Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Bergwandern

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Höchste Zeit, die Schilder-Bilder Serie wieder aufzunehmen.

Und ebenso höchste Zeit, mal wieder eine Wanderung zu unternehmen.

Wer wird denn bei diesem prächtigen Herbstwetter daheim bleiben?

Frau Flohnmobil ganz sicher nicht!

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Diese Warntafel begegnet einem, wenn man vom Schäfler Richtung Säntis unterwegs ist. Nicht zu Unrecht.

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Zu Besuch beim Winter

Die Flumserberge kenne ich eigentlich nur vom Skifahren her. Nur ein einziges Mal war ich hier vor Jahren einmal im Sommer unterwegs. Das hat sich gestern geändert.

Zu viert und begünstigt von einem perfekten Timing, gelangten wir mit Auto, Postauto und Gondelbahn zur Bergstation auf dem Maschgenkamm. Dort sah es irgendwie ganz anders aus als jeweils im Winter. Wo kam denn plötzlich diese Pfütze her?

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Wir tippelten auf dem anfänglich breiten Wanderweg los und schon ab dem ersten Meter war Frau Flohnmobil hin und weg. Nach dem Blick in die Webcam am Vortag war ich mir nämlich nicht so sicher gewesen, ob wir da nicht noch etwas zu früh unterwegs waren auf fast 2’000 Meter Höhe. Mitnichten! Überall blühte es nach Leibeskräften.

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Der Himmel war zwar einmal mehr nicht so wolkenlos, wie uns der Wetterbericht versprochen hatte, aber meiner Freude über die überschwänglich blühende Alpenflora tat dies keinen Abbruch. Der Stimmung in unserem munteren Grüppchen übrigens auch nicht.

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Selbst die Alpenrosen sind hier schon am blühen.

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Unser Zwischenziel war die Spitzmeilen-Hütte (2’087 m), eine Hütte des Schweizerischen Alpenclubs, die gut auf Tagesgäste eingestellt ist. Auf dem Weg dorthin galt es einige kleine Schneefelder und ein paar harmlose Bäche zu queren, insgesamt aber ist die Hütte einfach zu erreichen. Und wer es nicht glaubt, dem gibt vielleicht der Hinweis, dass vor der Hütte ein Veloständer steht, die Bestätigung, dass die Wege weder abschüssig noch extrem steil sind. Allerdings dürfte es einige Passagen drin haben, die zu Fuss einfacher zu bewältigen sind als mit dem Velo. Ausser man hat die Fähigkeiten unseres frisch gebackenen Mountain-Bike Weltmeisters Nino Schurter…

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Mit den Bäuchen voller Älpler-Magronen, die gar köstlich geschmeckt hatten, begaben wir uns auf den Rückweg zur Prodalp.

Auch auf diesem Weg konnte ich mich an den Blumen kaum satt sehen. Insbesondere an den Hängen, wo keine Rinder weideten, blühte es, was das Zeug hielt.

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Ab der Alp Fursch ist der Weg mit Autos befahrbar. Trotzdem ist er ganz angenehm zu begehen, sind doch nur wenige hundert Meter asphaltiert.

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Schön isch es gsi!

2 Stunden von der Bahnstation Maschgenkamm zur Hütte, keine nennenswerten Anstiege, knapp 2 1/2 Stunden zur Prodalp.

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Staub mit Erinnerungs-Potential

Immer, wenn ich ihnen begegne, und das ist immer, wenn ich abstaube, also eigentlich eher selten, erinnern sie mich an eine meiner längsten, schönsten, aber auch anstrengendsten Bergwanderungen.

Diese Wanderung hätte gar nicht so lang werden sollen. Wir waren auf dem Heimweg von einer Reise aus Kroatien und Slowenien und machten mit dem Wohnmobil einen Abstecher ins Südtirol. Bei Einheimischen, die vor einer bewirteten Alphütte bei Ponticello sassen, erkundigten wir uns nach einer etwa fünfstündigen Wanderung. Diese gaben uns frohgemut den Tipp, doch den 2’810 m hohen Seekofel zu besteigen.

Zu früher Morgenstunde stiegen wir los, denn es versprach, ein heisser Tag zu werden. Wir kamen vorbei an Almen, auf denen nicht nur Kühe, sondern auch Pferde weideten. Was für eine Idylle! Und als ob es nicht schon kitschig genug gewesen wäre, wuchsen auf der ganzen Wiese Edelweisse. Soviel übrigens zum Thema “Edelweiss in steiler Bergeswand”. Dieser Mythos gehört ins Zeitalter der Louis-Trenker-Filme.

