Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Wenn der Ski ein Krüppel ist

Es war exakt das passende Wetter, um mit meinem frisch geschliffenen Ski die Pisten unsicher zu machen.

Genau gesagt ist mein nicht ganz günstiger, erst 7 Tage gefahrener, frisch geschliffener Ski zwar ein Krüppel und eigentlich nur eine Notlösung. Denn unter dem Fersenautomat des einen Skis hat sich auf einer Länge von ca. 15 cm eine gleichmässige Erhebung gebildet, die dort nicht hin gehört. Da ich mitten im Winter den Ski nicht 14 Tage zur Garantie-Abklärung hergeben wollte und es mitten in den Schulferien auch keinen adäquaten Leihski gab, bot mir Stöckli an, den Belag vorerst mal plan zu schleifen.

Das Krüppeli hat sich gut gehalten; es verfügt nach dem Service über einen – abgesehen von der Problemzone – mustergültigen Steinschliff und perfekt präparierte Kanten. Eigentlich alles paletti. Dennoch gehe ich davon aus, dass mein Ski einen Fabrikationsfehler hat und man ihn mir auf Garantie ersetzen wird. Das tönt im ersten Augenblick nach gutem Kundenservice, immerhin steht mir in Aussicht, nach einen ganzen Winter einen ganz neuen Ski zu erhalten. Den Weg 3 x nach Kloten wird mir jedoch kaum jemand vergüten.    

20180219_095934

Advertisements

Eine Bombe platzen lassen

Es gibt verschiedene Arten von Skifahrern. Die einen laufen zur Höchstform auf, wenn sie Pulverschnee unter den Skiern haben, die andern erst, wenn sie die Skier abschnallen.

Ohne Zweifel, meine Stärke liegt nicht im Après-Ski. Ich mache mit meinen Carving-Schwüngen die bessere Falle als an einer Schneebar hängend. Nichts desto trotz musste ich in den Ferien im Südtirol auch mal so eine Flüssigbombe bestellen.

Darf ich vorstellen: B o m b a r d i n o

20180201_144528

Wer die süsse Bombe nicht kennt, dem kann HIER geholfen werden.

Alles hat ein Ende

Alles hat ein Ende, auch meine Karriere als Journalistin. In den vergangenen 9 Jahren schrieb ich die Kolumne in der 5 x jährlich erscheinenden Zeitschrift “Wohnmobil & Caravan”. Anfangs gehörten mein Mann und ich selber noch zur Wohnmobil Gilde.  Dann verkauften wir unser Fahrzeug und in meine Kolumnen (übrigens mein Baby, denn erst auf meine Initiative gab es in der besagten Zeitschrift eine solche Rubrik) floss nur noch mein enormer Erfahrungsschatz. Immerhin hatten wir weit über 2’000 Übernachtungen in einem Camping-Fahrzeug verbracht. Dann sah ich die Zeit gekommen, einen Schlussstrich zu ziehen. Nicht nur, weil mir langsam die Ideen ausgingen, sondern auch weil mein Mann, der kritischste Leser meiner Werke, krank wurde. Dies ist meine letzte von total 44 Kolumnen, die im letzten Herbst erschienen ist:

Der Tag wird kommen, wo mir das Reisen im Wohnmobil zu umständlich erscheint. Wo es mir zu eng sein wird. Wo ich lieber im Lehnstuhl als auf dem Beifahrersitz meine müden Knochen ausruhe, die Annehmlichkeiten einer ausgewachsenen Küche mehr schätze, als den Zweiflammen-Herd mit ständig wechselnder Aussicht.

Dann werde ich alt und grau sein. Und mir wird ein ähnliches Schicksal bevorstehen, wie so vielen Mitmenschen vor mir: Ich werde über kurz oder lang in einem Altersheim landen. Aber ganz bestimmt nicht in einem x-beliebigen Altersheim! Ich werde in eine Seniorenresidenz der besonderen Art einziehen. Eine, in der ausschliesslich gestandene Wohnmobilfahrer ihre alten Tage verbringen. Vielleicht wird es, insofern es besteht eine genügend grosse Nachfrage, auch eine Untergruppe „Wohnwagen“ geben. Uns allen wird gemein sein, dass es uns nie an Gesprächsstoff fehlen wird. Wir werden über unsere Abenteuer vergangener Tage berichten, verblasste Fotos herumreichen und uns darüber ärgern, dass wir unsere Fotodateien auf dem Handy nicht regelmässig gesichert hatten. Gut möglich, dass wir unseren Erlebnissen ab und zu etwas andichten, dafür unrühmliche Details weglassen. Wieso sollten wir es im Kreise der ergrauten Häupter anders halten als im früheren Leben?

