Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Der Ganzjahres-Kaktus

Kurz bevor hierzulande die Freiluft-Saison für Kakteen losgeht, wurde ich von meiner Freundin Gabi mit einem ganz besonderen Kaktus beschenkt. Sie hatte ihn im Urlaub entdeckt und sofort an mich gedacht. Da sie in Sachen Kinkerlitzchen und Staubfänger eine ähnliche Einstellung hat wie ich, musste auch sie zugeben, dass das “Pflänzchen” hart an der Grenze zu Kitsch steht. Begeistert hatte Gabi denn auch nicht so sehr die Handarbeits-Kunst, sondern der Beipackzettel.

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Auf diesem steht nämlich geschrieben:

Happy Kaktus

Ich bin extrem pflegeleicht.

Ich löse keine Allergien aus.

Ich bin dir nicht böse und lasse nicht gleich alles hängen, wenn du mal in den Urlaub fährst.

Ich blühe für dich das ganze Jahr, egal an welchem besonderen Platz du mich stellst.

Ich nehme es dir nicht übel, wenn du mir einen total schrägen Namen gibst.

Mein grösster Wunsch ist, dir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Im Fall, dass ich doch mal staubig oder schmutzig sein sollte, kann du mich gerne (ohne Topf) waschen. Handwäsche bevorzuge ich, aber 30° C in der Waschmaschine sollten kein Problem darstellen.

Da Gabi den Kaktus immerhin fast zwei Jahre aufbewahrt hatte (und ihm ihre Pflege offenbar gut bekommen ist), werde ich diesem Kitschobjekt nun auch einen Ehrenplatz einräumen. Ich habe nämlich noch einen weiteren Vorteil an ihm entdeckt: Es sticht nicht.

Nach einem Namen für das Häkelobjekt wird noch gesucht. Irgendwelche Vorschläge?

Tschau Winter!

Sodeli, jetzt haben wir alles erledigt, was irgendwie noch mit Winter im Zusammenhang stand.

Wir haben unsere Skianzüge gewaschen und imprägniert.

Dem Auto wurde eine letzte Unterbodenwäsche verpasst.

Die Skischuhe wurden auseinander genommen, der Innenschuh gründlich getrocknet, anschliessend gefettet und alles wieder ordnungsgemäss zusammengesetzt und die Schnallen geschlossen.

Mützen, Schals, dicke Jacken, warme Schuhe und alles, was an Winter erinnern könnte, haben wir aus unserem Sichtfeld verbannt.

Die letzten Weihnachts-Guezli wurden gegessen (kein Witz, die Chräbeli aus dem Tiefkühler habe ich extra aufgehoben).

Und selbstverständlich wurden sämtliche Skis gewachst und die Bindungen mit Silikon-Spray konserviert. Bloss gereinigt, nein, auch wenn mein ansonsten so hochgeschätzter Bio-Stein offenbar auch dafür geeignet wäre, gereinigt haben wir die Skis nicht. Die kamen in den vergangenen Monaten ausreichend mit dem nassen Element in Kontakt.

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Kuchen aus Zeitungspapier

Wenn das die Österreicher können, kann ich es auch, war ich überzeugt, und griff im Laden bei Innsbruck beherzt zu. Stunden Später erblickte ich im heimischen Kühlschrank vier schon etwas schrumpelige Birnen und schon nahm das Rezept Formen an.

Ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie viel Teig sich in dem kleinen Päckchen befinden sollte. Nachdem ich alles sorgfältig ausgepackt hatte, kamen vier Blatt à ca. 40 x 40 cm zum Vorschein. Bestenfalls halb so dick wie Zeitungspapier!

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Ich schälte und würfelte meine vier betagten Birnen, vermischte sie mit Zitronensaft und –Schale, röstete etwas Brotbröösmeli in der Bratpfanne zusammen mit Zucker und gemahlenen Nüssen und verteilte alles auf dem vierlagigen Zeitungspapier, das ich vorab einzeln mit flüssiger Butter bestrichen hatte. Dann rollte ich alles satt ein.

