Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Seltsames

OBI macht’s möglich!

Spass beim Heimwerken

prangt in dicken Lettern vom Titelblatt des neusten OBI Prospekts, der mir heute in verdankenswerter Weise zugestellt wurde.

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Und gleich daneben das ultimative, unwiderstehliche Hyper-Sonder-Angebot für einen Waffenschrank…

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Das muss ich jetzt nicht zwingend verstehen, oder?

Gescheidert

Die Einen teilen auf Facebook.

Die Anderen führen einen Blog.

Manche schalten ein Inserat in der Zeitung.

Und nochmals Andere garnieren ihr Auto.

Jeder kommt seinem Mitteilungsbedürfnis auf seine ganz persönliche Art nach.

Man beachte die Hutablage!

Hurra, das Böxli ist wieder da!!!

Ich weiss nicht, wieso dermassen viele Leute nach dem Begriff „Waschmittelbox“ suchen und dann ausgerechnet im Flohnmobil landen (mittlerweile sind es über 500 derart Ver(w)irrte).
Ich weiss hingegen, dass ich mich schon mal über dieses überflüssige Behältnis geäussert habe.

Und nun die gute Nachricht zum Anfang des neuen (Putz)-Jahres:

Die Waschmittelbox ist wieder erhältlich!

In leicht verändertem Design zwar, aber da ich so etwas im Leben nie kaufen würde (dass ich nur flüssiges Waschmittel verwende, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle), ist mir das wurscht. So absolut wurscht.

Wer’s wirklich nicht lassen kann, hier geht’s zum Waschmittelchistli:

http://www.tchibo.ch/Waschpulver-Box-p400024071.html

Was würde wohl die gute alte Clementine von Ariel dazu sagen?

Der Mitternachtsruf

Sie erhalte in letzter Zeit häufig mitten in der Nacht Anrufe, monierte meine Schwägerin, und wenn sie ans Telefon gehe, sei keiner dran. So etwas ist nicht nur hochgradig ärgerlich, sondern auch ungesund. Wer lässt sich schon gerne von irgendeinem unbekannten Deppen um seinen wohlverdienten Schlaf bringen?

„Heute Nacht hat es wieder geklingelt“, empfing mich meine Schwägerin vor kurzem, „aber ich bin nicht rangegangen.“ Mein Blick zu ihrem Telefon enthüllte keinen entgangenen Anruf. Noch nicht mal ein „Unbekannt“ auf der Anzeige. Ich bemühte mich, meiner Schwägerin gegenüber nett und hilfsbereit zu sein (als ob mein innig geliebter Mitbewohner und ich das in den vergangenen Wochen mit ihrem Umzug nicht ohnehin schon bis zum Umfallen getan hätten) und rief bei Swisscom an. Dort war man auch einigermassen ratlos, beschied mir aber, eingehende Telefonanrufe würden nicht aufgezeichnet, da es daran nichts zu verdienen gäbe. Es sei denn, es würde sich um eine eigentliche Überwachung im forensischen Sinn halten, was wiederum den Kunden teuer zu stehen käme.

Ratlosigkeit. Wer könnte da wohl dahinterstecken? Da meine Schwägerin 30 Jahre in den USA gelebt hat, bestand eine gewisse Möglichkeit, dass jemand von dort anzurufen versuchte. Es würde einen ja nicht wundern, wenn ein Ami noch nie etwas von Zeitverschiebung gehört hätte.

Das Problem mit den „Anrufen“ Punkt 00.00 Uhr löste sich in Luft auf, als ich die Weckfunktion am Telefon deaktivierte. Immerhin weiss ich nun, dass da Keiner ist, der Telefonterror ausübt. Dumm nur, dass meine Schwägerin das nächste Mal, wenn sie auf der Telefontastatur durchs Menu rudert, den Wecker jederzeit wieder aktivieren kann.

Alle Vögel sind schon da

Also ich für meinen Teil ziehe den Gang zum Goldschmied vor.

Fotografiert in Rothenthurm/SZ

Commissario Ricardo

In der Wohnung, die zu räumen wir das „Privileg“ hatten bzw. immer noch haben, befand sich nebst zahlreichen, mit Wäsche und Kleider vollgestopften Kleidern viel Krimskrams. Als „Nippsachen“ werden solche Staubfänger auch bezeichnet. Und ich kann herzlich wenig damit anfangen. Selbst wenn es sich um eine Meissen-Figur handelt, die edel, teuer und rar ist.

So lag es also nahe, die Figur im Ricardo zu verhökern (Anmerkung für Nicht-Schweizer: Ricardo ist das helvetische Abbild von Ebay.). Die Gebote trudelten ein, die Bietenden überboten sich, bis über dem Vögelchen schliesslich der Hammer runterging. Virtuell gesehen natürlich nur, denn das Porzellanding sollte ja den neuen Besitzer en bloc erreichen.

Es wurde ein Übergabetermin vereinbart, denn die Höchstbietende, nennen wir sie Grete Maier, bestand darauf, die Figur abzuholen und hakte gleich nach, ob wir noch mehr Meissen Porzellan zu verkaufen hätten, das sie sich gleich anschauen könnte. Da ich am vorgeschlagenen Tag nicht daheim war und Frau Maier von jenseits dem Rhein stammt, einigten wir uns auf einen Übergabeort in der Nähe der Wohnung, die mein innig geliebter Mitbewohner und ich schon seit Tagen räumen. Vereinbart war ein Parkplatz, der einfach anzufahren war. Eine Übergabe auf einem Parkplatz – in mir stiegen Erinnerungen an Mafia-Filme hoch. An diffuse Geschäfte mit finsteren Gestalten. Aktenkoffer, die gereicht werden und einem Kommissar, der schulterzuckend im Angesicht der Leiche meint: „Da ist wohl etwas nicht so gelaufen, wie es hätte sollen.“ Zu meiner Beruhigung hätten wir uns bei hellheiterem Tag getroffen und den Mitbewohner hätte ich als Rückendeckung auch noch in meiner Nähe gewusst. Doch es kam alles anders.

Denn ich war am vereinbarten Tag kurzfristig verhindert und versuchte deshalb, Frau Maier telefonisch zu erreichen. Unter der angegebenen Handy-Nummer meldete sich eine Blechstimme: „Diese Nummer ist noch nicht vergeben.“ Unter der Festnetz-Nummer nahm ein Grösi ab, das mir mit knappen Worten erklärte, es hätte nichts mit Frau Maier und einer Meissen Figur zu tun.

In mir keimte der Verdacht, dass es gar keine Grete Maier gab und dass da irgendjemand anonym bleiben wollte. Mir blieb keine andere Wahl, als die ominöse Maierin nochmals per Mail anzuschreiben, und zu hoffen, sie würde meine Nachricht rechtzeitig lesen. Das tat er/sie/es offenbar, denn er/sie/es antwortete, Herr Maier könne es einrichten, zu uns heim zu kommen, wie ursprünglich geplant.

Als der vermeintliche Maier an unserer Türe klingelte, ich ihm öffnete und „Herr Maier?“ sagte, war es da nicht, als ob er einen kurzen Moment zögerte und auf seinen Zettel blickte, wie er denn nun heute hiesse?

Wie immer der Abholer geheissen haben mag, er bezahlte prompt den geschuldeten Betrag und ging mit dem Vieh von dannen. Mir kann es letztlich egal sein, wer den Vogel erworben hat und was damit geschieht. Hauptsache, ich muss ihn nicht abstauben.

Amerikanische Horizonte (2)

Where do you come from?

Switzerland.

Oh, Sweden, nice country!

Anfänglich hatte ich noch versucht, dieses Missverständnis aufzuklären. Doch irgendwann gab ich es auf, die Amerikaner belehren zu wollen. Sie werden es nämlich nie und nimmer begreifen. Für sie ist alles östlich des Atlantiks mehr oder weniger dasselbe. Ein Land (Europe), eine Sprache (english), eine Währung (Dollar).

Nicht Holland, nicht Schweiz, nein: Schweden. Windmühle auf der Insel Öland

Die Backofenbrille

Es war einmal ein Bäcker. Ein begnadeter Bäcker. Ein talentierter Bäcker. Einer auch, der das, was er backte, sehr, sehr gerne selber ass. Mit wenigen Ausnahmen.

Unser Bäcker, nennen wir ihn der Einfachheit halber Peter, backte nicht nur herrlich knuspriges Brot, sondern auch Pizzen, bei denen selbst den Italienern das Wasser im Munde zusammenlief. Weil unser Peter ein durch und durch ordentlicher Mensch ist, ist er auch stets bestrebt, alles so zu versorgen, dass er es nachher wieder findet. Das kann ein Schraubenzieher sein, der Autoschlüssel oder auch seine Brille. Letztere war ihm ganz fürchterlich im Wege, als er für eine Gruppe Freunde Pizza backen wollte. Pizzen, bah, die konnte er selbst im Finsteren backen, dafür brauchte er sicher keine Brille! Er nahm sie sich von der Nase und legte sie an einen todsicheren Ort, wo er sie wieder finden würde.

