Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Ärger

Ausgelatscht

Mittlerweile gelten sie ja als in. Lange Zeit jedoch erntete man ein mitleidiges Lächeln, wenn man mit Birkenstöcken an den Füssen in Erscheinung trag. Sofort war man in der Schublade “handgestrickter Bauerntrampel” versenkt. Mich hat das über all die Jahre nie gestört. Die Gesundheit meiner Füsse und mein persönliches Wohlbefinden ist mir entschieden wichtiger als irgendwelche Modeerscheinungen. In den vergangenen Jahrzehnten habe ich im Schnitt alle 1,5 Jahre ein Paar Birkenstöcke verheizt. Ich trage sie nicht nur als Hausschuhe, sondern im Sommern bei trockenem Wetter beinahe rund um die Uhr. Sie waren auch auf Reisen mein treuster Begleiter. Nebst meinem innig geliebten Mitbewohner selbstverständlich.

So habe ich Sydney in Birkenstöcken besucht, bin in Korsika mit ihnen durch Schluchten geklettert. Manchen Markt mussten sie mit mir besuchen. Von vielen schönen Aussichtspunkten aus ins Lande schauen. Und immer wieder gingen sie mit mir zusammen auf Campingplätzen duschen. Dann nämlich, wenn man vor lauter Staub ihre Farbe nicht mehr erkennen konnte.

Leider gibt es da ein kleines Problem, das sich mit duschen nicht lösen lässt. Seit jeher habe ich relativ starken Fussschweiss. Darunter habe ich als Kind schon gelitten, wenn meine Füsse im Sommer barfuss in Holzzoccoli steckten. Davon sind auch Birkenböcke nicht verschont.

Vor kurzem hat es mir wieder mal den Hut gelupft und ich weichte meine Birkenböcke kurzerhand ein, schrubbte sie mit Bürste und Seife und erhoffte mir Linderung für meine geplagte Nase. Leider scheint sich die Wirkung des Waschgangs ins Negative zu manövrieren. Die im Leder vorhandenen Bakterien wurden offenbar regelrecht aktiviert durch das Procedere.

Als der Mitbewohner von meiner Verzweiflungstat erfuhr, meinte er: „Versuch doch mal, die Schuhe tiefzukühlen. Vielleicht werden dadurch die Bakterien abgetötet.“ Und da guter Rat bekanntlich teuer ist, liess der beste Rat nicht lange auf sich warten. „Aber vielleicht solltest du deine Füsse vorher rausnehmen.“

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Biologisch für Anfänger

Da lag es. Klein, bunt und absolut deplatziert.

Vielleicht schämte es sich für seine Anwesenheit. Mich dünkte jedenfalls, dass das seine geeignete Einstellung gewesen wäre.

Aber im Grunde genommen trug es selber keine Schuld. Da hatte wieder mal so ein Mensch gewirkt.

Dennoch fragte ich mich, was an einem Bio-Getreidestängel noch Bio war, wenn man seine Kunststoff-Verpackung in den Bergen achtlos wegwarf.

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Du armer T(r)opf

Zuerst waren sie noch zu dritt. Vereint in ihrem Elend, dem Tode geweiht. Dann plötzlich waren von den drei Blumentöpfen nur noch zwei dort. Und schliesslich blieb noch einer. Mutterseelenalleine. Man kann mutmassen, dass seinen anderen beiden Kompagnons ein neues Zuhause gefunden hatten.

So wird das bei uns mitunter gemacht. Man stellt das, was man denkt, es könnte vielleicht noch jemand gebrauchen, zuerst mal neben die grossen Abfall-Container. Nimmt die Dinge – wahlweise Stühle, Matratzen oder in unserem Fall grosse Pflanzgefässe – niemand innert nützlicher Frist mit, so versieht man sie mit einer Abfallmarke und bei der nächsten Kehrichtabfuhr nehmen die Müllmänner sie mit.

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Zum allgemeinen Verständnis muss hier folgendes erwähnt werden: In den meisten Gemeinden der Schweiz gibt es zweierlei  Abfall-Gebühren. Die erste Gebühr wird unabhängig von der anfallenden Menge Abfall pauschal pro Wohneinheit erhoben. Die zweite in Form von kostenpflichtigen Abfallsäcken oder – wie im Fall von unserer Gemeinde – Abfallmarken, die man auf den Sack klebt oder auf das Ding, das nicht in einen Abfallsack rein passt.

Übrig blieb also nur noch ein Pflanzgefäss, das noch immer dort steht, wo es sein alter Besitzer deponiert hat. Nach über drei Wochen hat dieser wohl eingesehen, dass er um die Investition einer Abfallmarke nicht mehr herumkommt. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass einen Tag bevor die Müllabfuhr jeweils kommt, auf der Innenseite des Keramiktopfs eine rote Abfallmarke klebte. Am besagten Tag jedoch war sie nicht mehr dran. Der Abfallmarken-Dieb hat erneut zugeschlagen! Wie weit muss man sinken, dass man für weniger als zwei Franken eine solche Abfall-Marke abklaubt?

