Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Schreib doch mal wieder!

Nach einigen Tagen war es selbst meinem innig geliebten Mitbewohner aufgefallen. “Du hast schon lange nicht mehr gebloggt.” Diese Einsicht ist umso erstaunlicher, als der Mitbewohner relativ wenig von meinen bloggenden Aktivitäten hält.

Aus diversen Gründen ist mir etwas die Lust am Blog schreiben abhanden gekommen. Der Mitbewohner – seit jeher praktisch veranlagt – hielt auch hierzu eine Lösung parat. “Schreib halt nicht immer über mich. Schreib halt mal über den Frühling.”

Das finde ich grundsätzlich eine gute Idee. Deshalb:

Präsentation1

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Doppelt gemoppelt

Die Stimme am anderen Ende der Telefonleitung klang vertraut. Und weil sie so vertraut war, wusste ich sogleich: Sie klang nicht nur vertraut, sondern auch genervt. Diese Theorie bestätigte sich, als die vertraute Stimme nach dem Austausch der übrigen Begrüssungsfloskeln punktgenau zum Thema kam.

„Ich muss ein Mail schreiben und brauche einen Doppelpunkt! Kannst du mir sagen, wo ich den Doppelpunkt auf der Tastatur finde?“

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schauten uns grinsend an, bevor ich zur Gegenfrage ansetzte: „Wozu brauchst du denn überhaupt einen Doppelpunkt?“

Es folgte eine Erklärung, während der der Mitbewohner und ich uns immer grinsender ansahen, bis wir es schliesslich nicht mehr aushielten und losprusteten.

„Ja, lacht ihr nur! Ich suche schon seit zwanzig Minuten. Jetzt reicht es mir!“

Die Fragende wurde mit guten Ratschlägen und einigen Gegenfragen überschüttet, wie:

Wie gross soll der Doppelpunkt denn sein?
Welche Farbe hast du dir vorgestellt?
Wir könnten dir einen ausdrucken und per Post zustellen. Das dauerte allerdings zwei Tage.
Hast du schon versucht, einen zu zeichnen? Auszuschneiden? Zu fotografieren?

Schliesslich löste ich das Geheimnis auf und verriet, auf welcher Taste – wenn alles mit rechten Dingen zugeht – sich so ein Doppelpunkt verkriecht.

Und um die Genervte wieder etwas zu besänftigen, anerbot ich, das Mail, in dem es bei genauerer Betrachtung gar keinen Doppelpunkt brauchte, bei meinem nächsten Besuch zu schreiben.

Da war die Welt wieder in Ordnung. In doppelter Hinsicht.

Für meinen Mitbewohner und mich hat diese Episode noch lange für erheiternden Gesprächsstoff gesorgt. Und Doppelpunkte, so zeigt dieser Screenshot einer Google-Suche, gibt es offenbar zuhauf. Wenn man weiss, wo sie sind.

Jubilierend

Wie war das schon wieder vor vier Jahren? Mit zittrigen Fingern sass jemand am PC und kratzte allen Mut zusammen, um den OK-Knopf zu drücken. PAFF. Da war es also geschehen. Der erste Blog-Beitrag in die Welt gesetzt.

Die Frage, die bis heute nur zum kleinsten Teil beantwortet ist: Wer würde so etwas lesen? Wer interessierte sich für die Banalitäten einer Durchschnitts-Bürgerin?

Die Antwort darauf: Einige. Und einige davon seit dem ersten Tag. Dieser handvoll Leserinnen und Lesern und allen anderen, die in der Zwischenzeit dazugekommen sind (die Abtrünnigen kann ich auf diesem Weg leider nicht erreichen und deshalb wissen sie auch nicht, was sie verpasst haben), danke ich für ihre Treue.

Das Flohnmobil wird heute vier Jahre alt. Ganz schön alt für diese schnelllebige Zeit. Eine Zeit, in der ich schon viele Blogs habe aufgehen sehen, die aber über kurz oder lang wieder verschwunden sind bzw. vernachlässigt wurden. Einen Blog zu betreiben – auch wenn man nur jede Woche oder noch weniger schreibt – ist trotz allem ein Stück Arbeit. Kein hartes, denn es geschieht ja freiwillig, aber von nichts kommt auch in diesem Fall nichts.

Deshalb bin ich trotz allem etwas stolz, dass mein Blog heute den vierten Geburtstag feiert. Und dass dies der 1000. Beitrag ist, macht die Sache noch runder.