Für das Personal des Altersheims werden wir pflegeleichte Bewohner sein, sind sich viele von uns doch gewohnt, Energie zu sparen, mit wenig Platz auszukommen, nicht täglich zu duschen und zu zweit in einem Bett zu schlafen. Anstelle eines Veranstaltungsprogramms, bestehend aus Bastelnachmittagen, Seniorengymnastik und weiteren Angelegenheiten, die in herkömmlichen Altersheimen den Bewohnern die Langeweile aus dem Gesicht wehen sollen, wird man uns im Rollstuhl an die grossflächigen Fensterfronten schieben. Von dort aus werden wir zum Nulltarif die beste Unterhaltung geniessen können, die dieses Universum zu bieten hat: Wohnmobil-Fahrer am Werk. Vor unserem Heim wird – primär zu unserer Bespassung und erst in zweiter Linie zum Wohle der Reisenden – eine ganze Reihe an Stellplätzen angeordnet sein. Damit wir nicht zu kurz kommen, werden die Plätze mit der einen oder anderen Tücke bestückt sein. Mal ist der Untergrund matschig, funktioniert das W-LAN nur in bestimmten Ecken, haut es am Stromkasten scheinbar grundlos die Sicherung raus. Von unseren Logenplätzen aus werden wir Wetten abschliessen, welcher Stellplatz als erster besetzt sein wird. Wie viele Vierbeiner aus welchem Fahrzeug raus kommen und wie lange es dauert, bis die Satellitenschüssel hochgefahren wird.

Bild 079

Wir werden uns königlich unterhalten und die schweizweit zufriedensten Senioren sein. Aus der ganzen Welt werden Journalisten anreisen und ausführlich über unser Wohnmobilisten-Altersheim berichten. Es wird viele Nachahmer geben. Und noch mehr zufriedene alte Leute.

Auch wenn ich noch weit davon entfernt bin, ins Wohnmobil-Altersheim einzutreten, so hat sich mein Leben in den letzten Monaten doch so verändert, dass auch ich das Wohnmobilen nur noch aus der Ferne betrachten kann. Wie die Bewohner meines fiktiven Altersheims werde ich aber weiterhin jedem Wohnmobil nachschauen, das meinen Weg kreuzt. Werde mir jede Dokumentation über Wohnmobil-Reisen und Campieren am Fernsehen anschauen, werde am Wegesrand immer wieder geeignete Rast- und Übernachtungsplätze entdecken. Ich kann einfach nicht anders, das Wohnmobil war zu lange mein Hobby, Reisen mein Lebenstraum.

DSC01469

Dies sind die letzten Zeilen, die es von mir an dieser Stelle zu lesen gibt. Ich durfte mir die Themen für diese Kolumne selber aussuchen, genoss eine gewisse Narrenfreiheit. Der Sinn bestand nie darin, Sie auf dem neusten technischen Stand zu halten oder Ihnen einen gewissen Typ Fahrzeug schmackhaft zu machen. Mein Ziel war es, Sie zu unterhalten, Ihnen hin und wieder eine unserer zahlreichen Anekdoten zu erzählen, Sie dadurch vielleicht vor einem Fehler zu bewahren, den wir selber begangen hatten. Ich hoffe, dass mir das in den vergangenen neun Jahren gelungen ist. Alles Gute!

PS: Selbstverständlich ist dies nur meine letzte Kolumne, jedoch nicht die letzten Zeilen, die es im Flohnmobil zu lesen gibt.

Für die nächsten 20 Jahre

Er schaute schon länger nicht mehr wirklich frisch aus. Mit leicht hängendem (Mund)Winkel begrüsste er mich jeden Morgen in der Küche. Durch die stets gleiche Abreiss-Richtung des Papiers war er in Schieflage geraten. Dennoch tat er weiterhin und ohne Murren seinen Dienst. So wie in den vergangenen 20 Jahren. Sein Anblick jedoch gefiel mir plötzlich nicht mehr und so riss ich ihn von der Wand. Den Rollenhalter. Und kratzte eine gefühlte Ewigkeit lang Leim von den Plättli ab. Es war nur ein billiges Produkt aus Kunststoff, aber absolut zweckdienlich. Von der Idee, den Leim auch noch quadratmillimeterweise vom Kunststoff zu kratzen und den alten Rollenhalter nochmals an die Wand zu pappen, kam ich schnell ab.

