Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Der aufgeräumte Berg

Wir Schweizer sind ein ordentliches, ordnungsliebendes Volk. Das hat sich längst herumgesprochen, ist weitherum bekannt. Heute habe ich den Beweis dafür angetroffen. Unsereins räumt ganze Gipfel auf! Seht selbst:

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Da staunt ihr, was!?!

Der aufgeräumte Berggipfel ist das Kistenstöckli (2’746 m), auf Romanisch Muot da Rubi.  Er gilt als eigentliches Wahrzeichen von Brigels und ist von weither sichtbar. Mich erinnert das Kistenstöckli immer an eine umgekehrte Zaine (ein verkehrter, geflochtener Korb).

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Je näher man ihm kommt, desto unnahbarer wirkt es. Der Aufstieg jedoch erfolgt von der linken Seite her und ist – Schwindelfreiheit vorausgesetzt – gut machbar. Diverse Ketten entschärfen die ausgesetzten Stellen.

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Am Fusse des Kistenstöcklis liegt die Bifertenhütte, die man von der Alp Quader aus (mit dem PW ab Brigels erreichbar) in gut 2 Stunden erwandert.

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Wenn ihr das Kistenstöckli auch mal besteigen wollt: Es hat aller Aufgeräumtheit zum Trotz noch genügend Steine auf dem Gipfel, um einen Steinmann zu konstruieren. Es muss ja nicht gerade ein solches Vorzeigemodell sein.

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Sooooo muss Autofahren!

Unterwegs auf der Autobahn. Das Radio läuft. Der Moderator leiert Verkehrsmeldungen runter. Endlos. Tagtäglich die gleichen. Darunter Angaben wie “A1, Gubristtunnel, Fahrtrichtung Bern. Verkehrsbehinderung wegen eines Unfalls. Rechnen Sie rund 30 Minuten länger als normal.”

Normal? Normal! Gibt es überhaupt noch so etwas wie “normal” auf unseren Strassen? Die neuralgischen Stellen sind doch konstant überlastet, Stau an der Tagesordnung. Ich finde Autofahren mittlerweile – sorry – ziemlich zum Kotzen! Ich fahre nicht mehr als nötig. Überlege mir, ob und wann ich wohin fahren soll.

Und doch, den Normalfall gibt es auch noch. Zum Beispiel, wenn man sich den Luxus erlauben kann, gegen den Strom zu fahren. Wir waren nämlich unterwegs nach Brigels. Während die Staumeldungen am Radio verlesen wurden, sah es auf der A3 so aus:

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So entspannt stelle ich mir Autofahren vor. So leer dürften meiner Meinung nach die Strassen immer sein.

Alles Einbildung

Geht mal wieder die Fantasie mit mir durch,

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oder seht ihr auf diesem Bild auch ein Gesicht?

Die Bestandesaufnahme

“War das jetzt ein Frühlings-, Jahres- oder Zehnjahresputz?” Die Frage meines innig geliebten Mitbewohners, so zynisch sie auch gestellt war, hatte durchaus ihre Berechtigung. Es war bitternötig gewesen, meine Küche wieder mal gründlich zu reinigen. Nicht nur von aussen, sondern insbesondere auch in den Schränken.

Das Reinigungsprozedere liess sich ideal mit einer Bestandsaufnahmen kombinieren. Und da kam einiges zum Vorschein, von dem Köchin Flohnmobil nichts mehr gewusst hatte! Es regte auch zum Nachdenken an. Als ich meine Auslegeordnung an Pfannen aller Art betrachtete, kam ich nicht umhin, mich zu fragen, ob der Mensch wirklich so viele Pfannen braucht. Dabei sind auf dem Bild noch nicht mal alle Pfannen, Töpfe und Kochbehältnisse abgebildet, die es in meinem Haushalt gibt.

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Ob weniger nicht mehr wäre? Es wäre sicherlich einfacher, weniger Pfannen in den beiden Schubladen unter dem Kochfeld zu verräumen. (Der Mitbewohner schimpft ohnehin jedes Mal, wenn er dort etwas verstauen muss.)

Aber jede Pfanne hat ihre Bestimmung. Klar könnte ich auch in der Gusseisenpfanne Polenta kochen. Meine Urgrossmutter würde dazu vielleicht impulsiv nach der orangen Pfanne greifen, weil sie mit dem neumödischen Zeugs nichts anzufangen wüsste. Und müssen es wirklich fünf verschiedene Bratpfannen sein?

Ja, müssen es. Und wer nun ungläubig staunt, findet die Gründe hier. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hänge an meinen Töpfen. Manche begleiten mich schon durch mein ganzes Köchinnen-Leben. Und das sind immerhin schon mehr als drei Jahrzehnte.

Herbstboten

Heute sah ich sie wieder. Heute, auf unserer Wanderung, die so herbstlich kühl auf der Schwägalp begann. Dort, wo die Sonne heute erst um zehn Uhr hin kam.

Sie begegneten mir zwar erst später, gegen Ende der Wanderung, kurz vor Urnäsch. Zahlreich standen sie in der Wiese. Reckten ihre Köpfe der Sonne entgegen.

Die ersten ihrer Sorte sah ich zwar bereits vor 10 Tagen auf der Wanderung in Tschiertschen. Doch damals wollte ich es noch nicht wahrhaben, dass der Herbst ins Land zieht. Mittlerweile lässt es sich nicht mehr verleugnen. Am Morgen ist es feucht, später hell, mitunter neblig. Und vor allem nicht mehr so heiss. Darüber bin ich allerdings froh. Für mein Wohlbefinden haben 25 Grad noch immer gereicht.