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Nicht erst auf dem Gipfel merkten wir, dass wir den Zeithorizont überschreiten würden. Dank den gut markierten Wegen und dem makellosen Wetter war das aber kein Problem.

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Im Rifugio Biella gönnten wir uns Speis und Trank. Neben uns sassen Deutsche, die mit dem Feldstecher durchs Panorama linsten. “Wenn mich nicht alles täuscht, stehen dort drüben die Drei Zinnen”, hörten wir vom Nebentisch. “Die sieht man nicht von hier aus”, knurrte ich mehr zu mir selber zwischen zwei Happen. Der Mitbewohner jedoch, der konnte diese Abänderung der Bergwelt nicht so im Raum stehen lassen und sagte laut und unüberhörbar: “Meine Frau hat gesagt, das seien nicht die Drei Zinnen. Und sie muss es wissen, schliesslich war sie auf allen drei oben.” Schwang da ein bisschen Stolz in seiner Stimme mit? Na jedenfalls musste ich nachher Auskunft geben, was mir eher peinlich war. Es war und ist nicht meine Art, mit derartigen Leistungen anzugeben.

Erst als wir weitergingen, konnten wir im Dunst das berühmteste Dreigestirn der Dolomiten ausmachen.

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Unsere Wanderung indes war noch nicht zu Ende. Längst hatten wir herausgefunden, dass mit den fünf Stunden Wanderzeit lediglich der Hinweg auf den Gipfel gemeint war. Wir kamen auch im Abstieg an Wiesen vorbei, die vor Edelweissen nur so strotzten. Drum erlaubte ich mir, vier der geschützten Pflanzen zu pflücken. Ich weiss, dass man das nicht soll, aber die Kühe latschten ja auch geradewegs über diese raren Blümchen.

Nach acht ereignisreisen, aber auch reichlich ermüdenden Stunden waren wir wieder zurück beim Ausgangspunkt, wo unser Wohnmobil artig auf uns wartete.

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Die vier Edelweisse, die ich nach alter Väter Sitte zwischen zwei Buchdeckeln getrocknet hatte, sind in der Zwischenzeit reichlich verblasst. Trotzdem haben sie nach acht Jahren noch ihren festen Platz in unserer Wohnung. Und auch wenn der Mitbewohner meint, ich solle die Staubfänger endlich liquidieren, von diesem Souvenir mag ich mich nicht trennen.

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Der aufgeräumte Berg

Wir Schweizer sind ein ordentliches, ordnungsliebendes Volk. Das hat sich längst herumgesprochen, ist weitherum bekannt. Heute habe ich den Beweis dafür angetroffen. Unsereins räumt ganze Gipfel auf! Seht selbst:

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Da staunt ihr, was!?!

Der aufgeräumte Berggipfel ist das Kistenstöckli (2’746 m), auf Romanisch Muot da Rubi.  Er gilt als eigentliches Wahrzeichen von Brigels und ist von weither sichtbar. Mich erinnert das Kistenstöckli immer an eine umgekehrte Zaine (ein verkehrter, geflochtener Korb).

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Je näher man ihm kommt, desto unnahbarer wirkt es. Der Aufstieg jedoch erfolgt von der linken Seite her und ist – Schwindelfreiheit vorausgesetzt – gut machbar. Diverse Ketten entschärfen die ausgesetzten Stellen.

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Am Fusse des Kistenstöcklis liegt die Bifertenhütte, die man von der Alp Quader aus (mit dem PW ab Brigels erreichbar) in gut 2 Stunden erwandert.

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Wenn ihr das Kistenstöckli auch mal besteigen wollt: Es hat aller Aufgeräumtheit zum Trotz noch genügend Steine auf dem Gipfel, um einen Steinmann zu konstruieren. Es muss ja nicht gerade ein solches Vorzeigemodell sein.

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Panor-AAAAH-ma!

Der Anblick morgens aus dem Hotelfenster hätte mich beinahe umgeworfen. An dem Spruch “Morgenstund hat Gold im Mund” ist definitiv etwas dran.

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Während wir gemütlich losmarschieren, hatte ich ausgiebig Gelegenheit, die Engstlenalp zu bewundern. Gestern war mir im strömenden Regen der Sinn nicht so danach gestanden.

