Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Skipiste

Weisses für die Rübe

Es ist ganz und gar erstaunlich, in wie vielen Variationen Schneesport-Helme in den Verkaufsregalen stehen, liegen oder hängen. Mit Visier. Mit Lautsprechern. Solche, die mehr einem Nachttopf ähneln. Elegante, extravagante. Mit und ohne kuschelige Öhrchen. Blaue, grüne, gelbe, schwarze, rote, pinkfarbene. Mit Leder bezogen. Matt oder glänzend. Die Markenvielfalt und Auswahl ist ebenso gross wie die Preisspanne, die locker von unter 100 Franken bis über 700 Stutz geht.

Mit meinem letzten Blogeintrag, insbesondere mit dem Bild, habe ich euch etwas in die Irre geführt. Ich habe nämlich meinen neuen Helm im Geschäft über die Strasse gekauft. Aber dort war die Auslage nicht so fotogen.

So sehe ich also neuerdings auf der Skipiste (bzw. im vorliegenden Fall in der Gondelbahn) aus:

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Ich konnte übrigens der Bearbeitung durch die Sportartikel-Verkäuferin standhalten und setze mir weiterhin meine alte Skibrille auf. Diese neuen Panorama-Brillen, mit denen man in die Welt guckt wie eine Drohne, überzeugen mich nicht.

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In guter Gesellschaft

Es war absehbar, dass wir nicht ganz alleine unterwegs sein würden.

Allerdings, wenn ich die Wahl habe zwischen einer gut bevölkerten Sonnenterrasse in einem Skigebiet und einem vollgestopften Einkaufs-Center an einem Sonntags-Verkauf in der Vorweihnachts-Zeit, muss ich keine Sekunde überlegen.

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Das Beste am Schluss

So, mein lieber Stöckli, nun beginnt ein anderes Leben. Ab sofort haben du und deine beiden Kumpels Sommerferien.

Ihr habt nochmals alles gegeben, habt mich begleitet, mich in Schwung gehalten. Zusammen mit euch habe ich eine weitere Skisaison sturz- und unfallfrei über die Bühne gebracht. Die letzten fünf Tage hielten für euch wie für mich nochmals einige Überraschungen bereit. So viel Neuschnee und tolle Pistenverhältnisse habe ich um die Jahreszeit schon lange nicht mehr gesehen. Das ging leider einher mit nicht immer ganz wolkenlosem Wetter. Von den frostigen Temperaturen reden wir schon gar nicht. Doch Petrus (oder war es diese schrullige Frau Holle?) sparte sich den schönsten Tag fürs Finale auf. Heute:

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Und damit ist nun auch für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich die Skisaison zu Ende. Wirklich, wahrhaftig und definitiv. Nach dem allgemeinen Abtaucher in den Winter, der nicht nur uns auf dem Hintertuxer Gletscher betroffen hat, freuen wir uns auf den Sommer.

Raupe in Vollbetrieb

Am Ende eines Skitages sieht die Talabfahrt nach Samnaun-Laret derzeit so aus:

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Nur noch ein Schneeband mit unentwegt blühenden Krokussen unmittelbar daneben. Die Skifahrer schieben im Verlauf des Tages den Schnee auf die Seite der Piste. Die ohnehin schon dünne Schneedecke wird so in der Mitte noch dünner. Es ist die Aufgabe des allabendlich dahertütelnden Ratrac-Fahrers, die Piste wieder etwas auszuebnen.

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Es braucht einiges an Geschick und Erfahrung, um mit dem wenigen Schnee eine eingermassen gleichmässige Skipiste herzurichten. Das Werk sieht am Ende dann etwa so aus:

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Die meisten Skigebiete haben bereits Saisonschluss. In Samnaun/Ischgl dauert die Saison noch bis zum 1. Mai. Bevor dicht gemacht wird, findet auf der Idalp die alljährliche Abschlussparty mit einem Konzert statt. Zu den Stars, die hier schon auftraten, gehören Tina Turner, Kylie Minogue, Elton John und Robbie Williams, um nur einige herauszupicken.

Es dürfte ziemlich laut und mit gegen 14’000 Zuschauern ziemlich eng werden. Mir reichen schon die Bilder von früheren Konzerten. Selbst wenn ich es in Samnaun noch länger aushalten würde, dieses Abschlussfest gäbe mir endgültig den Rest.

Unser Trabant bei Flugwetter

Er flimmert wieder fast jeden Tag über den Bildschirm, der Spot der SUVA. Und wie vor drei Jahren geht der Mond noch immer auf komische Art und Weise unter.