Der Anblick von Herbstzeitlosen – seufz – er geht immer auch mit einer gewissen Wehmut einher.

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Beschildert geschildert (65)

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Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf, verehrte Frau Monika Kunz unbekannterweise, entweder verfügen Sie über ein sehr kleines Fahrzeug, oder Ihre Fähigkeiten zum Einparken sind geradezu bewundernswert.

Güselchübel

Mit diesem Titel werden meine Leserinnen und Leser ausserhalb der Schweiz mal wieder nicht viel anzufangen wissen. Doch da sie mehr als 50 Prozent meiner Leserschaft ausmachen, will ich hier etwas Übersetzungshilfe leisten. Der Güsel ist nichts anderes als Abfall. Und ein Chübel ist ein Kübel. Ergibt also einen Abfalleimer.

Die Rede soll hier aber nicht von irgend einem Güselchübel sein, sondern von DEM Güselchübel schlechthin. Dem Ochsner-Chübel. Ich habe letzthin einen in Brigels fotografiert, der dort am Wegesrand den Güsel der Wanderer aufnimmt.

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Sein Anblick versetzte mich in meine Jugendzeit zurück, wo in jedem Schweizer Haushalt unter dem Spülbecken (das damals wie heute noch häufig als Schüttstein bezeichnet wurde) so ein Ochsner-Chübel stand. Ochsner darum, weil die Firma, die ihn produzierte – na wie wohl? – Ochsner hiess. Damals legte man den Chübel noch mit Zeitungspapier aus und stellte ihn am Tag der Güselabfuhr an den Strassenrand zum Leeren. Kehricht-Säcke wurden erst später erfunden. Zuerst aus starkem Papier, dann aus immer dünner werdendem Plastik.

Diese ganzen Erinnerungen holten mich wieder ein, als ich letzthin in einem Prospekt von Möbel-Pfister blätterte. Da entdeckte ich unter dem Titel “Schweizer Evergreens, die unseren Alltag bereichern” den “Alltagsklassiker Patent Ochsner”. Und der sieht mittlerweile so aus:

Daneben stand geschrieben.

Der zu Beginn des letzten Jahrhunderts entwickelte, metallene “Güselkübel” mit dem unverkennbaren Deckel demonstriert heute das Genie alltäglicher Dinge. Das Design der Re-Edition bringt den Klassiker mit neuen Funktionen und Materialien selbst im Wohnzimmer zum Strahlen.

Könnt ihr euch vorstellen, so einen noblen, strahlenden Güselkübel (zum bescheidenen Preis von Fr. 249.- übrigens) in eurem Wohnzimmer zu haben? Als ich ganz bestimmt nicht!

Fantastische Fantasien

Alle Achtung, meine geschätzten Leser, ihr verfügt über viel Fantasie. Was ihr alles in den Kuhfladen projiziert habt – bewundernswert! Smiley

Meine persönlichen Fantasien teilt offenbar niemand. Für mich sah der mit Regenwasser angereicherte Kuhfladen nämlich aus wie Härdöpfelstock mit etwas knapp bemessener Sooose.

Oder etwas deutscher: Kartoffelstock mit Sauce.

Danke, dass ihr mitgemacht habt. Ihr habt bewiesen, dass man zu jedem Scheiss einen anständigen Kommentar abgeben kann..

Das Bild habe ich übrigens geklaut bei testdichkrumm.wordpress.com

Quizfrage

Das Bild erinnert mich an etwas. Aber ich finde nicht heraus was.

Wer kann mir helfen?

Vorschläge werden dankbar entgegengenommen.

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Auf den Spuren eines Zimmermanns

Es ist ja nicht so, dass wir nicht eigene Ideen hätten. Aber wenn wir auf einen Wandervorschlag stossen, der uns nachwandernswert erscheint, nehmen wir ihn dankbar an.

So fuhren mein innig geliebter Mitbewohner und ich – für einmal mit Postauto, Zug und nochmals Postauto bis nach Tschiertschen. Der Mitbewohner hatte in grauer Vorzeit dort mal an einem Skirennen teilgenommen, ich war noch nie in diesem Bündner Kaff gewesen.

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Der Anfang der Wanderung verlief recht steil im schattigen Ruchtobel. Dort trafen wir immer wieder auf Stationen des Füxliwegs, der grosse und kleine Kindsköpfe gleichermassen begeistern dürfte. Auch ein paar einsame Pilze sahen wir, sie animierten uns jedoch nicht zum sammeln, am allerwenigsten die drei total vermadeten Steinpilze, die im Gras so verheissungsvoll hervor lugten.

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Oberhalb der Alp Löser müssen wir den einen und entscheidenden Wegweiser glattweg übersehen haben. Jedenfalls führte der Weg zu lange praktisch 180 Grad in die falsche Richtung. Statt wie unser Vorbild Zimi über den Carmanna-Pass, strebten wir halt der Ochsenalp zu. Was so gänzlich daneben auch wieder nicht war. Sonst hätten wir weder dieses Wasserfällchen (das nach Niederschlägen deutlich imposanter sein dürfte)

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noch diese Aussicht

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und auch diese Mondlandschaft oberhalb Arosa

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nie gesehen.

Der Mitbewohner und ich waren uns einig, dass dies wahrscheinlich die landschaftlich schönere Variante war, um in etwa 4 1/2 Stunden von Tschiertschen nach Arosa zu wandern.

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