Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Freunde

Kein Grund zum Feiern

Am 3. Juni 1998 haben mein Mann und ich geheiratet.

In Feierstimmung ist heute niemand. Und wohl gerade deswegen habe ich mich über diesen Blumengruss von lieben Freunden so riesig gefreut.

Herzlichen Dank an Herrn und Frau F.

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Eine wird schon passen

Heute ist wieder wandern angesagt. Einmal mehr wird Familie Flohnmobil im Beisein von Herrn und Frau F. die Schweizer Bergwelt stürmen.

Ihr erinnert euch doch an Herrn F.?
Den Herrn mit dem desolaten Schuhwerk.
(sonst dürft ihr die Geschichte noch so gerne hier nachlesen)
Es werden Gerüchte herumgereicht, Herr F. habe sich in der Zwischenzeit neue Wanderschuhe angeschafft.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich trauen der Sache noch nicht so ganz. Wir haben deshalb vorgesorgt und für alle Fälle ein Reparatur-Set eingepackt.

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Als kleiner Trost für Herrn F.:
Auch Frau Flohnmobil hat in der Vergangenheit das eine oder andere Malheur mit ihren Wanderschuhen erlebt, wie hier nachzulesen ist.

O Sohle mio!

Öfters schon hatte ich von solchen Begebenheiten gehört. Stets hatte ich mich darüber amüsiert. Und alles mit einem abschätzigen Winken abgetan. Nein, mir könnte so etwas nicht passieren. Und es ist mir auch bis heute nicht passiert. Aber ich bin Augenzeugin eines solchen Spektakels geworden. Was mich wiederum bestärkt hat in der Meinung, dass mir das nie passieren wird. Oder zumindest nie passieren sollte.

Im Mittelpunkt des heutigen Beitrags steht einmal mehr Herr F. Dieser behauptete bis vor kurzem stets mit Nachdruck, ihm könne so etwas nie passieren. Das hätten wir ihm ja auch alle gewünscht. Das Schicksal jedoch hatte sich für ihn etwas anderes ausgedacht. Und so musste Herr F. am jüngsten Wandertag nach Verkündigung seines Missgeschicks nicht mehr länger für den Spott sorgen. Das besorgten seine drei Mitwanderer gerne und ausgiebig. Allen voran mein innig geliebter Mitbewohner, aber auch Frau F. und meine Wenigkeit.

Er hätte es ja vielleicht noch eine Weile vor uns verborgen halten können. Aber sein schleppender Gang hätte ihn früher oder später verraten. Und so entschied sich Herr F. für die Flucht nach vorne. “Das glaub ich ja nöd, mir löst sich d’Sohle ab.” So oder ähnlich tönte es nach weniger als einer Stunde Wanderzeit vom Schlusslicht unseres Wandergrüppchens. Unsere ungeteilte Aufmerksamkeit war ihm und seinem rechten Wanderschuh mit dieser Bemerkung gewiss.

Sofort ging die grosse Fragerei los. Ob er daheim noch nichts davon gemerkt hätte. Wie alt die Schuhe seien. Ob er bereits die Nässe spüre zwischen den Zehen. Ob er das extra gemacht habe. Ob er überhaupt noch weitergehen könne. Tapfer und mit viel Galgenhumor beantwortete Herr F. unsere nicht immer ernst gemeinten Fragen und schliesslich entfuhr es ihm mit einem lauten Seufzer “Und ich habe die Schuhe daheim noch sauber geputzt. Wenn ich das gewusst hätte…”

Der Hüttenwart der Spitzmeilen-Hütte funktionierte als ah-hoc-Schuhmacher und drehte dem armen Herrn F. drei beängstigend grosse Schrauben rein. Also genauer gesagt Herrn F.’s Wanderschuhen. Derart versorgt und mit vielen guten und noch mehr gut gemeinten Ratschlägen unsererseits eingedeckt, machte sich Herr F. auf den Rückweg.

