Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Die Rettung des Currys

Auf vielseitigen Wunsch hier nun also die Fortsetzung der Keller-Räumungs-Geschichte. Wer den ersten Teil verpasst hat, kann ihn HIER nachlesen.

Die Frau – schätzungsweise gegen die Siebzig – stand da. Ich weiss nicht mehr, wer in dem Moment verdatterter war, sie und ihr Mann, den sie im Schlepptau hatte, oder der Mitbewohner und ich. Ich weiss auch nach all den Jahren nicht mehr so genau, welche Gedanken mir durch den Kopf schossen. Schätzungsweise etwas in der Art von:

Au weia!
Das darf doch nicht wahr sein!
Scheisse!
Wird sie uns mit der Polizei drohen?
Und jetzt?

Der Erklärungsnotstand war jedenfalls eindeutig bei  uns. Wie sich herausstellte, hatten mein Schwager, dessen vermeintlichen Keller wir gerade am räumen waren, und Frau – nennen wir sie mal Küng – vor Jahren schon das Kellerabteil getauscht. Dass der richtige Name an der falschen Kellertüre stand, war mit Sicherheit ein Punkt, der die Dame etwas milder stimmte, und sie schien geneigt, unserer Geschichte Glauben zu schenken. Die Geschichte war nämlich, dass mein Schwager im Pflegeheim war und nicht mehr zurückkehren würde und wir deshalb seine Wohnung räumen mussten.

Frau Küng bahnte sich an uns vorbei den Weg ins Kellerabteil. Ihr blieb der Kiefer hängen. “Was haben Sie mit all den Sachen gemacht, die hier drin waren?” Mit weit ausschweifenden Handbewegungen deutete sie an, dass da mal viel mehr gewesen sein musste, als sie jetzt noch ausmachen konnte. Die komplexe Frage liess sich nicht mit einem Satz beantworten, war doch ein Teil in unserem Kofferraum, etwas den Abfluss runter geflutscht und der grösste Teil draussen im Abfall-Container versenkt.

Zu viert begaben wir uns nach draussen, um zu retten, was zu retten war. Im Vorbeigehen raunte mir der Mann ins Ohr: “Isch guet, isch de alt Seich äntli wäg cho.” Für ihn kam es offenbar einer Erlösung gleich, dass ich die alten Säfte  unwiederbringlich den Abfluss runter gespült hatte. Im Container begann die Frau nach ihrem Hausrat zu wühlen. Blumentöpfe, Christbaumschmuck, Wanderschuhe. Alles wanderte wieder zurück in den Keller. Bei nicht wenigen Sachen beschloss sie jedoch kurzerhand: “Das kann man glaub wirklich wegschmeissen.”

Der Mitbewohner und ich entspannten uns allmählich. Bis die ominöse Frage kam: “Und was haben Sie mit meinem Curry gemacht?” Betretenes Schweigen. Fragende Blicke.  “Das hat mir ein Swissair Pilot extra aus Indien mitgebracht.” Der Vorwurf in Frau Küngs Stimme war nicht zu überhören. Das Curry schien von unschätzbarem Wert zu sein. Sie wühlte weiter und wir boten so gut wie möglich Hand. Endlich förderte sie triumphierend eine verzierte Blechbüchse von vielleicht einem Liter Inhalt zu Tage. “Da ist sie ja wieder!” Das Pulver darin hatte vielleicht noch die Farbe einer Currymischung, so riechen tat es schon lange nicht mehr. Aber Frau Küng schien glücklich.

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Damit war wohl der Sonntag von Frau Küng gerettet und der Keller mal wieder gründlich ausgemistet worden, erledigt war für sie die Sache jedoch noch nicht. Sie schien wild entschlossen, sicher zu gehen, dass wir auch wirklich das richtige Kellerabteil fänden, das auszumisten es gälte.

Wunderbarerweise passte dort der mit “Keller” angeschriebene Schlüssel auf Anhieb. Frau Küng wich noch immer nicht von unserer Seite. Sie steckte ihre Nase ins muffige Kellerabteil und sog neugierig alles auf, was sie sah. Und da gab es allerhand. Da waren wir mit dem Keller unser mittlerweile treuen Begleiterin vergleichsweise noch gut bedient gewesen! Leere Kartons, eine Sauerstoff-Flasche, Spazierstöcke, eine Langlauf-Ausrüstung aus den Anfängen der Sportart, muffige Bücher, Luftbefeuchter, staubige Decken. Das ganze Elend begann nochmals von vorne!

