Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Hallo, ich bin’s, Ihr Nachbar!

Heute sei internationaler Nachbarschaftstag, sagte die Frau am Radio, und noch bevor sie ihren säuberlich vorbereiteten Satz zu Ende gesprochen hatte, stürmte ich aus der Wohnung. Das war die Gelegenheit! Wenn nicht jetzt, dann nie. Oder zumindest erst in einem Jahr wieder.

Ich läutete bei unseren Nachbarn. Voller überschwänglicher Freude wollte ich mich ihnen vorstellen. “Grüezi, ich bin Frau Flohnmobil und wohne seit kurzem im gleichen Haus wie Sie.” Die Frau bat mich ohne zu zögern herein, wohl etwas erstaunt ab dem Überfall, aber mit einer gewinnenden Art, die mir bewies, dass ich das Richtige tat. Sie offerierte mir einen Kaffee, stellte mich ihrerseits ihrem Mann vor und fragte sogleich nach wo denn mein Mann verbleibe.

Soweit die Theorie. In der Praxis muss ich wohl auch nach 18 Jahren weiterhin darauf warten, dass meine Lieblings-Nachbarn mal meinen Namen über ihre verkniffenen Lippen bringen.

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Konkurrenzkampf – Klick für Klick

Frau suche, lese und staune!

Ich suche eine Aktion aus vergangenen Tagen,

tippe die Adresse “Aldi Suisse” im Suchfeld ein,

nehme den Vorschlag von Google dankbar an….

… und was erscheint?

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Resteverwertung in Etappen

Das war mal wieder so eine Idee in mehren Etappen von mir, die sich nie mehr 1:1 wiederholen lässt. Aber für das, was daraus geworden ist, kann ich mir durchaus anerkennend auf die Schultern klopfen.

Es begann mit 500 Gramm frischem Spinat, den ich en bloc verkochte, obschon ich wusste, dass wir nicht alles aufs Mal essen würden. Das gedämpfte Grünzeug dümpelte samt etwas Kochsaft, Zwiebeln und Knoblauch einige Tage im Kühlschrank, bis ich es kurzerhand pürierte und einem Omeletten-Teig beigab. So kam der Spinat zusammen mit einer pikanten Füllung zu seinem zweiten Auftritt. Dass Omeletten übrig bleiben würden, zeichnete sich schon während des Backens ab.

Sogleich begann eine neue Idee zu gären. Hatten wir nicht Besuch am Wochenende? Und war es nicht ein spezieller Anlass, den man mit speziellen Apéro-Häppchen würdigen durfte? Ich durchsuchte meine Kochbücher. Schon bald wurde ich fündig. Es ging mir mehr um die einigermassen richtige Menge als um die Zutaten. Die Hülle hatte ich schon. Fehlte also noch eine Füllung. Und diese sollte bestehen aus Quark, Roquefort und Birnenwürfeli. Während die Letztgenannten in einem Sud aus Weisswein, Zucker und gemahlener Vanille knackig gegart wurden, entwickelte das Rezept eine neue Dynamik und ich beschloss, den Sud mitzuverwenden. Kurzerhand weichte ich ein Blatt Gelatine ein und mischte es unter die Birnen. Diese – so dachte ich mir dann kurz darauf – nahm ich besser aus der Flüssigkeit, damit sie nicht verkochten.

Ich war sehr gespannt, ob meine Neukreation kulinarisch und optisch funktionieren würde. Den Saft mischte ich unter die Roquefort-Quark-Mischung, strich sie auf die Omeletten, gab die Birnenwürfeli drauf und rollte alles mehr oder weniger satt ein. Dann stellte ich die grünen Rugel bis zum Servieren kühl. Das Aufschneiden ging leidlich gut. Profis würden wohl nach jedem Schnitt das Messer abputzen, damit die Rölleli immer schön makellos sind.

Und was sagten meine Gäste dazu? Als Erstes: “Was häsch da dine?” Ich wollte das Geheimnis noch nicht lüften und liess sie noch eine Weile zappeln bzw. rätseln. Zumindest so lange, bis ich mir sicher sein konnte, dass niemand mein kulinarisches Puzzle verschmähte.

