Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Blumen

Mutter Natur auf Abwegen (14)

Tulpen. Sie sind die Frühlingsboten schlechthin – auch wenn sie bereits im tiefsten Winter in den Läden als Schnittblumen angeboten werden. 

Mittlerweile blühen sie in den Gärten. Und in den Läden werden dafür bereits Geranien verkauft.

Ich habe mir dieses Jahr keine Tulpen gekauft. Aber letzte Woche einen Strauss voll erhalten. Und darunter war diese Zwillings-Tulpe.

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In der Endversion sah der gefiederte Doppeldecker dann so aus:

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Ab solchen Sachen kann ich mich freuen. Und deshalb wird dies hoffentlich noch lange nicht der letzte Beitrag dieser Serie gewesen sein.

Achtfacher Frühlingsgruss

Es ist wohl so, dass es früher oder später jedes Jahr Frühling wird. Und Jeder und Jede merkt das auf seine und ihre Weise.

Leute wie Zimi entwickeln Frühlingsgefühle beim wandern. Bestimmt nicht die schlechteste Variante.

Andrea findet bereits den ersten Bärlauch. Diese Entdeckung steht in unseren Breitengrade noch aus.

Oder Lieschen entdeckt die ersten Blümchen bei einem Rundgang in ihrem Garten.

Selbst der berühmteste Blogger-Hund der nördlichen Hemisphäre spürt den Frühling auf seine ganz eigene Art.

Und auch Frau Flohnmobil kann von einem Vorfall berichten, der darauf schliessen lässt, dass der Frühling nicht mehr nur vor der Haustüre steht, sondern bereits jenseits der Türschwelle ist. Heute Abend fand ich doch tatsächlich eine kleine Spinne auf meinem Küchenboden. Und nun soll ja niemand auf die Idee kommen, sie sei

a) tot oder
b) noch töter und ohnehin vom letzten Jahr

denn mein Küchenboden ist nigel-nagel-neu. Insofern durfte sich dieses kleine Spinnentierchen bestimmt rühmen, das erste kleine Spinnentierchen zu sein, das über diesen neuen Boden beinern konnte. Allerdings hatte ich nicht die Musse, dem Achtbeiner zuzusehen, welche Richtung genau er denn einschlagen wollte. Ob er unterwegs in den Frühling war oder sich an die Wärme retten wollte.

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Andere Länder – andere Sitten (8)

Der Valentins-Tag neigt sich in unseren Breitengraden dem Ende entgegen. Nicht so in Amerika. Dort hat der Valentins-Tag dank der Zeitverschiebung den Zenit noch nicht erreicht. Und wird auch sonst ganz anders als bei uns zelebriert. Bei uns ist es eine Angelegenheit zwischen Liebenden. Paaren.

In Amerika, also den USA, grassiert am Valentins-Tag eine regelrechte Karten-Epidemie. Da werden Karten verschickt für “die liebste Tante, “den besten aller Brüder”, „die netteste Arbeitskollegin“, “die süsseste Enkelin” und natürlich auch “an den allerliebsten aller Ehemänner”.

Ich fand das damals ziemlich absurd. Von der Geschäftsidee “Valentins-Tag” profitieren in den USA anders als bei uns nicht nur die Floristen und Schokolade-Produzenten, sondern in mindestens genauso grossem Ausmass die Anbieter von Grusskarten.

Nun ist das ja so, dass es schon ein paar Jährchen her ist, seit ich in den USA war. Vielleicht ist es seither noch schlimmer geworden mit dieser Karten-Versand-Epidemie. Vielleicht ist Facebook in die Bresche gesprungen und die Post hat das Nachsehen. Wie auch immer, es wird niemanden erstaunen, dass mich das ganze Getue gänzlich kalt lässt. Und meinen innig geliebten Mitbewohner auch. Und wir lieben uns trotzdem innig. Und sind heute auf den Tag genau seit 24 Jahren ein Paar. Was nichts, aber auch gar nichts mit Valentin zu tun hat, sondern lediglich auf unsere damaligen Terminkalender zurückzuführen ist.

Wer hat heute einen Blumenstrauss verschenkt oder geschenkt erhalten?

Bildergebnis für be my valentine

Mutter Natur auf Abwegen (12)

Im Wissen darum, dass die Blüten der Sonnenblume in der Regel so aussehen:

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oder wahlweise auch um einiges grösser…

… liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei diesem Exemplar in meiner Blumenvase um eine siamesische Sonnenblume handeln muss.

