Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Aussicht

Durch die Olivenbäume am Lago di Lugano

Es mutet noch immer seltsam an, bei Temperaturen knapp über Null das Haus in die stockfinstere Nacht hinaus zu verlassen und mehr oder weniger wach aufs Postauto zu warten. Doch einmal mehr hat sich der lange Weg ins Tessin gelohnt. Der blaue Himmel jedoch täuscht. Am Bahnhof Lugano empfing uns ein derart giftiger Nordföhn, dass jeder unserer siebenköpfigen Gruppe subito etwas über die Löffel zog.

DSC08671

Dann ging es über die Treppenstufen runter in die Stadt, die kurz vor 10.00 Uhr noch im Sonntagsschlaf zu stecken schien.

DSC08673

Dieser Fischer dagegen war schon fleissig.

DSC08675

Und wir natürlich auch.

DSC08678

Ich musste zweimal schauen, ob das zwei einzelne oder ein Zwillings-Velo waren.

DSC08680

Start zum Olivenweg.

DSC08681

Die zarten Wedel des Pampa-Grases haben mir schon immer gefallen.

DSC08685

Auch solche Schönheiten am Wegesrand, wie dieses Granat-Öpfeli ziehen meine Blicke magisch an.

DSC08686

Und dann diese Landschaft erst!

DSC08688

DSC08689

Höchst interessante Gesteinsschichtungen am Weg nach Gandria.

DSC08692

Gandria ist ziemlich ausgestorben. Viele der Restaurants machen erst an Ostern wieder auf.

DSC08695

Wenig Betrieb auch auf dem Kursschiff.

DSC08699

Wir machten Mittagshalt an einem windgeschützten Ort mitten in den Olivenbäumen. Ich hatte nicht gewusst, dass in unserem Land überhaupt Olivenbäume wachsen. Allerdings bin ich mir von unseren Reisen den Anblick wesentlich grösserer Exemplare gewöhnt.

DSC08696

Das Kraut der Osterglocken ist schon ziemlich weit. Offenbar findet im Tessin Ostern an Weihnachten statt.

DSC08697

DSC08698

Ich konnte mich am Panorama kaum satt sehen. Man beachte die Schaumkrönchen auf dem See.

DSC08700

Den Campanile von Gandria hat nicht der Wind schief geblasen. Das ist mein Augenmass…

DSC08702

DSC08707

Wir verlassen den Sentiero dell’Olivo. Es geht obsi Richtung Monte Bré.

DSC08708

Der Monte Bré ist heute nicht unser Ziel, sondern ein genial angelegter Weg, der uns nach Ruvigilana führt.

DSC08711

DSC08712

DSC07972

DSC08717

Vom Aussichtspunkt San Michele aus ist dieses Lugano keine Augenweide.

DSC08720

Der markierte Wanderweg führt – wahrscheinlich nicht immer zur Freude der Anwohner – mitten durchs Wohnquartier.

DSC08724

Unten am See flaniert viel und viel dickes und viel dick eingemümmeltes Volk. Sooo kalt ist es zwar auch wieder nicht, aber wenn man im Tessin schon mal seine Winterwäsche brauchen kann…

Auch die Pedalos sind auf Winterbetrieb eingestellt.

DSC08726

Baum im Baum in Parco Civico.

DSC08725

Das war’s. Eine schöne, eher gemütliche Wanderung, etwa vier Stunden. Unter einem Himmel, dem man keine Wolke abgewinnen konnte.

Beim Bahnhof Lugano nervten uns die Kellner im Ristorante Ana Capri, die trotz halbleerem Restaurant keinen Tisch für uns freigeben wollten, an dem wir alle zusammen hätten sitzen können. Soviel zur Schweizer Gastfreundschaft. Im Bahnhofbuffet kamen wir dann immerhin noch zu einem Kaffee, auch wenn man sich Gemütlicheres vorstellen könnte, als direkt neben dem Eingang zu Siebt an zwei runden Bistro-Tischchen zu kleben.

Von solchen Intermezzos lasse ich mir jedenfalls den Spass nicht vertreiben, und ich glaube, es ging dem Rest der Gruppe genauso. Es war nämlich einmal mehr ein toller Wandertag.

Danke Beat!

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Advertisements

Fast zu schön

Es schrammte haarscharf am Kitsch vorbei, was sich die Natur heute wieder hatte für uns einfallen lassen. Föhnig, mild, die verschneiten Berge zum Greifen nah und gestochen scharf. Zwar hatte ich auf dem Nachmittags-Spaziergang den idealen Zeitpunkt fürs Fotografieren verpasst, dennoch:

DSC08646

Wie dankbar bin ich doch, hier zu leben.

Meine Schweiz. Mein sicherer Hafen. Meine Heimat.

