Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Toilette

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Heute ein Schilderduo, vor dem wir alle früher oder später mal stehen. Nun, vielleicht nicht gerade in dieser besonders originellen Version.

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Toiletten-Schilder gibt es dermassen viele verschiedene, man könnte ihnen glattweg einen eigenen Blog widmen. Ich suche noch nach einem geeigneten Namen. WC-Blog erscheint mir etwas – ähm – versch… einfältig.

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Es ist immer wieder erfreulich zu vernehmen, dass dieser Blog so viele aufmerksame Leserinnen und Leser hat, die mit offenen Augen und einem Handy durchs Leben gehen.

Vielen Dank, Rosmarie!

Dialog hinter verschlossenen WC-Türen

Im öffentlichen Raum wird man mitunter Zeuge von Gesprächen, auf die man nicht sonderlich erpicht ist. Das gilt auch für öffentliche WC-Anlagen. An so einem Ort durfte ich – vom Thron aus – den Dialog zwischen Grosi und Enkelin mithören.

Jonas. Jooo-nas?
(öffnet die Türe in den Korridor raus und schreit sich die Seele aus dem Leib)
Dein Bruder ist wieder mal verschwunden. Kann ich dich kurz alleine lassen?

Ja-ja. (unverkennbare Geräusche)

Kannst du denn dein Fudi selber putzen?

Ja, ich schon. (kurze Pause)
Aber Jonas noch nicht.

Der ist halt ein Mann, da dauert es immer länger.

Ich kann sogar mit Feuchttüchlein.

(Grosi dreht auf dem Absatz um)
Brauchst du welche?

Nein.

Ich hätte aber dabei.

Meine heutige Lektion: Die moderne Grossmutter hat zwar ein stereotypes Bild vom Mann, aber sie hat Feuchttüchlein in ihrer Handtasche.

Bildergebnis für wc comic

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Endlich mal ein originelles, ganz und gar unverklemmtes WC-Schild!

Fotografiert an der Talstation des Sessellifts Jorasse in Ovronnaz.

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Diese Schilder-Bilder hat Helga vom Travelstory Blog in China aufgenommen und ich darf sie hier zwecks Erheiterung meiner Leserschaft publizieren.

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Fremdsprachen scheinen nicht gerade zu den Stärken der Chinesen zu gehören.

Bei dem Zeichensalat überfällt mich allerdings auch nicht zwingend das Bedürfnis, mir die Chinesische Sprache anzueignen.

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Das Rollenspiel

Es gibt bestimmt sinnvollere, geistreichere, interessantere, witzigere, tiefschürfendere, wichtigere Themen um darüber zu schreiben. Dennoch beschäftigte mich kürzlich, und das wiederum nur sehr kurz, die Frage:

Wieso zum Teufel braucht es auf einer Toilette (in einem Hotelzimmer notabene) zwei Toiletten-Papier-Rollen-Halter? Also mir vermiest diese Qual der Wahl höchstens das Geschäft.

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Und hier noch ein wichtiger Nachtrag zu meinem gestrigen Beitrag:

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… und damit Sie’s gleich wissen, es hat unterwegs keinen einzigen Baum und die Blumen sind zwar schön anzuschauen, aber definitiv zu klein, um einen Popo ab Grösse 34 dahinter zu verstecken.

… und die wandelnde Einerkolonne, die es hier an schönen Wochenenden gibt, macht die Sache selbst mit dem kleinen Geschäft zu einer grossen Sache.

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Gewisse Schilder geben einem Rätsel auf,

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selbst wenn man sie etwas grossräumiger betrachtet,

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wie in diesem Fall auf der Toilette im Migros-Restaurant Rapperswil.

Oder könnt ihr euch einen Reim darauf machen, was hier loslassend selbstschliessend sein soll?

WC-Papier auf Französisch

Ich verstehe eigentlich nicht so ganz, wieso ein WC-Papier-Rölleli im Wasser auflösbar sein soll.

Man kann es doch ebenso gut in den Kehricht oder meinetwegen in die Kartonsammlung geben. Mir jedenfalls käme es nie in den Sinn, das Kartonrölleli das WC runter zu spülen.

Doch wenigstens verstehe ich endlich den Begriff „Eau de Toilette“.

 

Der mobile Topf

„Und Ihr Mann wird dankbar sein, wenn Sie kein zu dickes Toiletten-Papier verwenden, denn sonst könnte der Auslauf verstopfen“. Der Verkäufer, der eben dran war, uns in die Tücken und Geheimnisse des neu erstandenen Wohnmobils einzuweihen, ging offensichtlich davon aus, dass Toilette entleeren bei uns eine rein männliche Angelegenheit ist. Okay, das ist es ja meistens auch. Aber ab und zu gehe auch ich mit der Pipi-Box auf Wanderschaft, denn immerhin stammt der Inhalt grösstenteils von mir. Allerdings finde ich mich dann bei den Entleerungs-Stationen doch meist in männlicher Gesellschaft wieder.

Sie sind immer wieder für eine Überraschung gut, diese braunen Löcher. Mal als eigentliche WC-Kassetten-Versäuberungs-Station weitab von den übrigen sanitären Anlagen eines Camping-Platzes, dafür sauber und bestens ausgerüstet. Mal ein mit Fäkalien und Papier verzierter Betontrog ohne Spülung, und der einzige Wasserhahn weit und breit derjenige, der auch zum Frischwasser tanken vorgesehen ist.