Noch vor dieser Kurzschluss-Reaktion hatte ich in mehreren Anläufen versucht, einen Ersatz zu finden. Weder ein stehendes Designer-Objekt noch eine Kombination mit Alufolie und Plastikfolie im selben Teil fand meine Gunst. Nein, es sollte möglichst ähnlich sein.

Und siehe da, in unserer schnelllebigen Zeit gibt es doch noch Werte, die sich halten. Auch wenn es sich nur um einen simplen Rollenhalter aus weissem Kunststoff handelt. Als ich ihn vorgestern endlich im xten Geschäft sah, war mein Tag gerettet. Das Teil sah exakt aus wie mein altes. Zweifellos etwas weniger vergilbt, aber ansonsten völlig identisch.

Voller Glückseligkeit erstand ich das edle Stück für sage und schreibe Fr. 6.90. Und der Clou dran: Der Hersteller gewährt 20 Jahre Garantie. Hoffentlich weiss ich das im Jahr 2038 noch.

Bildergebnis für rotho rollenhalter

Ernährung in Absurdistan


Dieses Buch habe ich heute in einer Buchhandlung entdeckt.

Dass es in der Ramsch-Ecke lag, wird wohl kein Zufall sein. 

20180212_121915

Wozu denn noch kochen,

wenn man beim Schlafen abnehmen kann?

Finde die perfekte Christrose!

Einmal mehr trübes Wetter nördlich der Alpen, Sonnenschein verheissender Wetterbericht ennet dem Gotthard. Also: Ab durchs Loch!

DSC09209

Für einmal hat die Wanderung weniger ein Ziel denn ein Motto: Auf der Suche nach den Christrosen am Monte Brè. Doch bevor die erste Christrose auftaucht, erblickt mein Kennerblick Pilze. Gleich an mehreren der hölzernen Treppenstufen wachsen Austern-Seitlinge. Man hätte sie ernten und essen können.

DSC09211

Der eine oder andere Farbtupfer drängt sich durchs trockene Laub dem Licht entgegen.

DSC09215DSC09218

Wälder haben für mich um diese Jahreszeit eine spezielle Ausstrahlung. Nie sieht man ihre Strukturen besser. Diese Auswüchse hätte man angesichts eines üppigen Blätterwalds glatt übersehen.

DSC09217

Und endlich geben sich die ersten Christrosen die Ehre. Teilweise kommen sei erst gerade aus dem braunen Laub heraus. Allesamt sind sie noch grün. Wir sind doch nicht etwa zu früh dran?

DSC09219

Wir steigen weiter der Flanke des Monte Brè hoch, geniessen die warmen Sonnenstrahlen und die herrliche Aussicht.

DSC09220DSC09222DSC09225DSC09229

Es blüht, kommt hier zahlreich vor, aber keine Ahnung, was es ist.

DSC09223

Eine gelungene Bärli-Holz-Skulptur. Leider etwas schwierig zu fotografieren im Gegenlicht.

DSC09233

Herrlich gelegen, dieses Brè sopra Lugano.

DSC09237

Wir steigen noch ganz hoch bis zum Monte Brè und machen dort Mittagsrast.

DSC09240

Vom Hausberg Luganos aus haben wir eine prächtige Aussicht.

DSC09242

Der Blick reicht einmal mehr bis zum Monte-Rosa-Massiv.

DSC09244

Die Bloggerin an der Vorbereitung für diesen Eintrag.

image1

Über diese unsäglichen Treppen, die nie mit dem Schritt aufgehen, geht es zurück ins Dorf, wo leider alle Restaurants geschlossen sind. Kafi aufgeschoben!

DSC09245

Noch immer träumen gewisse Leute unserer Gruppe von “ganzen Wiesen von Christrosen”, während sich andere damit abgefunden haben, dass wir zu früh dran sind.

Als dann aber doch noch blühende Christrosen den Wegrand säumen, sind alle begeistert.

DSC09247DSC09248DSC09250DSC09251DSC09262DSC09257DSC09261

Auf der Suche nach der perfekten Christrose, die sich perfekt dem Betrachter entgegenstellt und in perfekter Farbe erstrahlt, hangeln sich die Fotografen das Bord rauf und runter.

DSC09263

Die Bloggerin macht da keine Ausnahme und geht vor Begeisterung sogar in die Knie.

IMG-20180210-WA0001

„Ich han gar kei Hand me frei zum abdrucke…!“

DSC09258

DSC09264

Wohl haben wir den schönsten Teil der Wanderung hinter uns, nicht aber die Treppen.