Auf der grössten Pyramide der Welt

Ist der 2’362 m hohe Niesen tatsächlich die grösste Pyramide der Welt, wie uns der Slogan an der Bergbahn glauben machen will? Könnte durchaus sein, schliesslich liegt der Thunersee zu Füssen der Felspyramide gerade mal auf 558 m. Rechne! Die alten Ägypter haben da jedenfalls keine Chance.

Eitel Sonnenschein bereits an der Talstation der Niesenbahn. Unser sechsköpfiges Grüppchen musste eine Bahn lang warten, bevor wir uns mit der nostalgisch anmutenden Standseilbahn bis zur Mittelstation befördern lassen konnten.

Die über hundertjährige Niesenbahn kann mit einigen Superlativen aufwarten.

DSC08271

Ihr grösster Trumpf ist jedoch die bombastische Aussicht, die wir schon im steilen Aufstieg geniessen konnten.

DSC08272

Es brauchte einiges an menschlichem Wirken, um hier einen sicheren Wanderweg entstehen zu lassen.

DSC08275

DSC08277

DSC08278

Die obere Sektion der Niesenbahn.

DSC08281

Ein Gruss an die Ostsee.

DSC08283

Ist das nicht der Wahnsinn, diese Aussicht?!? Dabei sind wir noch nicht mal ganz oben.

DSC08295

Ein letzter Blumengruss kurz unter der Bergstation.

DSC08297

Das Panorama von der Gipfelplattform aus ist überwältigend. Hier Richtung Thun und Mittelland.

DSC08300

Einmal nach links gedreht erscheint das Simmental.

DSC08301

Auf der anderen Seite das Kandertal mit den markanten Flanken des Balmhorns und Altels, links davon Doldenhorn und Blüemlisalp-Gruppe.

DSC08302

Und zu guter Letzt unser berühmtes Dreigestirn mit Eiger, Mönch und Jungfrau.

DSC08304

Dieses verstreute Dorf in der Bildmitte, das muss Aeschi sein. Mein angeheirateter Heimatort. Mit meinem Mann zusammen habe ich es nie geschafft, dorthin zu gehen.

DSC08296

Die Terrasse beim Berghaus ist rege besucht, aber nicht proppenvoll. Trotz leichtem Wind hält man es draussen gut aus. Schliesslich ist es jetzt Herbst und der versierte Wanderer bringt geeignete Kleidung mit auf den Berg.

DSC08307

Im Abstieg hat es plötzlich mehr Leute. Aber die meisten drehen wohl bald wieder um.

DSC08310

Wir waren schon bald wieder praktisch alleine unterwegs auf dem guten Pfad. Immer wieder diese sensationelle Aussicht und den ganzen Tag Sonne. Diese Wanderung war Balsam für die Seele.

Vielen Dank fürs Organisieren, Beat.

DSC08313

Weitere Infos und Bilder zu diesem gelungenen Wandertag gibt es hier.

 

Der Anti-Hunger-Hoger

Auch wenn einem dieser Endlos-Sommer schon längst suspekt ist, so spricht doch nichts dagegen, seine positiven Aspekte zu geniessen. Wenn er ja schon mal da ist.

Unser Genuss führte uns in die Zentralschweiz, auf die Königin der Berge. Ich wüsste grad keine namhafte Erhebung in diesem Lande, die von so vielen Seiten her erschlossen ist wie die Rigi. Der Lage dieses Aussichtsbergs der Sonderklasse ist es wohl zuzuschreiben, dass 1871 die erste Bergbahn Europas dort hinauf gebaut wurde.

Zu viert genossen wir einen prächtigen Wandertag mit viel Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen.

DSC01806

DSC01809

DSC01812

DSC01814

Zugegeben, mit dieser Idee waren wir nicht ganz alleine. Die gut erschlossene Rigi gehört ins Programm vieler ausländischer Reisegruppen, allen voran Japaner.

DSC01818

Verkehrsknotenpunkt auf Rigi-Staffel.

DSC01820

DSC01821

DSC01822

Unsere Wanderung führte von der Rigi-Scheidegg nach Kaltbad, Chänzeli, Rigi-Staffel nach Chlösterli.

Ich war seit Jahren nicht mehr auf der Rigi. Gestaunt habe ich nicht nur ab der Fülle von Wanderwegen, sondern auch ab der vielen Einkehr-Möglichkeiten. Nein, Durst und Hunger braucht auf diesem Hoger niemand zu leiden.

DSC01825

Mehr Infos zur Rigi gibt’s hier.

Auf dem Weg der tausend Blumen

Ich bin euch noch schuldig, wo ich das horizonterweiternde Bild vom gestrigen Beitrag geschossen habe. Kenner wie Werner haben das breite Tal sicher erkannt. Allen anderen sei geflüstert: Es ist das Wallis.

