Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Fluchen für Quereinsteiger

Wie war das nochmals mit den Fremdsprachen? Man beherrscht sie erst, wenn man fremdsprachig träumt?

Für einige Leute mag das zutreffen. Ich beginne mich erst ab dem Moment in einer Fremdsprache wohl zu fühlen, wo ich Witze machen kann. Witze verstehen ist dann allerdings eine andere Liga…

Und dann gibt es noch die Leute, die finden, dass man unbedingt in einer Fremdsprache das Fluchen beherrschen muss.

Wie auch immer, wenn einer meiner Leserinnen und Leser von ausserhalb der Schweiz etwas Nachhilfe in helvetischem Fluchen in Anspruch nehmen will, sei ihm ein Blick auf diese Website empfohlen.

Selbstverständlich kann auch einheimischen Lesern ein Blick dorthin nicht schaden.

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Operation Stinkstiefel

Es war vielleicht so etwas wie eine Verzweiflungstat. Zu verlieren hatte ich nicht mehr viel.

Allerdings, hätte es geklappt, die Geschichte hätte wohl neu geschrieben werden müssen. Vielleicht nicht gerade die Geschichte der Menschheit, doch zumindest die der Fussgänger. Oder die einiger Fussgänger.

Das Experiment lief unter dem Decknamen “Stinkstiefel”.
Ihr erinnert euch doch noch an diese Geschichte hier, oder?

Klammheimlich verpackte ich das ausgelatschte Corpus Delicti in einen Plastiksack und steckte es in den Tiefkühler. Wie lange müsste ich warten auf ein aussagekräftiges Ergebnis? Wie lange dauert es überhaupt, bis so ein Birkenbock durchgefroren ist? Werden die Fische im Tiefkühler Mitleid mit ihm haben, wenn er da so hemmungslos vor sich hin schlottert?

Ich gewährte ihm 24 Stunden, dann nahm ich ihn wieder raus, taute ihn mit grösster Sorgfalt auf (er blickte in der Zeit neidvoll auf seinen wohltemperierten Kameraden) und wagte mich dann mit der Nase dran.

Ich schnüffelte. Am linken Schuh. Ich schnüffelte nochmals. Diesmal am rechten Schuh. War da ein Unterschied auszumachen? War es wirklich die bahnbrechende Revolution, um ein paar stinkende Schuhe geruchlich zu neutralisieren? Um ganz sicher zu sein, schnüffelte ich nochmals.

Ich habe eine recht feine Nase. Aber so fein, dass ich da irgend einen Unterschied in der Duftrichtung hätte feststellen können, ist mein Näschen nun doch wieder nicht.

Fazit: 24 Stunden bei minus 20 Grad kitzeln den beissenden Gestank nach Fussschweiss nicht aus den Birkenböcken. Wär ja zu schön gewesen.

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Wandern im Lande der seltsamen Flurnamen

Die erste Wanderung am ersten Herbsttag begann standesgemäss so:

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Leichter Hochnebel, trocken, nicht kalt, windstill. Angenehme Begleitung. Was will das Wanderinnen-Herz denn mehr?

Startpunkt war im Zürcherischen Ossingen, wo wir uns einen Kaffee in der originellen Kaffeeblüte erlaubten, bevor es losging. Schon bald jedoch begaben wir uns auf fremdes Territorium, angekündigt durch einen Grenzstein, der mit seinen eingemeisselten Buchstaben KT und KZ etwas zwiespältige Gedanken aufkommen liess.

Aber Niederneunform (ausgesprochen “Nider-Nüüfere”) wanderten wir auf dem Thurgauer Rebenweg, den es als solchen jedoch nur im Internet gibt; angeschrieben sahen wir ihn nirgends. Nicht desto trotz ein sehr lohnender Weg, dem wir bis zur Kartause Ittingen folgten. Unterwegs viel Landwirtschaft, wie beispielsweise dieses Feld von Ölkürbissen.

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Und natürlich überall Reben, Reben, Reben.

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Der Weg führt, abgesehen von ganz kurzen Passagen, über Naturstrassen. Er ist ebenso mit dem Velo befahrbar wie Kinderwagen tauglich. Ein paar wenige Meter führen über einen harmlosen Wurzelweg.

Ein genaues Studium der Karte – was die moderne Wanderin selbstverständlich online erledigt – brachte einige originelle Flurnamen zu Tage. Die Morgensonne ist ja noch harmlos. Ebenso der Mülibuck, das Pfarrholz, Vogelsang, Chalbermoos, der Chrachefeld oder Chuttelbärg (auch wenn es mich bei Letzterem grad etwas schüttelt). Am Wegrand fanden sich Zungenbrecher wie Weierströösli oder Huusärgete. Frage mich bitte niemand, was ein Chrääspel ist. Der witzigeste Flurnamen – weiss der Kuckuck, wie die alten Thurgauer darauf gekommen sind – ist zweifellos die Entenschiessmüli.

