Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Blogbeitrag mit Seltenheitswert

Angesichts dieses seltsamen, sehr seltsamen Winters, in dem es noch nie so richtig und andauernd kalt war, ist man natürlich versucht, die Klimaerwärmung zu bemühen. Dass sich das Klima verändert, wird wohl niemand mehr abstreiten wollen. Dennoch erstaunt es (mich!) umso mehr, dass vor genau vier Jahren der Pfäffikersee zugefroren und freigegeben war. Nun, die grosse Freude ab dem über 3 Quadratkilometer grossen Natureisfeld herrschte zwar nur wenige Tage, aber immerhin. Von Nah und Fern kam das Volk angekarrt, um das seltene Naturereignis zu geniessen.

Und dieses Jahr? Schneeglöckchen im Januar, Frühlingsgefühle im Februar. Und im März stehen wir wohl bereits Schlange für die Saison-Eröffnung der Schwimmbäder. Mitnichten! Ich kann und will nicht glauben, dass das schon der Winter gewesen sein soll. Für eine Seegfrörni wird es nie und nimmer mehr reichen. Für ein paar frostige Tage alleweil – davon bin ich felsenfest überzeugt.

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PS: Diesen eisigen Rückblick habe ich IHR zu verdanken. Im Gegensatz zu mir, hat sie noch viel mehr in den Geschichtsbüchern gegraben als ich. Und wie es vor vier Jahren ausgeschaut hat, lässt sich in diesem Blogbeitrag nachlesen. Er wird wohl früher oder später mit dem  Prädikat “Seltenheitswert” ausgezeichnet werden.

Gesunde Bergluft

Kürzlich stand in der Zeitung zu lesen, dass ein findiger Brite Landluft aus Wales, Somerset und Dorset in Flaschen abgefüllt und an reiche Chinesen in Peking und Shanghai verkauft habe. Die von Smog geplagten Chinesen hätten innert kürzester Zeit 180 Flaschen gekauft. Zum stolzen Preis von rund 120 Franken. Pro Flasche! Und zum Chinesischen Neujahr offerierte der clevere Geschäftsmann sogar eine Geschenkpackung mit 15 Flaschen zum Schnäppchenpreis von rund 1’300 Franken.

Diese Geschäftsidee muss ich mir unbedingt merken, sollte ich demnächst mal wieder Skiurlaub planen. Wenn ich nämlich meine sämtlichen verfügbaren, leeren Konfitürengläser mit ins Gepäck nehme und sie mit hehrer Luft fülle, kann ich mir selbst einen mehrwöchigen Aufenthalt in einem so prominenten Skiort wie St. Moritz oder Zermatt leisten. Auf Bergluft aus den Schweizer Alpen stehen die Chinesen doch sicher mehr als auf britische Luft.

Ideen braucht der Mensch…!

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Finde das Museums-Stück!

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Na, wo ist es, dieses Museumsstück, das ich letzte Woche im Skigebiet von Samnaun angetroffen habe?

 

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Wer keinen blassen Schimmer hat, worum es hier geht, wird vielleicht hier schlauer.

Pedicure im Kühlfach

Wenn ich jetzt ein Plastikbecken hätte, sagte mein innig geliebter Mitbewohner an einem skifreien Tag, würde ich meine Füsse einweichen, damit ich mal wieder die Nägel schneiden kann.

Plastikbecken? Huch! Ich wusste zum vornherein, dass es so etwas in der Ferienwohnung nicht gab. Aber vielleicht in der Waschküche, zu der alle Feriengäste Zugang hatten. Fehlanzeige. Dort gab es nur einen High-Tech-Putzeimer. Dieser war mit seinem Obergeschoss und Pedal für unsere Zwecke nicht nur völlig übermöbliert, sondern von der Form her denkbar ungeeignet.

Die Suche ging weiter. Doch leider ohne Erfolg. So schlug ich dem Mitbewohner vor, er solle sich in der Küche im Spülbecken Wasser einlaufen lassen und sich auf die Küchenkombination setzen. Ich sähe sonst keine andere Lösung. Während der Mitbewohner schon mal Mass nahm, die nötigen Verrenkungen auf dem sicheren Boden einstudierte und schliesslich einen Stuhl heranrückte, kam mir plötzlich doch noch eine Idee.

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Es mag nicht dem ursprüngliche Zweck dieses Behälters entsprechen, aber bis Schuhgrösse 43 funktioniert so eine Gemüse-Schublade als tadelloser Ersatz für ein Plastikbecken.

