Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Achtfacher Frühlingsgruss

Es ist wohl so, dass es früher oder später jedes Jahr Frühling wird. Und Jeder und Jede merkt das auf seine und ihre Weise.

Leute wie Zimi entwickeln Frühlingsgefühle beim wandern. Bestimmt nicht die schlechteste Variante.

Andrea findet bereits den ersten Bärlauch. Diese Entdeckung steht in unseren Breitengrade noch aus.

Oder Lieschen entdeckt die ersten Blümchen bei einem Rundgang in ihrem Garten.

Selbst der berühmteste Blogger-Hund der nördlichen Hemisphäre spürt den Frühling auf seine ganz eigene Art.

Und auch Frau Flohnmobil kann von einem Vorfall berichten, der darauf schliessen lässt, dass der Frühling nicht mehr nur vor der Haustüre steht, sondern bereits jenseits der Türschwelle ist. Heute Abend fand ich doch tatsächlich eine kleine Spinne auf meinem Küchenboden. Und nun soll ja niemand auf die Idee kommen, sie sei

a) tot oder
b) noch töter und ohnehin vom letzten Jahr

denn mein Küchenboden ist nigel-nagel-neu. Insofern durfte sich dieses kleine Spinnentierchen bestimmt rühmen, das erste kleine Spinnentierchen zu sein, das über diesen neuen Boden beinern konnte. Allerdings hatte ich nicht die Musse, dem Achtbeiner zuzusehen, welche Richtung genau er denn einschlagen wollte. Ob er unterwegs in den Frühling war oder sich an die Wärme retten wollte.

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Badeurlaub im Supermarkt

Ich musste mir gleich zweimal die Augen reiben, als ich diese Badekristalle im Supermarkt erblickte.

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Waldspaziergang! Zumindest in unserer Gegend hat es im Wald eher wenig Badewannen, in die man die Badekristalle einrieseln lassen könnte!

Das mit den Produkte-Namen ist ohnehin so eine Sache. Gleich neben dem Waldspaziergang wurde ein verlockend tönendes Pülverchen feil geboten.

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Ach wenn es doch mit einer Wanne voll Wasser getan wäre…!

Andere Länder – andere Sitten (8)

Der Valentins-Tag neigt sich in unseren Breitengraden dem Ende entgegen. Nicht so in Amerika. Dort hat der Valentins-Tag dank der Zeitverschiebung den Zenit noch nicht erreicht. Und wird auch sonst ganz anders als bei uns zelebriert. Bei uns ist es eine Angelegenheit zwischen Liebenden. Paaren.

In Amerika, also den USA, grassiert am Valentins-Tag eine regelrechte Karten-Epidemie. Da werden Karten verschickt für “die liebste Tante, “den besten aller Brüder”, „die netteste Arbeitskollegin“, “die süsseste Enkelin” und natürlich auch “an den allerliebsten aller Ehemänner”.

Ich fand das damals ziemlich absurd. Von der Geschäftsidee “Valentins-Tag” profitieren in den USA anders als bei uns nicht nur die Floristen und Schokolade-Produzenten, sondern in mindestens genauso grossem Ausmass die Anbieter von Grusskarten.

Nun ist das ja so, dass es schon ein paar Jährchen her ist, seit ich in den USA war. Vielleicht ist es seither noch schlimmer geworden mit dieser Karten-Versand-Epidemie. Vielleicht ist Facebook in die Bresche gesprungen und die Post hat das Nachsehen. Wie auch immer, es wird niemanden erstaunen, dass mich das ganze Getue gänzlich kalt lässt. Und meinen innig geliebten Mitbewohner auch. Und wir lieben uns trotzdem innig. Und sind heute auf den Tag genau seit 24 Jahren ein Paar. Was nichts, aber auch gar nichts mit Valentin zu tun hat, sondern lediglich auf unsere damaligen Terminkalender zurückzuführen ist.

Wer hat heute einen Blumenstrauss verschenkt oder geschenkt erhalten?

Bildergebnis für be my valentine

Ob da noch was draus wird?

Das Projekt hat einen Namen: Amaryllis erneut zum Blühen bringen.