Zuvorderst auf einem Gestell prangte ein Kaffee-Vollautomat. Wesentlich unälter als alles, was sonst in dem finsteren Loch deponiert war. Frau Küng sah ihre Stunde gekommen. “Was machen Sie damit?” wollte sie wissen. Ihre Körperhaltung und die fordernde Stimme liessen keinen Zweifel zu, dass sie grosses Interesse an dem Gerät hatte. Da der Mitbewohner und ich bereits eine moderne Kaffeemaschine besassen, überliessen wir der “Geschädigten” die Maschine, trugen sie sogar noch zwei Etagen hoch in ihre Küche.

Damit hatten wir für heute definitiv genug geräumt, gemistet, Staub geschluckt. Wenn wir wieder kommen würden, wüssten wir zumindest, welchen Keller wir räumen mussten. Aber da gab es ja noch ein Estrich-Abteil. Und eine vollgestopfte Wohnung. Das Grauen hatte eben erst begonnen.

Der Dazwischenbeitrag

Ich muss euch noch etwas auf die Folter spannen mit der Fortsetzung unseres Kellerräumungsbeitrags.

Aber damit es niemandem langweilig wird, gebe ich euch als Einstimmung zum Thema noch ein paar Lesetipps ab. Wie bereits erwähnt, haben wir so etwas wie Routine im Wohnung räumen und daraus ist in der Vergangenheit bereits der eine oder andere Blogbeitrag entstanden.

In diesem hier ging es beinahe etwas kriminell zu.

Während es hier eher makaber ist.

Und hier hatte ich wohl die Nase gestrichen voll, als ich diesen Beitrag schrieb.

Selbst die Geschichte der Entsorgung eines sehr Schweizerischen Gegenstands fehlt nicht.

Also, bitte dranbleiben, die Fortsetzung folgt. Bestimmt. Bald.

Was haben Sie mit meinem Curry gemacht?

Die verwandtschaftliche Konstellation bringt es mit sich, dass mein innig geliebter Mitbewohner und ich schon mehrere Male in den höchst zweifelhaften Genuss gekommen sind, eine Wohnung zu räumen. Man könnte uns mittlerweile als alte Routiniers bezeichnen, jedoch sind wir auf diese Auszeichnung nicht wirklich scharf. So eine Räumung ist nämlich alles andere als ein Genuss. Man zerpflückt das Leben der Person, die darin häufig über Jahrzehnte gewohnt hat, regelrecht in Stücke. Für die betroffenen Personen müsste es peinlich sein, wären sie noch in der Lage, alles mitzuerleben bzw. aufzunehmen, was bei uns meist nicht der Fall war. Für uns war es stets mit viel Arbeit verbunden. Und auch mit viel Dreck.

Unsere erste Räumung galt der Wohnung meines Schwagers. Der Mitbewohner und ich waren damals noch beide 100 Prozent berufstätig und mussten das destruktive Projekt in unserer spärlichen Freizeit angehen. Als erstes nahmen wir uns den Keller vor. Am Schlüsselbrett hingen zahlreiche Schlüssel, doch keines wollte zum Vorhängeschloss des Kellerabteils passen. Der Mitbewohner fackelte nicht lange, holte Werkzeug, schraubte an den Riegeln rum und schon waren wir im Inneren des muffigen Kellerabteils.

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Zu unserem Bedauern trafen wir nicht eine umfangreiche Wein-Sammlung an, sondern in erster Linie alten Gerümpel. Wir machten uns an die Arbeit. Sortierten, was noch brauchbar war, was in den Abfall-Container hinter dem Haus landen sollte, was man allenfalls separat entsorgen musste. Es war vor über 20 Jahren, als es in Zürich noch keine Sackgebühr gab, so füllten wir an jenem Sonntagnachmittag ganz allmählich den Container mit Blumentöpfen, alten Koffern, Blechdosen und was halt in dem Kellerabteil so rumstand. Auf einem Gestell lagerten eingemachte Obstsäfte. Kategorie uralt. Die kippte ich kurzerhand in der Waschküche in den Abguss, spülte die Flaschen aus und stapelte sie, um sie später in den Altglas-Container zu schmeissen.

Wir waren den ganzen Nachmittag am Werke. Da weder der Mitbewohner noch ich zur Kategorie “Sammlertyp” gehören, kamen wir einigermassen gut voran. Während sich der Keller sichtlich leerte, füllten sich unser Kofferraum und der Abfall-Container. Als wir beschlossen, dass wir an diesem Tage nicht mehr fertig würden und nun heim gehen wollten, erschien eine ältere Frau im Keller. Sie kam auf uns zu und fragte mit grossen, staunenden Augen: “Was machen Sie da in meinem Keller…?”

Fortsetzung folgt. HIER.