Genauso unterschiedlich sind die Menschen, die diese Einrichtungen benützen. So wird mitunter ein eigentlicher Familien-Event aus der Güllen-Leerung gemacht. Kind und Kegel versammeln sich beim Trog und sehen Papi mit gebannten Augen zu, wie er das gesammelte Familienpipi runterkippt. Nur die gut Trainierten schleppen übrigens ihre WC-Kassette quer über den ganzen Campingplatz. Alle anderen haben sich etwas mit Rädern angeschafft, um die Gülle zu karren. Im Zeitalter überdimensionierter, halbleerer Heckgaragen habe ich schon Wohnmobilfahrer gesehen, die sich den Luxus einer zweiten Kassette leisten. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht recht erklären, worin da der Vorteil sein soll. Es gibt auch Leute, die geradezu verstohlen ihre Fäkalien-Schatulle entleeren, am liebsten im Morgengrauen, wenn hoffentlich niemand zusieht. Gut getarnt hinter der Womi-Scheibe habe ich einmal beobachtet, wie sich ein Mann zuerst einen Arbeits-Overall anzog und Handschuhe überstülpte. Erst derart ausgerüstet machte er sich am ominösen Fach zu schaffen. Da konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Aber vielleicht hat die betreffende Person einfach nur negative Erfahrungen gemacht. Ein halb aufgelöster „Stink“ über den Hosen würde mir ehrlich gesagt auch stinken. In Sachen WC-Entleeren sind wir in Europa ohnehin noch ein Entwicklungsland. Die Amerikaner sind diesbezüglich fortschrittlicher. Abwasserschlauchrohr anhängen. Schieber ziehen. Zack! In Amerika sieht man niemanden seine Fäkalien durch die Gegend tragen.

Bei richtiger Handhabung kann eine Wohnmobil-Toilette absolut hygienisch betrieben werden. Dabei stellt sich natürlich die Glaubensfrage, ob und mit welchen Hilfsmitteln das mobile stille Örtchen über die Runde kommen soll, ohne dass die ganze Womo-Besatzung in regelmässigen Abständen vergast wird. Manche schwören auf Entlüftungsanlagen, andere auf grosszügige Mengen von Chemie, wieder andere auf Grosis Schmierseife. Unser Patentrezept: jeden Morgen leeren. Das ist zugegeben manchmal einfacher gesagt als getan. Wir mussten auch schon Umwege auf uns nehmen, um die Gülle los zu werden.

Unterwegs ist mir das eigene stille Örtchen definitiv am liebsten. Für mich ist es das kleinere Übel, den Gang mit der Kassette zu unternehmen, als eine verkackte öffentliche Toilette aufsuchen zu müssen. Und überhaupt fehlt dort ohnehin meist das Papier. In dieser Angelegenheit haben wir natürlich über die Jahre gleichfalls unsere Erfahrungen gemacht und die seinerzeitige Empfehlung des Verkäufers beherzigt. Also nix mit Hakle Super-Flausch! „So dünn wie möglich“, lautet die Devise. Diesbezüglich sind die Franzosen Weltmeister. In keinem Land haben wir ein so vielfältiges Angebot an geeigneten Toilettenpapieren angetroffen wie bei unseren westlichen Nachbarn. Es gibt garantiert eine Farbe, die zur Ausstattung eines jeden Wohnmobil-Bads passt. Blüemli und sonstige Müsterchen verleihen mit französischem Charme unserem Allerwertesten den letzten Schliff. Und erst noch in verschiedenen Duftnoten.

Das Geschäft-Geschäft

Lang schon sind die Zeiten vorbei, in denen man am Bahnhof für lumpige zwanzig Rappen seine Notdurft verrichten konnte. Heute steht an vielen grösseren Bahnhöfen eine auf Hochglanz polierte McClean-Filiale die gewaltig abkassiert.

Vielerorts wurden die öffentlichen Toiletten wegen Vandalismus auch kurzerhand und ersatzlos geschlossen. Klar, es gibt rühmliche Ausnahmen, so wie dieses Häuschen, dass die verehrte Miss Chatterbox einmal beschrieben hat.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es aber dennoch. Die SBB hat nämlich die Notwendigkeit eingesehen, da und dort öffentliche Bedürfnisanstalten wieder zu eröffnen. Das ist durchaus erfreulich. Da aber mit Schweizerischer Gründlichkeit vorgegangen wird, dürften die Toiletten nicht nur teuer, sondern sackteuer werden. 90’000 Franken, so stand vor nicht allzu langer Zeit in einer Zeitung zu lesen, soll so eine High-Tech-Toilette, wie sie bereits von Autobahn-Raststätten bekannt sind, kosten.

Ich bin sprachlos. Für so viel Kohle kaufe ich mir doch lieber grad ein ganzes Wohnmobil. Da habe ich nebst einer Toilette sogar noch eine Dusche, eine Küche, ein Wohn- und ein Schlafzimmer. Und wenn mein innig geliebter Mitbewohner und ich zusammen rund 45’000 Mal auf der Toilette waren, haben wir das Fahrzeug bereits amortisiert. Wenn wir ab und zu duschen, sogar noch etwas früher.