Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Ironie

Schreib doch mal wieder!

Nach einigen Tagen war es selbst meinem innig geliebten Mitbewohner aufgefallen. “Du hast schon lange nicht mehr gebloggt.” Diese Einsicht ist umso erstaunlicher, als der Mitbewohner relativ wenig von meinen bloggenden Aktivitäten hält.

Aus diversen Gründen ist mir etwas die Lust am Blog schreiben abhanden gekommen. Der Mitbewohner – seit jeher praktisch veranlagt – hielt auch hierzu eine Lösung parat. “Schreib halt nicht immer über mich. Schreib halt mal über den Frühling.”

Das finde ich grundsätzlich eine gute Idee. Deshalb:

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Auch wenn die Gefahr besteht, mit meiner Schilder-Serie etwas aufsässig zu wirken, aber dieses herrliche Konstrukt, das ich gestern an einem Kiosk entdeckt habe, kann ich euch nicht länger vorenthalten:

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Ich wusste schon immer, dass ich mich auf den Supermarkt meines Vertrauens verlassen kann.

Alles wird gut!

… man muss nur diese feine Linie noch gänzlich unsichtbar machen.

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Frei nach dem Motto:

Kann ich meine Grossmutter an Zahlung geben?

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Meine neue Bolide

Meine neuste Errungenschaft ist ein ganz scharfes Teil!

Schwarz.
500 PS.
5 Gänge.
Umfangreiches Zubehör. Und gänzlich ohne Aufpreis.

Echt der Wahnsinn.
Dabei kinderleicht zu steuern.
Pures Vergnügen.

Was für ein Unterschied zum Vorgänger, Jahrgang 89. Ich bin so was von begeistert.

Und diese Beschleunigung! Nie hätte ich mir erträumen lassen, dass 500 PS (oder waren es Watt; ich bring das immer durcheinander) derart leise sind.

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Und das Allergrösste: Es gab eine Bedienungsanleitung mit Rezepten dazu. Jetzt weiss ich endlich, wie Schlagrahm geht.

Dialog im Wohnzimmer

“Ich finde, man merkt schon, dass die Tage wieder länger werden.

Zumindest ein kleines Bisschen.”

“Ja, stimmt, man kann länger zuschauen, wie es regnet.”

Der Mitbewohner kann so eine Spassbremse sein!

 

Das EU Phänomen

Seit geraumer Zeit beobachte ich ein Phänomen, das ich nicht zu entschlüsseln weiss.

WordPress liefert mir Tag für Tag eine detaillierte Statistik ins Haus. Daraus geht hervor, wie viele Besucher über welche Links aus welchen Ländern in diesen Blog fanden.

Die Länderstatistik wird neuerdings mit dem Land „Europäische Union“ ergänzt. Nichts desto trotz erscheinen die EU-Länder separat und zusätzlich. Wenn ich mit der Maus über die Statistik fahre, wird jeweils das aktuelle Land markiert, wie nachstehend am Beispiel von Italien.

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Nicht so bei der mysteriösen Europäischen Union.

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Nun frage ich mich als Bewohnerin eines Nicht-EU-Landes allen Ernstes, wo denn diese EU überhaupt ist, so es sie denn gibt. Und sollte diese EU-Statistik tatsächlich mit der Administration in Brüssel überein stimmen, sei die Frage erlaubt, ob die Beamten nichts besseres zu tun haben, als Blogs zu lesen.

Fühlt sich hier jemand als „EU-Leser“ und outet sich?

Falsches Mischverhältnis

Es kommt mir vor, als hätte es um diese Jahreszeit auch schon mehr Schnee und weniger Leute gehabt.

Aber man muss sich nicht wundern, wenn man bedenkt, dass heute in Ischgl 150 Busse angemeldet waren.

Oder ist doch etwas wahr am Gerücht, dass sich Petrus und Frau Holle zerstritten haben?

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Skifahren ist schön. Ich könnte stundenlang anstehen. Samnaun, heute Sonntag, 7. Dezember 2014.

Medizin für Jedermann

Das Radio war an, weil das Radio immer an ist, wenn sich unser Auto in Bewegung setzt. Jedenfalls wenn ich am Steuer sitze. Es düdelte irgend etwas Medizinisches aus den Lautsprechern.

Bioresonanz. Bach-Blüten-Therapie. Fussreflexzonen-Massage. Phytotherapie. Homöopathie. Traditionelle Chinesische Medizin. Phytotherapie. Shiatsu. Thai-Massage. Hydrotherapie. Lymph-Drainage. Neuraltherapie. Osteopathie……

Der Mitbewohner, bis anhin schweigend auf dem Beifahrersitz gesessen, gab nun plötzlich doch etwas von sich. Nur ein Wort. Aber ziemlich treffend.

