Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Familienzuwachs

Im Bemühen, wieder mal einen Hauch von Normalität durch meinen Alltag wehen zu lassen, habe ich mich letzthin etwas intensiver mit meiner bescheidenen Kakteen-Sammlung beschäftigt.

Nachdem mir im vergangenen Winter zwei Kakteen eingegangen waren (darunter bedauernswerterweise der weitgereiste Känguru-Kaktus), wollte ich wieder etwas frisches Blut in die Kakteen-Vereinigung bringen. Und für solche Zwecke gibt es in meiner Gegend nur eine Adresse: Ha-Ka-Flor in Sirnach.

Überwältigend, was dort in den Treibhäusern wächst und zum Verkauf angeboten wird! Ich habe mich wirklich schwer getan mit der Auswahl. Letztendlich habe ich mich für vier Kakteen entschieden, die entweder besonders schöne Blüten, eine eigenwillige Form oder beides aufweisen. Voilà:

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Von links nach rechts: Mamillaria occidentalis, Mamillaria spec toluca, Mamillaria longimamma, Pseudolobivia

Den grössten Kaktus habe ich bereits umgetopft, obschon es unter Experten als Todsünde gilt, Kakteen während der Blüte umzutopfen. Aber das Töpfchen war so winzig, dass der leicht schräg gewachsene Kaktus zu kippen drohte.

Nun werde ich die Neuzuzüger noch etwas hätscheln und bewundern, bevor ich sie aufs Gestell zu den alteingesessenen Bestachelten stelle.

Ein Besuch der Kakteen-Ausstellung in Sirnach kann allen empfohlen werden, die Freude an farbenfrohen Blüten im Allgemeinen und Kakteen im Besonderen haben. Selbst meine gänzlich Kaktus-unerfahrene Nachbarin, die mich begleitet hat, konnte der Versuchung nicht widerstehen und ist mit zwei Töpfen heimgekehrt.

Ha-Ka-Flor Sirnach

Reisevorschläge

Unter anderen Umständen würde ich es ja vielleicht nett finden, dass Booking.com mir Reisevorschläge macht…

… aber selbst dann müsste es nicht unbedingt Schlieren sein.

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Zur Erklärung: Schlieren ist ein Industrie-Vorort von Zürich mit hohem Ausländer-Anteil. Kein Mensch verbringt dort freiwillig seinen Urlaub!!!

Schatten auf der Seele

Ich danke euch für all die aufmunternden, mitfühlenden Kommentare zu meinen letzten beiden Beiträgen mit vielen guten oder zumindest gut gemeinten Ratschlägen. Ausnahmsweise beantworte ich sie nicht einzeln, da mir dazu die Energie fehlt.

Eines ist mir klar geworden: Diesen Blog werde ich nicht aufgeben, aber wohl eher über über andere Themen schreiben. Das Flohnmobil ist mir in den vergangenen Jahren nicht nur wichtig geworden, sondern ist teilweise, wenn für Aussenstehende manchmal auch etwas kryptisch, ein Spiegel meiner Seele. Ein Rückblick auf glücklichere Zeiten. Und gerade Letztere werde ich nicht einfach mit einem Mausklick auslöschen.

Der Austausch mit euch liegt mir am Herzen. Der Tag wird kommen, wo ich wieder bei anderen Blogs vorbeischaue und meinen Senf dazu schreibe. Die Vergangenheit hat schon mehrfach bewiesen, dass der Schritt von der virtuellen in die reale Welt durchaus vollzogen werden kann und in der Regel sehr bereichernd ist.

Dieses Lied von Adel Tawil, das derzeit mehrmals täglich am Radio läuft, bewegt mich jedes Mal und rührt mich zu Tränen. Schatten auf meiner Seele…

 

Warum ausgerechnet du?

Diese Frage beschäftigt mich seit der vernichtenden Krebs-Diagnose meines Mannes. Ich habe sie mir in den vergangenen Wochen und Monaten beinahe täglich gestellt.

Warum ausgerechnet du?
Wo du doch immer so sportlich warst. Kein Übergewicht. Wenig Alkohol, nie geraucht.

Warum ausgerechnet du?
Frage ich mich unter Tränen, die einer Mischung aus Wut, Verzweiflung und unendlicher Traurigkeit entspringen.

Warum ausgerechnet du?
Deinen körperlichen Zerfall mitzuerleben stürzt mich in ein Gefühl totaler Hilflosigkeit und Ohnmacht.

Warum ausgerechnet du?
Was hast du getan, dass du derart abgestraft wirst?

So oft ich mir die Frage auch stelle, eine Antwort darauf werde ich nie erhalten.

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Bedenkzeit

Dem Einen oder der Anderen dürfte aufgefallen sein, dass es hier schon seit längerer Zeit nichts mehr zu lesen gab. Genau genommen habe ich mit meiner Blog-Abstinenz gerade einen neuen Rekord aufgestellt. Dass dieser nicht aus reiner Unlust und Faulheit entstanden ist – wen wundert’s.

Mein Leben fährt gerade Achterbahn. Stellt mir ständig neue Aufgaben. Lässt mich an der Gerechtigkeit zweifeln. Was mir bis vor wenigen Wochen wichtig war, ist in den Hintergrund geraten. Dazu gehört auch das Blog schreiben und bei befreundeten Blogs vorbeischauen.