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Auch war schon fast der ganze Aufstieg unseres Wegs in die Planplatten sichtbar. Ortskundigen Lesern wird nun auffallen, dass wir ein etwas halbstündiges Wegstück den gleichen Weg zurück gehen mussten, wie wir gestern gekommen waren. Bei diesem Wetter wahrlich kein Müssen.

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Und nochmals hatten wir ausgiebig Gelegenheit, die Obwaldner Kühe zu bewundern. So viele Kühe und Rinder wie in den letzten drei Tagen haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Es müssen weit über Tausend gewesen sein. Gerüchten zufolge sollen die Rindviecher hier schöner sein als die Einheimischen. Und noch mehr Subventionen erhalten.

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Durch diese Flanke führt der gut angelegte Weg.

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Die Nähe zum Tourismusgebiet Meiringen-Hasliberg mit seinen geöffneten Seilbahnanlagen war unverkennbar. Die Wanderer wurden zahlreicher. Ab Planplatten fädelten wir auf den Panoramaweg zur Käserstatt ein.

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Die Blumen am Weg waren nicht mehr sehr zahlreich und bestenfalls noch dort als üppig zu bezeichnen, wo nie Kühe geweidet hatten.

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Ab Käserstatt erlaubten wir uns den Luxus, mit der Gondelbahn runter zu fahren. Weiter ging es ein kurzes Stück mit dem vollen Postauto zum Brünigpass.

Wir waren drei Tage lang je etwa fünf Stunden gewandert. Hatten uns einmal mehr an unserem schönen Land erfreut, die frische Bergluft eingeatmet, die Aussicht bewundert, die kühleren Temperaturen genossen. Dieser Erinnerung würde eine Weile hinhalten müssen, denn seit unserer Rückkehr vor drei Tagen hocken wir nur noch im aussichtslosen Backofen.

Teil eins der Wanderung ist HIER nachzulesen. Und HIER Teil zwei.

Eine pass-able Fortsetzung

Hier noch die dritte und letzte Etappe unserer Wanderung die wir von Montag bis Mittwoch dieser Woche gemacht haben.

Den Wecker hätten wir uns sparen können. Einhundert Meter Luftlinie zum Kirchturm von Vals und zwei geöffnete Fenster reichten völlig aus, um uns noch vor dem Handy-Gedudel aus dem Schlaf zu reissen. Immerhin, zwischen 22.00 und 6.00 Uhr war es ruhig gewesen. Zumindest was den Kirchturm betraf.

Grundsätzlich hätten wir im Hotel erst ab 8.00 Uhr Frühstück erhalten. Das war – insbesondere in Anbetracht des Wetterberichts, der für den Nachmittag Gewitter angekündigt hatte – mindestens eine Stunde zu spät. Wir waren aber nicht die einzigen wandernden Gäste im Hotel und so stellte man alles bereit, damit wir uns selber bedienen konnten. Fast alles. Denn es hatte weder Teller noch Zucker. Auf dem papierenen Tischset mein Brot streichen war ja noch vertretbar, aber Kaffee ohne Zucker – wääääk!

Die ersten 90 Minuten des Aufstiegs verliefen angenehm im Schatten. Angenehm nicht was die Steilheit, sondern die Temperaturen betraf.

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Der Weg führte hoch oberhalb des Peiltals durch vereinsamte Alpweiden. Das Vieh war bereits weiter oben. Ein abschweifender Blick in die Ferne gab den Blick aufs “Bündner Matterhorn”, das Zervreilahorn, frei.

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Dass wir unterwegs den Weg verfehlten, will ich hier nicht weiter ausschlachten. Der Lapsus bescherte uns einige zusätzliche Höhenmeter und eine gute halbe Stunde Mehrzeit.

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Der Weg nervte mich insgesamt etwas, verlief er doch zwischendurch entlang von hohem Gras, um nicht zu sagen hüfthohen Brennnesseln. Das Vergnügen in kurzen Hosen hielt sich in Grenzen.

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Entschädigt wurde ich einmal mehr durch die Blumen am Wegrand.

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Auf gut 2’000 Metern weideten die Rinder. Ihr Gebimbel liess uns beschwingt die letzten der 1’250 Höhenmeter in Angriff nehmen.

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Auf den letzten Metern war der Weg steinig, aber gut begehbar.