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Und um eine ziemlich grimmig aus der Wäsche guckende obendrein. 

Auf dem Weg der tausend Blumen

Ich bin euch noch schuldig, wo ich das horizonterweiternde Bild vom gestrigen Beitrag geschossen habe. Kenner wie Werner haben das breite Tal sicher erkannt. Allen anderen sei geflüstert: Es ist das Wallis.

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Unsere prächtige Panorama-Wanderung führte uns auf dem Sentier botanique Mille Fleurs bei Ovronnaz auf den äussersten Punkt, den Grand Garde, von dem aus wir nahezu 2’000 Meter tiefer ins breite Tal der Rhone blicken konnten.

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Die Blumenvielfalt war trotz fortgeschrittenem Sommer immens und immens beeindruckend. Beinahe noch beeindruckender waren all die stattlichen und zum Teil uralten Lärchen. Genauso wie die Lärchenleichen, die uns fast auf dem ganzen Weg begleiteten. Bzw. wir an ihnen vorbei wanderten, um bei der Wahrheit zu bleiben.

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Wahrlich ein gelungener Einstieg, um endlich mal im Wallis auf Wanderschaft zu gehen.

Prima Ballerinas

Ich bin ganz vernarrt in diese Fuchsie.

“White Eyes” heisst sie und beglückt mich mit einer Unmenge an grossen, gefüllten Blüten.

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Sehen sie nicht aus wie durch die Lüfte schwebende Ballett-Tänzerinnen mit gerafften Röcken?

Auf der Sumpftour

Ist von einer Sumpftour die Rede, versteht man hierzulande eine Sauftour. Von Kneipe zu Kneipe bzw. von Beiz zu Beiz, wie ein Restaurant in der Schweiz volkstümlich genannt wird. Ein Besäufnis, wie und wo auch immer, liegt meinem innig geliebten Mitbewohner und mir fern. Zu einer Sumpftour ist es dennoch vor kurzem gekommen. Allerdings gänzlich alkoholfrei.

Den Chli Aubrig kann man von der Sattelegg aus auf zwei Varianten angehen. Wir entschieden uns für den Weg über Wicherten, wussten wir doch zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, ob wir den Hoger nach dessen Besteigung gleich noch umrunden würden.

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Das taten wir dann tatsächlich, weil a) das Wetter immer schöner wurde und wir b) nur wenn es sich gar nicht anders machen lässt auf dem Hin- und Rückweg den gleichen Weg laufen.

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Schon die Karte hatte erahnen lassen, dass es im Gebiet von Unter Alten etwas feucht werden könnte. Dass es allerdings soooooo nass sein würde, übertraf unsere kühnsten Vorstellungen.

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Als Entschädigung für die Sumpftour kamen wir in den Genuss von herrlichen Blumenwiesen.

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Glücklicherweise fanden wir kurz vor dem Parkplatz einen Brunnen, aus dem momentan garantiert keine Kühe saufen. So konnten wir mit etwas Handarbeit unsere Schuhe vom gröbsten Schmutz befreien. Bei eingehender Betrachtung stellte sich heraus, dass nicht nur die Wanderschuhe etwas gelitten hatten, sondern auch unsere Hosen. Da diese eigentlich frisch gewaschen waren, schlug der Mitbewohner vor, daheim den untersten Teil der Hosen “echli z’tünkle”. Was so viel heisst, wie “etwas ins Wasser tauchen”. Ich schaute an mir herab und musste ziemlich ernüchtert feststellen, dass der besagte unterste Teil meiner Hose im gegebenen Fall bis ziemlich weit hinauf reichte. Viel wäre da nicht mehr trocken geblieben.

Mutter Natur auf Abwegen (11)

Unter diesem Titel könnte ich nun etwas schreiben über das kalte Wetter und die Schneefälle, die so manchen auf dem falschen Fuss erwischt haben. Oder übers Skifahren, das unter den gegebenen Umständen nochmals richtig Spass macht. Darüber aber, das bin ich mir bewusst, will hier niemand mehr lesen. Deshalb etwas Schönes, Nettes, dem der Wintereinbruch wenig anhaben kann.


Frühlingsboten im Doppelpack.

Darf ich vorstellen:

meine siamesischen Tulpen.

 

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Herbstboten

Heute sah ich sie wieder. Heute, auf unserer Wanderung, die so herbstlich kühl auf der Schwägalp begann. Dort, wo die Sonne heute erst um zehn Uhr hin kam.