Die Marktlücke

Meine Waschmaschine kann waschen. Und das sogar sehr gut. In jedem Fall einiges besser als ich. 

Ich kann einstellen, ob sie mit hohen oder tiefen Drehzahlen schleudern soll. Ob mit oder ohne Vorwaschen.

Sie hat Automatik-Programme für Baumwolle, Synthetik, Wolle, Outdoor-Wäsche, Jeans, dunkle Wäsche, helle Wäsche, gar keine Wäsche.

Ich kann wählen zwischen verschiedenen Temperaturen. Viel Wasser, wenig Wasser. Kurzprogramm.

Aber was ich wirklich bräuchte, hat die verflixte Waschmaschine nicht: Einen Nastüechli-Detektor!

Als Sofortmassnahme werde ich deshalb die Taschen an den Pyjama-Hosen des Mitbewohners zunähen. Wer mitten in der Nacht ein Papier-Taschentuch braucht, kann auch wo anders fummeln gehen.

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Vornehmes Gemüse

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Zucchetti im Nadelstreifen-Anzug.

Wie chic ist das denn!

Es wird mir ein grosses Vergnügen sein,
aus diesem vornehmen Gemüse,
das es in diesem Outfit im Supermarkt nicht zu kaufen gibt,
etwas Feines zuzubereiten.

Eine pass-able Fortsetzung

Hier noch die dritte und letzte Etappe unserer Wanderung die wir von Montag bis Mittwoch dieser Woche gemacht haben.

Den Wecker hätten wir uns sparen können. Einhundert Meter Luftlinie zum Kirchturm von Vals und zwei geöffnete Fenster reichten völlig aus, um uns noch vor dem Handy-Gedudel aus dem Schlaf zu reissen. Immerhin, zwischen 22.00 und 6.00 Uhr war es ruhig gewesen. Zumindest was den Kirchturm betraf.

Grundsätzlich hätten wir im Hotel erst ab 8.00 Uhr Frühstück erhalten. Das war – insbesondere in Anbetracht des Wetterberichts, der für den Nachmittag Gewitter angekündigt hatte – mindestens eine Stunde zu spät. Wir waren aber nicht die einzigen wandernden Gäste im Hotel und so stellte man alles bereit, damit wir uns selber bedienen konnten. Fast alles. Denn es hatte weder Teller noch Zucker. Auf dem papierenen Tischset mein Brot streichen war ja noch vertretbar, aber Kaffee ohne Zucker – wääääk!

Die ersten 90 Minuten des Aufstiegs verliefen angenehm im Schatten. Angenehm nicht was die Steilheit, sondern die Temperaturen betraf.

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Der Weg führte hoch oberhalb des Peiltals durch vereinsamte Alpweiden. Das Vieh war bereits weiter oben. Ein abschweifender Blick in die Ferne gab den Blick aufs “Bündner Matterhorn”, das Zervreilahorn, frei.

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Dass wir unterwegs den Weg verfehlten, will ich hier nicht weiter ausschlachten. Der Lapsus bescherte uns einige zusätzliche Höhenmeter und eine gute halbe Stunde Mehrzeit.

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Der Weg nervte mich insgesamt etwas, verlief er doch zwischendurch entlang von hohem Gras, um nicht zu sagen hüfthohen Brennnesseln. Das Vergnügen in kurzen Hosen hielt sich in Grenzen.

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Entschädigt wurde ich einmal mehr durch die Blumen am Wegrand.

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Auf gut 2’000 Metern weideten die Rinder. Ihr Gebimbel liess uns beschwingt die letzten der 1’250 Höhenmeter in Angriff nehmen.

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Auf den letzten Metern war der Weg steinig, aber gut begehbar.

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Oben auf dem Valserberg (2’504 m) gab es eine wohlverdiente Pause. Die ganze Umgebung ist gespickt mit alten Militär-Anlagen. Wir fanden allerdings nicht schlüssig heraus, welchen Felsen genau unsere Armee hier verteidigt hatte.

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Es folgte “nur” noch der Abstieg. Das Wetter schien zu halten. Die gestrige und heutige Etappe sind übrigens Teil der 19-tägigen Walserwegs, der von San Bernardino bis ins vorarlbergische Brand führt.

Obschon noch weit entfernt, hörten wir bereits den Strassenlärm der San-Bernardino-Strasse. Im Dunst ist der Zickzack der Passstrasse zu erkennen.

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Wir entschieden uns, den Abstieg nach Nufenen statt nach Hinterrhein zu nehmen. Im Nachhinein gesehen vielleicht nicht die klügste aller Entscheidungen. Wohl war der Weg markiert, aber das war dann auch schon alles. In steilem, praktisch weglosem Gelände stolperten wir zu Tale, unsere Füsse immer runder.