Müsterli für den Kopf

Als ich – wie es sich für Samnaun gehört – es Gütterli Parfüm erstand, schmuggelte mir die Verkäuferin ein paar Müsterchen in die Tüte. Das hatte sie schon einmal gemacht und auch dieses Mal war nebst einem absolut widerlich süssen Duft ein ganz bezauberndes Parfüm dabei, das ich mal auf irgend eine zukünftige Wunschliste nehmen werde. Ausserdem fand ich zwei Säckchen mit Haarpflege-Mitteln, die ich gedachte, mir beim nächsten Haarewaschen auf den Kopf zu schmieren.

Dieshalb studierte ich eingehend die Anleitungen und las meinem innig geliebten Mitbewohner vor: “Energie und Sprungkraft für jedes Haar”. Dieser musterte meine Haarpracht eingehend und befand darauf, da müsse ich aber damit rechnen, dass mein Skihelm abheben würde.

Da ich zu wenig risikofreudig war, herauszufinden wie standorttreu mein Helm nach einer derartigen Haarkur war, beschloss ich, das Müsterchen erst am Vorabend unserer Heimreise zu brauchen. Schlimmstenfalls verfügt unser Auto über ein Schiebedach.

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Prioritäten setzen

Es war meinem geschärften Auge nicht entgangen, dass die Geschirrspülmaschine in der Ferienwohnung nicht vollständig trocknete. Man kann so etwas natürlich aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Einerseits ist es ärgerlich, wenn Besteck, Teller und Gläser noch tropfen. Andererseits kann man das auch etwas toleranter sehen und sich darüber freuen, dass man das Geschirr nicht von Hand abwaschen muss.

Dennoch, als mir die Vermieterin das nächste Mal über den Weg lief, sagte ich es ihr. Ihre erste Reaktion war, sich bei mir zu bedanken. “Wissen Sie, wenn uns das niemand meldet, können wir es auch nicht merken.” Und einen Wimpernschlag später fügte sie an: “Aber wenn z’Intärnett nitt funktioniärt, denn kömmend d’Gescht scho nach zwenzg Minuta.”

Wenn mich nicht alles täuscht, sagt man dem “Prioritäten setzen”.

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Unser Trabant bei Flugwetter

Er flimmert wieder fast jeden Tag über den Bildschirm, der Spot der SUVA. Und wie vor drei Jahren geht der Mond noch immer auf komische Art und Weise unter.

So falsch das auch sein mag, so wichtig und richtig ist die eindrückliche Warnung, auf der Skipiste nicht zu viel zu riskieren. Kein Tag ist bis jetzt vergangen, an dem wir nicht mehrmals den Helikopter hätten fliegen sehen (in der Regel kein gutes Zeichen) oder an dem einer der zahlreichen Rettungs-Motorschlitten hätte ausrücken müssen.

Bei der Fahrweise der Skifahrer wundert mich allerdings nichts mehr. Die meisten haben ihre Skis nicht im Griff und fahren vorwiegend dort durch, wo der Ski mit ihnen hin rast. Kommt hinzu, dass das heutige Skimaterial und die Pisten, die – zumindest in den Morgenstunden – glattgehobelt sind, hohe Tempi auch bei relativ schwachen Fahrern erlauben. Geschwindigkeit scheint alles zu sein, der Stil bleibt dabei auf der Strecke. Die Sicherheit auch. Zusammenstösse sind an der Tagesordnung und ziehen so leider auch unbeteiligte Skifahrer in Mitleidenschaft.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich scheinen zur aussterbenden Gattung Skifahrer zu gehören, die ihren Ski steuern und ihn nicht vergewaltigen. Als gute Skifahrer (der Mitbewohner ist nicht umsonst Schneesportlehrer) haben wir unser Sportgerät im Griff und hobeln nicht einfach die Pisten runter, sondern fahren gediegene, gezielte Schwünge. Ich weiss, das stinkt jetzt erheblich nach Eigenlob. Aber es muss einem ja schon zu denken geben, wenn man ständig rechts und links überholt wird von Fahrern, die zwecks Richtungswechsel lediglich ihre Skienden wegschieben können und mehr oder weniger in der Falllinie fahren. Unser Stern geht jeweils erst auf, wenn sich auf der Piste Haufen gebildet haben. Dann lässt sich die beschriebene Skitechnik nur noch bedingt anwenden und plötzlich fahren alle ganz zahm.

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Monduntergang über Samnaun

Das besagte Werbefilmchen der Schweizerischen Unfallversicherungs Anstalt SUVA, das eindringlich vor den Risiken auf der Skipiste warnt, gibt es – zusammen mit einem Kommentar von Frau Flohnmobil – hier anzuschauen.