Ich frage mich ernsthaft, ob ich diesen Blog weiterführen soll. Wo er doch in einem Leben entstanden ist, das es so für mich nicht mehr geben wird. In der digitalen Welt braucht es nur wenige Mausklicks, und schon ist das Werk von bald sieben Jahren mehr oder weniger gefreuter und gelungener Schreibarbeit vernichtet.

Das wahre Leben geht da etwas umständlicher ans Werk. Aber nicht weniger zimperlich.

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Beschildert geschildert (104)

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Auch wenn ich im Moment grössere Sorgen habe als die Beschaffung von Bargeld, so verfüge ich doch immer noch über genügend (Galgen-)Humor, dass mir derart groteske Beschilderungen einen Ansatz von einem Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Pflanzen Sie jetzt noch keinen Basilikum!

Dieser Titel gehörte zu einer Garten-Kolumne, die es gestern in meiner Tageszeitung zu lesen gab. Die Autorin widmete sich zwar vorwiegend anderen gärtnerischen Themen, sprach jedoch am Schluss des Textes eine besserwisserische Warnung aus, es sei noch zu früh für Basilikum.

Dem muss ich jetzt mal ganz klar widersprechen. Gut gehegt und gepflegt wird so ein Basilikum die nächsten Wochen, die möglicherweise nicht mehr so derart sonnig und warm sein werden, wie die vergangene, überstehen.

Ich jedenfalls habe mir einen Basilikum gekauft. Und dieser wird nun in altbekannter Manier am Morgen durch die Wohnung getragen und vors sonnige Schlafzimmer-Fenster gestellt und am Nachmittag wieder zurück vors Wohnzimmer. Die Nächte wird er selbstverständlich unter meiner Bettdecke in der warmen Stube verbringen.

Sollte dieses Procedere wider erwarten keinen Erfolg bringen, so habe ich doch immerhin die Gewissheit, dass ich 1. bereits Basilikum ernten konnte und es mir 2. garantiert gelungen ist, meine Nachbarin zu ärgern.

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Der Serviervorschlag

Man konnte hier schon mal lesen, dass Frau Flohnmobil zwar vieles in der Küche gern selber macht und nur im Notfall auf Fertigprodukte zurückgreift. Es stand aber auch zu lesen, dass Teigwaren aller Art in die Kategorie “bin zu faul, um selber herzustellen” fallen. Ich finde, die Industrie kann das ganz gut, da muss ich nicht zwingend eingreifen. Und deshalb kaufte ich mir kürzlich bei Lidl auch ein Pack Nudeln, pardon Tagliatelle.

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Ich habe hier bewusst auf die Abbildung er Tagliatelle verzichtet, denn die sind ohne Fehl und Tadel. Was mir aber nicht so ganz in die Birne rein will ist dies:

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Also irgend etwas fehlt mir bei diesem lidlschen Serviervorschlag.

Möglicherweise die Nudeln.

Abschnitt für Abschnitt für Abschnitt für

Als wir damals in unsere Wohnung einzogen war klar: Ich wollte nicht in jedem Raum Vorhänge. Aber ich wolle auch nicht ausgestellt sein. Deshalb entschieden wir uns, bei zwei Fenstern Lamellen-Storen zu montieren. Das System hat sich auch 19 Jahre später noch bewährt. Schnell die Storen runter lassen, Lamellen senkrecht stellen und schon werden allfällige Glotzer ausgesperrt.

Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings schon. Im Gegensatz zu textilen Vorhängen, die man einfach mal so schnell runterholen kann und in die Waschmaschine steckt, wenn sie verdreckt sind, müssen diese Lamellen-Storen mühselig vom Staub befreit werden. Lamelle für Lamelle. Jede einzeln mit einem Lappen umfassen und durchwischen. Ich hab’s mal ausgerechnet. Beim einen Fenster kommt so eine Länge von sage und schreibe nahezu 100 (hundert!!!) Meter zusammen. Und das aufgeteilt auf über 300 Teilabschnitte. Müssig zu sagen, dass mir diese Arbeit nicht sonderlich Spass macht. Und ich sie deshalb auch ständig vor mir her schiebe.

Letzthin aber, da musste es einfach mal wieder sein. Ich habe in den sauren Apfel gebissen und mich systematisch durch die Lamellen gearbeitet. Damit ich nach dem Absetzen und Lappen auswaschen jeweils noch weiss, wo ich aufgehört habe, markiere ich die betreffende Stelle jeweils mit einer Wäscheklammer. Den Gedanken, an einem Ort zu putzen, wo es gar nicht nötig ist, könnte ich nicht ertragen.

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Mutter Natur auf Abwegen (14)

Tulpen. Sie sind die Frühlingsboten schlechthin – auch wenn sie bereits im tiefsten Winter in den Läden als Schnittblumen angeboten werden. 

Mittlerweile blühen sie in den Gärten. Und in den Läden werden dafür bereits Geranien verkauft.

Ich habe mir dieses Jahr keine Tulpen gekauft. Aber letzte Woche einen Strauss voll erhalten. Und darunter war diese Zwillings-Tulpe.

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In der Endversion sah der gefiederte Doppeldecker dann so aus:

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Ab solchen Sachen kann ich mich freuen. Und deshalb wird dies hoffentlich noch lange nicht der letzte Beitrag dieser Serie gewesen sein.