Der Rest ist schnell erzählt. Postauto zurück nach Splügen. Heimfahrt. Beinahe undurchdringliche Regenwand bei Sargans. Keine Blasen an den Füssen. Grosse Genugtuung über eine schöne, dreitägige Tour in unseren herrlichen Schweizer Bergen bei Prachtswetter und das Wissen, wieder mal etwas nicht Alltägliches vollbracht zu haben.

Wer den Anfang verpasst hat: Hier geht es zum ersten und zweiten Teil der Wanderung von Splügen über Safierberg ins Safiental, weiter über den Tomülpass nach Vals und schliesslich (oben beschrieben) über Valserberg zurück nach Nufenen.

Feiertag

Eigentlich wäre heute die dritte und letzte Etappe unserer Wanderung dran.

Eigentlich.

Aber…

… heute ist Feiertag. Zumindest in meiner Bloggerei.

Denn….

… das Flohnmobil feiert heute Geburtstag.

Seinen fünften.

Und da kann man doch nicht einfach so tun, als wäre es ein Tag wie jeder andere.

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Und was pass-iert als nächstes?

Die Nacht war etwas unruhig. Kein Wunder, im Turrahus hört man jeden Furz; schon beim blossen Gedanken, mitten in der Nacht den Weg zur Toilette zu suchen, kracht das 300-jährige Gebälk. Was uns mehr beschäftigte, war das Wetter, hatte es doch am Abend sage und schreibe eine Stunde lang ergiebig geschüttet.

Der Blick frühmorgens aus dem Fenster zerstreute sämtliche Bedenken. Keine Wölklein waren auszumachen. Kurz vor acht Uhr brachen wir auf Richtung Tomülpass. Der Weg war angenehm zu begehen, keine eigentlichen Rampen. Er ist sogar für Mountain-Biker ausgeschildert. Allerdings muss man da schon ziemlich sicher im Sattel sein. Und selbst die grössten Profis müssen hier ab und zu ihr Rad schieben.

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Wir jedoch waren bekanntlich zu Fuss unterwegs und jeder einzelne Schritt war purer Genuss. Immer wieder musste ich stehen bleiben. Nicht, um Atem zu holen, sondern um die grandiose Szenerie zu geniessen und Blüemli zu fotografieren. Diese präsentierten sich nach dem Regen der vergangenen Nacht noch etwas zerzaust.

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Kurz vor Erreichen der Passhöhe flitzte ein pelziges Etwas wenige Meter vor uns auf dem Weg davon. Wir gingen ein paar Schritte weiter, ich machte die Kamera scharf und schon kam der Mungg wieder zum Vorschein. Mein lieber Kleiner, du musst noch etwas anfressen, damit du gut über den nächsten Winter kommst!

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Und schon waren wir oben. 800 relativ gemütliche Höhenmeter. Allerdings praktisch vom ersten Meter an in der Sonne, und die heizte kräftig ein.

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Auf der anderen Seite des Tomülpasses änderte sich die Szenerie, und vor allem die Bodenbeschaffenheit. Das blühende Wollgrass ist ein sicheres Indiz, dass hier nicht nur nach einem Regenschauer überall Wasser aus dem Abhängen läuft.

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Nach einer längeren Pause am mäandrierenden Bach von Riedboda ging es unweigerlich an den Abstieg. Als ich den ersten Blick durch den steilen Bannwald von Vals bis runter ins Dorf werfen konnte, haute es mich fast um. So steil! So weit unten! Tja, 600 Höhenmeter sind 600 Höhenmeter. Und mit jedem Schritt, dem wir dem Talboden näher kamen, wurde es heisser.

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In gebührendem Abstand zu uns lief eine vierköpfige Familie, die die gleiche Route gewählt hatte und die wir immer wieder antrafen. Der Zehnjährige soll am Ende des Tages in Vals gesagt haben, seine Füsse seien nun aber wirklich irreparabel. Wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, hat ein Aufenthalt vor dem Fernseher im Hotelzimmer diesbezüglich wahre Wunder vollbracht.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich steuerten unsere temporäre Bleibe an. Das Hotel Edelweiss befindet sich direkt am Dorfplatz von Vals, wo sich ausser unter den Sonnenschirmen der beiden Restaurants kein Schatten fand. Entsprechend waren die Temperaturen.

