute mit schlechten Zähnen.

Quitten-Pfaffehüetli: Eine neue Errungenschaft, bei der der Mitbewohner sein ganzes gestalterisches Talent ausspielen konnte.

Falsche Weihnachten

Es gibt traditionellerweise nicht eben viele Weihnachts-Traditionen, die im Hause Flohnmobil zelebriert werden. Eines muss aber jedes Jahr sein: Weihnachts-Guezli backen.

So stürzte ich mich kurz nach der Rückkehr aus unseren Skiferien in die Küche und begann zu werkeln. Diesmal nur sechs altbekannte, bewährte Sorten. Ich wollte mich für einmal nicht auf die (Tannen)Äste wagen. Wovon, einen Christbaum gibt es bei uns auch nicht.

Nicht alle Arbeiten beim Guezeln machen gleich viel Spass. So schweiften meine Gedanken öfters mal ab und landeten auf ganz seltsamen geistigen Anhöhen. Mein grösster Horror bei der Be- und Verarbeitung der Teige wäre weder dass ich zu wenig Zucker hätte, noch der Backofen plötzlich ausstiege (obschon, das wäre auch ein mittelprächtiges Desaster). Nein, wirklich schlimm würde ich finden, wenn plötzlich mein betagter Handmixer Jahrgang 1986 aussteigen würde. Zehn Minuten lang Butter schaumig rühren von Hand? Nein Danke! Auch schlimm: wenn die Batterie meiner supergenauen Digitalwaage schlapp machen würde.

Keine der erdachten Katastrophen hat sich in meiner Küche eingefunden. Am Ende eines arbeitsamen Wochenendes waren sechs verschiedene Sorten Guezli fertig. Und alle haben sie schon den Geschmackstest bestanden.

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Ganz ohne Pannen ist die Guezli-Bäckerei aber doch nicht abgegangen, wie das Bild beweist. Wer zuerst herausfindet, was falsch gelaufen ist, wird zu mir nach Hause zu Kaffee und Weihnachts-Guezli eingeladen.

Wer den Fehler nicht findet, dem wünsche ich trotzdem schöne Weihnachten.

Anatomie eines Weihnachts-Guezlis

Sieht man sie so liegen, so unschuldig und unbefleckt auf dem Blech, fragt man sich mit Fug und Recht:

Was ist an einem Weihnachtsguezli eigentlich hinten und vorne?
Habe ich sie richtig auf dem Blech angeordnet?
Ist es ihnen wohl hier bei mir?

Ich meine – immerhin – sie werden ja ganz ordentlich gebauchpinselt. Ich hoffe bloss, auf der richtigen Seite, sonst…

Von der Wolke herab

Am vergangenen Wochenende bin ich zeitweilig fast verschwunden zwischen Wolken aus Mehl und Puderzucker, Bergen aus dreckigem Geschirr und Guezlibüchsen, Kompostierbarem wie Orangenschalen, Eier und Zitronen, Schlagkräftigem wie dem Wallholz oder Rezeptbuch.

Diverse Abwaschgänge später ist die logistische Höchstleistung vollbracht. Na fast jedenfalls. Die Chräbeli harren noch ihrer Vollendung. Ansonsten sind zehn Sorten Weihnachtsguezli eingebüchst. Altbewährte genauso wie ein paar Neuausprobierte.

Falls übrigens die seinerzeitige Prophezeiung meiner Mutter, roher Teig zu essen sei ungesund, wirklich zutreffen würde, hätte ich diesen Blogbeitrag von einer Wolke herab veröffentlichen müssen.

Mmmh, Mailänderliteig! Roh genauso gut wie als fertiges Guezli.

Verkleidete Italiener

Weihnachtsgebäck, so hat meine Freundin Pfeuti schon immer steif und fest behauptet, schmecke auch unter dem Jahr gut. Und sie könne es nicht verstehen, dass im Sommer kein Mensch Mailänderli, Chräbeli oder Zimtsterne backe.

Recht hat sie. Damit nämlich, dass es auch mir, obschon ich sonst ständig am Backen bin, ausserhalb der Weihnachtszeit nie in den Sinn kommen würde, Guezli zu backen.

Vor kurzem aber erreichte mich ein kleines, neckisches Päckchen. Inhalt: zwei Hasenförmchen. Der Trostpreis für einen Wettbewerb. Eigentlich hätte ich ja lieber das Notebook gewonnen, aber damit war wohl nichts. Zum Hasenförmchen selbstverständlich das passende Guezli-Rezept, denn nicht umsonst waren es die Leute von http://www.butter.ch, die den Wettbewerb ausgeschrieben hatten.

