Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Pilze

Ein Steinpilz macht noch keinen Herbst

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Aber es ist immerhin ein guter Anfang.

Und ausserdem ist er der perfekte Begleiter zu Eierschwämmli im Risotto.

Beziehungsweise er war es.

Pilze in allen Variationen

Es wird langsam kalt im Wald – aber es gibt auch dafür eine Lösung.

Cartoon: heizpilz (large) by meikel neid tagged heizpilz,warmer,bruder,pilze,gay,vom,andern,ufer,warm,berlin,cafe,draussen,latte,macchiato,meikel,neid,kalt,freddo,caldo,schifo

Es bewegt sich einiges im Wald

Bis vor kurzem musste man seine Pilzgründe im Wald vorwiegend gegen seinesgleichen verteidigen. Bedingt durch die Konkurrenz galt es stets, die trächtigen Pilzplätzchen vor dem vermeintlichen Feind abzuklappern. Was natürlich nicht immer gelang.

In Zeiten der Migration hat sich das geändert. Die entlegenen, friedlichen Pilzplätzchen, an denen das Moos so üppig grün wuchs, sehen plötzlich so aus:

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Mehrere Zentimeter tief umgepflügt. Keine Tannnadel mehr auf der anderen. Zerstört! Hier müssen Frevler am Werk gewesen sein.

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Seit es in unserer Region Wildschweine gibt, ist es noch schwieriger geworden, edle Pilze zu finden. Es sieht so aus, dass nicht nur die Sammler, sondern auch die Schwarzkittel besonders scharf auf Steinpilze sind. Dabei hätte es momentan weiss Gott genügend andere Pilze im Wald, an denen sich die Viecher satt fressen könnten.

Wo steht das Männlein im Walde?

Wenn man die Wälder durchstreift auf der Suche nach Pilzen, bleibt das Auge an so manchem hängen. Doch längst nicht alles, was aus der Ferne nach Pilz aussieht, ist tatsächlich ein Pilz. Manchmal ist es ein Wurzelstück, das das Auge düpiert. Manchmal ein Stein, ein Tannzapfen oder auch nur ein Blatt, das die Sonne aus dem richtigen Winkel beleuchtet.

Das ging mir heute mehrfach so. Ganz besonders an einem bestimmten Ort, wo ich immer wieder hin gehe. Von weitem dachte ich noch, ich hätte es mit ein paar Pilzen – den  mattbraunen Köpfchen von Maronenröhrlingen oder dergleichen – zu tun. Schon wollte ich mich freuen…

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… doch beim Näherkommen sah ich, dass hier das sprichwörtliche Männlein im Walde stand. Freude empfand ich beim Anblick dieses Gebildes dennoch.

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Mutter Natur auf Abwegen (13)

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Ein XXL-Steinpilz neben einem Birkenbock, der immerhin auch Grösse 43 aufweist.

Gefunden haben wir den intakten Pilz nicht in den Wäldern vor unserer Haustüre, sondern in der Nähe des Grampian National Parks in Australien. Und auch das nicht jüngst, sondern vor mehr als 10 Jahren.

Nichts desto trotz, ich hätte nichts dagegen, auch hierzulande (endlich!) Pilze im Wald zu finden. Sie dürften auch etwas zierlicher sein.

Sammelwut, 100 Prozent analog

Der Anfang war nicht sehr vielversprechend. Gerade ein einziges Exemplärchen stellte sich uns in den Weg. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Erst, als wir einen etwas weiteren Weg in Kauf nahmen und unter einen altbekannten Busch krochen, wo uns alles gelb entgegen leuchtete, entbrannte das Fieber. Selbst mein innig geliebter Mitbewohner schien infiziert zu sein, war er es doch, der vorschlug, gleich noch dem Wäldchen nebenan einen Besuch abzustatten.

Fazit: 500 Gramm Eierschwämme Güteklasse 1a. Das war es dann aber auch. Keine Anzeichen von Steinpilzen. Ein paar marode Perlpilze, einige Wald-Champignons, erste Zigeuner. Alles eher madenanfällige Pilze und bei dieser Hitze ziemlich schnell verfressen.

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Einem Pilzrisotto stand nichts mehr im Wege. Noch nicht mal der Mitbewohner, der eher ein Risotto-Verächter ist. Und der erste Pilzrisotto des Jahres mit frischen Pilzen hat noch immer am besten geschmeckt.