Aderlass.

In der Tat eine der häufigsten Therapie-Formen, denen man als Patient begegnet.

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Zu Risiken und Nebenwirkungen…

 

… lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker…

… tönt es jeweils aus dem Lautsprecher, wenn am Fernsehen rezeptfreie Medikamente angepriesen werden.

Das mache ich selbstverständlich jedes einzelne Mal, deshalb:

Sehr geehrter Herr Doktor, verehrte Apothekerin, geschätzte Frau Doktor, hochgeachteter Herr Apotheker , lieber Medizinmann, Quacksalber, Geistheiler, liebe Uriella

Wenn Sie mir ein Medikament mit nach Hause geben bzw. ich eines bei Ihnen in der Apotheke gegen teures, nein schweineteures, Geld kaufe, ist es praktisch ausnahmslos in einem bunt bedruckten Kartonschächtelchen verpackt. Das macht (Vor)Freude auf das, was zum Vorschein kommen wird. Im Inneren dieses Kartonschächtelchens befindet sich nämlich nebst dem Medikament gegen Schnupfen, Bluthochdruck oder Nagelpilz eine Packungsbeilage.

Dieses Dokument gehobener Sprache muss in unserem Land auf Deutsch, Französisch und Italienisch abgedruckt werden und ist meist so gross, dass es – selbstverständlich erst nach eingehendem Studium – als Einweg-Tischdecke herhalten kann. Letzter Verwendungszweck ist grundsätzlich zu begrüssen, ist es doch ein Ding der Unmöglichkeit, eine solche Packungsbeilage wieder in ihre originalen Falten zu legen. Und demzufolge passt sie ohne grössere Kraftanstrengung und schon gar nicht innert nützlicher Frist auch nicht mehr in das bunt bedruckte Schächtelchen rein.

Was in einem solchen Fall zu machen ist, wird leider nirgends erläutert und strapaziert meine Nerven aufs Äusserste. Darf ich Ihnen die Packungsbeilage zurück bringen, damit sie sie mir wieder in die richtigen Falten legen? Bei Ihrer Gewinnmarge müsste das eigentlich drin liegen.

Mit leicht zerknitterten Grüssen, die sich beim Ausschmücken dieses Beitrags so richtig entfalten konnten

Frau Flohnmobil

Doppelt gemoppelt

Die Stimme am anderen Ende der Telefonleitung klang vertraut. Und weil sie so vertraut war, wusste ich sogleich: Sie klang nicht nur vertraut, sondern auch genervt. Diese Theorie bestätigte sich, als die vertraute Stimme nach dem Austausch der übrigen Begrüssungsfloskeln punktgenau zum Thema kam.

„Ich muss ein Mail schreiben und brauche einen Doppelpunkt! Kannst du mir sagen, wo ich den Doppelpunkt auf der Tastatur finde?“

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schauten uns grinsend an, bevor ich zur Gegenfrage ansetzte: „Wozu brauchst du denn überhaupt einen Doppelpunkt?“

Es folgte eine Erklärung, während der der Mitbewohner und ich uns immer grinsender ansahen, bis wir es schliesslich nicht mehr aushielten und losprusteten.

„Ja, lacht ihr nur! Ich suche schon seit zwanzig Minuten. Jetzt reicht es mir!“

Die Fragende wurde mit guten Ratschlägen und einigen Gegenfragen überschüttet, wie:

Wie gross soll der Doppelpunkt denn sein?
Welche Farbe hast du dir vorgestellt?
Wir könnten dir einen ausdrucken und per Post zustellen. Das dauerte allerdings zwei Tage.
Hast du schon versucht, einen zu zeichnen? Auszuschneiden? Zu fotografieren?

Schliesslich löste ich das Geheimnis auf und verriet, auf welcher Taste – wenn alles mit rechten Dingen zugeht – sich so ein Doppelpunkt verkriecht.

Und um die Genervte wieder etwas zu besänftigen, anerbot ich, das Mail, in dem es bei genauerer Betrachtung gar keinen Doppelpunkt brauchte, bei meinem nächsten Besuch zu schreiben.

Da war die Welt wieder in Ordnung. In doppelter Hinsicht.

Für meinen Mitbewohner und mich hat diese Episode noch lange für erheiternden Gesprächsstoff gesorgt. Und Doppelpunkte, so zeigt dieser Screenshot einer Google-Suche, gibt es offenbar zuhauf. Wenn man weiss, wo sie sind.