Das Projekt ist schon im letzten Jahr gescheitert. Ob dieses Jahr noch etwas draus wird?

Ich weiss nicht so recht. Die meisten Leute behandeln diese Knollen wohl als Wegwerf-Objekt. Nach dem Blühen – und das tut eine Amaryllis zweifellos in einer grandiosen Üppigkeit – hat sie ausgedient. Gezüchtet, damit sie an Weihnachten blüht, erleben die wenigsten Pflanzen den Frühling.

Ich wollte es versuchen. Vor zwei Jahren schon. Die Amaryllis blühte dermassen schön, dass ich beschloss, einen Versuch zu wagen. Im Sommer durfte das Gewächs, das mittlerweile aus ein paar nahezu einen Meter langen, schmalen Blättern bestand, im Freien stehen. Ich konvertierte den Knollen zum Hydro-Kultur-Gewächs und gab regelmässig Wasser. Im Herbst stellte ich die Wassergabe ein und wartete. Worauf? Dass sich gut sichtbar ein Blütenansatz entwickelt. Ab dann, so die Theorie, durfte, ja musste ich wieder Wasser geben.

Irgendwie verpasste ich den richtigen Moment; das, was dann mutmasslich eine Blüte geworden wäre, verdorrte kümmerlich. Dennoch, die Knolle war noch nicht zu Tode gepflegt. Im Gegenteil, sie entwickelte einmal mehr prächtiges Grünzeug.

Im vergangenen Herbst erhielt die Pflanze Ende September zum letzten Mal Wasser. Ihre Blätter verdorrten daraufhin wie vorgesehen. Und nun sieht das Ganze dergestalt aus:

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Ich warte. Und warte. Und warte. Nicht mehr ganz so geduldig wie auch schon. Aber ich warte immer noch. Vielleicht wird ja doch mal noch etwas draus.

Hat jemand hier Erfahrung mit dem Wiederbeleben von Amaryllis?

Der Zeit voraus

Es war absehbar, dass Frau Flohnmobil in eine ungewollte Putz-Euphorie verfallen würde. Der Baustaub hatte sich als feine Schicht überall – ÜBERALL!!! – in der Wohnung abgelagert. Auch in den Räumen, wo die Türe zu war. In solchen Fällen erkennt man sehr schnell die Vorteile, nicht in einem Zehn-Zimmer-Haus zu wohnen. Wirklich.

Noch sind nicht sämtliche Staubpartikel beseitigt. Ganz abgesehen davon, dass sich bekanntlich ständig neue bilden. Noch sind nicht sämtliche Möbel hervorgerückt und auch dahinter geputzt worden. Noch habe ich mir etwas aufgehoben. Zum Beispiel den grossen Vitrinen-Schrank, den ich schon lange mal innen und aussen gründlich reinigen wollte. „Lass doch das, bis wir den Maler im Haus haben“, meinte mein innig geliebter Mitbewohner, „dann musst du den Schrank ohnehin leeren, weil wir ihn so nicht von der Wand weg rücken können.“ Wie dankbar war ich für diesen Aufschub – ich kann bald keine Putzlappen mehr sehen!!!

Aaaaber … ich werde meiner Zeit voraus sein. Um Längen. Denn wenn es irgendwann mal Frühling wird, habe ich meinen Frühlingsputz bereits hinter mir. Und dann werde ich garantiert etwas Besseres anzufangen wissen, als in einen Putzrausch zu verfallen.

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Beschildert geschildert (101)

Für einmal ein Schilder-Bild aus der eigenen Schmiede:

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Das Wohnen im Hause Flohnmobil ist im Moment grad nicht ausgesprochen gemütlich.

Aber das Ende der Baustelle ist absehbar …

… und wird nahtlos in umfassende Reinigungs-Arbeiten übergehen.

Andere Länder – andere Sitten (7)

Man kann ja von den Amerikanern halten was man will. Selbst wenn sie jetzt einen neuen Präsidenten haben, dürfte sich an ihren kulinarischen Vorlieben nicht viel geändert haben.