An dieser Stelle können wir die Geschichte etwas abkürzen. Die drei Schrauben erfüllten ihren Zweck. Herr F. schaffte es ohne Probleme und mit sämtlichen Sohlen bis zurück zum Auto. In einer nüchternen Zeremonie verabschiedete er sich für immer von seinen Wanderschuhen und schmiss sie in den nächstbesten Abfalleimer. Als einziges Souvenir nahm er die Schuhbändel mit nach Hause.

Der Mitbewohner und ich empfehlen Herrn F, fortan statt “Das Wandern ist des Müllers Lust” das Lied “O Sohle mio” anzustimmen. Und ein Paar neue Wanderschuhe wäre wohl auch nicht schlecht.

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Ihr Wunsch sei mir Befehl

Wir sollen NÜÜT mitbringen, hatte meine Freundin mir eingebläut.

Sie würde sich freuen, wenn wir ihr am Geburtstag einen Besuch abstatten würden, das sei für sie Geschenk genug.

Nein wirklich, wir sollen NÜÜT bringen.

Diesen Wunsch respektierten wir selbstverständlich. Auf unsere Weise.

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PS: Nüüt heisst bei uns nichts. Als wirklich nichts.

Am Ende der Winterpause

 

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Wer jetzt nur noch Bahnhof versteht, erhält den Durchblick, wenn er diesen alten Beitrag liest.

Ich habe jedenfalls meine Schuldigkeit getan und den Kaktus mit mehreren Blütenansätzen vor einigen Tagen wieder meiner Freundin zurück in den Garten gestellt.

Federleichter Alptraum

Herr F. fand es gerade ausgesprochen gemütlich, da wo er sich befand. Er räkelte sich und war im Begriff, erneut ins Land der Träume abzudriften. Wie schön war es doch, pensioniert zu sein und am Morgen fast nach Belieben ausschlafen zu können!

Da hatte er allerdings die Rechnung ohne seine Frau gemacht. Diese hatte ganz andere Pläne und scheuchte ihn ungesehen der Tageszeit aus dem Bett. Sparsam wie Frau F. nun mal ist, war sie nämlich wild entschlossen, aus dem günstigen Stromtarif Profit zu schlagen. Und diesen gab es leider nur in den Morgenstunden. Also musste Herr F. noch vor Tagesanbruch aufstehen und ihr helfen, die Bettwäsche abzuziehen, in der er eben noch so friedlich geschlafen hatte.

Frau F. eilte sodann in die Waschküche und entgegnete ihrem maulenden Angetrauten, er könne sich ja auch ohne Bettwäsche nochmals in die Heia legen. Was dieser auch tat. Allerdings nur so lange, bis seine Holde den nächsten guten Einfall hatte. Und dass dieser nicht lange auf sich warten würde, wusste Herr F. nach mehreren Jahrzehnten Ehe nur zu gut.

Sein nächster Auftrag bestand darin, kurz nach Sonnenaufgang den Wäscheständer im Freien aufzustellen und seiner Frau artig beim Wäsche aufhängen behilflich zu sein. Schliesslich drapiert sich derart grosses Tuch nicht von alleine sittsam an der Leine.

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Aus der Überlieferung ist nicht bekannt, ob Herr und Frau F. den ganzen frühmorgendlichen Akt im Schlafanzug vollführten oder ob sie sich eigens dafür anzogen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Herr F. spätestens beim Wäsche aufhängen hellwach war.

Ich wünsche den Beiden weiterhin viel Spass beim Bettwäsche waschen, auch wenn sie, wie ich inzwischen auf hartnäckiges Nachfragen hin erfahren habe, durchaus mehrere Garnituren Bettwäsche im Schrank haben…

… und wie ich aus persönlicher Erfahrung weiss, auch sämtliche Tassen.

Fünf grosse Kinder

Ein Seufzen ging durch den Raum. “Ich musste extra für den Osterkuchen Milchreis kaufen. Aber was mache ich denn nun mit dem Rest des Reises? Milchreis kann ich meiner Familie nicht auftischen.” Kind Nummer eins schien in arger Not.