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Unsere beiden Gäste, meine Mutter und ihr Partner, hatten wir ins Valsertal gelotst um abends gemeinsam essen zu gehen. Das Restaurant Glenner kann ich wärmstens empfehlen. Noch nie habe ich ein so flächendeckendes Gordon-Bleu im Teller meines Mitbewohners gesehen! Auch mein Lammfilet war ein Gedicht.

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Daraus baut man in Zürich den Sechseläutenplatz. In Vals wird der in der Nähe abgebaute Quarzit zur soliden Brücke.

Hier geht es zur ersten und dritten Etappe unserer Wanderung.

Die pass-ende Wanderung

Herr und Frau Flohnmobil haben wieder mal Wanderfreuden gefrönt. Das ist an sich nichts Neues. Neu ist nur, zumindest in diesem Jahr, dass mehrere Tage aneinander gewandert wurden. Von Pass zu Pass. Doch schön der Reihe nach.

Ausgangspunkt war Splügen. Dort ging’s gleich zur Sache, ruppig und steil. Mein innig geliebter Mitbewohner pflügte sich regelrecht durchs Gras, das teilweise ohrenhoch stand.

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Dies war umso erstaunlicher, als weiter oben der hinterste und letzte Bauer am Gras mähen zu sein schien.

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Erst bei der Stutzalp liessen wir die Zivilisation hinter uns, es wurde schroffer, rauer. Zu unser Rechten hatte sich der Bach tief eingegraben. Auf der Flanke weideten übrigens Schafe.

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In angenehmer Steigung ging es weiter taleinwärts. Die Vegetation wurde immer karger, erinnerte mich mit ihrem niederen Wuchs teilweise sogar an Alaska.

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Blüemli hatte es natürlich auch noch am Weg.

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Auf 2’486 m hatten wir die Passhöhe erreicht: den Safierberg. Ab hier ging es – wie der Name beinahe vermuten liesse – runter ins Safiental.

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Der Weg recht angenehm, die Aussicht grandios, wir tippelten gemütlich runter, versuchten die Murmeltiere auszumachen, deren Warnpfiffe wir ständig hörten. Da wir genügend Zeit hatten, machten wir kurz vor Erreichen der Talsohle nochmals Rast, bestaunten den mehrstöckigen Wasserfall, der vom Alperschällihorn her in die Tiefe stürzt und erfreuten uns am Dasein.

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Der schönste Anblick verliert indes an Reiz, wenn man Durst hat. Noch eine knappe Stunde trennte uns von unserem Tagesziel, dem Turrahus. Dieses liegt auf 1’694 m am Ende des Safientals.

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Im 300-jährigen Walserhaus hatten wir uns ein Zweierzimmer reserviert. Das Berghaus war recht gut besucht von Wanderern und Mountainbikern. Man scheint dort auf grossen Ansturm eingerichtet zu sein. Vermutlich war das Haus nicht ganz besetzt, ich schätze, dass etwa 40 Übernachtungsgäste dort waren. Die Verpflegung war der Hammer, selten habe ich eine bessere Lasagne gegessen. Etwas dürftig sind die sanitären Anlagen, hat es doch nur gerade zwei Duschen und drei Toiletten. Diesbezüglich bin ich allerdings nicht verwöhnt und erinnere mich in solchen Fällen an frühere Jahre, wo ich fast jedes Wochenende in SAC-Hütten übernachtete, die damals allesamt sehr primitiv eingerichtet waren. Unter diesem Aspekt war es eine regelrechte Wohltat, einige Minuten auf das Freiwerden einer Toilette warten zu dürfen, statt draussen hundert Meter über Fels und Geröll zu einem Plumpsklo über dem Gletscher turnen zu müssen.

Die Fortsetzung gibt es hier.

Beschildert geschildert (63)

Passend zu den gegenwärtigen Aktivitäten von Familie Flohnmobil, die wandernderweise in den Schweizer Bergen unterwegs ist, hier ein Schild, das Anita aus dem fernen Kanada für mich fotografiert hat.

Anita betreibt zusammen mit ihrem Mann Marcel nicht nur einen Campingplatz, auf dem derzeit Hochsaison herrscht, sondern auch einen Blog, in dem die Schweizerin aus ihrer neuen Heimat berichtet.

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Aufgenommen hat sie das Schild ganz in ihrer Nähe (was auf kanadische Verhältnisse umgemünzt etwa 80 Kilometern entspricht) an einer Nebenstrasse südlich des Lake Nipissings/Ontario. Dort hat es offenbar derart viele Schildkröten, die die Strasse überqueren, dass so ein Schild angebracht ist.

Schild-Kröten. Ich wüsste nichts, das besser auf so eine Blechtafel passte.

Vielen Dank, Anita, für das Bild, das meine Fantasie sogleich beflügelt hat.

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