Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Wald

Mutter Natur auf Abwegen (17)

Der Anblick eines Speisepilzes im Wald freut mich grundsätzlich. Immer. Es hat Jahre gegeben, da wäre ich schon ab einem einzelnen Maronenröhrling entzückt gewesen.

Dieses Jahr ist es etwas anders. 2017 ist endlich mal wieder ein richtig gutes Pilzjahr. Deshalb ist es nicht mehr als recht, dass die Pilze gleich im Trio daherkommen. Oder….?

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Nein, ganz ehrlich, so ein Maronenröhrlings-Trio hat trotz aller Pilzschwemme Seltenheitswert und mich über alle Massen entzückt. Dennoch sind auch diese Drillinge unweigerlich in der Pfanne gelandet.

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Neugierde gestillt

Sehr lang hielt ich es daheim nicht aus. Gestern um 20.00 erst aus Frankreich heim gekommen, war ich 13 Stunden später schon wieder unterwegs. Gut, es hätte viele Gründe gegeben, die dagegen gesprochen hätten.

Ausschlafen. Nicht nötig, kam ich doch erst gerade aus den Ferien zurück. Ausgeschlafener als ich kann man gar nicht sein.

Neues Handy besorgen. Nur nichts überstürzen, Frau Flohnmobil! Wie hat es Ihnen doch Ihr Mann beigebracht: Zuerst überlegen, dann handeln.

Wäsche waschen. Dreckiger wird sie wohl kaum mehr, also kann sie auch noch ein paar Stunden länger warten.

Ordnung ins Büro-Puff bringen. Kann sogar noch besser warten als die dreckige Wäsche.

Krafttraining. Die erschlafften Muskeln lassen sich später am Tag gewiss mindestens so gut stählen.

Einkaufen. Die Läden haben noch bis 18.00 Uhr offen.

Mich zurückmelden. Da wir einen Tag früher als geplant heim gefahren sind, würde ich noch einige Stunden inkognito anwesend sein.

Genügend Ausreden also, um mich meiner herbstlichen Passion zu widmen. Und es sollte sich lohnen. Die Steinpilze scheinen gerade so Anlauf zu nehmen für einen neuen Schub. Mein Nachtessen war gesichert (und das der Nachbarn auch), mein Gwunder gestillt. Ich bin sehr zuversichtlich, was die Pilzernte der kommenden Tage betrifft.

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Lauscher im Wald

Es hätte ein normaler Sonntag werden können. Wovon ich erst noch herausfinden muss, was bei mir an einem Sonntag “normal” überhaupt bedeutet. Jedenfalls machte mich auf zu einem Spaziergang in den Wald. Die Absicht dahinter lässt meine Ausrüstung erahnen: Stoffsäckli und Sackmesser.

Es sollte nicht lange dauern, da erblickte ich eine Stinkmorchel. Diese Dinger wirken mitten im Wald immer wie Penisse. Haben auch eine ähnliche Grösse. Wenn nur die Fliegen nicht wären…

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Die Legende besagt: Wo es Stinkmorcheln hat, können auch die von dir gesuchten Pilze nicht weit entfernt sein. Und tatsächlich sollte es nicht lange dauern, bis ich die ersten Steinpilze einsacken konnte. Nicht mehr ganz alle waren taufrisch, weshalb ich mitunter eine derartige Sauerei im Wald zurücklassen musste. Da hatte es teilweise schon zu viele Untermieter an den gesuchten Pilzen. Die Natur wird innert weniger Tage dafür sorgen, dass auf diesem Fleck wieder Ordnung herrscht.

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Die grösste Überraschung des Tages erwartete mich an einem Waldrand. Das waren doch nicht etwa? Doch! Ich konnte mein Glück kaum fassen. Schweinsöhrchen fand ich seit Jahren nicht mehr. Und schon gar nicht bei uns im Wald. Einer der besten Pilze überhaupt. Sorgsam schnitt ich sie knapp oberhalb des Waldbodens ab und entfernte die eingewachsenen Nadeln und Ästchen. Auf einem einzigen Quadratmeter konnte ich mehr als ein halbes Kilo Schweinsöhrchen ernten, die Kleinsten liess ich stehen. Mein Sonntag – er war gerettet! Und beschäftigt war ich mit dem Pilze putzen daheim dann für eine ganze Weile.

