Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Steinzeitliches Pokémon go

In einem Wald in der Nähe unseres Wohnhauses kann man nicht mehr spazieren gehen, ohne sich beobachtet zu fühlen. Überall lauern einem Gestalten auf. Und da wir dort regelmässig spazieren gehen, und ich diesen Zustand langsam aber sicher unhaltbar fand, habe ich kürzlich die Flucht nach vorne ergriffen, und diese Gestalten mit meiner Kamera gejagt.

Sie sind allerdings recht gut getarnt, lauern meist etwas abseits des Weges. Nichts desto trotz, ich habe sie aufgestöbert!

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Die ersten zwei dieser Kerle kann man auf dem oberen Bild nur erahnen. Aber ich hab nicht locker gelassen und den Rechten gnadenlos herangezoomt.

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Der Blick dieser seltsamen Wesen hat etwas durchbohrendes.

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Die einen haben ihren Posten in der Sonne bezogen.

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Es gelingt ihnen nicht immer rechtzeitig, sich vor mir in Sicherheit zu bringen.

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Manche stehen aber auch ziemlich cool im kahlen Wald…

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… oder gar etwas grimmig.

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Gelegentlich wurden sie besonders weich gebettet.

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Wer immer diese Steine bemalt und im Wald platziert haben mag, ich habe Freude an diesem analogen Pokémon go. A propos, man hört so nichts mehr von diesem Hype. Ist die Euphorie denn schon vorbei? Die Steinchen jedenfalls sind schon einige Monate dort im Wald. Ihre Halbwertzeit ist garantiert länger.

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Luftsprünge der Begeisterung

Einige Impressionen vom gestrigen Katerbummel:

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Ist es nicht faszinierend, was die Natur da über Nacht hervorgezaubert hat?

Der kritische Blick

Sein Blick war stets aufmerksam, wenn ich des Weges kam. Mit seinen kleinen Äuglein prüfte er die nähere und weitere Umgebung. Ihnen entging nichts. Gar nichts.

Obschon ich mehrmals pro Woche in sein Revier eingedrungen war, schien er mir durchaus wohlgesinnt. Aber er blieb stets höflich distanziert.

Ohne Zweifel, seine Lauscher hatten mich jeweils von weither gehört. Nichts und niemand schien ihn aus der Fassung bringen zu können.

Heute habe ich mich von ihm verabschiedet. Er hat mir zugezwinkert und mir einen schönen Winter gewünscht. Denn die Pilzsaison, die ist nun endgültig vorbei. Und damit auch meine Begegnungen mit dem Hasen am Forstweg.

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Es bewegt sich einiges im Wald

Bis vor kurzem musste man seine Pilzgründe im Wald vorwiegend gegen seinesgleichen verteidigen. Bedingt durch die Konkurrenz galt es stets, die trächtigen Pilzplätzchen vor dem vermeintlichen Feind abzuklappern. Was natürlich nicht immer gelang.

In Zeiten der Migration hat sich das geändert. Die entlegenen, friedlichen Pilzplätzchen, an denen das Moos so üppig grün wuchs, sehen plötzlich so aus:

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Mehrere Zentimeter tief umgepflügt. Keine Tannnadel mehr auf der anderen. Zerstört! Hier müssen Frevler am Werk gewesen sein.

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Seit es in unserer Region Wildschweine gibt, ist es noch schwieriger geworden, edle Pilze zu finden. Es sieht so aus, dass nicht nur die Sammler, sondern auch die Schwarzkittel besonders scharf auf Steinpilze sind. Dabei hätte es momentan weiss Gott genügend andere Pilze im Wald, an denen sich die Viecher satt fressen könnten.

Wo steht das Männlein im Walde?

Wenn man die Wälder durchstreift auf der Suche nach Pilzen, bleibt das Auge an so manchem hängen. Doch längst nicht alles, was aus der Ferne nach Pilz aussieht, ist tatsächlich ein Pilz. Manchmal ist es ein Wurzelstück, das das Auge düpiert. Manchmal ein Stein, ein Tannzapfen oder auch nur ein Blatt, das die Sonne aus dem richtigen Winkel beleuchtet.

Das ging mir heute mehrfach so. Ganz besonders an einem bestimmten Ort, wo ich immer wieder hin gehe. Von weitem dachte ich noch, ich hätte es mit ein paar Pilzen – den  mattbraunen Köpfchen von Maronenröhrlingen oder dergleichen – zu tun. Schon wollte ich mich freuen…

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… doch beim Näherkommen sah ich, dass hier das sprichwörtliche Männlein im Walde stand. Freude empfand ich beim Anblick dieses Gebildes dennoch.

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Freudentaumel im Wald

“Komm mal hier rüber, so was hast du noch nie gesehen!” Mein innig geliebter Mitbewohner schien etwas Spezielles entdeckt zu haben im lichten Tann und so folgte ich seinem Aufruf, stapfte aus dem Wald heraus, überquerte den Forstweg und machte mich auf dorthin, wo seine Stimme her getönt hatte. Beim Pilze suchen ist es nicht immer einfach, seinen Begleiter auf Anhin auszumachen, selbst wenn er auffällig gekleidet ist. Mehr als einmal schon haben wir einander verloren. Solange wir jedoch im heimatlichen Wald unterwegs sind, ist die Chance, einander wieder zu finden, ziemlich nahe bei 100 Prozent.