Mittlerweile muss ich Pfeuti voll und ganz Recht geben. Weihnachtsguezli – stilgerecht als Hasen getarnt – schmecken auch an Ostern. Und bestimmt an Pfingsten und am 1. August ebenso. Und bei dem Osterwetter könnte man ja auch gänzlich ohne fremde Hilfe auf die Idee kommen, Weihnachtsguezli zu backen.

Was ich noch sagen wollte: Trotz allem schöne Ostern!

Saisonschluss

Es war lange Zeit offen, wer das Rennen machen würde. Gut, einige der Favoriten schieden auf halber Strecke schon aus. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie Opfer ihres eigenen Erfolgs wurden.

Die verbliebenen Mitstreiter lieferten sich ein erbittertes Kopf-an-Kopf-Rennen. Selbst auf der Zielgeraden war noch alles offen. Der Gigolo aus Mailand wollte schon zu unlauteren Massnahmen greifen, als er merkte, dass ihm sein dunkelhäutiger Kontrahent in einem Anflug von sprödem Charme den Vortritt liess. Doch die Beiden hatten nicht mit ihrem dritten Kontrahenten gerechnet. Dieser machte seinem Namen, der frei interpretiert „Kratzbürste“ bedeutet, alle Ehre.

Dennoch, man muss von einem Zufallssieger reden. Doch letztlich konnte sein geringer Zeitaufschub auch ihn nicht vor seiner finalen Bestimmung retten.

Die Dose mit den Weihnachts-Guezli ist leer gefressen. Wo sind die Osterhasen?

Gedanken einer Herzdame

„Den Letzten beissen die Hunde“ sagt man landläufig und oftmals salopp. Ich weiss nicht, welche Berühmtheit diesen Spruch zum Leben erweckt hat, aber er ist mir in den Sinn gekommen, als ich Guezli ausgestochen habe.

Denn irgendwann sind die Teigreste aufgebraucht, selbst mit dem kleinsten Förmli kann frau kein weiteres Guezli mehr ausstechen. Und nun? Aufessen? Dann würde wohl der obige Spruch von einem Bäcker mit Haustier stammen. Einfach ein Rugeli daraus machen und klammheimlich zu den perfekt ausgestochenen Herzli, Möndli und Sternli aufs Blech legen? Sicher nicht die schlechteste aller Möglichkeiten. Den vorigen Teig einfach irgendwie in ein Förmli wursteln und plattdrücken so gut es geht? Das war meine Variante.

Wer findet das letzte Guezli?

…und bitte keine unflätigen Sprüche über meine Unfähigkeit und mangelnde Geduld zum Guezli glasieren!

Ich will auch schöne Füsschen!

Schon wieder ist in diesem Blog von Füssen die Rede. Aber keine Angst, diesmal geht’s weder um kalte noch um nasse Füsse. Es geht um essbare Füsse.

Schweinsfüsse? Wer isst den sowas! Hühnerkrallen? Danke, hab grad keinen Bedarf, eine Suppe zu kochen! Hasenpfoten vielleicht oder Pferdefüsse? Völlig daneben, es geht um perfekte Chräbeli. Und perfekte Chräbeli brauchen schöne Füessli. Über Jahre hinweg hatten meine Chräbeli zwar Füessli, aber keine schön gleichmässigen. Es waren eher Klumpfüsse. Sie schmeckten zwar trotzdem, aber da blieb immer dieser Klecks im Reinheft.

Nachdem auch die Weihnachtsbäckerei 2010 keine schönen Füessli hervorbrachte (es ist wirklich zum davonlaufen!!!) machte ich mich auf die Suche nach einem narrensicheren Rezept. Und so kam es, dass es im Hause Flohnmobil – in dem ausser Guezli backen kaum Weihnachtsriten zelebriert werden – im Januar nochmals nach Weihnachtsbäckerei duftete.

Dies allerdings beanspruchte mein Time Management aufs Äusserste. Denn nach dem Rezept, das ich bedingungslos weiterempfehlen kann, dürfen die Chräbeli nur 8 bis 10 Stunden trocknen. Was daran schlimm sein soll? Nun, entweder muss ich mit verschlafenen Augen Rugeli drehen, 4 cm abschneiden, dreimal einschneiden und mit einem sanften Bögli aufs Blech legen und die Chräbeli dann am Abend backen…

… oder hellwach Rugeli drehen, dreimal einschneiden und mit einem sanften Bögli aufs Blech legen und die Chräbeli dann in zu unchristlich früher Morgenstunde backen…

Ich kann euch verraten: Früh aufstehen hat sich gelohnt. Die Chräbeli sind sowas von perfekt geworden. Beinahe zu schön, um sie zu essen.