Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Frühling

Pflanzen Sie jetzt noch keinen Basilikum!

Dieser Titel gehörte zu einer Garten-Kolumne, die es gestern in meiner Tageszeitung zu lesen gab. Die Autorin widmete sich zwar vorwiegend anderen gärtnerischen Themen, sprach jedoch am Schluss des Textes eine besserwisserische Warnung aus, es sei noch zu früh für Basilikum.

Dem muss ich jetzt mal ganz klar widersprechen. Gut gehegt und gepflegt wird so ein Basilikum die nächsten Wochen, die möglicherweise nicht mehr so derart sonnig und warm sein werden, wie die vergangene, überstehen.

Ich jedenfalls habe mir einen Basilikum gekauft. Und dieser wird nun in altbekannter Manier am Morgen durch die Wohnung getragen und vors sonnige Schlafzimmer-Fenster gestellt und am Nachmittag wieder zurück vors Wohnzimmer. Die Nächte wird er selbstverständlich unter meiner Bettdecke in der warmen Stube verbringen.

Sollte dieses Procedere wider erwarten keinen Erfolg bringen, so habe ich doch immerhin die Gewissheit, dass ich 1. bereits Basilikum ernten konnte und es mir 2. garantiert gelungen ist, meine Nachbarin zu ärgern.

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Mutter Natur auf Abwegen (14)

Tulpen. Sie sind die Frühlingsboten schlechthin – auch wenn sie bereits im tiefsten Winter in den Läden als Schnittblumen angeboten werden. 

Mittlerweile blühen sie in den Gärten. Und in den Läden werden dafür bereits Geranien verkauft.

Ich habe mir dieses Jahr keine Tulpen gekauft. Aber letzte Woche einen Strauss voll erhalten. Und darunter war diese Zwillings-Tulpe.

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In der Endversion sah der gefiederte Doppeldecker dann so aus:

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Ab solchen Sachen kann ich mich freuen. Und deshalb wird dies hoffentlich noch lange nicht der letzte Beitrag dieser Serie gewesen sein.

Wie sag ich’s meinem Hunde?

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… dass er Konkurrenz erhalten hat?

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Gesehen auf dem gestrigen Spaziergang.

Köstlich amüsiert.

Bild geschossen.

Blog veröffentlicht.


Auf meine Frage hin, wieso sie Ziegen spazieren führten, erklärten die beiden Mädchen keck: „Weil wir auf die Reaktion der Leute gespannt sind.“

Uferloses Gespräch

Während mein innig geliebter Mitbewohner und ich im Begriff waren, das Ruderboot für die kommende Fischer-Saison flott zu machen, quakte es plötzlich vom Ufer her. “Gönzi scho go fische?”

Der Mitbewohner und ich drehten uns um und sahen eine magere Gestalt mit fragendem Blick am Ufer stehen. Die Körperhaltung der alten Frau liess keinen Zweifel offen, ob es sich hier vielleicht um eine rhetorische Frage gehandelt haben könnte. Eine Antwort unsererseits schien unumgänglich. “Efängs parat mache”, entgegnete der Mitbewohner. Wir waren beide schwer beschäftigt und wollten unser Werk vollenden. Small Talk war momentan wirklich nicht nach unserem Gusto.

Die Frau liess nicht locker. Nach einigen Floskeln verkündete sie schliesslich: “Wüssezi, ich bin mit ere Wandergruppe underwägs. Aber ich laufe immer echli voruus. Die Andere schnurremer z’viel.”

Das mit dem Zuviel und überhaupt wird wohl für alle Ewigkeit Ansichtssache bleiben.

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Schreib doch mal wieder!

Nach einigen Tagen war es selbst meinem innig geliebten Mitbewohner aufgefallen. “Du hast schon lange nicht mehr gebloggt.” Diese Einsicht ist umso erstaunlicher, als der Mitbewohner relativ wenig von meinen bloggenden Aktivitäten hält.

Aus diversen Gründen ist mir etwas die Lust am Blog schreiben abhanden gekommen. Der Mitbewohner – seit jeher praktisch veranlagt – hielt auch hierzu eine Lösung parat. “Schreib halt nicht immer über mich. Schreib halt mal über den Frühling.”

Das finde ich grundsätzlich eine gute Idee. Deshalb:

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Blumen oder Gemüse?

Heute war es ja nicht wirklich schwierig, den Frühling zu spüren. Temperaturen von nahezu 20 Grad trieben einem den Schweiss auf die Stirn und man hörte förmlich das Gras wachsen.

Da für morgen schon wieder Schnee bis vor die Haustür angesagt ist, habe ich mir ausserdem den Frühling heim geholt. In der Form von drei Primeln, die ich in einem Topf vor dem Fensterbrett platziert habe.

In Sachen Geld ausgeben bin ich ein sehr gewissenhafter Mensch, deshalb habe ich mir anschliessend die Quittung etwas genauer angeschaut. Bei uns gibt es üblicherweise zwei verschiedene Mehrwertsteuer-Sätze, die bei Ausgaben im Supermarkt zur Anwendung kommen. Lebensmittel werden mit 2,5 Prozent besteuert, alles andere, so dachte ich bis jetzt jedenfalls,  mit 8,0 Prozent.