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Nach 30 Minuten im 180 Grad heissen Backofen war mein Birnen-Nuss-Strudel fertig.

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Zusammen mit warmer Vanille-Sauce war das Zeitungspapier-Konstrukt sehr lecker. Und meine Fantasie für weitere Strudel geht seither beinahe mit mir durch.

Das Beste am Schluss

So, mein lieber Stöckli, nun beginnt ein anderes Leben. Ab sofort haben du und deine beiden Kumpels Sommerferien.

Ihr habt nochmals alles gegeben, habt mich begleitet, mich in Schwung gehalten. Zusammen mit euch habe ich eine weitere Skisaison sturz- und unfallfrei über die Bühne gebracht. Die letzten fünf Tage hielten für euch wie für mich nochmals einige Überraschungen bereit. So viel Neuschnee und tolle Pistenverhältnisse habe ich um die Jahreszeit schon lange nicht mehr gesehen. Das ging leider einher mit nicht immer ganz wolkenlosem Wetter. Von den frostigen Temperaturen reden wir schon gar nicht. Doch Petrus (oder war es diese schrullige Frau Holle?) sparte sich den schönsten Tag fürs Finale auf. Heute:

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Und damit ist nun auch für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich die Skisaison zu Ende. Wirklich, wahrhaftig und definitiv. Nach dem allgemeinen Abtaucher in den Winter, der nicht nur uns auf dem Hintertuxer Gletscher betroffen hat, freuen wir uns auf den Sommer.

Die japanische Koch-Show

“Ach schau mal, da kommen unsere Japaner wieder”, sagte meine Freundin Gabi. Das Entzücken, das in ihrer Stimme mitschwang, liess uns aufhorchen, und wir drehten alle Drei den Kopf. Ein japanisches Paar steuerte auf einen freien Tisch im Tuxerfernerhaus zu. Beide waren irgendwo zwischen 50 und 60. Gabi erzählte uns ausgesprochen detailgetreu, was sich bald abspielen würde, denn sie wurde offenbar schon mehrmals Zeugin des Spektakels. Und sie hatte nicht übertrieben.

Die zwei Japaner setzten sich und sie begann, aus dem Rucksack allerlei Plastikdöschen, Schälchen und Beutelchen hervorzuzaubern. Als letztes folgte eine Thermosflasche mit heissem Wasser. Dieses schüttete die Frau in zwei Schälchen, in denen sich irgend ein quellbares Trockenfutter befand. Dann stand sie auf und steuerte mit den beiden Schälchen die Mikrowelle an. Das Gerät ist grundsätzlich dafür gedacht, im Lokal gekaufte Speisen aufzuwärmen. Man kennt das ja von Kantinen und anderen Selbstbedienungs-Lokalen. Die Japanerin setzte die Mikrowelle mit ihren beiden Schälchen in Gang und kehrte danach wieder an den Tisch zurück.

Das Schauspiel ging weiter. Wir starrten alle mehr oder weniger diskret gebannt in die Richtung des Tisches. Dort wanderte der Inhalt diverser Döschen und Beutelchen in die zwei Schalen. Und angerichtet war’s. Der Japaner hatte in der Zwischenzeit keinen Finger gekrümmt, ausser den, den er pausenlos über sein Handy hatte streichen lassen. Die gemeinsame Mahlzeit begann. Beide schaufelten mit Stäbchen den Inhalt ihrer Schalen in den Kopf rein. Zwischendurch pickten sie mit ihren Stäbchen etwas aus den Beutelchen.

