Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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2017-02-2

Im Zeitalter von Internet und Digitalisierung entbehrt dieser Spruch vielleicht einer gewissen Aktualität.

Andererseits ist das Handy ja auch nicht allzu gut geeignet, um den Hintern abzuwischen.

 

Vielen Dank für das Bild, Frau F.

Auf zu neuen Galaxien! (2)

Da stand er also nun, der Mensch, der die technischen Probleme an unserer Telefonleitung beheben sollte.

… wer nicht weiss, wieso dieses rettende Wesen vor unserer Haustüre stand, findet hier die Vorgeschichte…

Er stellte sich vor mit einem Namen, den es hierzulande bestimmt hunderttausendfach gibt. Seine prall gefüllte Tasche voller futuristisch anmutender Werkzeuge und Messinstrumente platzierte er auf dem Boden und machte sich sogleich ans Werk. Im Treppenhaus mass er die Telefonleitung am Hauptverteiler aus. In unserer Wohnung begutachtete er die Telefon-Steckdose, den Wohnungsverteiler, stellte ein paar Fragen und sein Verdacht erhärtete sich. Da gab es noch eine zweite, unbenutzte Telefon-Steckdose im Schlafzimmer, die auch mit Signalen aus der Leitung versorgt wurde. Die Störungen rührten mit ziemlicher Sicherheit daher, dass die Daten sich in dieser Verzweigung – ähm – sinnlos verausgabten, statt sich einzig auf den Router zu stürzen. So jedenfalls versuchte ich als Laie mir das geschilderte Problem vorzustellen.

Mit viel Kompetenz und Routine hängte der Techniker die Leitung ab und begann mit weiteren Messungen am Router. Dazwischen hatte er auch Zeit, unsere Fragen zu beantworten. “Telematiker” heisse sein Beruf. Das sei mittlerweile eine Lehre, er habe aber noch als Fernsehtechniker angefangen und sich umgeschult. Und so kamen wir fast zwangsläufig auf die guten alten Zeiten zu sprechen. Und die ganze Entwicklung, die seither ins Land gezogen ist. Mein innig geliebter Mitbewohner steuerte die eine oder andere Episode aus seiner beruflichen Laufbahn bei. So wie diese: Als sie in den Neunziger Jahren, zu dritt in einem Büro arbeiteten, wurden sie gefragt, ob sie zusammen einen PC wollten. “Wozu brauchen wir so etwas?” war die einhellige Antwort.

Von Schreibmaschinen mit einzeiligem Display war die Rede, von Telex mit Lochstreifen, Wandtelefonen, Nadeldruckern und weiteren Gerätschaften, die mittlerweile bestenfalls noch im Museum zu begutachten sind. Der gut dreissigjährige Mann in unserem Wohnzimmer konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es früher mal Kassenzettel gab, auf denen nur die einzelnen Beträge aufgelistet waren. Dass die Kassiererin noch mühsam nach dem Preisschild suchen musste, um die Zahlen dann in ihrer Registrierkasse einzutippen.

Während der Mitbewohner und ich den geistigen Ausflug in die Vergangenheit unternahmen, werkelte der Techniker weiter an seinen Geräten rum, las Werte ab und nickte zufrieden. Keine dreissig Minuten seit seinem Eintreffen verkündete er feierlich: “So, jetzt müsste es wieder gehen. Schalten Sie doch bitte mal den Fernseher ein.” Ganz nebenbei begutachtete er unser Telefon. “Sie wissen schon, dass Sie das Telefon nicht mehr in den Router einstecken müssen, sondern dass das drahtlos geht. Sie bräuchten nur noch den Stromanschluss und hätten somit grössere Flexibilität, wo Sie die Ladestation aufstellen wollen. Soll ich Ihnen….”

Das war gut gemeint, aber das Telefon hatte in den letzten zweieinhalb Jahren, seit wir die Umstellung auf digital vollzogen hatten, tadellos funktioniert. Nein, er sollte nicht.

Spätestens als ich mit ungelenken Fingern auf dem Tablet eine Unterschrift leisten musste (“es muss Haut sein, Fingernagel geht nicht”), wurde mir klar, dass sich der Menschheit neue Technologien eröffnet haben, die für mich so weit entfernt sind wie fremde Galaxien. Was würde der kompetente, routinierte und im übrigen auch sympathische Mensch in unserem Wohnzimmer sagen, wenn er wüsste, dass ich zwei Tage später diesen Blogbeitrag auf einem sieben Jahre alten PC schriebe?

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Nun wollt ihr sicher noch wissen, ob unser Fernseher wieder funktioniert. Nun, am Fernseh-Gerät hat es nie gelegen, sondern am Signal. Nach ersten Erkenntnissen hat die Umkablerei den gewünschten Erfolg gebracht. Den Vogel abgeschossen hat jedoch der technische Dienst von Sunrise, der sich, keine sechzig Minuten nachdem der kompetente, routinierte Techniker das Haus verlassen hatte, nach dem allgemeinen Wohlbefinden unseres TV-Pakets erkundigte. Wahrscheinlich hat Zeit in fernen Galaxien auch einen anderen Stellenwert.