In die Kategorie “alles andere” fielen bei mir heute Wein, Toilettenpapier und Waschmittel. Nicht aber die Primeln. Die Frühlingsboten wurden mit 2,5 Prozent MWSt abgerechnet. Ich google schon mal nach geeigneten Rezepten.

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Achtfacher Frühlingsgruss

Es ist wohl so, dass es früher oder später jedes Jahr Frühling wird. Und Jeder und Jede merkt das auf seine und ihre Weise.

Leute wie Zimi entwickeln Frühlingsgefühle beim wandern. Bestimmt nicht die schlechteste Variante.

Andrea findet bereits den ersten Bärlauch. Diese Entdeckung steht in unseren Breitengrade noch aus.

Oder Lieschen entdeckt die ersten Blümchen bei einem Rundgang in ihrem Garten.

Selbst der berühmteste Blogger-Hund der nördlichen Hemisphäre spürt den Frühling auf seine ganz eigene Art.

Und auch Frau Flohnmobil kann von einem Vorfall berichten, der darauf schliessen lässt, dass der Frühling nicht mehr nur vor der Haustüre steht, sondern bereits jenseits der Türschwelle ist. Heute Abend fand ich doch tatsächlich eine kleine Spinne auf meinem Küchenboden. Und nun soll ja niemand auf die Idee kommen, sie sei

a) tot oder
b) noch töter und ohnehin vom letzten Jahr

denn mein Küchenboden ist nigel-nagel-neu. Insofern durfte sich dieses kleine Spinnentierchen bestimmt rühmen, das erste kleine Spinnentierchen zu sein, das über diesen neuen Boden beinern konnte. Allerdings hatte ich nicht die Musse, dem Achtbeiner zuzusehen, welche Richtung genau er denn einschlagen wollte. Ob er unterwegs in den Frühling war oder sich an die Wärme retten wollte.

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Verlockend grün und ungeniessbar

Kaum zu glauben, dass vor weniger als einer Woche hier noch alles Stein und Bein gefroren war. Und nun spriesst schon der Schnittlauch.

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Man wäre fast versucht, von dem zarten, würzigen Grün zu ernten….

… kämen hier nicht etwas gar viele Hunde vorbei.

Verstehe einer diese Menschheit

Gewagte Überholmanöver.
Hupen.
Stinkefinger zeigen.
Mit PS-geschwängerten Boliden durch die Gegend rauschen.
Die Geschwindigkeits-Kontrolle der Polizei sicher ein einträgliches Geschäft.

Wieso hatten es heute alle so eilig?

Konnten sie sich nicht erfreuen am prächtigen Wetter dieses Sonn(en)tags? Ein Blick über die Nasenspitze hinaus hätte die Schönheit der Natur offenbart. Die saftig grünen Wiesen und die schneebedeckten Berge dahinter. Aber dafür hätte man vermutlich aus dem Auto steigen, hätte sein Motorrad am Strassenrand parken müssen. Manch einem würde dabei die Geräuschkulisse fehlen, um die Umgebung angemessen bewundern zu können. Und der Gestank nach Abgas.

Verstehe einer diese Menschheit.

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Be-flie-dert

Hatte ich vielleicht am falschen Ort gespart? In erster Linie war mir eingebläut worden, ein möglichst dunkles Exemplar heim zu bringen (“heller werden sie von selbst”). Die preislichen Unterschiede zwischen bereits blühenden Pflanzen und solchen, die nur Blätter hatten, waren beträchtlich.

Als wir unseren Flieder letzten Frühling frisch einpflanzten, hatte er nur wenig Blätter, aber er wirkte gesund und stark. Im Verlauf des Sommers tat sich nicht mehr viel, aber er schien gut anzuwachsen. Dennoch rechnete ich damit, dass das Gestrüpp diesen Frühling blühen würde. Einem üppigen Blattwuchs folgte – nichts. Ich begann, in anderen Gärten Fliederbüsche genauer anzuschauen. Wo wuchsen überhaupt die Blüten?

Auf einmal schien mir, als ob die ganze Welt aus Flieder bestehen würde. Echt, in jedem Garten wächst so ein Gestrüpp! Und natürlich blüht es jetzt, wie es sich gehört. Überall. Flächendeckend. Ja geradezu wuchernd. Auf einem Strassenabschnitt im Nachbardorf habe ich auf zweihundert Meter garantiert zwanzig Fliederbüsche gezählt.

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Überall blüht es von weiss über lila zu violett. Bloss bei uns schaut es so unfarbig aus:

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Übrigens habe ich bei einer alten Bäuerin, die jetzt bald 90 wäre, mal den Begriff Pfingstglesli für Flieder gehört. Ist das jemandem geläufig? Oder kennt ihr andere Wörter für dieses weitverbreitete (und manchmal blühende…) Gewächs?