Mein Höhenflug

Wenn man nicht nur die obligate eine Woche in den Skiferien weilt, kann man es sich auch mal erlauben, bei schönem Wetter nicht auf die Piste zu gehen. Das haben mein innig geliebter Mitbewohner und ich heute getan und haben einen Ausflug in die schmucken Dörfer des Unterengadins unternommen.

Sowohl in Sent als auch in Scuol sind wir auf Kopfsteinpflaster durchs Zentrum gebummelt. Vorbei an den sehenswerten Häusern, die im typischen Engadiner Stil erbaut wurden und teilweise schon mehrere hundert Jahre alt sind.

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Das wahre Highlight des Tages jedoch spielte sich über uns ab. In den engen Gassen von Sent schwenkte mein Blick plötzlich nach oben. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Fast zum greifen nah, keine zehn Meter über uns segelte er über unsere Köpfe hinweg. Majestätisch. Kein Flügelschlag. Mehr als zwei Meter Spannweite. Noch nie habe ich einen Bartgeier von so nah gesehen!

Dass es von diesem einmaligen Erlebnis keine Bilder gibt, sei mir verziehen. Nicht nur ging alles viel zu schnell, ich wollte mir den Augenblick nicht mit dem Grabschen nach der Kamera und ziemlich sicher erfolglosen Zoomen hinter dem dem seltenen Vogel her verderben.

Dennoch, über den in der Schweiz erfolgreich wiederangesiedelten Vogel gibt es hier eine Menge zu lesen.

Frau Holles Penalty

Es ist reichlich irr, was derzeit im Alpenraum abgeht in Sachen Wetter. Gestern schneite es in Samnaun den ganzen Tag. Dicke, schöne Flocken tanzten vom Himmel. Mal mehr, mal weniger heftig, aber stetig. Am Nachmittag wurden die Flocken immer schwerer und bestanden schliesslich nicht mehr aus Luft und Wasser sondern nur noch aus Wasser. Es regnete bis weit über 2’000 m hinauf! Und das dann gleich die ganze Nacht durch. Von den 25 cm Schnee, die es gegeben hatte, sah man heute Morgen so gut wie nichts mehr.

Dafür krachte es. Lautstark. Immer und immer wieder. Die Samnauner, aus vielen vergangenen Ereignissen schlau geworden, schossen den Schnee mit den fest installierten “Lawinen-Kanonen” runter. So eine Kanone sieht – stark herangezoomt – etwa so aus:

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Solche Installationen zieren das ganze Samnauner-Tal, ebenso das Skigebiet. Zu Dutzenden stehen sie in den steilen Bergflanken. Begleitet von Lawinen-Verbauungen bieten allein sie die Sicherheit, dass so ein steiles Bergtal überhaupt ganzjährig bewohnbar ist.

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Auf Schmugglerpfaden

Nach Ischgl wie nach Samnaun fährt keiner wegen dem schmucken Ortsbild. Während in Ischgl die Partyszene tobt, hat sich am anderen Ende des grossen Skigebiets ein ganz anderer Geschäftszweig entwickelt. “Dutyfree” heisst das Zauberwort, von dem die ganze Talschaft im entlegensten Zipfel der Schweiz lebt.

Die beiden Talabfahrten nach Samnaun heissen denn auch “Dutyfree Run” und kaum hat der Skifahrer sich seiner Skier entledigt, kann er in über 50 Läden auch schon Geld ausgeben für günstigeren Alkohol, Parfüm oder Zigaretten. Auch Kleider, Sportartikel, Schmuck und Uhren, Schokolade, Zucker (!!!) und natürlich die ganze Palette an Souvenir-Kitsch stehen im Angebot. Für die Samnauner sind die von Ischgl kommenden Skifahrer ein fettes Geschäft. Manch ein Gast deckt sich mit einer Flasche Schnaps ein (und selbstverständlich sind die Geschäfte mit einer Art Einweg-Rucksack für solche Attacken gewappnet), man sieht mit allerlei Schnäppchen gefüllte Rucksäcke, die an den Buckeln ihrer Träger den Heimweg über die grüne bzw. weisse Grenze antreten.

Doch Hoppla! Auch an der Grenze auf über 2’700 m gelten Zollvorschriften. Und diese werden mitunter auch kontrolliert, wie dieses Video veranschaulicht. Momentan ist das Zollhäuschen am Viderjoch aber zugeschneit und verwaist. An der Grenze zu Österreich schlägt man sich offenbar momentan gröbere Probleme um die Ohren.

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