Auf zu neuen Galaxien! (1)

Angefangen hatte alles mit einem verpixelten TV-Bildschirm. Mal waren es nur ein paar Chlötzli, immer häufiger aber war nicht nur das Bild nicht mehr zu erkennen, sondern auch der Ton kam abhanden. Abhilfe schaffen sollte – wie übrigens nicht zum ersten Mal im Zusammenhang mit diesem Produkt – die Helpline von Sunrise.

“Willkommen bei Sunrise. Für Deutsch drücken Sie eins.  …  Für Fragen zu Ihrer Rechnung drücken Sie   … Für alle übrigen Fragen…… Für Qualitätszwecke kann dieses Gespräch aufgezeichnet …” Man kennt das mittlerweile. Es nervt trotzdem.

Der nette Herr am anderen Ende des Telefons (eine wahrhaftige Stimme, ehrlich, und erst noch mit einem Namen, den man mit etwas sprachlichem Flair auf Anhieb versteht) versuchte, mit mir zusammen das Problem am Produkt “Digital-TV” zu lösen. Leider war die Linderung nicht von langer Dauer und ich wählte alsbald wieder die einschlägige Support-Nummer an. Diesmal meldete sich eine weibliche Stimme mit einem unaussprechlichen Namen. Ich verlangte, den netten Herrn mit dem einfachen Namen zu sprechen. “Wer soll das denn sein?” schnarrte es in Hochdeutsch vom anderen Ende der Leitung. Ich holte zu Erklärungen aus. Verständnisvolle Laute tönten aus dem Hörer. Diesen Herrn gab es wahrhaftig. Und er arbeitete in Zürich-Oerlikon. Ich erlaubte mir zwischendurch mal die Frage, wo die Dame, mit der ich gerade sprach, sich denn aufhielte. Bei der Antwort “Istanbul” wäre ich beinahe vom Stuhl gekippt. “Sie könnten aber ebenso gut im Kosovo oder in Berlin gelandet sein”, vervollständigte sie zu meiner immer grösser werdenden Verwirrung.

An dieser Stelle muss ich das Gespräch aus Gründen der Lesbarkeit dieses Blog etwas abkürzen. Nur noch so viel: Sie schickte dem netten Herrn in Oerlikon ein Mail, er möge sich bei mir melden. Das tat er auch noch gleichentags. Soviel zum Kundendienst von Sunrise. Ich bin mir zwar fast sicher, dass auch die Dame aus Istanbul mein Anliegen hätte entgegennehmen können. Schliesslich hatte ich Eins für Deutsch gedrückt. So nett der nette Herr aus Oerlikon auch war, er hatte mittlerweile seine technischen Möglichkeiten ausgeschöpft und sagte mir, er müsse das Problem weiterleiten. Die Firma Cablex werde sich mit mir in 24 bis 48 Stunden in Verbindung setzen.

Das tat sie schliesslich und wir vereinbarten für gestern einen Termin, an dem uns ein Techniker heimsuchen sollte. Zwischen 14.30 und 17.00 lautete die Vereinbarung. Kurz vor 17.00 erlaubte ich mir eine telefonische Rückfrage, ob mit dem Menschen noch zu rechnen sei. Doch, doch, beschied man mir am Telefon. Der Techniker sei noch bei einem anderen Kunden und werde dann als nächstes zu uns kommen. Mein innig geliebter Mitbewohner, seines Zeichens seit eh und je von kritischer Natur, wenn es um solche Aussagen geht, entspannte sich etwas. Kurz nach halb Sechs läutete es an der Türe. Ob unsere Rettung tatsächlich nahte…?

Fortsetzung folgt. HIER

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Was man da wohl mehr hört als beim ersten Mal, wenn man die defekte Klingel ein zweites Mal betätigt…?

Aber wie lautet der Werbespruch:

“Wie, wo, was weiss OBI”

Blumen oder Gemüse?

Heute war es ja nicht wirklich schwierig, den Frühling zu spüren. Temperaturen von nahezu 20 Grad trieben einem den Schweiss auf die Stirn und man hörte förmlich das Gras wachsen.

Da für morgen schon wieder Schnee bis vor die Haustür angesagt ist, habe ich mir ausserdem den Frühling heim geholt. In der Form von drei Primeln, die ich in einem Topf vor dem Fensterbrett platziert habe.

In Sachen Geld ausgeben bin ich ein sehr gewissenhafter Mensch, deshalb habe ich mir anschliessend die Quittung etwas genauer angeschaut. Bei uns gibt es üblicherweise zwei verschiedene Mehrwertsteuer-Sätze, die bei Ausgaben im Supermarkt zur Anwendung kommen. Lebensmittel werden mit 2,5 Prozent besteuert, alles andere, so dachte ich bis jetzt jedenfalls,  mit 8,0 Prozent.

In die Kategorie “alles andere” fielen bei mir heute Wein, Toilettenpapier und Waschmittel. Nicht aber die Primeln. Die Frühlingsboten wurden mit 2,5 Prozent MWSt abgerechnet. Ich google schon mal nach geeigneten Rezepten.