So falsch das auch sein mag, so wichtig und richtig ist die eindrückliche Warnung, auf der Skipiste nicht zu viel zu riskieren. Kein Tag ist bis jetzt vergangen, an dem wir nicht mehrmals den Helikopter hätten fliegen sehen (in der Regel kein gutes Zeichen) oder an dem einer der zahlreichen Rettungs-Motorschlitten hätte ausrücken müssen.

Bei der Fahrweise der Skifahrer wundert mich allerdings nichts mehr. Die meisten haben ihre Skis nicht im Griff und fahren vorwiegend dort durch, wo der Ski mit ihnen hin rast. Kommt hinzu, dass das heutige Skimaterial und die Pisten, die – zumindest in den Morgenstunden – glattgehobelt sind, hohe Tempi auch bei relativ schwachen Fahrern erlauben. Geschwindigkeit scheint alles zu sein, der Stil bleibt dabei auf der Strecke. Die Sicherheit auch. Zusammenstösse sind an der Tagesordnung und ziehen so leider auch unbeteiligte Skifahrer in Mitleidenschaft.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich scheinen zur aussterbenden Gattung Skifahrer zu gehören, die ihren Ski steuern und ihn nicht vergewaltigen. Als gute Skifahrer (der Mitbewohner ist nicht umsonst Schneesportlehrer) haben wir unser Sportgerät im Griff und hobeln nicht einfach die Pisten runter, sondern fahren gediegene, gezielte Schwünge. Ich weiss, das stinkt jetzt erheblich nach Eigenlob. Aber es muss einem ja schon zu denken geben, wenn man ständig rechts und links überholt wird von Fahrern, die zwecks Richtungswechsel lediglich ihre Skienden wegschieben können und mehr oder weniger in der Falllinie fahren. Unser Stern geht jeweils erst auf, wenn sich auf der Piste Haufen gebildet haben. Dann lässt sich die beschriebene Skitechnik nur noch bedingt anwenden und plötzlich fahren alle ganz zahm.

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Monduntergang über Samnaun

Das besagte Werbefilmchen der Schweizerischen Unfallversicherungs Anstalt SUVA, das eindringlich vor den Risiken auf der Skipiste warnt, gibt es – zusammen mit einem Kommentar von Frau Flohnmobil – hier anzuschauen.

Schnee fürs Auge

Mittlerweile fällt man auf der Skipiste beinahe auf, wenn man KEINE Helmkamera spazieren führt. Nichts desto trotz habe ich nach alter Väter Sitte meine Digicam mit dabei gehabt und damit einige der Schneeskulpturen eingefangen, die Künstler in den vergangenen Tagen wie alle Jahre im Skigebiet von Ischgl modelliert haben. Leider sind sie teilweise schon etwas vom (wenigen) Neuschnee in Mitleidenschaft gezogen worden.

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Und hier mein persönlicher Favorit:

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Ist es nicht süss, dieses Nilpferd???

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Einmal mehr staune ich ab der Fantasie und der Fertigkeit der Künstler.

Einige der letztjährigen Kunstwerke gibt es HIER zu bewundern.

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Im Engadin wird irgendwie einfach gar nichts ausgelassen…

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Ganz in Weiss

Es stand in der Zeitung zu lesen: In der Schweiz tragen 90 % der Schneesportler einen Helm. Ich weiss zwar nicht, wie die Statistiker zu dieser Zahl gekommen sind, denn die Skisaison 2014/15 ist ja noch nicht so richtig in Schwung gekommen. Dennoch, die eigene Wahrnehmung scheint diese Zahl zu bestätigen.

Im schweizerisch/österreichischen Skigebiet von Samnaun/Ischgl verhält es sich etwas anders. Hier gurken nebst strammen Eidgenossen Deutsche, Österreicher, Polen, Russen, Kroaten, Holländer, Tschechen und viele Weiss-der-Kuckuck-wo-sie-überall-noch-herstammen auf den Pisten herum. Das korrigiert die Helmträger-Statistik nach unten.

Für mich eigentlich unverständlich, gibt es doch nichts Angenehmeres beim Skifahren, als so einen kuschelig-warmen Helm, der die Birne und vor allem die Öhrchen warm hält.

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Wie gefällt euch mein neustes Stück? Ich habe meinen alten Helm nach neun Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geschickt.