Sie begegneten mir zwar erst später, gegen Ende der Wanderung, kurz vor Urnäsch. Zahlreich standen sie in der Wiese. Reckten ihre Köpfe der Sonne entgegen.

Die ersten ihrer Sorte sah ich zwar bereits vor 10 Tagen auf der Wanderung in Tschiertschen. Doch damals wollte ich es noch nicht wahrhaben, dass der Herbst ins Land zieht. Mittlerweile lässt es sich nicht mehr verleugnen. Am Morgen ist es feucht, später hell, mitunter neblig. Und vor allem nicht mehr so heiss. Darüber bin ich allerdings froh. Für mein Wohlbefinden haben 25 Grad noch immer gereicht.

Der Anblick von Herbstzeitlosen – seufz – er geht immer auch mit einer gewissen Wehmut einher.

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Der Hitze entronnen

Wie ich im gestrigen Beitrag erwähnt habe, ist meine bevorzugte Art, der gegenwärtigen Hitze zu entfliehen, mich in die Höhe zu begeben. Mit Höhe meine ich nicht etwa den oberen Stock eines Hauses oder die Sprossen einer Leiter an einem schönen, alten Kirschbaum. Unter Höhe verstehe ich Berge. Und damit wir uns richtig verstehen: Unter Bergen rangiert bei mir erst, was mindestens 1’500 Meter hoch ist.

Da wir im Flachland daheim sind, ist so ein Ausflug in die Berge immer mit einer mehr oder weniger langen Anfahrt verbunden. Als wir um 7.00 Uhr losfuhren, war es bereits 22 Grad warm. Erste Zweifel kamen auf, ob es nicht doch zu heiss war, für ein solches Unterfangen. Immerhin, die ersten 1’000 Höhenmeter waren die lockersten des Tages. Äugstenbahn sei Dank.

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Auf knapp 1’500 m ging’s los und wir waren dankbar, dass die ersten 600 Höhenmeter des Aufstiegs grösstenteils im Schatten verliefen. Ebenso dankbar waren wir um diesen Brunnen mit seinem erfrischenden Nass.

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Es sollte sich bald herausstellen, dass der Weg nicht überall einfach zu finden war, die Markierungen eher knapp. Irgendwie fanden wir – dank langen Hälsen und Sperberaugen – immer wieder auf die vorgesehene Route zurück.

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Im oberen Teil war der Schnee zum Teil noch nicht lange geschmolzen, kurze Abschnitte mussten durften wir sogar noch über die ehemals weisse Pracht gehen. Es kühlte wunderbar von unten!

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Der höchste Punkt unser Runde war das Schwarzstöckli (2’385 m). Wie herrlich kühl es dort oben war! Etwa 22 Grad, dazu ein angenehmes Lüftchen. Vom nicht sehr markanten Gipfel habe ich euch kein Bild mit heim gebracht, dafür noch ein paar Blumen. Und diese blühten entlang unserer Runde ganz besonders üppig. Dies, weil dort weder Vieh weidet noch Gras gemäht wird. So können die Blumen ungehindert wachsen und sich versamen.

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Männertreu und Frühlings-Enzian

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Die Soldanelle erscheint unmittelbar nach der Schneeschmelze.

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Auch der Stengellose Enzian zeigt sich schon bald nach der Schneeschmelze.

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Clusius Primel in ihrem privaten Steingarten.

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Blümchen-Teppich auf 2’300 Metern

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Schlüsselblumen kennt jedes Kind. Aber das Kind Bea wusste nicht, dass sie auf 2’000 Metern noch vorkommen.

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Zwei Raritäten: Alpen Akelei (Blüte wird bis 8 cm gross) und Wolfs-Eisenhut

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Blumen soweit das Auge reicht.

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Im Abstieg vom Rotärd. Der Blick Richtung Tödi ist leider nicht ganz durchsichtig.

Nach fünf Stunden Wanderzeit waren wir wieder zurück am Ausgangspunkt beim Bähnli. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich waren uns einig: Es war nicht nur landschaftlich eine lohnende Wanderung. Nein, schon lange nicht mehr haben wir eine derartige Vielfalt und Fülle an Alpenflora gesehen.

Sollten wir jemanden gluschtig gemacht haben: Wandertipps gibt es HIER nachzuschlagen. Blüemli-Liebhaber kommen auch auf kürzeren Routen im Gebiet auf ihre Rechnung.