Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Tiere

Mit fremden Federn geschmückt

Heute ein ganz “billiger” Blogbeitrag, nämlich nur ein Verweis auf einen anderen Blog. Schaut euch mal das Bild an und ihr werdet begeistert sein.

Ich bin überzeugt, kein Tiertrainer der Welt hätte es fertiggebracht, die Viecher so adrett hinzustellen, damit der Fotograf genügend Zeit gehabt hätte um abzudrücken.

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Nein, ich habe nicht diese Schweinerei gemeint, HIER geht es zum besagten Blog.

Wie denn? Wo denn? Was denn?

Wenn wir uns für einen Housesitting Job bewerben, dann müssen diverse Bedingungen erfüllt sein. Zuallererst müssen die geografischen Voraussetzungen unseren Vorstellungen entsprechen. Wir würden nie irgendwo ein Housesitting antreten oder nur schon in Betracht ziehen, das an einem Ort liegt, wo wir selber nicht in die Ferien fahren würden. Wäre ja schön doof…

Dann muss es natürlich zu einer Jahreszeit sein, wo wir vor Ort auch etwas anfangen können. Ich will ja nicht im Dezember in einem ehrwürdigen Schloss in Schottland Socken stricken und Kreuzworträtsel lösen!

Die Aufgaben, die an uns gestellt werden, müssen in einem vertretbaren Rahmen sein. Manchmal wird die Housesitting Platform nämlich als Vermittlung für billige Arbeitskräfte missbraucht. “Sie können in wunderbarer Umgebung wohnen, dafür erwarten wir von Ihnen, dass sie 25 Stunden Gartenarbeit pro Woche verrichten.” Nein Danke!

Und dann müssen natürlich auch die Tiere behütbar sein. Auf einen Job mit Schlangen oder Ratten würden wir uns nicht bewerben. Katzen kommen auch nicht in Frage, denn ich reagiere auf Stubentiger allergisch. Und aus unserem jüngsten Housesitting haben wir gelernt, dass drei Hunde – vor allem, wenn sie getrennt gehalten werden müssen – wohl ein Hund zu viel ist.

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Dennoch, wir werden weiter Ausschau halten nach geeigneten Angeboten. Wir finden noch immer, dass Housesitting für uns ein idealer Zeitvertrieb ist. Und eine wertvolle Erfahrung dazu.

Für die Unhandwerker und Tierfreunde unter uns

Es gibt Länder, in denen würde man für 545 Franken ein ganzes Haus bauen. Vielleicht nicht mit Fussbodenheizung und dreifach verglasten Fenstern, aber immerhin ein Dach über dem Kopf für eine halbe Sippschaft.

Hierzulande ist für dieses Geld eine Luxusabsteige für Kaninchen erhältlich. Ein “Nagerstall”, wie auf dem Preisschild steht.

Früher zimmerte der Grossvater so etwas übrigens selber. Und den Kaninchen ging es deswegen nicht schlechter.

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Immer wieder mal hört man am Radio die Durchsage: „Autobahn A99, zwischen Hinterpfupfikon und Vorderhausen, Fahrtrichtung Überalldorf. Vorsicht, es befinden sich Kühe auf der Fahrbahn.“

Es könnten auch Schafe sein. Giraffen oder Rehe. Die Durchsage würde immer ähnlich tönen. Anders in Mexiko. Nein, ich meine hier nicht den Umstand, dass die Verkehrsmeldung in spanisch durchgegeben würde. Ich bin im Gegenteil der Meinung, dass Tiere auf der Strasse dort fast zum normalen Alltag gehören. Wir glaubten damals, unseren Augen nicht zu trauen, als wir bei einer doppelspurigen, autobahnähnlich ausgebauten Strecke plötzlich Kühe sahen. Und nicht etwa neben der Fahrbahn, nein, die Rindviecher weideten ganz genüsslich auf dem Mittelstreifen! In Mexiko stört sich niemand daran. Schliesslich war ein Hirte dabei und die Rindviecher waren sich offenbar an die für unsere Verhältnisse doch sehr spezielle Fresserei gewohnt.