Wenn man wie mein innig geliebter Mitbewohner und ich so lange dieses Land bereist hat, kommt man zwangsläufig ab und zu in den Sog absonderlicher US-amerikanischer Kulinaritäten. Eine davon ist ganz gewiss die Unsitte, selbst mitten im tiefsten Winter den ohnehin schon gekühlten Getränken noch Eiswürfel beizugeben. Und nicht etwa ein, zwei Würfelchen, sondern in der Regel mindestens einen halben Becher voll, bevor mit Softdrink aufgefüllt wird. Unser Standardsatz “without ice, please” wurde nicht gerne gehört und manchmal auch ignoriert. Merke: Eis ist billiger als Cola. Oder dieses widerlich süsse Gesöff, genannt Dr. Pepper, und was die Amis sonst noch in sich hineinschütten.

Vor Eiswürfeln bleiben im übrigen auch vergorene Rebensäfte nicht verschont! Was für ein tolles Erlebnis, wenn beim Anstossen die Eiswürfelchen im Weinglas herumdümpeln. Da der Amerikaner aber in der Regel weder “en Guete” wünscht, noch mit Wein anstösst (und wenn, dann guckt er garantiert nicht in deine Richtung), bleibt einem zumindest dies erspart.

Aber was soll man denn von diesem Hamburger-fressenden Volk schon erwarten? Wegen der kulinarischen Höhenflüge reist kein Europäer über den Atlantik. Dennoch, es geht noch schlimmer. Ich sag nur: Kaffee. Für mich ist Kaffee ein mehr oder weniger starkes Gebräu, das ich nur frisch zubereitet zu mir nehme. Kaffee, der stundenlang in der Thermos-Kanne oder auf einer Wärmeplatte warm gehalten wurde, finde ich absolut grässlich. Und wenn mir jemand zu einem Salatteller, Steak oder Pizza derartigen Kaffee anbieten will, rettet mich nur noch meine gute Kinderstube vor dem Kotzen. In den USA ist es gang und gäbe (und häufig gratis), zu sämtlichen Mahlzeiten Kaffee zu trinken und nicht nur zum Frühstück oder Dessert, wie wir uns das gewohnt sind.

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S o o o o   s o l l    K a f f e e !

Verlockend grün und ungeniessbar

Kaum zu glauben, dass vor weniger als einer Woche hier noch alles Stein und Bein gefroren war. Und nun spriesst schon der Schnittlauch.

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Man wäre fast versucht, von dem zarten, würzigen Grün zu ernten….

… kämen hier nicht etwas gar viele Hunde vorbei.

Alle meine Entchen

Hier der ultimative Beweis, dass in Samnaun nicht nur Strohrum, Parfüm und Zigaretten verkauft werden:

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten…

Sollte sich nun jemand von so einem Entchen inspiriert fühlen, muss er nicht extra nach Samnaun fahren. Die Viecher lassen sich auch bequem per Internet bestellen.

http://www.duckshop.ch/shop-quietscheentchen.html

Nur gegen Waffenschein!

Und da war noch unser lieber Freund Herbert, der uns fragte, ob wir ihm von Samnaun eine Flasche Stroh Rum heimbringen könnten. “Selbstverständlich nur, wenn ihr selber nichts braucht.”

Diesem Wunsche konnte entsprochen werden, waren wir doch in den letzten Jahren so oft im Zollfrei-Paradies Samnaun, dass unser Lager an Hochprozentigem gut gefüllt ist.

Die Frage, die uns Herbert beantworten musste, bezog sich auf den Gehalt des Rums. “Vierzig, sechzig oder achtzig Prozent?” Er entschied sich für die stärkste Version.

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Und für die, so stellten wir nach dem Kauf fest, hätte es eigentlich einen Waffenschein benötigt. Ins Flugzeug nehmen darf man das hochprozentige, brennbare Gesöff jedenfalls nicht. Ganz schön viel Alkohol für gerade mal zehn Franken!

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Immerhin, Herbert versicherte uns glaubwürdig, er würden den Stroh Rum nicht pur konsumieren, sondern einen Gutsch in den Tee geben. Wir gehen mal davon aus, dass er ihn pur höchstens zum Einfeuern des Cheminées benutzen wird.