Gebannt

Da sassen wir und tranken unseren Kaffee. Unseren wohlverdienten Kaffee in der Wärme eines angeschriebenen Hauses. Dies nach einigen Skiabfahrten. Um uns herum etliche weitere Skifahrer mit ähnlichen Ambitionen.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schlürften den Kaffee, genossen die grandiose Szenerie, die die verschneite Bergwelt zu bieten hatte. Wir unterhielten uns über dieses und jenes. Schwiegen uns auch mal nur an. Uns war wohl dabei. Keine Langeweile.

Dann der entscheidende Moment: Der Mitbewohner begab sich an den Ort, wo auch der Kaiser von China alleine hin geht. Nun sass ich da. Ganz alleine inmitten der vielen Skifahrer hatte ich plötzlich Zeit, mein Umfeld etwas genauer zu mustern. Sie sassen zum Teil dicht gedrängt an den Tischen, zum Teil auch nur zu zweit. Allen war gemein, dass sie sich weder für ihr Gegenüber noch für die sie umgebende Bergwelt interessierten. Stattdessen starrten sie alle auf ihr Handy. Als ob das Skifahren dort über die Bühne gehen würde.

Ich konnte es nicht glauben. Erhob mich, überblickte die ganze skifahrerische Meute, die übrigens aus auffallend vielen reinen Männergruppen bestand. Ich hielt Ausschau nach jemandem, der NICHT im Banne seines Handys war. Es gab solche Leute. Sie waren spärlich. So spärlich wie die Schneeflocken, die ab und zu aus dem blau-grau-blauen Himmel fielen. Fassungslos musste ich – einmal mehr – zur Kenntnis nehmen, dass der heutige Mensch nicht mehr ohne sein Handy auskommt. Auch nicht beim Skifahren. Im Beisein seiner Freunde. Man sitzt zwar zusammen, aber jeder ist intensiv damit beschäftigt, seine digitalen Streicheleinheiten zu verteilen.

Nun warte ich nur noch darauf, dass ich auf der Piste jemanden überhole, der während der Fahrt grad ein SMS schreibt.

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Pampers aus der Spraydose

Schnee hat die Angewohnheit, sich bei entsprechenden Temperaturen anzusammeln. Das kann im Zusammenhang mit Skipisten ganz nützlich und ebenso gewollt sein. Auf Strassen und Gehwegen ist die weisse Pracht weniger gefragt.

Ebenso unwillkommen ist das feuchte Weiss auf den Sitzflächen von Sesselliften. Zwar bemühen sich die Mannen an den Liften mehr oder weniger ernsthaft (wer ein Beispiel der Variante „weniger“ lesen will, klicke HIER), die Sessel vom Schnee zu befreien, können aber nicht verhindern, dass es trotzdem feucht bleibt bzw. ständig von neuem feucht wird, denn den Schnee auf den Bügeln über den Sesseln und auf den Masten räumt natürlich keiner weg. Wenn man Pech hat sitzt man genau am richtigen Ort und kommt während der Bergfahrt in den Genuss einer Dusche. Nichts Schöneres, als wenn es einem den Hals runter tropft, ehrlich!

Abhilfe könnte ein Schirm schaffen, doch wäre dieser beim Skifahren ein ganz klein wenig hinderlich. Vor allem, wenn man ihn nicht zuklappen würde. Ausserdem wirkt so ein Schirm etwas – na ja – übervorsichtig und deplatziert. Um ganz ehrlich zu sein, ist mir auf der Skipiste noch nie jemand mit einem Schirm begegnet. Was wirklich hilft, ist vorausschauendes Absitzen auf dem Sessellift und sich den trockensten Sitzplatz ergattern. Dennoch lässt sich ein feuchtes Hinterteil bei oder nach Neuschneefällen nicht verhindern. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich haben uns schon überlegt, dass XXL-Pampers ganz praktisch wären. Man müsste sie nur verkehrt rum tragen, also mit der Feuchtigkeit aufnehmenden Seite nach aussen und schon bliebe man den ganzen Tag angenehm trocken und wäre bei einem allfälligen Aufsetzer auf der Piste angenehm gepolstert. Dagegen spricht, dass wir dann grundsätzlich unsere Skihosen eine bis zwei Nummern grösser kaufen müssten. Deshalb haben wir uns für die Variante light entschieden:

Pampers aus der Spraydose.

Kennt ihr nicht? Also wir finden so einen Imprägnierungs-Spray ganz praktisch. Und er trägt auch überhaupt nicht auf.

Die Kirche von Morgins mit dem Glockenturm, der trotz Schnee schön bimmelt.