DSC01584

DSC01585

DSC01587

Unsere prächtige Panorama-Wanderung führte uns auf dem Sentier botanique Mille Fleurs bei Ovronnaz auf den äussersten Punkt, den Grand Garde, von dem aus wir nahezu 2’000 Meter tiefer ins breite Tal der Rhone blicken konnten.

DSC01586

Die Blumenvielfalt war trotz fortgeschrittenem Sommer immens und immens beeindruckend. Beinahe noch beeindruckender waren all die stattlichen und zum Teil uralten Lärchen. Genauso wie die Lärchenleichen, die uns fast auf dem ganzen Weg begleiteten. Bzw. wir an ihnen vorbei wanderten, um bei der Wahrheit zu bleiben.

DSC01590

DSC01595

Wahrlich ein gelungener Einstieg, um endlich mal im Wallis auf Wanderschaft zu gehen.

Eine Horizont-Erweiterung

 

… hat meines Wissens noch nie jemandem geschadet.

 

DSC01588

Panor-AAAAH-ma!

Der Anblick morgens aus dem Hotelfenster hätte mich beinahe umgeworfen. An dem Spruch “Morgenstund hat Gold im Mund” ist definitiv etwas dran.

DSC00071

Während wir gemütlich losmarschieren, hatte ich ausgiebig Gelegenheit, die Engstlenalp zu bewundern. Gestern war mir im strömenden Regen der Sinn nicht so danach gestanden.

DSC00075

Auch war schon fast der ganze Aufstieg unseres Wegs in die Planplatten sichtbar. Ortskundigen Lesern wird nun auffallen, dass wir ein etwas halbstündiges Wegstück den gleichen Weg zurück gehen mussten, wie wir gestern gekommen waren. Bei diesem Wetter wahrlich kein Müssen.

DSC00073

Und nochmals hatten wir ausgiebig Gelegenheit, die Obwaldner Kühe zu bewundern. So viele Kühe und Rinder wie in den letzten drei Tagen haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Es müssen weit über Tausend gewesen sein. Gerüchten zufolge sollen die Rindviecher hier schöner sein als die Einheimischen. Und noch mehr Subventionen erhalten.

DSC00082

DSC00080

Durch diese Flanke führt der gut angelegte Weg.

DSC00088

DSC00091

Die Nähe zum Tourismusgebiet Meiringen-Hasliberg mit seinen geöffneten Seilbahnanlagen war unverkennbar. Die Wanderer wurden zahlreicher. Ab Planplatten fädelten wir auf den Panoramaweg zur Käserstatt ein.

DSC00092

Die Blumen am Weg waren nicht mehr sehr zahlreich und bestenfalls noch dort als üppig zu bezeichnen, wo nie Kühe geweidet hatten.

DSC00093

Ab Käserstatt erlaubten wir uns den Luxus, mit der Gondelbahn runter zu fahren. Weiter ging es ein kurzes Stück mit dem vollen Postauto zum Brünigpass.

Wir waren drei Tage lang je etwa fünf Stunden gewandert. Hatten uns einmal mehr an unserem schönen Land erfreut, die frische Bergluft eingeatmet, die Aussicht bewundert, die kühleren Temperaturen genossen. Dieser Erinnerung würde eine Weile hinhalten müssen, denn seit unserer Rückkehr vor drei Tagen hocken wir nur noch im aussichtslosen Backofen.

Teil eins der Wanderung ist HIER nachzulesen. Und HIER Teil zwei.

Ein Wintertag in den Bergen

20150210_152406[1]

Ein solches Bild wollte ich schon länger mal veröffentlichen. An Möglichkeiten, sonniges Bergwetter zu fotografieren hätte es zwar nicht gefehlt, aber ich hatte irgendwie den Eindruck, dass ich euch ein ganz bestimmtes Panorama schuldig bin.

Denn dieses kam im Bild vom letzten Sommer definitiv zu kurz. Erkennt ihr etwas wieder?

Ein Sommertag in den Bergen

„Wo haben sie denn das Panorama hingetan, diese Bergler“, fragt sich der geneigte Betrachter.

Brigels/GR, 24. Juni 2014, 08.00 Uhr

 

Und stellt fest, dass es mit dem sonnigen, warmen Wetter in den Schweizer Bergen einstweilen vorbei ist.

Zur Erinnerung…

Eigentlich sollte und wollte ich schon lange mal meinen Gefrierschrank abtauen.

Aber die Wanderung gestern mit meiner Kollegin über den Pfannenstiel war doch auch ganz schön. Ohne Winterausrüstung und kalte Nasenspitze.

Da konnte auch der Saharastaub nichts dran ändern, der vor einigen Tagen daher geweht kam, die Landschaft mit einer Staubschicht eindeckte und auch vor der Bank, wo wir Mittagspause machten, keinen Halt machte. Was ist schon ein brauner Hosenboden gegen tolle Gespräche in einer solchen Umgebung?