Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Migros

Beschildert geschildert (97)

Auch wenn die Gefahr besteht, mit meiner Schilder-Serie etwas aufsässig zu wirken, aber dieses herrliche Konstrukt, das ich gestern an einem Kiosk entdeckt habe, kann ich euch nicht länger vorenthalten:

20161219_161720

Ich wusste schon immer, dass ich mich auf den Supermarkt meines Vertrauens verlassen kann.

Alles wird gut!

… man muss nur diese feine Linie noch gänzlich unsichtbar machen.

Beschildert geschildert (84)

Unser Haushalt ist bereichert. Um eine KÖHLTSCHE.

Ein Wahnsinns-Ding, so eine KÖHLTSCHE !

Sie wird uns gute Dienste leisten, die KÖHLTSCHE !

Also genauer gesagt, wird sie in erster Linie dem Mitbewohner dienen, die neu erworbene KÖHLTSCHE. 

Denn ihre Vorgängerin – war es wirklich auch eine KÖHLTSCHE ? schwierig zu sagen, nach all den Jahren – litt unter gewissem Schwund. Noch hat sie ihr Leben nicht gänzlich ausgehaucht, aber angesichts der neuen KÖHLTSCHE dürfte sie ziemlich blass daher kommen. Um nicht zu sagen etwas gar schäbig.

Die neue KÖHLTSCHE ist nämlich rot. Das war die Alte noch nicht mal in ihren besten Tagen.

Und mit zwei  KÖHLTSCHEN gleichzeitig auf den See hinaus rudern, das wird der Mitbewohner nicht. Ganz bestimmt nicht.

Für die Fische, die er heim bringt, reicht seit eh und je eine Kühltasche.

IMG

Ein Lob auf die Chinesen und ihre coolen Übersetzungen!

Nicht die Bohne

DSC08156

Vor geraumer Zeit habe ich mich in diesem Blog über getrübte Kaffee-Freuden ausgelassen. Ich nahm mir vor, der Sache auf den Grund zu gehen, vielleicht liesse sich ja etwas machen, damit nicht in unregelmässigen Abständen eine Tasse des schwarzen Gebräus im Abfluss landet, da ungeniessbar.

Ich wandte mich schriftlich an den Hersteller der Kaffeemaschine. Von dort erhielt ich postwendend die Antwort, ich solle bitte mal anrufen, wenn ich neben der Kaffeemaschine stünde. So könne mir vielleicht geholfen werden. Ich tat wie mir geheissen und erhielt neben vielen unbrauchbaren bzw. bereits bekannten Tipps immerhin den Hinweis auf eine Stelle in den Eingeweiden meiner Maschine, die ich mit einem langen, spitzen Finger von Kaffeesatz befreien könnte. Das mache ich seither regelmässig. Dennoch: Wirklich viel bringen tun meine Verrenkungen zuunterst zuhinterst in der Kaffeemaschine nicht.

Ich hatte mich aber auch an den Supermarkt meines Vertrauens gewandt, von dem ich die Kaffeeböhnchen beziehe. Und wie ich es von früheren Beanstandungen her kannte, erhielt ich auch diesmal nach ein paar Tagen vom Kundendienst einen Brief. Einen echten Brief, mit zwei echten Unterschriften von zwei echten Leuten. In diesem echten Brief stand:

Sehr geehrte Frau Flohnmobil

Herzlichen Dank für Ihre Mitteilung. Es freut uns, Sie zu unseren treuen Kundinnen und Kunden zu zählen!

Umso mehr bedauern wir, dass unser Espresso Classico Bohnenkaffee nun zu einer Beanstandung geführt hat.

Unsere Fachstelle geht davon aus, dass es sich aufgrund Ihrer Beschreibung um einzelne fehlerhafte Bohnen handelt. Eine einzelne Bohne kann den Geschmack einer Tasse, im schlimmsten Fall einer Packung beeinflussen. Leider sieht man den Bohnen von aussen nicht an, ob es sich um solch eine fehlerhafte Bohne handelt – wir bitten Sie um Verständnis.

Trotzdem möchten wir mit strengen Eingangskontrollen und Degustationen solche Vorfälle auf ein Minimum reduzieren.

Nicht zufriedenstellende Produkte sind für Sie und für uns ärgerlich. Für die Umstände bitten wir Sie um Entschuldigung und senden Ihnen mit diesem Schreiben gerne einen Einkaufsgutschein im Wert von 10 Franken. Diesen können Sie in allen Migros-Fiilalen und Fachmärkten einlösen.

Nun wünschen wir Ihnen bei Ihrem nächsten Einkauf viel Spass. Bis bald in Ihrer Migros.

Freundliche Grüsse
Migros-Genossenschafts-Bund

Genau so stellt sich Frau Flohnmobil eine kundenfreundliche Erledigung von Reklamationen vor und sieht sich einmal mehr in ihrer Meinung bestätigt, dass wohlgefälliges Motzen nicht für die Katz ist. Mit ab und an einem faulen Kaffeeböhnchen muss sie sich wohl oder übel abfinden.