Ohne mögliche Spätfolgen zu überdenken, fiel Kind Nummer zwei in das allgemeine Gejammer ein. “Ich hab auch gerne Milchreis. Aber ich kann mich nicht erinnern, wann es das bei uns zum letzten Mal gegeben hat.”

Als ihm Tage später diese Geschichte zugetragen wurde, verkündete Kind Nummer drei ohne zu zögern: “Milchreis, so fein! Das habe ich schon ewig nicht mehr gegessen.”

Worauf Kind Nummer vier bereits mit konkreten Verbesserungsvorschlägen kam. “Aber lieber mit Zwetschgenkompott als mit Apfelmus.”

Und so ergab es sich, dass Kind Nummer fünf kürzlich einen grossen Topf Milchreis kochte und diesen seiner schon leicht angegrauten Gästeschar zusammen mit Zwetschgenkompott servierte. Alle löffelten das Gericht mit Wonne und schwelgten in Erinnerungen an die gute alte Zeit.

Für Milchreis ist man nie zu alt. Man kann ihn höchstens nicht gern haben. Und sich darüber streiten, ob Zimtzucker darauf gehört. Oder man kann ihn vorübergehend aus seinem kulinarischen Repertoire streichen. Dabei ist Milchreis soooo gut. Findet ihr nicht auch?

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Der verkannte Freund

Sie hatten mir erzählt, sie würden bald kommen. Mit IHM. Mit Fridolin.

Hurra, dachte ich, endlich mal etwas für mich. Etwas hundefreundliches. Nicht nur zwei weitere Komische, die mit meinen beiden Komischen endlos komisch palaverten, so wie letzte Woche.

Mit Fridolin wäre für meine Unterhaltung gesorgt. Ich würde mit ihm durch den Garten toben. Ihm meinen Wald zeigen. Ihn gönnerhaft durch mein Revier führen. Und wenn er ganz nett mit mir wäre, würde ich ihm sogar meine Lieblings-Pfütze zeigen.

Als Fridolin um die Ecke bog, überkam mich eine herbe Enttäuschung. SO hatte ich mir meinen Spielkameraden nicht vorgestellt.

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Das Wohnmobil heisst übrigens wirklich Fridolin. Ohne Kohl!
Seine Besitzer haben wir nur dank diesem Blog kennen gelernt.

Und das Goldschätzchen hat seine Enttäuschung in der Zwischenzeit verkraftet und geniesst die zusätzlichen Streicheleinheiten.

Sonn-täglicher Auftakt

Frühstück im Freien.

Dazu mit lieben Freunden.

Was für ein Auftakt in den Sonntag!

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Neunundfünfzig Würstli

Und da war vorgestern noch der 59. Geburtstag unseres Freundes Peter. Was mitbringen?

Die Antwort lieferte uns seine Frau. Zwar nicht direkt, aber ich griff ihre Bemerkung dankbar auf. Genau genommen war es mehr ein Zeichen der Resignation, als sie uns erzählte, dass ihr Mann abends vor dem Fernseher problemlos ein ganzes Pack Würstchen futtern könne. Sie habe deshalb aufgehört, diese zu kaufen, da sie beide ja stets mit der Waage auf Kriegsfuss stünden. Mit wenig Erfolg, denn Peter gehe nun einfach selber zu Aldi, um sich die besagten Kalorien zu besorgen.

Hm. Darauf liess sich aufbauen, dachte ich mir, ging zu Aldi und stand reichlich ratlos vor einem Angebot an Würstchen, das meinen kulinarischen Horizont übersteigt. Welche waren es denn nun? Ich entschied mich für die Tiroler Bergluft Stangerl, nicht wissend, was aus der Bergluft auf dem Weg in die Aldi-Filiale geschehen sein mochte.

Und aus den Würstchen bastelte ich dann zusammen mit meinem innig geliebten Mitbewohner diese kulinarische Collage.

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Zehn Würstchen mit und 49 ohne Kalorien. Ganz im Interesse von Peters Frau. Und durchaus auch zur Freude des Geburtstagskindes.

So hat sich auf ganz wunderbare Weise der Kreis zu diesem Beitrag beinahe geschlossen.