In der altehrwürdigen Kartause Ittingen gab es für die zwei tapferen Wanderinnen Kaffee und Kuchen. Wovon der Kuchen eindeutig besser ausgefallen ist als sein feuchtes Pendant. Ein kurzer (und lohnender!) Rundgang in der Anlage und weg waren wir, Richtung Postauto.

Ein paar Links, die von Interesse sein könnten:

Kaffeeblüte – ein origineller, sehenswerter Mix aus Blumenladen, Boutique und Café

Thurgauer Rebenweg

Kartause Ittingen

Vorsicht, hier spricht Ihr Lok-Führer

Heute Morgen in der S-Bahn. Ich bin mit einer Kollegin unterwegs. Wir wollen den Tag wandernd verbringen.

Der Zug hat sich soeben in Bewegung gesetzt, da ertönt das berühmt-berüchtigte Gönglein. Bitte nicht! Bitte kein Stellwerk-Störung, bitte keine Fahrleitungs-Störung. Bitte einfach nur abfahren und halbwegs pünktlich ankommen.

“Guete Morge, liebi Fahrgescht, da isch Ihren Lok-Füehrer.” Das sind die Worte, die eine Hiobs-Botschaft ankündigen. Nicht wenige der “lieben Fahrgäste” verdrehen die Augen, rechnen mit dem Schlimmsten.

“Ich wünsche de Klass vom Schuelhuus Vorder Zälg ganz e cooli Schuelreis.”

Meine Kollegin und ich schauen uns an. Erleichtert. Und stimmen in ein herzhaftes Lachen ein.

Wenn das mal nicht eine coole Ansage ist! Daumen hoch für diesen Lokführer.

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Beschildert geschildert (90)

Und wieder mal hat sich jemand beim Anblick eines speziellen Schildes an mich erinnert.

Das freut mich ungemein, denn immerhin ist mein letzter Aufruf für die Aktion schon eine ganze Weile her.

Das heutige Schild hat der Angetraute von Bloggerin Gine (die Seifenfrau) entdeckt und fotografiert. Es steht irgendwo am Mosel-Camino. Das ist der Jakobsweg zwischen Koblenz und Trier. Weitere Details entziehen sich meiner Kenntnis…

… auch, ob das tapfere Schneiderlein schon irgendwann mal in Aktion treten musste.

Bea (3)

 

Habt ihr auch ein spezielles, skurriles, originelles Schild fotografiert?

Kamera Kamera Kamera Kamera Kamera

Schickt es mir! Ich werde es hier im Blog veröffentlichen

Es darf gerne auch jugendfrei sein…

OBI macht’s möglich!

Spass beim Heimwerken

prangt in dicken Lettern vom Titelblatt des neusten OBI Prospekts, der mir heute in verdankenswerter Weise zugestellt wurde.

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Und gleich daneben das ultimative, unwiderstehliche Hyper-Sonder-Angebot für einen Waffenschrank…

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Das muss ich jetzt nicht zwingend verstehen, oder?

Kulinarische Entdeckung mit Interpretations-Spielraum

Es war kulinarische Entdeckung, die ich ohne Nachhilfe wohl nie gemacht hätte. Ich kriegte diese knusprigen Dinger von Gästen geschenkt. Wohl sind sie im Supermarkt meines Vertrauens im Regal, aber Migros-Sélection-Produkte sind mir in der Regel zu teuer.

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Schon beim ersten Bissen in das knusprige Stängeli war ich hellauf begeistert. Wow!

Und beim zweiten Bissen wusste ich: So etwas wollte ich selber mal backen. Und zwar ohne Palmöl, denn solches verwendet die Nonna in Apulien bestimmt auch nicht. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Rezept. Mit einiger Spitzfindigkeit wurde ich schliesslich in einem Blog fündig. Dummerweise auf italienisch. Doch das ist heutzutage kein Problem mehr, weil uns ja das Internet zuverlässige Übersetzungen liefert. Ich werde mich wohl demnächst mal an das Rezept machen, das da lautet:

Stücke von Gewürzen mit Rosmarin

Zutaten:

500 g Mehl „00“
125 ml Olivenöl
3 g Hefe
100 g weißer Wein
8 g feines Salz
warmes Wasser zum Kneten
1 Teelöffel Puderzucker Rosmarin

Zubereitung:

In einer Schüssel das Mehl mit den anderen Zutaten, wie viel lauwarmem Wasser hinzufügen, wie erforderlich, um einen glatten Teig zu bekommen. Bevorzugen Sie statt Rosmarin, fügen andere Gerüche, tun Sie es während so Mischung, die sie in die Mischung gut gemischt.