Diese Begebenheit – und es blieb in Mexiko nicht bei der einen – kam mir wieder in den Sinn, als ich das folgende Schild zum veröffentlichen erhielt.

Fotografiert hat Urs (wo steckst du eigentlich?) die Verkehrstafel in Polen. Wo man offenbar auch im 21. Jahrhundert noch speziell darauf hinweisen muss, dass Pferdefuhrwerke auf der Autobahn nichts verloren haben. Im Gegensatz zu Mexiko scheint es dort immerhin Leitplanken zu geben.

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Dieses Schild ist vielleicht fast etwas makaber nach meinem letzten Blog-Beitrag….

… aber es stammt ja nicht von mir sondern aus dem grossen Fundus von Urs. Er hat es fotografiert am Eingang zum Slovinski National Park in Rowy/Polen.

Seid ihr auch auf ein Schild gestossen, das auf ganz spezielle Art speziell ist? Schickt es mir! Ich bin durchaus geneigt, hier auch weniger makabre Schilder zu veröffentlichen.

Finde den Fuchs!

Ich weiss nicht, wer mehr erschrak, die kleine Rasselbande oder ich. Sicher nicht mein innig geliebter Mitbewohner, der mich auf dem Frühlingsspaziergang begleitete. Er steht über solchen Sachen. Trotzdem liess er sich dazu verleiten, still zu stehen, um zu schauen, ob sich die kleinen Füchse, die sich alle mit ein paar Sätzen vor uns in Sicherheit gebracht hatten, nochmals blicken liessen.

Es müssen etwa fünf Jungtiere an der Zahl gewesen sein, die wir beim Geniessen der Frühlingssonne gestört hatten. Leider liessen sich nur eineinhalb dieser kleinen Flaumhaufen wieder blicken.

Zugeben, von blossem Auge kaum auszumachen, deshalb hier etwas herangezoomt.

Ich schlich mich vorsichtig etwas näher heran.

Aber mehr als dieses Bild brachte ich mit meinem bescheidenen Fotoapparätchen nicht fertig. Als ich noch einen Schritt näher ging, sah mich das Füchslein, und schlau wie es ist, versteckte es sich wieder.

Dennoch: Meine allererste Begegnung mit Jungfüchsen und ein totales Highlight.

Doch nicht so dumm?

Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Ja, man lernt nie aus.

Hättet ihr gewusst, dass eine Kuh – meinetwegen auch ein Rind, mit Sicherheit ebenso ein Stier, ein Ochse und vermutlich sogar ein Kalb – asynchron mit den Ohren wackeln kann? Ich hab letzthin beobachtet, wie eine Kuh abwechselnd mal mit dem linken und dann wieder mit dem rechten Ohr Fliegen verscheucht hat. So viel Feinmotorik hätte ich von einem Kuhohr nicht erwartet.

Dermassen dumm, wie ich die Rindviecher kürzlich dargestellt habe, sind sie vielleicht gar nicht.

Die nagende Entdeckung

„Komm, schau mal!“ Die Stimme meines innig geliebten Mitbewohners liess vermuten, dass da etwas Besonders im Gang sein musste. Er deutete auf die Wasseroberfläche. „Ein Biber.“ Sofort erinnerte ich mich, dass ich bei der Stellplatzbeschreibung im Wohnmobilforum gelesen hatte, dass es hier Viecher geben musste, die oft mit Bibern verwechselt werden. Nein, mein lieber Mitbewohner, einen Biber haben wir hier nicht vor uns. Bloss, wie heisst das Vieh hier?

Wir beobachteten ihr Treiben, sie zeigten keinerlei Scheu, wenn man an den Rand des Hüninger Kanals trat. Biber waren es schon deshalb nicht, weil Biber einen flachen Schwanz haben und üblicherweise nur nachtaktiv sind. Ausser, man hat die Gelegenheit, sie in Alaska zu beobachten, wo es im Sommer immer hell bleibt.