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Für Alle, die Gefallen an meinen Omeletten-Roquefort-Rölleli gefunden haben, hier die ungefähren Mengenangaben:

Für drei Omeletten habe ich folgende Füllung gemacht:

ca. 150 Gramm Quark, gut abgetropft
ca. 75 Gramm Roquefort, mit einer Gabel fein zerstossen
1 Birne in kleinen Würfeli, gekocht in 0,8 dl Weisswein, 30 Gramm Zucker und etwas gemahlener Vanille
1 Blatt Gelatine (zwei wären vermutlich besser)
KEIN zusätzliches Salz, mit dem Roquefort erhält die Füllung genau die richtige Schärfe

Diese Zutaten reichen als Apéro für vier Personen. Sollte jemand herausfinden, wie man runde Omeletten schön gleichmässig füllt, damit die Rölleli überall gleich dick sind, bitte ich um sofortige Mitteilung!!! Ansonsten ist es auch ganz neckisch, wenn man am Tag danach noch die optisch nicht ganz einwandfreien Anschnitte essen kann. Köstlich sind sie alleweil.

Verstehe einer diese Menschheit

Gewagte Überholmanöver.
Hupen.
Stinkefinger zeigen.
Mit PS-geschwängerten Boliden durch die Gegend rauschen.
Die Geschwindigkeits-Kontrolle der Polizei sicher ein einträgliches Geschäft.

Wieso hatten es heute alle so eilig?

Konnten sie sich nicht erfreuen am prächtigen Wetter dieses Sonn(en)tags? Ein Blick über die Nasenspitze hinaus hätte die Schönheit der Natur offenbart. Die saftig grünen Wiesen und die schneebedeckten Berge dahinter. Aber dafür hätte man vermutlich aus dem Auto steigen, hätte sein Motorrad am Strassenrand parken müssen. Manch einem würde dabei die Geräuschkulisse fehlen, um die Umgebung angemessen bewundern zu können. Und der Gestank nach Abgas.

Verstehe einer diese Menschheit.

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Eine Gurke auf dem Weg nach ganz oben

Gestern machte ich das, was ich schon lange machen wollte, aber wegen dem Wetter immer wieder vor mich her geschoben hatte: Ich fuhr ins Gartencenter. Und zwar in eines, das weitherum bekannt ist. Auf dem Weg dahin fuhr ich mindestens an einem halben Dutzend Gärtnereien und Gartenfachmärkten von Grossverteilern vorbei. Aber ich war wild entschlossen, meinen Weg bis zu Meiers Gartencenter fortzusetzen.

Aus Erfahrung wusste ich: Das würde ein teurer Ausflug werden. Teurer, weil der Basilikum bei Obi nur gut die Hälfte kosten würde. Teurer aber auch, weil es bei Meier so tolle Pflanzen gibt, die man sonst nirgends sieht. Das war gestern auch nicht anders.

Ich liebe es, durch dieses Pflanzenparadies zu laufen! Wenn ich doch nur einen grösseren Garten hätte! Auch wenn ich keine Tomaten und Bohnen anpflanzen kann, schwelge ich gern in den botanischen Möglichkeiten, die die Pflanzsaison mit sich bringt.

Und dann sah ich ihn. Auf meinem Rundgang fernab von Gemüsesetzlingen und meterhohen Olivenbäumen  brachte er mich zum Schmunzeln.

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Für Fr. 16.90 darf sich die Gurke am eigens für sie konstruierten Turm emporwinden. Für dieses Geld – so dachte ich mir, als ich mich vom Anblick des Gurkenturms wieder erholt hatte – kauft man schon die eine oder andere Gurke. Oder man konstruiert mit wenigen Handgriffen ein Klettergerüst. Aber der moderne Gartenmensch braucht offenbar derartige Hilfestellungen. Ich überlege mir gerade, ob es – für einen bescheidenen Aufpreis – eine passende App gibt, die Alarm schlägt, sollte die Gugummere auf Abwege geraten.

Fragestunde im Zug

Gestern im Zug. Der Knirps blättert in einer Gratiszeitung. Lesen scheint er noch nicht zu können, doch das ist für das besagte journalistische Werk nicht unbedingt ein Nachteil.