DSC09265

Wir ersparen uns den Marsch durch die Agglo von Lugano und nehmen den Bus “San Zurigo”.

DSC09268DSC09269

Blick zurück vom Bahnhof Lugano aus. Hier reicht es noch für einen Stehkaffee, bevor uns der Zug zurück in die Deutschschweiz bringt.

DSC09270

Einmal mehr eine super Idee von Beat, die neun Mitwanderer begeistert übernommen haben. Vielen Dank an alle für die tolle Wanderbegleitung.

Mehr Bilder gibt es  h i e r .

Karte

 

Beschildert geschildert (114)

20180101_124814[1]

Also bitte, ihr lieben Hundehalter, lest eurem Fifi diese Mitteilung gefälligst vor.

Und zwar rechtzeitig!

Kurz vor der totalen Verblödung

Wahrscheinlich bin ich einfach etwas zu wenig praktisch veranlagt, um die Vorteile von frei liegenden, blau angelaufenen Knies und hochgerollten Jeans bei Minustemperaturen richtig einschätzen zu können.

Bildergebnis für ripped jeans

Wenn man übrigens nach Bildern von zerrissenen Jeans googelt, kommen die absurdesten Sachen zum Vorschein! Manchmal denke ich schon, dass die Menschheit kurz vor der totalen Verblödung steht.

Kiosk im Schnee

Ich glaubte, meinen Augen nicht zu trauen. Zuerst sah ich das schneebedeckte Hüttchen nur vom Sessellift aus. Diese Erscheinung – konnte es wirklich wahr sein? – musste ich aus der Nähe betrachten.

DSC09180

Tatsächlich! Ein Kiosk mitten im Skigebiet. Nicht etwa in der Nähe einer Bergbahn, sondern im Nirgendwo am Pistenrand. Wer wohl dort etwas von diesem Kitsch kaufte? Ich jedenfalls nicht, aber der Kiosk mit seinem illustren Sortiment trug sehr zu meiner Erheiterung bei.

DSC09180

Und sogleich wurden Erinnerungen wach an den Streich, den Kurt Felix in “Verstehen Sie Spass” mit Reinhold Messner gespielt hatte. Ich sag nur: Kiosk am Matterhorn.

 

 

Skifahren in der Komfortzone

“Das gitt’s nu bim Dähler.” Es war kein Geringerer als der Carchauffeur, der dies zwischen zwei Bissen Berliner verkündete. Das liess mich aufhorchen. Und nachdenklich werden. Wenn es tatsächlich stimmte, was ich da hörte, konnte ich mich “von” schreiben, mit dieser Gruppe unterwegs zu sein.

Sogleich machten Schauermärchen die Runde von Gruppen mit zwanzig oder mehr Teilnehmern und einem einzigen Skiguide. Was für eine fürchterliche Vorstellung! Ständig warten bis endlich alle neunzehn wieder da sind. Das hätte für mich wenig mit Skifahren zu tun.

Unsere Reisegruppe bestand aus total zwanzig Teilnehmern, von denen sich fünf selbständig auf die Piste wagten. Die restlichen teilten sich auf zwei Skiguides auf. Da blieben theoretisch 7,5 Skifahrer pro Rudelführer. In der Praxis waren es dann in unserer Gruppe anfangs fünf, nach zwei Tagen noch vier Skifahrer, die dem rot gewandeten Sepp hinterher fuhren. Wir waren eine tolle Truppe, die sich gut verstand und auf ähnlich hohem Niveau fuhr.

Und nun ist es wohl an der Zeit, ein kurzes Resumé zu ziehen. Für mich war diese Art von Skifahren – wie so vieles in den vergangenen Monaten – Premiere. Und zwar eine total geglückte. Es ist sehr entspannend, am Morgen nur in den Bus einzusteigen und sich ganz faul an den Ausgangsort fahren zu lassen. Ebenso entspannt ist es, in einem gänzlich unbekannten, mitunter riesigen Skigebiet nur darauf achten zu müssen, dass man den Skiguide nicht aus den Augen verliert. Und auch sehr gediegen ist die Tatsache, dass der Skiguide (seines Zeichens zwar Skilehrer, aber ohne uns Unterricht zu erteilen) rechtzeitig in einer schönen Berghütte einen Tisch reserviert und man so einen allfälligen Volksaufmarsch elegant umschiffen kann.

Ich werde wieder mit Dähler reisen! 

DSC09179

Das hatte ich so noch nie gesehen: Vertiefungen im Boden der Gondelbahn, in die man die Skis reinstecken konnte.