Kriegserklärung

Es musste so kommen. Wie jeden Sommer. Der Krieg ist ausgebrochen! Und im Hause Flohnmobil ist man dem hinterlistigen Feind hilflos ausgeliefert.

Fruchtfliegen!

Sie zu bekämpfen ist die Sisyphus-Arbeit des Sommers schlechthin. Sobald Früchte in der Wohnung sind, werden die Fruchtfliegen! magisch angezogen. Eine halbe Erdbeere reicht schon. Ganz zu schweigen von einer reifen Melone, die eine ganze Wohnung zu beduften vermag.

Man kann die Fruchtfliegen! dezimieren, indem man sie im Nahkampf ans Fenster, an den Küchenschrank oder die Melone klatscht. Alles endet mehr oder weniger im IGITT!

Oder man offeriert ihnen einen Essig-Rotwein-Spülmittel-Cocktail in einem speziellen Behälter, auf dass sie möglichst schnell absaufen. Das funktioniert, wenn ich mir die Fussabdrücke an meinem Küchenfenster anschaue, nicht bei allen Flugobjekten, die sich in die Fliegenfalle verirren.

Keine Früchte essen ist auch eine schlechte Alternative.

Sich über die Fruchtfliegen! nicht ärgern kann man nicht, oder doch?

Was unternehmt ihr gegen die Mini-Biester?

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Natürlich bin ich nicht die erste Bloggerin, die sich über Fruchtfliegen! ausgelassen hat. Schaut euch mal diesen schon etwas älteren, aber nichts desto trotz sehr lesenswerten Beitrag an.

Verstehe einer diese Menschheit

Gewagte Überholmanöver.
Hupen.
Stinkefinger zeigen.
Mit PS-geschwängerten Boliden durch die Gegend rauschen.
Die Geschwindigkeits-Kontrolle der Polizei sicher ein einträgliches Geschäft.

Wieso hatten es heute alle so eilig?

Konnten sie sich nicht erfreuen am prächtigen Wetter dieses Sonn(en)tags? Ein Blick über die Nasenspitze hinaus hätte die Schönheit der Natur offenbart. Die saftig grünen Wiesen und die schneebedeckten Berge dahinter. Aber dafür hätte man vermutlich aus dem Auto steigen, hätte sein Motorrad am Strassenrand parken müssen. Manch einem würde dabei die Geräuschkulisse fehlen, um die Umgebung angemessen bewundern zu können. Und der Gestank nach Abgas.

Verstehe einer diese Menschheit.

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Bocke wer wolle

Auch auf die Gefahr hin, dass dies hier bald als Food-Blog ausgelegt werden könnte – ich muss nochmals zurückkommen auf unser Ostergitzi. Dieses erreichte bekanntlich den Teller in unzureichendem, um nicht zu sagen ungeniessbarem Zustand.

Ich gönnte der Ziege weitere 60 Minuten an der Wärme und probierte zwischendurch mal die Sauce, in der es ziemlich viel Rahm hatte. Da auch die Sauce – wie kaum anders zu erwarten war – ziemlich stark “mäggelete”, gab ich gut zwei Esslöffel weissen Balsamessig rein. So wurde sie geniessbar. Was wohl aus dem Fleisch geworden war nach insgesamt fast zwei Stunden Kochzeit? Jetzt musste es zumindest weich sein. Dachte ich.

Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Das Fleisch roch nicht nur nach Ziegenbock, es schmeckte auch so, als ob sich die sterblichen Überreste eines prämierten Zuchtbocks in unseren Tellern eingefunden hätten. Zäh wie sonst was!

“Damit kannst du machen, was du willst, ICH esse das nicht”, ertönte es von der anderen Seite des Tisches. Trotzdem schob mein innig geliebter Mitbewohner gleich eine gute Idee hinterher, was mit dem Fleisch anzufangen sei. “Das Goldschätzchen hätte dein Ostermenü bestimmt gefressen.” Daran zweifelte niemand. “Oder vielleicht kannst du das Fleisch vom Knochen schaben, es durch den Fleischwolf drehen und einen Hamburger draus machen.” Wie sehr ich auch wusste, dass dieser Vorschlag nicht ernst gemeint war, ich musste dem Mitbewohner dennoch vehement widersprechen. “Du glaubst doch nicht etwa, dass ich daraus noch einen McMäck mache!”

Gitzifleisch ist für mich gestorben. So gerne ich in der Küche auch etwas Neues ausprobiere, DAS werde ich garantiert nie mehr kochen. Komme was wolle. Auf so etwas habe ich im wahrsten Sinn des Wortes keinen Bock.