Wer’s nicht glaubt, soll nachzählen…

Was habe ich da wieder angerichtet!

Kochen und bloggen haben eines gemeinsam: Das Zubereiten dauert in aller Regel wesentlich länger als das Konsumieren.

Während die Einen ausschliesslich konsumieren, macht es den Anderen mehr Spass, produktiv zu sein. Als Köchin wie als Bloggerin komme ich durchaus in den Genuss fremder Kreationen. Heute allerdings ist die Reihe zum Kochen an mir. Und heute dauert das Zubereiten des Gästemenüs auf jeden Fall viel länger, als es brauchen wird, selbiges zu verspeisen. Auch wenn die erwarteten Gäste bekannter weise über ein sehr solides Sitzpolster verfügen.

Dem Bloggen wie dem Kochen geht immer eine gewisse Vorbereitungsphase voraus. Selten setze ich mich an den PC ohne nicht schon gewisse Vorstellungen des zu schreibenden Blogbeitrags zu haben. Selten allerdings auch die Fälle, wo ich nur schreibe, nicht aber auch in anderen Blogs lese.

Wie beim Kochen weiss ich auch beim Bloggen nicht immer so genau, was dabei herauskommt, wie euch mein Menü schmeckt. Beiträge, die ich selber als besonders gelungen einstufe, lösen kein Echo aus, während unter Umständen ein einziges Bild mehrere Kommentare hervorbringt.

Bei aller Liebe zum Kochen, wenn ich nur für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich koche, veranstalte ich nicht so einen grossen Aufwand (es „Gköch“, wie das bei uns heisst). Da gibt es meist keine Vorspeise, und wenn, so besteht sie nicht aus drei verschiedenen Panna Cottas.

Und einen gewichtigen Vorteil hat bloggen gegenüber kochen auf jeden Fall: Bloggen hat keine Kalorien.

Dieser Blog ist im Verlauf des Samstag Nachmittags entstanden. Zur Veröffentlichung geplant habe ich ihn erst Stunden später. Feind liest mit! Welche Köchin gibt den Gästen schon im Voraus preis, was auf den Teller kommt. Ich jedenfalls nicht!

Im Gänsemarsch durch die Blog-Welt

Es geht wieder um. Das Schreckgespenst. Einst waren es Blog-Awards, die weitergereicht wurden – und ich fresse einen Besen samt Putzfrau, dass wieder mal so eine Welle kommen wird – nun ist es ein Frage-Antwort-Spiel. Eigentlich nur eine digitale Version des vermaledeiten Kettenbriefs. Ich habe mir gut überlegt, ob ich das Stöckchen, das mir die Seifenfrau aus dem Frankenland zugeworfen hat, artig auffangen oder ob ich aus ihm Kleinholz machen soll. Nun, ich habe mich für die 1. Variante entschieden. Schliesslich schadet es nichts, wenn man mal wieder über sein Tun und Lassen etwas gründlicher nachdenkt.

Drum nun also meine Antworten auf die Fragen, die offenbar die Blogger-Welt so brennend interessieren.

Bloggerinnen-Typ
Mit Herz und Seele dabei. Bei jeder Gelegenheit im Geiste neue Texte ausheckend. Mitunter fast zwangshaft. Kaum vom PC wegzubringen, bis ein Blog im Kasten ist. Latent schlechte Laune, wenn die Zeit zum Bloggen nicht reicht.

Gerätschaften digital
Ein Notebook, ein Desktop-Computer, beide unter der Fenster-Flagge segelnd.
Europaweit gültiger Surfstick mit vernünftigem Tarif, damit ich auch ganz sicher immer und überall ins Netz komme.
Ein Handy, das wenig mehr ausser telefonieren kann.
Eine Digicam, die mich auf fast jedem Ausflug begleitet.

Gerätschaften analog
Kugelschreiber, Fresszettel, Duden Band 1 bis 12.

Arbeitsweise
Nach Lust und Laune. Zu keiner vorgegebenen Tageszeit. Am liebsten und ergiebigsten, wenn ich alleine zu Hause bin. Mitunter etwas chaotisch. Der Beitrag, den ich schreibe, kann sich im Verlauf des Textes um 100 % wenden, die Pointe entsteht häufig erst gegen Ende oder wenn ich in meinem Bildarchiv ein Foto am Suchen bin.