Cumulus auf dem Rasen

Ich wäre heute ohnehin einkaufen gegangen. Ehrlich. Der Donnerstag ist mein Einkaufstag. Ich wäre auch zur Migros gegangen, wenn unsere Nati gestern verloren hätte. Ganz sicher.

Die Migros hatte versprochen, sie würde heute mit Cumulus-Punkten um sich werfen. Auch wenn die Schweiz gegen Honduras aufs Dach gekriegt hätte. Hat sie aber nicht, und so sind alle Kundinnen und Kunden der Migros heute nicht in den Genuss doppelter (im Falle einer Niederlage) oder fünffacher (bei einem Unentschieden), sondern zehnfacher Cumulus-Punkte geworden.

In solchen Fällen kämpfe ich immer gegen ein altbekanntes Problem an: Zehnfache Cumulus-Punkte sind zwar schön (und entsprechen einem Rabatt von 10 Prozent), wenn ich aber etwas kaufe, das ohnehin reduziert ist, erhalten ich dafür auch entsprechend weniger Punkte.

Daran hat der Xherdan Shaqiri natürlich wieder nicht gedacht hat, als er gestern seine drei Töpfe geschossen hat!

Sotschi auf dem Teller

Wieso ich mich ausgerechnet heute an dieses Gericht erinnert habe, dem ich nie viel abgewinnen konnte??? Ich habe nicht die blasseste Ahnung.

Trotzdem musste ich sofort wissen, ob sich dieses kulinarische „Highlight“ noch immer in den Gestellen der Supermärkte herumtreibt.

Es tut!

Sogar in drei verschiedenen Grössen. Wer um Himmels Willen kauft sowas???

Der Duft der grossen weiten Welt

WC-Sticks Fresh oder Lemon.
Staubsauger-Deo ebenfalls Lemon.
Zitronengras-Seife, Brennessel-Shampoo, Pfefferminz-Zahnpasta, Lavendel-Bodylotion
Eukalyptus, Kaminfeuer, Orange, Granatapfel, Nelken, Fichte, Palmarosa und Vanille als Duftöl.
Ein Rhabarber/Pfefferminz-Gebräu in der Spülmittelflasche.
Aloe-Vera an der Wäsche.

Ich glaube, ich bin für den nächsten Güllen-Angriff unserer Bauern gewappnet.

Wenn nicht, zücke ich die neuste Waffe aus der Migros und betöre meine Umwelt mit Himbeer-Duschgel.

Als Linzertorte durch die Gegend wandeln, mal was ganz Neues!

Motzig fruchtig

Es sieht ganz so aus, als ob ich mich zu einer regelrechten Motztante entwickle. Und wisst ihr was? Es macht Spass! Ja, es macht Spass, beispielsweise den Sportbekleidungs-Hersteller darauf aufmerksam zu machen, dass sein Shirt von schitterer Qualität ist oder dem Grossverteiler auf den Zahn zu fühlen. Jüngstes Beispiel:

Im Migros-Magazin dieser Woche wird ein Oster-Dessert mit Heidelbeeren veröffentlicht. Zwar lautet das Rezept auf „tiefgekühlte Heidelbeeren“, aber rein zufällig werden unten rechts Bio-Heidelbeeren aus Spanien angeboten. Der sofortige Blick auf den Kalender hat mir bestätigt, dass eher die Migros verrutscht ist, als ich. Drum habe ich flugs einen Leserbrief geschrieben mit folgendem Inhalt:

Am Anfang des Hefts wird einmal mehr das Migros-Versprechen an die Generation M ausführlich beschrieben, ein paar Seiten weiter wird dem Leser ein Oster-Dessert mit Heidelbeeren schmackhaft gemacht. Die Beeren sind zwar angeblich in Bio-Qualität, aber aus Spanien. Im März!!!! Das passt für mich nicht im geringsten zusammen. Es wäre auch ein Versprechen an die Generation M, in den Rezepten saisongerechte Produkte zu verwenden.

Die Antwort, das muss man dem grossen M lassen, kam postwendend:

Sehr geehrte Frau Flohnmobil

Vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Migros sieht es als ihre Aufgabe, die Bedürfnisse und Wünsche eines breiten Kundenkreises abzudecken.

Zum Frühlingsbeginn und an Ostern bieten beispielsweise frische Heidelbeeren oder auch Erdbeeren eine willkommene Abwechslung zum übrigen Importsortiment aus Südeuropa. Die Migros bemüht sich aber, wie bereits erwähnt, auch hier wie gewohnt, diesen Wünschen in möglichst nachhaltiger Weise nachzukommen.

Die Heidelbeeren aus Spanien wurden gezielt auf diesen Zeitpunkt hin produziert. Sie profitieren vom „früheren“ Frühling, respektive den höheren Temperaturen in Spanien. Die Kundinnen und Kunden sollen persönlich entscheiden können, welche Produkte sie kaufen wollen und welche nicht. Für diesen Entscheid stellen wir die nötigen Informationen zur Verfügung.