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Oben auf dem Valserberg (2’504 m) gab es eine wohlverdiente Pause. Die ganze Umgebung ist gespickt mit alten Militär-Anlagen. Wir fanden allerdings nicht schlüssig heraus, welchen Felsen genau unsere Armee hier verteidigt hatte.

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Es folgte “nur” noch der Abstieg. Das Wetter schien zu halten. Die gestrige und heutige Etappe sind übrigens Teil der 19-tägigen Walserwegs, der von San Bernardino bis ins vorarlbergische Brand führt.

Obschon noch weit entfernt, hörten wir bereits den Strassenlärm der San-Bernardino-Strasse. Im Dunst ist der Zickzack der Passstrasse zu erkennen.

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Wir entschieden uns, den Abstieg nach Nufenen statt nach Hinterrhein zu nehmen. Im Nachhinein gesehen vielleicht nicht die klügste aller Entscheidungen. Wohl war der Weg markiert, aber das war dann auch schon alles. In steilem, praktisch weglosem Gelände stolperten wir zu Tale, unsere Füsse immer runder.

Der Rest ist schnell erzählt. Postauto zurück nach Splügen. Heimfahrt. Beinahe undurchdringliche Regenwand bei Sargans. Keine Blasen an den Füssen. Grosse Genugtuung über eine schöne, dreitägige Tour in unseren herrlichen Schweizer Bergen bei Prachtswetter und das Wissen, wieder mal etwas nicht Alltägliches vollbracht zu haben.

Wer den Anfang verpasst hat: Hier geht es zum ersten und zweiten Teil der Wanderung von Splügen über Safierberg ins Safiental, weiter über den Tomülpass nach Vals und schliesslich (oben beschrieben) über Valserberg zurück nach Nufenen.

Und was pass-iert als nächstes?

Die Nacht war etwas unruhig. Kein Wunder, im Turrahus hört man jeden Furz; schon beim blossen Gedanken, mitten in der Nacht den Weg zur Toilette zu suchen, kracht das 300-jährige Gebälk. Was uns mehr beschäftigte, war das Wetter, hatte es doch am Abend sage und schreibe eine Stunde lang ergiebig geschüttet.

Der Blick frühmorgens aus dem Fenster zerstreute sämtliche Bedenken. Keine Wölklein waren auszumachen. Kurz vor acht Uhr brachen wir auf Richtung Tomülpass. Der Weg war angenehm zu begehen, keine eigentlichen Rampen. Er ist sogar für Mountain-Biker ausgeschildert. Allerdings muss man da schon ziemlich sicher im Sattel sein. Und selbst die grössten Profis müssen hier ab und zu ihr Rad schieben.

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Wir jedoch waren bekanntlich zu Fuss unterwegs und jeder einzelne Schritt war purer Genuss. Immer wieder musste ich stehen bleiben. Nicht, um Atem zu holen, sondern um die grandiose Szenerie zu geniessen und Blüemli zu fotografieren. Diese präsentierten sich nach dem Regen der vergangenen Nacht noch etwas zerzaust.

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Kurz vor Erreichen der Passhöhe flitzte ein pelziges Etwas wenige Meter vor uns auf dem Weg davon. Wir gingen ein paar Schritte weiter, ich machte die Kamera scharf und schon kam der Mungg wieder zum Vorschein. Mein lieber Kleiner, du musst noch etwas anfressen, damit du gut über den nächsten Winter kommst!

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Und schon waren wir oben. 800 relativ gemütliche Höhenmeter. Allerdings praktisch vom ersten Meter an in der Sonne, und die heizte kräftig ein.

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Auf der anderen Seite des Tomülpasses änderte sich die Szenerie, und vor allem die Bodenbeschaffenheit. Das blühende Wollgrass ist ein sicheres Indiz, dass hier nicht nur nach einem Regenschauer überall Wasser aus dem Abhängen läuft.

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Nach einer längeren Pause am mäandrierenden Bach von Riedboda ging es unweigerlich an den Abstieg. Als ich den ersten Blick durch den steilen Bannwald von Vals bis runter ins Dorf werfen konnte, haute es mich fast um. So steil! So weit unten! Tja, 600 Höhenmeter sind 600 Höhenmeter. Und mit jedem Schritt, dem wir dem Talboden näher kamen, wurde es heisser.