Später sahen wir so ein Vieh am Land. Es graste wie ein Kaninchen, sah aber aus wie eine zu gross geratene Ratte. Oder ein Murmeltier, das sich ins Flachland verirrt hat. Als „Flachlandmungg“ bezeichneten wir es fortan. Richtigerweise heisst das Tier aber Nutria oder Biberratte. Es ist eine aus Südamerika eingebürgerte Nagerart, wie in Wikipedia zu lesen ist.

Für uns bleibt es ein Flachlandmungg und damit basta!

Tierisch festen

Ostern entwickelt sich immer mehr vom religiösen hin zu einem tierischen Fest.

Hasen aus Schokolade, Nougat und Plüsch warten seit Wochen in den Läden auf Käufer. Federvieh aus Marzipan gehört genauso dazu wie Lämmer aus Butter oder Biskuit. Während die wahrhaftigen Hühner im Akkord Eier legen müssen, können die Zuckerbäcker ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Kalorienbomben aus Schoggi, Gelée, mit Trüffel- oder Schnapsfüllung lassen fast vergessen, dass das Ei ein Symbol der Fruchtbarkeit sein soll.

Im Zuge der allgemeinen Gefrässigkeit verirren sich plötzlich Tiere auf den eigenen Teller, von denen man sonst das ganze Jahr nie etwas wissen will: Fisch, Gitzi (Zicklein).

Leider hat sich im Verlauf der Jahre ein weiteres Tier zuoberst in der Hitliste der Ostertiere eingereiht. Die Schlange. Aus Blech, Gummi und Feinstaub, mit stänkernden Kindern auf dem Rücksitz und hupenden Staugenossen.

Während ich diesen Blog-Beitrag schreibe, werden gerade im Auto die Karfreitags-Staumeldungen durchgegeben. Vor dem Gotthard 9 Kilometer Stau, entspricht einer Wartezeit von 90 Minuten. In Anbetracht solcher Durchsagen vermag sich bei mir kein österliches Gefühl einstellen. An Ostern bleiben wir seit Jahren zu Hause und haben uns damit sicherlich vieles erspart.

Manneskraft durch Randensaft

Als mein innig geliebter Mitbewohner und ich wieder mal den Zoo besuchten, standen wir irgendwann auch vor dem Elefantenhaus. Unübersehbar wie die Grautiere sind, führt fast kein Weg an ihnen vorbei.

Mit einer beachtlichen Portion Ehrfurcht standen wir vor einem der grauen Kolosse. Er hiesse „Maxi“, trompetete uns der Riese ins Ohr. Die Namensgeber des grössten Tieres im Zoo mögen nicht besonders viel Fantasie an den Tag gelegt haben, zutreffend ist der Name aber unbedingt. Maxi trottete gelangweilt und alleine im Gehege herum. Seine Gedanken schienen bei den Elefantendamen auf der andern Seite der Anlage sein, denn sein Geschlechtsorgan liess er unübersehbar und ellenlang hin und her baumeln. Wir äusserten ein paar respektlose Bemerkungen, die ich an dieser Stelle lieber nicht wiederholen möchte.

Unser Vergnügen wurde abrupt unterbrochen von einem rötlich eingefärbten Sturzbach, der sich aus besagtem Organ ergoss. Oh jesses, das arme Tierchen wird doch nicht etwa krank sein? Aus unserer Heiterkeit wurde schlagartig Besorgnis für den grauen Riesen. Sollten wir einen Tierpfleger suchen und ihm das Gesehene berichten? Oder sollen wir das tun, was die meisten Anderen auch taten, nämlich so tun, als ob wir nichts gesehen hätten? Während wir noch darüber diskutierten, nahm Maxi uns die Entscheidung ab. Denn just als wir uns abwandten, sahen wir sie. Nicht eine, auch nicht zwei. Nein, gleich eine ganze Kiste voller Randen (rote Bete).

Auf dein Wohlergehen, du stolzer Familienvater!

Herzlichen Dank an unseren geschätzten Freund und Hobbyfotografen Herbert Müller, der extra für mich in den Zürcher Zoo gefahren ist, damit dieser Blog-Beitrag angemessen illustriert werden kann.