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Steinzeitliches Pokémon go

In einem Wald in der Nähe unseres Wohnhauses kann man nicht mehr spazieren gehen, ohne sich beobachtet zu fühlen. Überall lauern einem Gestalten auf. Und da wir dort regelmässig spazieren gehen, und ich diesen Zustand langsam aber sicher unhaltbar fand, habe ich kürzlich die Flucht nach vorne ergriffen, und diese Gestalten mit meiner Kamera gejagt.

Sie sind allerdings recht gut getarnt, lauern meist etwas abseits des Weges. Nichts desto trotz, ich habe sie aufgestöbert!

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Die ersten zwei dieser Kerle kann man auf dem oberen Bild nur erahnen. Aber ich hab nicht locker gelassen und den Rechten gnadenlos herangezoomt.

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Der Blick dieser seltsamen Wesen hat etwas durchbohrendes.

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Die einen haben ihren Posten in der Sonne bezogen.

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Es gelingt ihnen nicht immer rechtzeitig, sich vor mir in Sicherheit zu bringen.

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Manche stehen aber auch ziemlich cool im kahlen Wald…

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… oder gar etwas grimmig.

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Gelegentlich wurden sie besonders weich gebettet.

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Wer immer diese Steine bemalt und im Wald platziert haben mag, ich habe Freude an diesem analogen Pokémon go. A propos, man hört so nichts mehr von diesem Hype. Ist die Euphorie denn schon vorbei? Die Steinchen jedenfalls sind schon einige Monate dort im Wald. Ihre Halbwertzeit ist garantiert länger.

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Luftsprünge der Begeisterung

Einige Impressionen vom gestrigen Katerbummel:

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Ist es nicht faszinierend, was die Natur da über Nacht hervorgezaubert hat?

Der kritische Blick

Sein Blick war stets aufmerksam, wenn ich des Weges kam. Mit seinen kleinen Äuglein prüfte er die nähere und weitere Umgebung. Ihnen entging nichts. Gar nichts.

Obschon ich mehrmals pro Woche in sein Revier eingedrungen war, schien er mir durchaus wohlgesinnt. Aber er blieb stets höflich distanziert.

Ohne Zweifel, seine Lauscher hatten mich jeweils von weither gehört. Nichts und niemand schien ihn aus der Fassung bringen zu können.

Heute habe ich mich von ihm verabschiedet. Er hat mir zugezwinkert und mir einen schönen Winter gewünscht. Denn die Pilzsaison, die ist nun endgültig vorbei. Und damit auch meine Begegnungen mit dem Hasen am Forstweg.

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Es bewegt sich einiges im Wald

Bis vor kurzem musste man seine Pilzgründe im Wald vorwiegend gegen seinesgleichen verteidigen. Bedingt durch die Konkurrenz galt es stets, die trächtigen Pilzplätzchen vor dem vermeintlichen Feind abzuklappern. Was natürlich nicht immer gelang.

In Zeiten der Migration hat sich das geändert. Die entlegenen, friedlichen Pilzplätzchen, an denen das Moos so üppig grün wuchs, sehen plötzlich so aus:

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Mehrere Zentimeter tief umgepflügt. Keine Tannnadel mehr auf der anderen. Zerstört! Hier müssen Frevler am Werk gewesen sein.

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Seit es in unserer Region Wildschweine gibt, ist es noch schwieriger geworden, edle Pilze zu finden. Es sieht so aus, dass nicht nur die Sammler, sondern auch die Schwarzkittel besonders scharf auf Steinpilze sind. Dabei hätte es momentan weiss Gott genügend andere Pilze im Wald, an denen sich die Viecher satt fressen könnten.

Wo steht das Männlein im Walde?