Wie sammelst du deine Blog-Ideen?
Überall und ständig. Manchmal reicht eine Bemerkung meines innig geliebten Mitbewohners oder ein aufgeschnappter Satz im Zug, manchmal der Blick in ein altes Reisetagebuch oder Fotoalbum. Wenn ich ein Thema nicht sofort verbloggen kann oder finde, der Augenblick für eine Veröffentlichung sei unpassend, mache ich mir Notizen auf einem Fresszettel oder in einem kleinen Notizbuch.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/Internet?
Wenn die Zeit zu einem gediegenen Blog-Beitrag nicht reicht, stelle ich manchmal ein witziges Bild ein. Ich versuche, mir keine grauen Haare wachsen zu lassen, wenn das Flohnmobil mal ein, zwei Tage ohne mich unterwegs ist.

Benutzt du eine To-Do-List-App?
Ja was ist das denn für eine Frage? Sehe ich denn so aus, als ob ich mein Leben von Apps bestimmen lassen würde!

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Nicht leben kannst oder nicht leben willst? Aus meiner Optik als Frau und Köchin finde ich es schon ganz nett, nicht täglich anschüren zu müssen, bevor ich einen Kaffee trinken kann. Auch die Vorzüge eines Kühlschranks möchte ich nicht missen, genauso wenig die der Waschmaschine oder des Staubsaugers. Und ein eigenes Auto vor der Haustüre ist auch ganz nett.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Ja sicher gibt es das. Doch da kommen dann wieder andere daher, die es noch besser können.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Meist gar nichts. Vielleicht plärrt der Radio. Aber ich brauche eigentlich keine Dauer-Beschallung.

Wie ist dein Schlafrhythmus?
Wenn diese Frage darauf hinauslaufen soll, ob ich meine Blogs frühmorgens oder erst nach Sonnenuntergang schreibe, muss ich stinklangweilig einräumen: Die Blogs werden meist bei Tageslicht verfasst. Im Vergleich zu den „Anderen“ bin ich sicher keine Frühaufsteherin.

Eher extrovertiert oder introvertiert?
Im Freundeskreis durchaus extrovertiert, kann ich in grösseren, mir wenig bekannten Menschenansammlungen zur reinen Zuhörerin mutieren.

Wer sollte diese Fragen noch beantworten?
Eigentlich hätte ich ja gerne einen Blick in den Elfenbeinturm der Druckstelle geworfen. Doch da ist mir jemand zuvorgekommen.
Drum werfe ich den Ball an Flugkapitän nff. Wenn er wirklich so buchstabensüchtig ist, wie er auf seinem Flugschreiber behauptet, wird er eine Menge zu berichten haben.
Und meine neuste Leserin aus England hat bestimmt auch einiges zu berichten, dass uns hier auf dem Kontinent interessiert.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?
Solche Fragen regen mich grundsätzlich auf. Ich weiss auch nicht, was das Beste war, das ich je gegessen habe, der schönste Strand, den ich je gesehen habe und das beste Buch, das ich je gelesen habe.

Noch irgendwas Wichtiges?
… ähm… Habt ihr mein Buch schon gelesen?

Nochmals fremdgehen

Ich muss zugeben, meine Gefühle sind etwas Achterbahn gefahren, als ich die Interview-Fragen beantwortete.

Das vollständige und wahrheitsgetreue Interview zu meinem Buchprojekt findet ihr – wie gestern angekündigt – hier.

Und falls ihr Teil eins verpasst habt, unbedingt hier nachlesen!

Anleitung zum Fremdgehen

Liebe Leserinnen und Leser des Flohnmobils

Heute erwarte ich nicht mehr und nicht weniger von euch, als dass ihr mir untreu werdet.

Kurz nachdem ich mein Buch veröffentlicht hatte, wurde ich angefragt, ob Lust auf ein online Interview hätte. Nach einigem Nachdenken kam die Lust tatsächlich auf und was Franziska Kümmerling, die Frau hinter dem Druckstelle Blog, daraus gemacht hat, hat mich diese Lust keine Sekunde bereuen lassen.

Wagt diesen literarischen Seitensprung, der den Werdegang meines Buchs hinterfragt, denn im Interview habe ich mich zu Informationen hinreissen lassen, die ich bis anhin noch nie preisgegeben habe.

Zum 1. Teil des Interviews

geht es hier lang.