So ist auf den Produkten oder an den Regalen und Gestellen die Herkunft jedes einzelnen Produktes aufgeführt. Wir können Ihnen versichern, dass ein Produkt, das von Konsumentinnen und Konsumenten nicht gekauft wird, aus dem Verkauf genommen wird.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und sind bei weiteren Fragen oder Anregungen gerne für Sie da!

Dazu sage ich nur noch so viel: Bei uns gibt es bestimmt keine Heidelbeeren zum Dessert an Ostern. Auch noch nicht an Pfingsten. Ich hole mir meine Bio-Heidelbeeren dann im August – anlässlich einer gediegenen Wanderung irgendwo in den Bergen.

Schnarchen für Migros

Wir standen an der Kasse, mein innig geliebter Mitbewohner und ich. Nach hartem Feilschen hatten wir uns einigen können: Diese Bettdecke sollte es sein. Dass sich die Auswahl eines geeigneten Federbetts noch als das kleinste aller Übel herausstellen sollte, hatten wir nicht geahnt.

Die Kassiererin verdrehte schon leicht die Augen, als sie meinen Stapel an Cumulus-Bons sah, die ich in den letzten zwei Jahren gehortet hatte, um sie für einen besonderen Zweck auszugeben. Dieser besondere Zweck war hiermit gekommen.

Die Bons, alle im Wert zwischen 5 und 20 Franken, musste die Kassiererin einzeln einscannen. Sie tat das mit stoischer Gelassenheit, was ich ihr hoch anrechnete. Noch bevor sie das jedoch tat, verlangte sie von mir die Cumulus-Karte, denn ohne die geht bekanntlich in der eidgenössischen Einkaufslandschaft nicht viel. Dann hielt ich ihr den Gutschein über 30 Franken hin, den ich kürzlich in der Post hatte. „Dann müssen Sie aber mit der M-Cumulus Kreditkarte bezahlen“, beschied mir das nette Ding hinter der Kasse. Kein Problem, Frau Flohnmobil ist mit allem ausgerüstet, was den täglichen Einkauf in der Migros erträglich macht. Da derzeit alle Bettwaren bei der Migros 20 % günstiger sind (sofern man die ominöse Karte im Portemonnaie mitführt), hätten der Mitbewohner und ich auf die Decke am Ende beinahe noch Herausgeld gekriegt.

Nach so viel Gutscheinen und Sonderangeboten waren wir zu erschöpft, um direkt zum Auto zu gehen. Wir mussten bei einem Espresso erst neue Kräfte mobilisieren. Ich kaufte die zwei Tässchen brauner Brühe und hielt schon das Zehnernötli in der Hand, da fragte mich die Bedienung: „Händsicumuluscharte?“

Die ersten paar Pünktli für die nächste Bettdecke waren bereits wieder auf dem Konto.

Generation Konsumroboter

Mich bringt ja beim Einkaufen so schnell nichts mehr aus der Fassung. Weder, dass jetzt Fasnachtschüechli – einfach unter einem anderen Namen – ganzjährig erhältlich sind, noch die Tatsache, dass man sich in den Läden seit Wochen schon seinen Weg durch Lametta und Zimtsterne bahnen muss.

Aber ehrlich, gibt es denn nichts, aber wirklich gar nichts mehr, das man sich für den eigentlichen Anlass aufsparen kann? Grittibänzen gab und gibt es bei uns einzig und ausschliesslich am Samichlaustag. Und der fand noch jedes Jahr am 6. Dezember und nicht am 7. November statt.

Die Lilibiggs Akademie verfolgt offenbar nur ein Ziel: ihre zukünftigen Konsumenten zu saison- und datumsunabhängigen, bedingungslosen Einkaufsroboter heranzuzüchten. Pfui Migros!

Marktfrisch auf den Komposthaufen

Für das Fenchel-Carpaccio, das ich machen wollte, brauchte ich zwei frische Fenchelknollen. Was sich mir heute in der Migros unter dem Label

marktfrisch
bot, war allerdings alles andere als frisch. Die Knollen waren schrumpelig und halb vertrocknet. Solchen Fenchel hätte ich selbst dann nicht gekauft, wenn er kochenderweise in einer Suppe verschwunden wäre. Ich machte die Angestellte, die gerade damit beschäftigt war, Gemüse aufzufüllen, mit netten Worten (à Ehrlich, ich gab mir alle Mühe. Das kann ich, wenn ich ganz fest will! ß) darauf aufmerksam, dass die traurigen Gemüse in der Kartonkiste mit

marktfrisch
absolut nichts zu tun hätten. Sie zuckte nur mit den Schultern und erklärte mir, dass sie im Begriff sei, frische Fenchel aufzufüllen.

So kehrte ich nach meiner Einkaufstour durch die Migros nochmals zum Gemüse zurück, wo in der Zwischenzeit tatsächlich knackige Fenchel auf Käufer warteten. Säuberlich drauf gelegt die alten Fenchel, die schätzungsweise von vorgestern sein mussten.

Aber doch nicht so, Frau Migros!