Wenn man die Wälder durchstreift auf der Suche nach Pilzen, bleibt das Auge an so manchem hängen. Doch längst nicht alles, was aus der Ferne nach Pilz aussieht, ist tatsächlich ein Pilz. Manchmal ist es ein Wurzelstück, das das Auge düpiert. Manchmal ein Stein, ein Tannzapfen oder auch nur ein Blatt, das die Sonne aus dem richtigen Winkel beleuchtet.

Das ging mir heute mehrfach so. Ganz besonders an einem bestimmten Ort, wo ich immer wieder hin gehe. Von weitem dachte ich noch, ich hätte es mit ein paar Pilzen – den  mattbraunen Köpfchen von Maronenröhrlingen oder dergleichen – zu tun. Schon wollte ich mich freuen…

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… doch beim Näherkommen sah ich, dass hier das sprichwörtliche Männlein im Walde stand. Freude empfand ich beim Anblick dieses Gebildes dennoch.

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Freudentaumel im Wald

“Komm mal hier rüber, so was hast du noch nie gesehen!” Mein innig geliebter Mitbewohner schien etwas Spezielles entdeckt zu haben im lichten Tann und so folgte ich seinem Aufruf, stapfte aus dem Wald heraus, überquerte den Forstweg und machte mich auf dorthin, wo seine Stimme her getönt hatte. Beim Pilze suchen ist es nicht immer einfach, seinen Begleiter auf Anhin auszumachen, selbst wenn er auffällig gekleidet ist. Mehr als einmal schon haben wir einander verloren. Solange wir jedoch im heimatlichen Wald unterwegs sind, ist die Chance, einander wieder zu finden, ziemlich nahe bei 100 Prozent.

Noch bevor ich den Mitbewohner in seiner roten Jacke erblickte, sahen meine auf Pilze getrimmten Augen eine Gruppe goldgelber, kräftiger Pilze. Wie entzückend! Wie lange hatte ich schon keine Glimmerschüpplinge mehr gesehen.

Der Mitbewohner konnte meine Freude nicht ganz nachvollziehen, hatte er mich doch lediglich auf diese schönen Pilze aufmerksam machen wollen. Dass sich uns da ein ganz besonderer Fund in den Weg stellte, dämmerte ihm erst allmählich, als er sah, dass meine Begeisterung ins Unermessliche zu steigen schien.

Und so ernteten wir. Und ernteten. Und ernteten, bis nur noch die ganz kleinen und die ganz grossen Exemplare standen. Fast zwei Kilo Pilze allerbester Güte. Madenfrei und total sauber. Daheim konnte ohne grosse Umschweife das Verarbeiten beginnen.

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Endlich mal wieder ein guter Fund! Und der ultimative Beweis, dass derzeit bei uns durchaus Pilze wachsen, man muss sie nur finden – und kennen. Denn auch hierzulande scheint alles hinter Steinpilzen und anderen Röhrlingen her zu sein. Allerfeinste Pilze wie dieser Goldschüppling, der an seinem Standort absolut nicht zu übersehen war, bleiben – gottseidank! – stehen….

…. dachte ich bis vor kurzem. Dann setzte ich mich hin, und während im Keller der Dörrapparat surrte, begann ich, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Beinahe fertig wollte ich noch einen Link einfügen zu diesem herrlichen Pilz. Au Backe, der Pilz gilt ja mittlerweile als giftig! Ich klapperte diverse Websites ab und erntete Meinungen von problemlos essbar, nur in kleinen Mengen essbar, über leicht giftig. Was mich schliesslich überzeugt hat, ist die Tatsache, dass der Pilz bei unseren Pilzkontrollen nicht mehr freigegeben ist.

Übung abgebrochen.

Mutter Natur auf Abwegen (6)

Wählerisch, wo es sich ausbreiten soll?

Für Gras trifft das ganz bestimmt nicht zu.

Da reichen offenbar auch ein paar Rossgagel auf einem Waldweg.

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Entdeckt auf einem meiner Streifzüge durch Feld und Wald…

… eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem.