Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Deutsch

Klauen für Moderne

Wie ich aus gut unterrichteter Quelle vernommen habe,
sagt man heutzutage nicht mehr “Dieb”.

Neudeutsch heisst es offenbar

Fachkraft für spontane Eigentumsübertragung

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Ob dieser Begriff allerdings auch für moderne Formen des Verbrechens wie

Datenklau im Internet

Skimming

Phishing und

Kreditkarten-Betrug

gilt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Fluchen im Dienste der Weiblichkeit

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In meinem kürzlich erschienenen Beitrag Fluchen für Quereinsteiger habe ich mich mehr oder weniger darauf beschränkt, euch einen Link mit angeblichen Fluchwörtern unterzujubeln. Das ist mir auch einigermassen gelungen. Allerdings, und da muss ich diversen Kommentierenden Recht geben, sind es doch eher harmlose Schimpfwörter. Und ausserdem beziehen sie sich mehr oder weniger auf das männliche Geschlecht.

Ob Sürmel oder Habasch, richtig derbe Kraftausdrücke waren nicht darunter. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Nettigkeiten fallen mir ein, die meinem Geschlecht schmeicheln.

Da wäre mal die Scheese, Schachtle, Tschädere, Schälle oder Schreckschruube. Auch Zwätschge wird gerne ausgeteilt, nicht nur im Herbst. Nicht mehr sehr gebräuchlich ist die Gurre, ganz im Gegensatz zu Häx und dem für meine Ohren doch sehr derben Wiib.

Mit Lise und Griite werden Vornamen zu Schimpfwörtern verhunzt. Im entsprechenden Zusammenhang ist auch einer Tante nichts Positives abzugewinnen.

Aus der Tierwelt stammen Geiss, Chue oder Chatz. Während viele Begriffe auch von Frauen für Frauen verwendet werden, wird der letzte Ausdruck vorwiegend von Männern gebraucht. Aber bevor ich mich weiter darüber auslasse und daraus ein Ausflug ins horizontale Gewerbe wird, frage ich euch:

Was gibt es in eurem Dialekt für Nettigkeiten, um eine Frau zu beschimpfen?

Fluchen für Quereinsteiger

Wie war das nochmals mit den Fremdsprachen? Man beherrscht sie erst, wenn man fremdsprachig träumt?

Für einige Leute mag das zutreffen. Ich beginne mich erst ab dem Moment in einer Fremdsprache wohl zu fühlen, wo ich Witze machen kann. Witze verstehen ist dann allerdings eine andere Liga…

Und dann gibt es noch die Leute, die finden, dass man unbedingt in einer Fremdsprache das Fluchen beherrschen muss.

Wie auch immer, wenn einer meiner Leserinnen und Leser von ausserhalb der Schweiz etwas Nachhilfe in helvetischem Fluchen in Anspruch nehmen will, sei ihm ein Blick auf diese Website empfohlen.

Selbstverständlich kann auch einheimischen Lesern ein Blick dorthin nicht schaden.

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Ja bin ich denn ein Fisch!!!

Beinahe könnte man meinen, Petrus hätte sich den Spruch

A   d e   P f i n g s t e   s c h i f f t s   a m   r i n g s t e .

zur Brust genommen. Jedenfalls wendet er ihn momentan sehr inbrünstig an. Und was macht der kultivierte Wohlstandsbürger in Zeiten, wo selbst Schnecken und Regenwürmer an einen trockenen Ort flüchten? Er hat grundsätzlich mehrere Möglichkeiten.

1. Er sucht sich einen trockenen Platz und ergibt sich seinem Schicksal.

2. Er flieht in den sonnigen Süden (was allerdings mit viel automobiler Geduld am Gotthard verbunden ist).

3. Er lässt sich nichts anmerken (das dürfte nur für hier mitlesende Fische und Amphibien zutreffen).

4. Er ergreift die Flucht nach vorne und begegnet der flüssigen Katastrophe mit flüssiger Gegenwehr (diese Methode – in der Light-Version – haben mein innig geliebter Mitbewohner und ich gestern Abend angewandt und uns ein Glas Wein zum Essen gegönnt).

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Letzteres wird bei uns salopp als “d’Lampe fülle” (die Lampe füllen) bezeichnet. Dieses sinnlose Betrinken (Betrinken ist in meinen Augen immer sinnlos, es gibt keinen plausiblen Grund, sich volllaufen zu lassen) kennt bestimmt noch mehr lokal gefärbte Bezeichnungen.

Wie sagt ihr dazu?

Leichtsinnige Putzlappen

Der Gedankenanstoss zu diesem Beitrag kam mir gestern beim putzen. Ja, beim putzen. Das musste auch wieder mal sein. Und bei diesem Sauwetter hatte ich nicht viel verpasst. Wer weiss, vielleicht schlägt der Regen ja doch mal in Schnee um und es wird noch Winter in diesem Winter. Und dann sind sowohl mein innig geliebter Mitbewohner als auch ich lieber auf der Skipiste anzutreffen als hinter dem Staubsauger.

Es dürfte bei einer eher etwas linkischen Bewegung gewesen sein, als mir in den Sinn kam, wie meine Mutter mich früher ab und zu mal als “Gispel” bezeichnet hatte. Wahrscheinlich hatte ich gerade wieder mal mit den Händen gesprochen und dabei ein volles Glas im hohen Bogen vom Tisch in eine entlegene Ecke befördert. Oder ich hatte mir drei Sachen gleichzeitig vorgenommen, und nichts wollte gelingen.

Gispel? Ich habe mich gefragt, wie man diesen Begriff mit einem Wort ins Deutsche übersetzt. Und bin dran gescheitert.

Im Schweizerischen Idiotikon ist nachzulesen:

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Aber ich weiss immer noch nicht, was ein Gispel auf Deutsch ist.

Irgendwelche guten Ideen? Gispel wird es wohl nicht nur in der Schweiz geben…!

Frühlingsrollen mit Nutella

Wenn du das Nutella-Glas an dein Ohr hältst,
kannst du ganz leise eine Bikini-Figur weinen hören.

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Der Spruch stammt nicht von mir, aber ich finde ihn originell. Vielleicht auch nur deshalb, weil sich meine Bikini-Figur von Nutella nicht beirren lässt.

Eine köstliche Bezeichnung für das, was der Figur mitunter etwas abträglich ist, habe ich kürzlich gehört: Frühlingsrolle. Das tönt doch viel hübscher als Speckschwarte, Beule, Pirelli oder Wampe.

Und nun stelle ich mal wieder eine meiner Lieblings-Fragen:

Wie nennt ihr in eurem Dialekt das Zuviel an Figur?

Zuhinterst

Als ich meinen Blog über die spektakuläre Baum-Kosmetik-Aktion schrieb, wählte ich meine Worte mit besonderer Sorgfalt. Das mache ich zwar eigentlich immer. Aber diesmal musste ich schauen, dass nicht bereits der Titel falsche Erwartungen weckte.

Ich fand jedoch, dass “Hintern” ein durchaus anständiges Wort sei für das, wo man sich normalerweise draufsetzt. Hätte ich beispielsweise “Füdli” geschrieben, wäre es zwar nicht ausgesprochen vulgär gewesen, aber das hätten nur die Schweizer verstanden. Hätte ich “Derrière” geschrieben, wäre mein grosses Sprachtalent zum Ausdruck gekommen, wählen doch die Franzosen dieses Wort für ihre Sitzfläche. Und mit einem kleinen Strichlein weniger pflegen sich die Engländer gepflegt auszudrücken.

Ich betreibe mal wieder eines meiner Lieblingsspiele und frage euch:

Wie heissen die vier Buchstaben in eurem Dialekt? Und ist es so, wie ihr sie nennt, eher vulgär, Kindersprache oder nicht mehr oder weniger als das, was es nun mal ist:
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Ein mehr oder weniger breites Körperteil.

Unser edelstes Stück

Während ich mit meinem dank Helm und sicherem Fahrstil auch nach 10 Skitagen noch intakten Oberstübchen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags grad auf dem Heimweg bin (du meine Güte, was für ein geschwollener Satz!), möchte ich den Ball mal wieder meinen Leserinnen und Lesern zuspielen.

Ich beschäftige mich ja liebend gerne mit anderen Dialekten und Sprachgebräuchen. Deshalb hat mich der letzte Beitrag auf die Idee gebracht, mal wieder eine kleine Umfrage zu starten.

Auf Schweizerdeutsch ist es – ziemlich salopp ausgedrückt – der Grind. Vornehm nennt es sich Haupt. Er hat Auftritte als Brummschädel, Sturkopf, Dummkopf, Kahlkopf. In der Schweiz rangiert er unter dem Begriff Näggel oder Bire. Ein Berufsschul-Lehrer von mir hat jeweils gesagt, wenn bei einer einfachen Rechnung alle den Taschenrechner zückten: “Aber meine Damen und Herren, so etwas rechnet man doch mit dem Halsabschluss!”

Wie nennt ihr euer edelstes Stück?

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Fondueplausch

Ein bisschen aus Faulheit,

aus lauter Schadenfreude, weil mein Blogklon damit Probleme hat

und in erster Linie weil ich’s witzig finde,

hier und heute nur ein Video:

Fragestunde

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