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Kaktus, tot und halbtot

Heute Nachmittag habe ich erstmals dieses Jahr das Kaktus-Haus geöffnet. Angesagt waren eine kurze Inspektion der Pflanzen und Wasser geben. Leider blieb es nicht dabei, denn es wäre übertrieben zu sagen, dass der Kaktus links im Bild einen guten Winter gehabt hätte. Seine Leiche musste fachgerecht entsorgt werden.

Aber auch der Kaktus rechts im Bild schaut etwas leidvoll aus der Wäsche. Das ist umso schlimmer, als dass er eine sehr aufregende Geschichte hinter sich hat.

Vielleicht schaffe ich es, einen der noch verbliebenen grünen Triebe zu bewurzeln. Dann wäre zumindest ein Teil unseres prominenten Känguru-Kaktus gerettet.

Was dieser Kaktus für aufregende Abenteuer erlebt hat, ist HIER nachzulesen.

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So bitterböse

… und schrecklich wahr!!!

 

Achtfacher Frühlingsgruss

Es ist wohl so, dass es früher oder später jedes Jahr Frühling wird. Und Jeder und Jede merkt das auf seine und ihre Weise.

Leute wie Zimi entwickeln Frühlingsgefühle beim wandern. Bestimmt nicht die schlechteste Variante.

Andrea findet bereits den ersten Bärlauch. Diese Entdeckung steht in unseren Breitengrade noch aus.

Oder Lieschen entdeckt die ersten Blümchen bei einem Rundgang in ihrem Garten.

Selbst der berühmteste Blogger-Hund der nördlichen Hemisphäre spürt den Frühling auf seine ganz eigene Art.

Und auch Frau Flohnmobil kann von einem Vorfall berichten, der darauf schliessen lässt, dass der Frühling nicht mehr nur vor der Haustüre steht, sondern bereits jenseits der Türschwelle ist. Heute Abend fand ich doch tatsächlich eine kleine Spinne auf meinem Küchenboden. Und nun soll ja niemand auf die Idee kommen, sie sei

a) tot oder
b) noch töter und ohnehin vom letzten Jahr

denn mein Küchenboden ist nigel-nagel-neu. Insofern durfte sich dieses kleine Spinnentierchen bestimmt rühmen, das erste kleine Spinnentierchen zu sein, das über diesen neuen Boden beinern konnte. Allerdings hatte ich nicht die Musse, dem Achtbeiner zuzusehen, welche Richtung genau er denn einschlagen wollte. Ob er unterwegs in den Frühling war oder sich an die Wärme retten wollte.

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Badeurlaub im Supermarkt

Ich musste mir gleich zweimal die Augen reiben, als ich diese Badekristalle im Supermarkt erblickte.

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Waldspaziergang! Zumindest in unserer Gegend hat es im Wald eher wenig Badewannen, in die man die Badekristalle einrieseln lassen könnte!

Das mit den Produkte-Namen ist ohnehin so eine Sache. Gleich neben dem Waldspaziergang wurde ein verlockend tönendes Pülverchen feil geboten.

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Ach wenn es doch mit einer Wanne voll Wasser getan wäre…!

Andere Länder – andere Sitten (8)

Der Valentins-Tag neigt sich in unseren Breitengraden dem Ende entgegen. Nicht so in Amerika. Dort hat der Valentins-Tag dank der Zeitverschiebung den Zenit noch nicht erreicht. Und wird auch sonst ganz anders als bei uns zelebriert. Bei uns ist es eine Angelegenheit zwischen Liebenden. Paaren.

In Amerika, also den USA, grassiert am Valentins-Tag eine regelrechte Karten-Epidemie. Da werden Karten verschickt für “die liebste Tante, “den besten aller Brüder”, „die netteste Arbeitskollegin“, “die süsseste Enkelin” und natürlich auch “an den allerliebsten aller Ehemänner”.

Ich fand das damals ziemlich absurd. Von der Geschäftsidee “Valentins-Tag” profitieren in den USA anders als bei uns nicht nur die Floristen und Schokolade-Produzenten, sondern in mindestens genauso grossem Ausmass die Anbieter von Grusskarten.

Nun ist das ja so, dass es schon ein paar Jährchen her ist, seit ich in den USA war. Vielleicht ist es seither noch schlimmer geworden mit dieser Karten-Versand-Epidemie. Vielleicht ist Facebook in die Bresche gesprungen und die Post hat das Nachsehen. Wie auch immer, es wird niemanden erstaunen, dass mich das ganze Getue gänzlich kalt lässt. Und meinen innig geliebten Mitbewohner auch. Und wir lieben uns trotzdem innig. Und sind heute auf den Tag genau seit 24 Jahren ein Paar. Was nichts, aber auch gar nichts mit Valentin zu tun hat, sondern lediglich auf unsere damaligen Terminkalender zurückzuführen ist.

Wer hat heute einen Blumenstrauss verschenkt oder geschenkt erhalten?

Bildergebnis für be my valentine