Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Auf der Suche nach einer Skiausrüstung

Ich habe an anderer Stelle schon einmal erwähnt, dass ich mich um neue Skischuhe bemüht habe. Noch steht der finale Test aus, aber der erste Skitag mit dem neuen Geschuh war schon mal schmerzfrei. Ich bin deshalb guten Mutes.

Nun gibt es aber noch jemand anderen, der zu neuen Skischuhen gekommen ist. Oder jedenfalls beinahe. Er ist neuer stolzer Besitzer der Skischuhe meines verstorbenen Mannes. Ich hatte die Schuhe mit einem neuen Innenschuh bestückt und zum Verkauf ausgeschrieben. Alsbald meldete sich jemand mit einem Namen, der seinen Ursprung auf dem Balkan haben dürfte. Der Typ kam vorbei, um den Schuh zu probieren. Er erzählte mir, seine Tochter habe eben erst angefangen mit Skifahren, nun bräuchte er auch eine Ausrüstung. Man reime sich zusammen: Der Mann stand offensichtlich selber noch nie auf Skiern.

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Der Skischuh meines verstorbenen Mannes ist ein Modell für sportliche Fahrer. Durch seine Form und Härte bestimmt nicht für einen Anfänger geeignet, aber das musste der Typ, der da mit mir zusammen in die Waschküche runter stieg, in der Beschreibung gelesen haben. Er schlüpfte in die enge Plastikschale rein. “Passt”, verkündete er ohne jegliches Zögern. “Wollen Sie nicht noch die Schnallen schliessen”, fragte ich. “Nein, ist nicht nötig, ich nehme den Schuh.” In mir kamen erste und ernste Zweifel auf, ob der Mann mit seiner neuen Errungenschaft glücklich werden würde, aber im Grunde genommen konnte mir das egal sein. Im Stechschritt eilte er zurück zum Auto, um sein Portemonnaie zu holen. Ich war ihm mit den Skischuhen bis zur Haustüre gefolgt. Er händigte mir das Geld aus und ging von dannen. Noch im Schein der Treppenhaus-Beleuchtung drehte er sich erneut um und fragte, ob ich nicht zufällig auch noch ein Paar Skis feil zu bieten hätte. Das hätte ich vor wenigen Wochen tatsächlich noch gehabt, bezweifle aber, ober er gewillt gewesen wäre, den von mir verlangten Preis  zu zahlen. Und wenn, wären das wohl nicht die richtigen Skis gewesen, um vorwiegend auf dem Hosenboden durch die Gegend zu rutschen.

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Wenn du denkst, du bist schlauer als alle anderen

Ich dachte, ich mache das clever. Cleverer als die anderen, die sich vor dem Kassenhäuschen anstellten, um den Skipass zu kaufen. Ich kaufte ihn online. Der Wetterbericht war derart überzeugend gewesen, dass ich bereits am Vorabend meinen Skipass erstanden hatte. So würde mir der Gang an die Kasse erspart bleiben.

Am Morgen stieg ich aus dem Skibus und ging siegesgewiss die wenigen Schritte bis zur Bergbahn. Ich stieg in die Bindung, stiess mich mit den Stöcken ab und stand vor dem Drehkreuz. Beim ersten Mal am Morgen dauert es jeweils etwa fünf Sekunden, bis der Skipass auf dem Datenträger aktiviert ist. Am Vortag hatte es gut geklappt. Doch das war leider Schnee von gestern. Die Anzeige blieb beharrlich auf rot, das Drehkreuz machte keinen Wank. Ich probierte das zweite Drehkreuz aus – man weiss ja nie.

Nun hatte ich die Gewissheit, dass da etwas nicht geklappt hatte. Ich machte eine 180-Grad-Wende und stellte mich wohl oder übel in die Schlange der Wartenden. Mein ganzer Vorteil war dahin. Ich würde nicht vor allen anderen auf dem Sessellift sein, sondern im Gegenteil so ziemlich als Letzte hochfahren. Als ich endlich an der Reihe war, erklärte ich der netten Dame hinter dem Schalter mein Problem und hielt ihr das Bestätigungs-Mail auf dem Handy entgegen. Sie schaute kurz drauf, gab zwischendurch noch ihrer Kollegin, die den zweiten Schalter bediente, Auskunft, checkte meinen Datenträger, murmelte etwas von “Fehler bei Skidata”, gab nochmals quer durchs Kabäuschen hinweg Auskunft. Frauen können das – Multitasking!