“Wer ist das, Mami?” Die abgebildete Frau hat es dem Dreikäsehoch offenbar angetan.
“Adele.” Die Antwort der Mutter fällt denkbar knapp aus.
”Ist das eine Schauspielerin?”
”Nein, eine Sängerin.”
”Singt die schön?”
Nun kann sich die Mutter erstmals zu einem ganzen Satz aufraffen. “Ja, sie singt sehr schön.”
Der Knirps bohrt weiter. “Schöner als Lady Gaga?”
Spätestens jetzt spitzt die halbe S7 die Ohren.
“Ja, ich finde, sie singt wahnsinnig schön.”
Der Knirps will offenbar nichts auf Lady Gaga kommen lassen. “Aber schöner als Lady Gaga kann sie gar nicht singen.”
Der Mutter steht offenbar nicht der Sinn nach einer Diskussion über verschiedene Musik-Geschmäcker. Sie ergreift die Flucht nach vorne. “Ganz sicher singen beide schöner als ich.”

Komischerweise gibt sich der Junge mit dieser Antwort zufrieden. Nun darf gerätselt werden, wie herzzerreissend schlecht diese Frau wohl singt.

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… oder

warum

das Bild

eines Schildes

manchmal

mehr als

tausend Worte

sagen kann.

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Tag-täglich

Jeder Tag ein neuer Tag. So ist das Leben. Aber ganz so einfach ist es eben schon lange nicht mehr. Denn jeder Tag ist ein anderer neuer Tag. Und diesbezüglich hat sich die Menschheit einiges einfallen lassen.

Mittlerweile gibt es für Alle und Alles einen Tag.

Tag der Kranken.

Muttertag.

Tag der Milch.

Tag der Muttermilch.

Tag der Hosenträger.

Tag der Bio-Gurken.

Tag der Kugelschreiber.

Tag der Rasenmäher.

Tag der Hühneraugen.

Tag der Nichtschwimmer.

Tag der Petersilie.

Der Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt. Heute war übrigens Weltbacktag. Zumindest, wenn ich dem Newsletter von Betty Bossi glauben soll.

Ausserdem geht da so ein Gerücht um, dass heute ein christlicher Feiertag sein soll.

Ich jedenfalls habe heute mal wieder eine Linzertorte gebacken. Mit der allerletzten Stachelbeer-Marmelade aus Schweden vom Housesitting 2014. Und was hat euer Backofen hergegeben?

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Ja bin ich denn ein Fisch!!!

Beinahe könnte man meinen, Petrus hätte sich den Spruch

A   d e   P f i n g s t e   s c h i f f t s   a m   r i n g s t e .

zur Brust genommen. Jedenfalls wendet er ihn momentan sehr inbrünstig an. Und was macht der kultivierte Wohlstandsbürger in Zeiten, wo selbst Schnecken und Regenwürmer an einen trockenen Ort flüchten? Er hat grundsätzlich mehrere Möglichkeiten.

1. Er sucht sich einen trockenen Platz und ergibt sich seinem Schicksal.

2. Er flieht in den sonnigen Süden (was allerdings mit viel automobiler Geduld am Gotthard verbunden ist).

3. Er lässt sich nichts anmerken (das dürfte nur für hier mitlesende Fische und Amphibien zutreffen).

4. Er ergreift die Flucht nach vorne und begegnet der flüssigen Katastrophe mit flüssiger Gegenwehr (diese Methode – in der Light-Version – haben mein innig geliebter Mitbewohner und ich gestern Abend angewandt und uns ein Glas Wein zum Essen gegönnt).

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Letzteres wird bei uns salopp als “d’Lampe fülle” (die Lampe füllen) bezeichnet. Dieses sinnlose Betrinken (Betrinken ist in meinen Augen immer sinnlos, es gibt keinen plausiblen Grund, sich volllaufen zu lassen) kennt bestimmt noch mehr lokal gefärbte Bezeichnungen.

Wie sagt ihr dazu?

Einkaufsbummel durch Absurdistan

Kürzlich bei Lidl entdeckt: Teelichter, Duftnote “Cookies”.

Bei aller Begeisterung für Kerzen, aber Cookies sollen meine Luft nur schwängern, wenn sie frisch und essbar aus dem Ofen kommen!

Doch damit nicht genug, gleichentags entdeckte ich beim Anstehen an der Kasse…

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… bei Migros diese Härdöfel-Salat Chips. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen: Kartoffelsalat-Chips!!!

Isst das wirklich jemand???

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Das ist mein Beitrag zu diesem verregneten Freitag, den 13.

Schlimmer kann’s ja nun nicht mehr kommen…

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