Die Zeit ging vorbei, der Teig war lehrbuchmässig aufgegangen, die Pizzen mit leckeren Zutaten belegt. Peter gab dem Schalter einen Schupf, in wenigen Minuten würde er das Nachtessen in den Pizzaofen schieben können. In seinem leeren Magen machte sich eine wohlige Vorfreude breit.

„Was stinkt denn hier so?“ In der Stimme seiner Frau – auch sie mit leicht knurrendem Magen – mischte sich eine Spur von Unruhe. Man kam der Quelle des üblen Geruchs nicht auf die Spur. Es musste wohl vom Nachbargrundstück her kommen. Die Aufwärmzeit war um, Peter öffnete die Türe des Pizza-Ofens und entdeckte – perfekt untergebracht, doch kaum mehr wiederzuerkennen – seine Brille.

Die Moral von der Geschichte: In gewissen Fällen kann es finanziell durchaus interessant sein, wenn man die Pizza auswärts ist.

Sorry, Pesche, diese Geschichte konnte ich nicht für mich behalten. Aber seit ich dich persönlich kennengelernt habe, bin ich mir sicher, dass du mir das nicht übelnehmen wirst.

Wortspiele

Ich beschäftige mich noch immer tapfer und täglich mit meinen „Sprachkalender Spanisch„.

In meiner täglichen Portion Fremdsprache tauchen Kreuzworträtsel auf, kleine Übersetzungen, Bildrätsel und ein Hauch von Grammatik. Ausserdem gibt es jeden Tag drei neue Wörter. Deren Auswahl lässt mich mitunter etwas ratlos zurück. Heute zum Beispiel hätte ich lernen sollen:

abbremsen
Regenwurm
Busen 

Wer wohl diese Kombination ausgeheckt hat? Ob ich jemals alle drei Wörter in einem einzigen Satz werde gebrauchen können? Beispielsweise so:

Ich musste abrupt abbremsen, weil mir sonst der Regenwurm glatt auf den Busen gefallen wäre.

oder

Der Regenwurm schaffte es nicht rechtzeitig abzubremsen, weil sein Busen …. ähm…

Weitere Vorschläge?

Hochspannung

Als Kind war es ja noch ein Abenteuer, auswärts zu schlafen. Das Schlafen kam dabei zwar meist zu kurz, ganz egal, ob man auf einer sich allmählich entleerenden Luftmatratze, einem quietschenden Liegestuhl oder in einem richtigen Bett lag.

Die Einstellung zum damaligen Abenteuer hat sich bei mir über die Jahre radikal geändert, nichts desto trotz, schlafe ich fast überall wie ein Herrgöttli. Mein innig geliebter Mitbewohner behauptet, das sei auf hunderte von Übernachtungen in SAC-Hütten zurückzuführen. Vermutlich hat das wiederkehrende kollektive Schnarchkonzert in einem 30-er Schlag bei mir eine gewisse abhärtende Wirkung hinterlassen.

Beim neusten Abenteuer in Sachen „auswärts Schlafen“ war es so ruhig, wie es nur in einem Bergdorf sein kann, und wenn ein Schnarchen zu hören gewesen wäre, hätte es definitiv vom Mitbewohner stammen müssen. Doch lange bevor es so weit kommen konnte, verabschiedeten wir uns mit einem innigen Gutenachtkuss, kuschelten uns jeder in seine Decke.

Aber wo kam denn diese Lichtquelle her? Das Licht war doch abgedreht.

„Hast du das auch gesehen?“
„Was?“
„Dieses Funken unter der Decke.“
„Das bildest du dir nur ein. Schlaf jetzt.“
„Nein schau, es wird wirklich hell, wenn ich die Decke bewege. Und knistern tut’s auch“

Der Mitbewohner, grundsätzlich alles andere als leichtgläubig und solchen Phänomenen gegenüber stets mit einer nervenden Portion Misstrauen gesegnet, sah es nun endlich auch. Die synthetische Decke versprühte regelrechte Funken durch die Finsternis des Raumes.

Wir brachen in lautes Gelächter aus. Nach 12 Ehejahren schaffen wir es nämlich noch ohne fremde Hilfe, dass es unter unserer Bettdecke knistert.