Keiner sprach ein Wort dabei. Als das japanische Festmahl offenbar beendet war, verräumte die Frau alles wieder in ihren Rucksack. Nun nahm auch sie ihr Handy hervor und schaute gebannt auf das Bildschirmchen. Gemeinsam sassen die Zwei noch eine Weile am Tisch und beschäftigten sich mit ihren Handys. Ob die Frau ihrem Gegenüber ein SMS schrieb, ob er genug gegessen habe oder ob sie sich anderweitig beschäftigte, werden wir nie erfahren. Aber der Betreiber des Lokals hätte es sicher geschätzt, wenn sie sich den Tee nicht auch noch selber gekocht hätten.

Mutter Natur auf Abwegen (11)

Unter diesem Titel könnte ich nun etwas schreiben über das kalte Wetter und die Schneefälle, die so manchen auf dem falschen Fuss erwischt haben. Oder übers Skifahren, das unter den gegebenen Umständen nochmals richtig Spass macht. Darüber aber, das bin ich mir bewusst, will hier niemand mehr lesen. Deshalb etwas Schönes, Nettes, dem der Wintereinbruch wenig anhaben kann.


Frühlingsboten im Doppelpack.

Darf ich vorstellen:

meine siamesischen Tulpen.

 

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Schaltet endlich!

Pfui Teufel, was für ein widerliches Wetter!

Ich muss es einfach mal wieder loswerden, denn je länger ich darüber nachdenke, desto genialer finde ich meine Idee:

Häuptlinge, Chefstrategen, Präsidenten, Ober-Gurus dieses Planeten, schiebt endlich mal einen Ausgleichs-Monat ein! Die Welt käme wieder ins Lot. Zumindest teilweise. Dann wäre es jetzt erst Ende März und wir würden uns wesentlich weniger ab den Schneeflocken stören. Als Folge des ausgefallenen Monats würden weisse Weihnachten in Griffnähe rücken, die Skigebiete könnten aufatmen.

Aber jetzt – Ende April – nützt der Schnee wirklich niemandem mehr.

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Beschildert geschildert (80)

Heute mal wieder ein “fremdes” Bild.

Geknipst hatte es Werner, als er mit seinem Hund Timi am Rhein oberhalb Schaffhausen unterwegs war.

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Und falls es etwas lange dauern sollte, bis ein Bootsführer anhält, steht gleich daneben ein Bänkli.

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Na, Werner, hast du dort in der Zwischenzeit mal den Daumen hochgehalten?

Raupe in Vollbetrieb

Am Ende eines Skitages sieht die Talabfahrt nach Samnaun-Laret derzeit so aus:

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Nur noch ein Schneeband mit unentwegt blühenden Krokussen unmittelbar daneben. Die Skifahrer schieben im Verlauf des Tages den Schnee auf die Seite der Piste. Die ohnehin schon dünne Schneedecke wird so in der Mitte noch dünner. Es ist die Aufgabe des allabendlich dahertütelnden Ratrac-Fahrers, die Piste wieder etwas auszuebnen.

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Es braucht einiges an Geschick und Erfahrung, um mit dem wenigen Schnee eine eingermassen gleichmässige Skipiste herzurichten. Das Werk sieht am Ende dann etwa so aus:

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Die meisten Skigebiete haben bereits Saisonschluss. In Samnaun/Ischgl dauert die Saison noch bis zum 1. Mai. Bevor dicht gemacht wird, findet auf der Idalp die alljährliche Abschlussparty mit einem Konzert statt. Zu den Stars, die hier schon auftraten, gehören Tina Turner, Kylie Minogue, Elton John und Robbie Williams, um nur einige herauszupicken.

Es dürfte ziemlich laut und mit gegen 14’000 Zuschauern ziemlich eng werden. Mir reichen schon die Bilder von früheren Konzerten. Selbst wenn ich es in Samnaun noch länger aushalten würde, dieses Abschlussfest gäbe mir endgültig den Rest.

Träume einer alpinen Fliege


Wovon träumt wohl diese Fliege im 1’800 m hoch gelegenen Samnaun?

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Keine Ahnung?

… wirklich nicht…?

 

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