Die Pilzsaison ist somit lanciert. Ich sammle definitiv lieber Pilze als Pokemons!

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Und wo bleibt mein Fieber?

Ich würde sehr gerne. Denn jetzt dürfte ich. Aber es wäre sinnlos. 

Wenn es hätte, würde ich. Sofort.

Das Fieber würde ausbrechen und mich so schnell nicht wieder verlassen.

Ab heute dürfte ich bei uns wieder Pilze sammeln. So denn welche wachsen würden. Bei der immer noch herrschenden Trockenheit kann ich mir den Marsch in den Wald ersparen. Und mich bestenfalls am Anblick dieser Steinpilze erfreuen.

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Alternativ gäbe es noch so etwas wie die Erinnerung an bessere Zeiten…

Wie einer meiner ersten Blogbeiträge überhaupt aus dem Jahr 2010 beweist.

Oder diese Zeilen hier, die ich anno 2012 geschrieben habe.

Aus dem selben Jahr dies hier.

… und die Hoffnung, dass das Pilzfieber doch irgendwann auch bei mir noch zum Ausbruch kommt.

Wie sieht es bei euch im Wald aus? Auch so furztrocken und gänzlich unpilzig?

Vergänglichkeit auf Holz

Im Wald wachsen derzeit nicht viele brauchbare Pilze.



Zumindest nicht jene, welchen Frau Flohnmobil gerne nachstellt.


Schön anzuschauen sind die Kunstwerke der Natur alleweil.


Auch wenn der Mensch mitunter etwas eingegriffen hat.

Wie gut, dass man da auf Eingemachtes aller Art zurückgreifen kann – so kommen die Pilzvorräte vom letzten Jahr auch endlich weg.

Kürbis verleiht Flügel

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich wussten nicht, ob und wie weit die alljährliche Kürbis-Ausstellung der gewieften Jucker-Brüder schon gediehen war. Als wir uns auf unserem Spaziergang dem Erlebnis-Bauernhof näherten, wurde schnell klar: Die Kürbisse sind da. Buchstäblich gelandet, heisst doch das diesjährige Motto „Kürbis verleiht Flügel“. Vom Flugzeug über einen Schmetterling zum Adler und den musikalischen Flügel präsentieren sich all die Skulpturen ganz aus Kürbissen.

Diese Gebilde schaffen es, zwei meiner kulinarischen Vorlieben zu vereinen: Kürbis und Pilze. Dass dabei der Mitbewohner auch noch ein klein wenig im Bild steht, macht es eigentlich erst recht perfekt.

Zu den Pilzen – Fliegenpilze, falls ihr es nicht bemerkt hättet – wird folgende Erklärung zum Besten gegeben:

Der Name kommt von seiner Verwendung als Fliegenfalle. In kleine Stücke geschnitten und mit gezuckerter Milch aufgekocht, wurde die „Suppe“ in fliegenreichen Räumen aufgestellt, um die Fliegen zu vergiften oder sie zumindest zu betäuben und dann leichter zu erwischen.

Wenn dem so ist, meinetwegen. Wenn nicht, ist es immerhin gut erfunden.

Pilzlasagne für Faule

Für 4 Personen habe ich ca. 1 Kilo frische Pilze fein geschnitten. Daraus habe ich, zusammen mit Speckwürfelchen, Zwiebeln, Knoblauch und einem zünftigen Schuss Weisswein, ein Pilzragout zubereitet, dieses mit Salz, Pfeffer und Kräutern abgeschmeckt und ca. 300 Gramm Frischkäse beigegeben, damit es schön sämig wird. Dieses Ragout habe ich abwechslungsweise mit Lasange-Blättern in eine Auflaufform geschichtet. Das hat dann so ausgesehen:

Dann geriebenen Käse und Butterflöckli obendrauf und das Ganze mit so viel Gemüsebouillon aufgiessen, dass die Lasagneblätter fast bedeckt sind.

Ab in den Backofen bei 200 Grad ca. 25 bis 30 Minuten backen. Uns hat’s geschmeckt.

Das Faule an dieser Lasagne ist, dass ich mir die Zubereitung einer separaten Bechamel-Sauce erspart habe. Etwas weniger faul wiegt die Tatsache, dass wir die Pilze im Wald selber gesucht haben. Unsere Pilzlasagne bestand aus neun Pilzsorten.