Dann gab sie mir eine Mail-Adresse, an die ich mein Bestätigungs-Mail vom Ticket-Corner weiterleiten musste, es machte BLING bei ihr am PC und sie nickte zufrieden. Sie schob mir einen Wisch zum unterschreiben unter der Glasscheibe durch, stellte mir einen neuen Skipass aus und meinem Skitag stand endlich nichts mehr im Wege. Ausser vielleicht die Horde, die aus dem nächsten Skibus, der soeben angekommen war, entstieg.

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Da das Problem – ausnahmsweise! – mal nicht bei den Brigelser Bergbahnen lag, wagte ich am folgenden Tag nochmals, ein Ticket online zu kaufen. Die Rechnung ging auf und während andere noch am Frühstück sassen, war ich bereits auf der Skipiste. Der dritte perfekte Skitag in Serie war für mich der letzte dieses Jahres. Nun überlasse ich das Feld all denen, die nur an den Wochenenden, Ferien und Feiertagen Skifahren können. Das makellose Winterwetter ist aller Voraussicht nach für die restlichen Tage dieses Jahres ohnehin Geschichte.

Auch da muss ich durch

Mein über alles geliebter Mann

Ich ging heute Skifahren. Ganz alleine. 

Es war ein traumhafter Skitag. Blauer Himmel, Pulverschnee, sonnig, mild, windstill. Und vor allem: kein Mensch auf der Piste. Du wärst begeistert gewesen!

Ein gelungener Einstieg in die neue Skisaison. Aber auch ein trauriger. Denn es war das erste Mal, dass ich ohne dich auf der Piste war. In einem Skigebiet, wo wir in den letzten 23 Wintern so viel rumgekurvt sind. Wo wir jeden Hubbel kannten, mit jedem Pistenpfahl per du waren. Wo wir so viele glückliche Momente hatten. 

Du hättest meine Skis sehen sollen! Weisst du, der Fischer Slalom, den wir vor drei Jahren gekauft haben. Seine Kanten sind rostig geworden, weil du dich nach unseren letzten Skiferien nicht mehr um unsere Skis kümmern konntest. Immerhin, heiss gewachst habe ich den Ski vor wenigen Tagen noch. Und ich darf sagen, dass mir das ganz leidlich gelungen ist, obschon bekanntlich hundert Mal  zuschauen nicht gleich viel wert ist, wie einmal selber machen. Ich habe mich in der Werkstatt einigermassen zurecht gefunden in deinem System der ganzen Skiwachserei. Aber ans Kanten abziehen wage ich mich momentan noch nicht. Drum bleiben sie halt rostig, auch wenn dich das grausam stört, aber im Pulverschnee ist das nicht so wichtig.

Vermutlich werde ich den Ski ohnehin verscherbeln. Das Brett hat ja schon keine Spannung mehr! Ich muss mich nun auf meine eigene Beurteilung verlassen, kann mich nicht mehr hinter deiner immensen Erfahrung verschanzen.

Ich habe mit dem heutigen Skitag einen weiteren wichtigen Schritt in meinem neuen Leben gemacht. Dem Leben ohne dich. Alleine Skifahren ist zwar nicht das, was ich mir immer gewünscht habe, aber alleine unter dem Nebel Trübsal blasen, wäre die schlechtere Option gewesen. So habe ich den heutigen Tag auf eine spezielle Art geniessen können. Ich fühlte mich dir ganz nah, auch wenn ich bei jedem Schwung (und glaub mir, es waren viele und viele perfekte) schmerzhaft daran erinnert wurde, dass ich alles, was mich als Skifahrerin ausmacht, dir zu verdanken habe.

Deine Bea

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Menschenleere Pisten, perfekte Verhältnisse: Skigebiet Brigels am 22. Dezember 2017

Weder hier noch dort

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Du hättest Freude gehabt. Freude am Schnee. Deinem Element.

Du hättest auch Freude an diesem Spaziergang gehabt. Diesem Spaziergang, den wir so oft zusammen unternommen hatten. Mit dem Blick auf den See, wo du so viele Stunden verbracht hast, und in die Berge.

Aber du wärst gar nicht hier gewesen. Wie alle Jahre im Dezember hättest du deinem Hobby gefrönt. Und hättest verpasst, dass es über Nacht auch vor der Haustüre weiss geworden ist.

Jetzt bist du weder hier noch dort. Und ich vermisse dich so schmerzlich.

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Zu heiss?

Zu heiss?

Schmort ihr im eigenen Saft?

Euch kann geholfen werden.

Bitteschön:

 

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Champagner auf Eis…

… ähm Schnee.

Schon der Gedanke ist erfrischend, nicht?

Wandern statt Skifahren

Die Geschichte wiederholt sich. Nun schon zum vierten Mal in Serie.

Lustig ist das schon lange nicht mehr. Die Tourismus-Verantwortlichen in den Bergen und alle, die am Tropf des kränkelnden Winter-Tourismus hängen, können einem wirklich Leid tun. Die Skifahrer, oder diejenigen, die es gerne wären, auch.