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Moderne Hausierer

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Ich kann mich noch gut an dieses Schild erinnern. Es hing nicht nur am Eingang zum Haus, in der meine Mutter und ich damals wohnten. Es war früher – in meinem Fall Anfangs der Siebziger Jahre – gang und gäbe, solche Schilder anzubringen.

Die Hausierer des 21. Jahrhunderts sind moderner geworden. Sie klingeln nicht mehr an der Haustüre und versuchen einem Hosenträger, Bürsten oder Wehwehchen-Pästchen anzudrehen. Aber klingeln tun sie immer noch. Das nervt. Und zwar ziemlich.

Heute versuchte wieder mal so ein moderner Hausierer, mich über den Tisch zu ziehen. Ich erhielt einen Anruf von einer Nummer, die mir unbekannt war. In solchen Fällen melde ich mich nicht mit Namen. Die Dame am anderen Ende tat aber so, als ob sie genau wüsste, mit wem sie es zu tun hätte. Und sie wählte einen Einstieg ins Gespräch, als ob wir schon einmal zusammen telefoniert hätten. Aha, neue Masche! Immerhin sympathischer, als wenn eine Telefon-Software wahllos Nummern anwählt und man schon beim Abheben merkt, dass da mal wieder ein Callcenter dran sein muss.

Nichts desto Trotz machte ich mit der Dame, so nett sie auch gewesen sein mag, kurzen Prozess. Ich mag mich nicht am Telefon in ein Gespräch verstricken lassen, aus dem man mir letztendlich einen angeblichen Geschäftsabschluss nachweisen will. Mit diesen Hausierern der Neuzeit kann ich nichts anfangen. Sie sind einfach nur lästig!

Die Marktlücke

Meine Waschmaschine kann waschen. Und das sogar sehr gut. In jedem Fall einiges besser als ich. 

Ich kann einstellen, ob sie mit hohen oder tiefen Drehzahlen schleudern soll. Ob mit oder ohne Vorwaschen.

Sie hat Automatik-Programme für Baumwolle, Synthetik, Wolle, Outdoor-Wäsche, Jeans, dunkle Wäsche, helle Wäsche, gar keine Wäsche.

Ich kann wählen zwischen verschiedenen Temperaturen. Viel Wasser, wenig Wasser. Kurzprogramm.

Aber was ich wirklich bräuchte, hat die verflixte Waschmaschine nicht: Einen Nastüechli-Detektor!

Als Sofortmassnahme werde ich deshalb die Taschen an den Pyjama-Hosen des Mitbewohners zunähen. Wer mitten in der Nacht ein Papier-Taschentuch braucht, kann auch wo anders fummeln gehen.

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Serienkiller

Sie nerven. Sie treiben mich in den Wahnsinn. Sie lassen mich wild um mich schlagen.

Dabei sind sie so winzig. Und doch so eine grosse Plage.

Zumindest in meinen Augen.

!!! Fruchtfliegen !!!

Die Falle aus Rotwein und einem Spritzer Spülmittel – okay, ganz nett – aber auch sie ist nicht wirklich der Renner. Deshalb werde ich, wenn sie auftauchen, regelmässig zum Serienkiller. Nicht sehr zum Vorteil meines Küchenfensters.

Hat jemand ein Patentrezept gegen Fruchtfliegen?

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Nicht mit mir!

Ich hätte meinen Gästen heute Abend wirklich gerne dieses Erdbeer-Rhabarber-Dessert von Zimi aufgetischt, das könnt ihr mir glauben. Und meine Absicht bestand bis zu dem Moment, als ich im Supermarkt ein paar Stengelchen Rhabarber in der Hand hielt. Dann machte ich etwas, was eine haushaltsbudgetbewusste Hausfrau ab und zu mal macht. Also eigentlich in meinem Fall fast immer. Ich schaute aufs Preisschild.

Da wär mir beinahe der Rhabarber aus der Hand gefallen. Elf Franken für ein Kilo Rhabarber! Elf!!! Für dieses Gestrüpp, das so wenig Ansprüche stellt und in jedem Garten wächst. Für elf Franken kaufe ich vielleicht Spargeln, die wesentlich arbeitsintensiver sind. Oder drei Kilo Äpfel, die über Monate hinweg reifen mussten. Aber doch keinen Rhabarber!

Deshalb werde ich meinen Gästen heute Abend als Ersatz ein Erdbeer-Tiramisu vorsetzen. Sie werden über den Verlust hinwegkommen.

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Gibt es hier jemanden, der nicht weiss, wie Rhabarber aussieht? Hier gibt es massenhaft Bilder. Und das abgebildete Gestrüpp aus einem Garten in Irland ist bestimmt mit dem Speiserhabarber verwandt. Irgendwie.