Übertragen auf eine Konditorei Board und mischen kräftig für etwa 15 Minuten, von Zeit zu Zeit ein wenig Wasser hinzufügen, bis sie weich und geschmeidig ist Letzteres (nicht matschig!). Wenn Sie es, dass Sie mit dem Planeten kneten können vorziehen.

Den Teig in 4-5 Stücke und jeder extrahiert, dehnen es mit den Händen einen langen Zylinder mit einer Dicke von 1 cm.

Mit einem scharfen Messer schneiden Sie den Zylinder des Brocken von 1-2 cm (natürlich, Sie können diesen Snack geben, die Form, und dann die Größe, die Sie wünschen), die Reisen auf ein Backblech mit Backpapier legen. Sie müssen nicht sie Raum zwischen ihnen, weil sie keine große Entwicklung in den Ofen.

Backen bei 200 ° c Backofen bis zum nehmen auf eine goldgelbe Farbe.

Sie können die Stücke von Gewürzen mit Rosmarin in Gläsern oder ersatzweise in der Lebensmittel-Beutel speichern. Nicht erhalten viel von einem Problem wird nicht letzte lange!

Auch wenn es etwas Fantasie bei der Interpretierung dieser Übersetzung bedarf, allzu schwierig scheint die Herstellung der Stücke von Gewürzen nicht zu sein.

Wer es einfacher mag, kauft die Tocchetti in der Migros. Mehr Infos dazu hier.

Das Original-Rezept liest sich hier.

Beinahe zu spät bemerkt

Es dauerte eine nicht in Anzahl Tage zu fassende Weile, bis wir die Veränderung bemerkten.

Zuerst ist uns aufgefallen, dass das Auto immer vor der Haustüre steht. Dann haben wir geglaubt, sie schon länger nicht mehr gesehen zu haben. Auch das charakteristische Geräusch des Türschlosses hat auf sich warten lassen. Schliesslich haben wir uns eingebildet, es habe schon erfreulich lange nicht mehr gestunken im Treppenhaus.

Die Summe aller Erkenntnisse kann nur eines bedeuten: Unsere Nachbarn sind in den Ferien.

Das mögen wir ihnen von ganzem Herzen gönnen. Aber noch viel mehr uns und den anderen Bewohnern im Haus. Wo immer sie hin verreist sein mögen – hoffentlich halten sie es noch ganz, ganz lange dort aus.



Und nun noch zur Auflösung des Rätsels des gestrigen Beitrags. Es handelt sich, wie richtigerweise getippt wurde, um Käsebretter. Sauber gereinigt harren sie ihrer Verwendung. Entdeckt habe ich die Bretter aus Fichtenholz bei einer grossen Käserei auf dem Urnerboden, die den Aufschriften nach zu schliessen auch die Migros beliefert. In der Vollversion sieht das Bild so aus:

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Oder so:

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Wen es interessiert, hier finden sich einige Hinweise zu Käsebrettern und deren Pflege.

Und was wird’s, wenn’s fertig ist?

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Für heute mal ein Rätsel.

Wer errät, was auf dem Bild zu sehen ist?

Der Anti-Hunger-Hoger

Auch wenn einem dieser Endlos-Sommer schon längst suspekt ist, so spricht doch nichts dagegen, seine positiven Aspekte zu geniessen. Wenn er ja schon mal da ist.

Unser Genuss führte uns in die Zentralschweiz, auf die Königin der Berge. Ich wüsste grad keine namhafte Erhebung in diesem Lande, die von so vielen Seiten her erschlossen ist wie die Rigi. Der Lage dieses Aussichtsbergs der Sonderklasse ist es wohl zuzuschreiben, dass 1871 die erste Bergbahn Europas dort hinauf gebaut wurde.

Zu viert genossen wir einen prächtigen Wandertag mit viel Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen.

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Zugegeben, mit dieser Idee waren wir nicht ganz alleine. Die gut erschlossene Rigi gehört ins Programm vieler ausländischer Reisegruppen, allen voran Japaner.

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Verkehrsknotenpunkt auf Rigi-Staffel.

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Unsere Wanderung führte von der Rigi-Scheidegg nach Kaltbad, Chänzeli, Rigi-Staffel nach Chlösterli.

Ich war seit Jahren nicht mehr auf der Rigi. Gestaunt habe ich nicht nur ab der Fülle von Wanderwegen, sondern auch ab der vielen Einkehr-Möglichkeiten. Nein, Durst und Hunger braucht auf diesem Hoger niemand zu leiden.

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Mehr Infos zur Rigi gibt’s hier.