Reinkliiiicken! ↑ ↑ ↑

Angenagelt

Täglich gibt es etwas Neues am Blog-Firmament. Mal sind es neue Themen, mal Ankündigungen betreffend Neuerungen, die in erster Linie die Blog-Schreiber, weniger aber die Leser kümmern. Täglich entstehend hunderte, wahrscheinlich tausende von neuen Blog-Einträgen in allen möglichen Sprachen. Und mit Sicherheit auch täglich entschliessen sich Schreiberlinge, ihr Geschreibsel, ihre Fotos oder gleich beides in einem Blog zu veröffentlichen und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es am Anfang eine gehörige Portion Mut und auch Anstrengung braucht, mit seinen Texten öffentlich zu gehen. Der Lohn für die Mühen sind – im Idealfall – steigende Leserzahlen und Kommentare, die einen motivieren weiterzumachen.

Da ich nicht ganz unschuldig dran bin, dass vor wenigen Tagen ein neuer Blog das Licht der Welt erblickt hat, möchte ich euch die Lektüre des Notiznagels ans Herz legen.

Wenn der Schreiber weiterhin so unterhaltsam schreibt, wie er lange gebraucht hat, um ans Licht der Öffentlichkeit zu treten, könnt ihr euch auf einiges gefasst machen.

Hochgradige Zufälle

Wäre ich  damals nicht so von meinem Humor überzeugt gewesen, hätte ich mich nie bei der Zeitungsredaktion gemeldet.

Dann wären von mir keine Kolumnen veröffentlicht worden und ich wäre nie zu jenem ersten Auftrag gekommen.

So wäre ich auch nicht auf jene „journalistische Wanderung“ geschickt worden, die mich auf 33 Metern über dem Waldboden in mancherlei Hinsicht abheben liess.

Als Folge davon würde mein Schreibtalent bis heute brachliegen.

Aber noch viel schlimmer: Ich hätte SIE nie kennen gelernt.

Ich hätte mit IHR nie regelrechte Schreiborgien veranstaltet, bevor ich SIE erstmals und mit bangen Gedanken leibhaftig traf.

Ich wüsste bis heute nicht, was ein Blog ist.

Nie und nimmer hätte ich mich mit dem Gedanken martern müssen, ob es überhaupt Leute gibt, die sich unter dem Namen „Flohnmobil“ etwas Positives vorstellen können.

Ich wäre nie von Bloggingbooks angeschrieben worden, ob ich eine Auswahl meiner Blogbeiträge in einem Buch veröffentlichen wollte.

Ich hätte nie das grosse Vergnügen verspürt, dass es mir bereitete, IHR heute das allererste Exemplar meines Buchs zu überreichen.

Und ich wäre genau 6 Jahre und 1 Monat nach der denkwürdigen Wanderung nicht zum zweiten Mal auf dem Loorenkopfturm gestanden.

Der Kreis hat sich zwar heute geschlossen, aber die Freundschaft zwischen IHR und mir ist noch lange nicht zu Ende.

Kommentarloser Senf

Mein Blog lebt nicht nur von dem, was ich hier von mir gebe, sondern auch von euren Kommentaren. Denn erst durch eure Kommentare erfahre ich, ob meine Texte auf fruchtbaren Boden fallen. Ob sie euch zum Nachdenken, Schmunzeln oder Davonrennen animieren. Mir ist aufgefallen, dass meine Beiträge in jüngster Zeit mit eher wenigen Kommentaren bedacht wurden, ja dass ich sogar Kommentare von WordPress-Bloggern freischalten musste, die seit eh und je hier mitmachen.

Leider hat WordPress bei einem Update eine unschöne Änderung vorgenommen, die die Blogger zwar davor schützen soll, dass jemand anders in ihrem Namen einen Kommentar abgibt. Als unliebsame Nebenwirkung verhindert die neue Software aber auch, dass alteingesessene Kommentatoren wie bis anhin ihren Senf dazugeben können. Das hat einen meinen treusten Leser selbst aus dem tiefsten Spanien nicht daran gehindert, mich heute telefonisch zu kontaktieren. Danke Pesche, hoffentlich gelingt es uns, zusammen den Missstand zu beheben.

Unter dem Forumseintrag http://de.forums.wordpress.com/topic/kurzliches-update-der-kommentarfunktion?replies=13 könnt ihr euch schlau machen, wie ihr – solltet ihr Probleme gehabt haben –  hier künftig euren Senf wieder dazugeben könnt.

Worum ich nämlich ausschliesslich bitte.