Noch bevor ich den Mitbewohner in seiner roten Jacke erblickte, sahen meine auf Pilze getrimmten Augen eine Gruppe goldgelber, kräftiger Pilze. Wie entzückend! Wie lange hatte ich schon keine Glimmerschüpplinge mehr gesehen.

Der Mitbewohner konnte meine Freude nicht ganz nachvollziehen, hatte er mich doch lediglich auf diese schönen Pilze aufmerksam machen wollen. Dass sich uns da ein ganz besonderer Fund in den Weg stellte, dämmerte ihm erst allmählich, als er sah, dass meine Begeisterung ins Unermessliche zu steigen schien.

Und so ernteten wir. Und ernteten. Und ernteten, bis nur noch die ganz kleinen und die ganz grossen Exemplare standen. Fast zwei Kilo Pilze allerbester Güte. Madenfrei und total sauber. Daheim konnte ohne grosse Umschweife das Verarbeiten beginnen.

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Endlich mal wieder ein guter Fund! Und der ultimative Beweis, dass derzeit bei uns durchaus Pilze wachsen, man muss sie nur finden – und kennen. Denn auch hierzulande scheint alles hinter Steinpilzen und anderen Röhrlingen her zu sein. Allerfeinste Pilze wie dieser Goldschüppling, der an seinem Standort absolut nicht zu übersehen war, bleiben – gottseidank! – stehen….

…. dachte ich bis vor kurzem. Dann setzte ich mich hin, und während im Keller der Dörrapparat surrte, begann ich, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Beinahe fertig wollte ich noch einen Link einfügen zu diesem herrlichen Pilz. Au Backe, der Pilz gilt ja mittlerweile als giftig! Ich klapperte diverse Websites ab und erntete Meinungen von problemlos essbar, nur in kleinen Mengen essbar, über leicht giftig. Was mich schliesslich überzeugt hat, ist die Tatsache, dass der Pilz bei unseren Pilzkontrollen nicht mehr freigegeben ist.

Übung abgebrochen.

Mutter Natur auf Abwegen (6)

Wählerisch, wo es sich ausbreiten soll?

Für Gras trifft das ganz bestimmt nicht zu.

Da reichen offenbar auch ein paar Rossgagel auf einem Waldweg.

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Entdeckt auf einem meiner Streifzüge durch Feld und Wald…

… eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem.

Und wo bleibt mein Fieber?

Ich würde sehr gerne. Denn jetzt dürfte ich. Aber es wäre sinnlos. 

Wenn es hätte, würde ich. Sofort.

Das Fieber würde ausbrechen und mich so schnell nicht wieder verlassen.

Ab heute dürfte ich bei uns wieder Pilze sammeln. So denn welche wachsen würden. Bei der immer noch herrschenden Trockenheit kann ich mir den Marsch in den Wald ersparen. Und mich bestenfalls am Anblick dieser Steinpilze erfreuen.

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Alternativ gäbe es noch so etwas wie die Erinnerung an bessere Zeiten…

Wie einer meiner ersten Blogbeiträge überhaupt aus dem Jahr 2010 beweist.

Oder diese Zeilen hier, die ich anno 2012 geschrieben habe.

Aus dem selben Jahr dies hier.

… und die Hoffnung, dass das Pilzfieber doch irgendwann auch bei mir noch zum Ausbruch kommt.

Wie sieht es bei euch im Wald aus? Auch so furztrocken und gänzlich unpilzig?

Am Anfang war der Spargel

Ohne Zweifel, Spargel hat hier und jetzt Saison. An jedem Gemüsestand wird er angeboten – in grün oder weiss, dick oder dünn. Allerdings geht Spargel hier in der Provence nicht als normiertes Stängeli in die Hände des Käufers über, sondern mitunter als krumme, verdrehte Kreatur, die oft genug erst unmittelbar vor dem Einpacken auf einheitliche Länge geschnitten wird.

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Spargeln wachsen aber auch im Wald. Zumindest war das mein allererster Gedanke, als ich diese Pflanze sah:

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Als die Tage ins Land zogen, wurde ich eines Besseren belehrt; der Spargel begann sich zu entfalten.

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Bis sich schliesslich die wahre Schönheit des “Gemüses” offenbarte.

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Leider tendiert der Spargel dazu, sich in den Schatten zu flüchten, wenn ich an ihm vorbei gehe.

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Weiss jemand, um welche Pflanze es sich handelt?

Sichelförmige Skepsis

Naturphänomene? Faszinierend. Der Hype, der darum gemacht wird. Na ja.

Die partielle Sonnenfinsternis von heute Vormittag habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Aber brillenlos wie ich war, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Da kam mir meine Zeitung zu Hilfe, die gestern Folgendes schrieb:

Auch ein Spaziergang im Wald kann die Sonnenfinsternis zum Erlebnis machen ohne Blick zur Sonne. Im Schatten von Bäumen, zu dieser Jahreszeit Nadelbäume, zeichnen sich während der Finsternis hundertfach Sonnensicheln und Lichtkreise ab.

Ein Spaziergang im Wald, das entsprach ganz meinen Vorstellungen. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich machten uns auf die Socken Richtung Wald. Und wir sahen sie tatsächlich, diese beschriebenen Sonnensicheln. Vielleicht nicht grad hundertfach.

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Um ganz ehrlich zu sein: So richtig daran glauben, dass diese sichelförmigen Schatten etwas mit der partiellen Sonnenfinsternis zu tun haben, werde ich erst, wenn sie bei meinem nächsten Waldspaziergang nicht mehr dort sind.

Wie habt ihr die Sonnenfinsternis erlebt?