Weit und breit kein Schnee! Skifahren ist nur möglich, wo der Natur mit technischem Grossaufwand unter die Arme gegriffen wurde. Und das sieht dann in etwa so aus:

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Brigels liegt immerhin auf 1’300 Metern über Meer. Doch da es den ganzen Dezember keinen Niederschlag gab, geht Familie Flohnmobil an Weihnachten halt wandern statt Ski fahren.

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Ähnliche Bilder gab es in diesem Blog vom Jahr 2015 zu sehen.

Auch wenn es keine Bilder davon gibt, 2014 war Brigels an Weihnachten ebenfalls grün.

Und auch 2013 sah es nicht viel besser aus.

Dennoch, es gab auch Jahre, da lag im Alpenraum richtig viel Schnee, so zum Beispiel an Weihnacht 2011.

 

Das soll jedoch niemanden davon abhalten, die kommenden Festtage zu geniessen.

Fröhliche Weihnachten euch Allen!

Beschildert geschildert (96)

An der Grenze im Skigebiet Ischgl/Samnaun

An der Grenze im Skigebiet Ischgl/Samnaun

 

Jetzt weiss ich doch endlich, wie Schweiz in Russland aussieht.

Weiss zufällig jemand, wie man das ausspricht?

Weisses für die Rübe

Es ist ganz und gar erstaunlich, in wie vielen Variationen Schneesport-Helme in den Verkaufsregalen stehen, liegen oder hängen. Mit Visier. Mit Lautsprechern. Solche, die mehr einem Nachttopf ähneln. Elegante, extravagante. Mit und ohne kuschelige Öhrchen. Blaue, grüne, gelbe, schwarze, rote, pinkfarbene. Mit Leder bezogen. Matt oder glänzend. Die Markenvielfalt und Auswahl ist ebenso gross wie die Preisspanne, die locker von unter 100 Franken bis über 700 Stutz geht.

Mit meinem letzten Blogeintrag, insbesondere mit dem Bild, habe ich euch etwas in die Irre geführt. Ich habe nämlich meinen neuen Helm im Geschäft über die Strasse gekauft. Aber dort war die Auslage nicht so fotogen.

So sehe ich also neuerdings auf der Skipiste (bzw. im vorliegenden Fall in der Gondelbahn) aus:

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Ich konnte übrigens der Bearbeitung durch die Sportartikel-Verkäuferin standhalten und setze mir weiterhin meine alte Skibrille auf. Diese neuen Panorama-Brillen, mit denen man in die Welt guckt wie eine Drohne, überzeugen mich nicht.

Buntes für die Rübe

“Musst du das jetzt jeden Tag zuerst lesen?” Die Stirn meines innig geliebten Mitbewohners hatte sich sorgenvoll in Falten gelegt angesichts des beinahe einen halben Quadratmeter grossen Papierfetzens, den ich im Begriff war zu entfalten. In den Händen hielt ich ein “Benutzerhandbuch für Skihelm”. Handbuch war zwar etwas hoch gegriffen, vielmehr war es ein doppelseitig bedruckter, dünner Wisch. In 19 Sprachen – darunter verdankenswerterweise auch Deutsch – wurde erklärt, was unter einem Skihelm zu verstehen ist, wie man in anzieht, was man damit tun soll und was besser nicht.

Ich verzichtete nicht nur auf der Stelle sondern auch für alle Zukunft auf das Studium des Benutzerhandbuches, immerhin war es bereits mein dritter Skihelm und ich traute mir durchaus zu, dieses birnenschützende Instrumentarium ohne weitere Instruktionen sach- und fachgemäss aufzusetzen.

Der Neuanschaffung war ein zweitägiges Auswahlprozedere, unterbrochen von einer 23-stündigen Pause, vorangegangen. Ich hatte sämtliche in Frage kommende Helme in sämtlichen Sportgeschäften des Ortes anprobiert. Der Mitbewohner hatte ausgiebig Gelegenheit, das übrige Sortiment der Geschäfte zu studieren, bis ich mich ENDLICH zu einem Entschluss durchringen konnte.

Mein neuer Helm ist rundlich, bequem, sicher, warm und schön. Welchen habe ich gewählt?

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In guter Gesellschaft

Es war absehbar, dass wir nicht ganz alleine unterwegs sein würden.

Allerdings, wenn ich die Wahl habe zwischen einer gut bevölkerten Sonnenterrasse in einem Skigebiet und einem vollgestopften Einkaufs-Center an einem Sonntags-Verkauf in der Vorweihnachts-Zeit, muss ich keine Sekunde überlegen.

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