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In gebührendem Abstand zu uns lief eine vierköpfige Familie, die die gleiche Route gewählt hatte und die wir immer wieder antrafen. Der Zehnjährige soll am Ende des Tages in Vals gesagt haben, seine Füsse seien nun aber wirklich irreparabel. Wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, hat ein Aufenthalt vor dem Fernseher im Hotelzimmer diesbezüglich wahre Wunder vollbracht.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich steuerten unsere temporäre Bleibe an. Das Hotel Edelweiss befindet sich direkt am Dorfplatz von Vals, wo sich ausser unter den Sonnenschirmen der beiden Restaurants kein Schatten fand. Entsprechend waren die Temperaturen.

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Unsere beiden Gäste, meine Mutter und ihr Partner, hatten wir ins Valsertal gelotst um abends gemeinsam essen zu gehen. Das Restaurant Glenner kann ich wärmstens empfehlen. Noch nie habe ich ein so flächendeckendes Gordon-Bleu im Teller meines Mitbewohners gesehen! Auch mein Lammfilet war ein Gedicht.

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Daraus baut man in Zürich den Sechseläutenplatz. In Vals wird der in der Nähe abgebaute Quarzit zur soliden Brücke.

Hier geht es zur ersten und dritten Etappe unserer Wanderung.

Die pass-ende Wanderung

Herr und Frau Flohnmobil haben wieder mal Wanderfreuden gefrönt. Das ist an sich nichts Neues. Neu ist nur, zumindest in diesem Jahr, dass mehrere Tage aneinander gewandert wurden. Von Pass zu Pass. Doch schön der Reihe nach.

Ausgangspunkt war Splügen. Dort ging’s gleich zur Sache, ruppig und steil. Mein innig geliebter Mitbewohner pflügte sich regelrecht durchs Gras, das teilweise ohrenhoch stand.

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Dies war umso erstaunlicher, als weiter oben der hinterste und letzte Bauer am Gras mähen zu sein schien.

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Erst bei der Stutzalp liessen wir die Zivilisation hinter uns, es wurde schroffer, rauer. Zu unser Rechten hatte sich der Bach tief eingegraben. Auf der Flanke weideten übrigens Schafe.

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In angenehmer Steigung ging es weiter taleinwärts. Die Vegetation wurde immer karger, erinnerte mich mit ihrem niederen Wuchs teilweise sogar an Alaska.

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Blüemli hatte es natürlich auch noch am Weg.

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Auf 2’486 m hatten wir die Passhöhe erreicht: den Safierberg. Ab hier ging es – wie der Name beinahe vermuten liesse – runter ins Safiental.

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Der Weg recht angenehm, die Aussicht grandios, wir tippelten gemütlich runter, versuchten die Murmeltiere auszumachen, deren Warnpfiffe wir ständig hörten. Da wir genügend Zeit hatten, machten wir kurz vor Erreichen der Talsohle nochmals Rast, bestaunten den mehrstöckigen Wasserfall, der vom Alperschällihorn her in die Tiefe stürzt und erfreuten uns am Dasein.

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Der schönste Anblick verliert indes an Reiz, wenn man Durst hat. Noch eine knappe Stunde trennte uns von unserem Tagesziel, dem Turrahus. Dieses liegt auf 1’694 m am Ende des Safientals.

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Im 300-jährigen Walserhaus hatten wir uns ein Zweierzimmer reserviert. Das Berghaus war recht gut besucht von Wanderern und Mountainbikern. Man scheint dort auf grossen Ansturm eingerichtet zu sein. Vermutlich war das Haus nicht ganz besetzt, ich schätze, dass etwa 40 Übernachtungsgäste dort waren. Die Verpflegung war der Hammer, selten habe ich eine bessere Lasagne gegessen. Etwas dürftig sind die sanitären Anlagen, hat es doch nur gerade zwei Duschen und drei Toiletten. Diesbezüglich bin ich allerdings nicht verwöhnt und erinnere mich in solchen Fällen an frühere Jahre, wo ich fast jedes Wochenende in SAC-Hütten übernachtete, die damals allesamt sehr primitiv eingerichtet waren. Unter diesem Aspekt war es eine regelrechte Wohltat, einige Minuten auf das Freiwerden einer Toilette warten zu dürfen, statt draussen hundert Meter über Fels und Geröll zu einem Plumpsklo über dem Gletscher turnen zu müssen.

Die Fortsetzung gibt es hier.