Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Einkaufen

Blumen oder Gemüse?

Heute war es ja nicht wirklich schwierig, den Frühling zu spüren. Temperaturen von nahezu 20 Grad trieben einem den Schweiss auf die Stirn und man hörte förmlich das Gras wachsen.

Da für morgen schon wieder Schnee bis vor die Haustür angesagt ist, habe ich mir ausserdem den Frühling heim geholt. In der Form von drei Primeln, die ich in einem Topf vor dem Fensterbrett platziert habe.

In Sachen Geld ausgeben bin ich ein sehr gewissenhafter Mensch, deshalb habe ich mir anschliessend die Quittung etwas genauer angeschaut. Bei uns gibt es üblicherweise zwei verschiedene Mehrwertsteuer-Sätze, die bei Ausgaben im Supermarkt zur Anwendung kommen. Lebensmittel werden mit 2,5 Prozent besteuert, alles andere, so dachte ich bis jetzt jedenfalls,  mit 8,0 Prozent.

In die Kategorie “alles andere” fielen bei mir heute Wein, Toilettenpapier und Waschmittel. Nicht aber die Primeln. Die Frühlingsboten wurden mit 2,5 Prozent MWSt abgerechnet. Ich google schon mal nach geeigneten Rezepten.

DSC02281

Advertisements

Badeurlaub im Supermarkt

Ich musste mir gleich zweimal die Augen reiben, als ich diese Badekristalle im Supermarkt erblickte.

20170216_114525[1]

Waldspaziergang! Zumindest in unserer Gegend hat es im Wald eher wenig Badewannen, in die man die Badekristalle einrieseln lassen könnte!

Das mit den Produkte-Namen ist ohnehin so eine Sache. Gleich neben dem Waldspaziergang wurde ein verlockend tönendes Pülverchen feil geboten.

20170216_114542[1]

Ach wenn es doch mit einer Wanne voll Wasser getan wäre…!

Alle meine Entchen

Hier der ultimative Beweis, dass in Samnaun nicht nur Strohrum, Parfüm und Zigaretten verkauft werden:

DSC02241

DSC02241

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten…

Sollte sich nun jemand von so einem Entchen inspiriert fühlen, muss er nicht extra nach Samnaun fahren. Die Viecher lassen sich auch bequem per Internet bestellen.

http://www.duckshop.ch/shop-quietscheentchen.html

Einkaufserlebnis im 21. Jahrhundert

Angesichts kundenfeindlicher Ladenöffnungszeiten, die nicht mal bis Mitternacht dauern, angespannter Parkplatzsituation und allgemeinem Missmut Menschenmassen gegenüber, findet der shoppende Homo Sapiens sein Seelenheil im Internet. Tag und Nacht. Mit einem unendlichen Angebot.

Im Hause Flohnmobil gab es mal wieder etwas anzuschaffen. Dies, so scheint mir, passiert in den letzten Wochen und Monaten gehäuft. Es wird wohl damit zu tun haben, dass viele Haushalt-Geräte, Möbel und dergleichen aus den Anfangszeiten unserer häuslichen Beziehung stammen und allmählich in die Jahre kommen. Nichts hält ewig. Auch nicht ein Gartentisch. Und um diesen geht es im Folgenden.

Ich setzte mich vor geraumer Zeit an den PC und begann nach einem neuen Gartentisch zu googeln. Rund sollte er sein, wie sein Vorgänger. Es war mir nicht entgangen, dass in den einschlägigen Läden fast nur noch rechteckige Tische angeboten wurden. Und die runden Tische waren allesamt zu klein. Ich will ja bei mir zu Hause kein Bistro einrichten, in dem mein innig geliebter Mitbewohner und ich je an einem 50 cm grossen Tischchen sitzen und so tun, als wären wir uns noch nie begegnet.

Im Internet wurde ich schnell fündig. Den gewünschten Tisch gab es sogar in zwei Farbvarianten. Als ich mich endlich überwunden hatte, einmal mehr ein Benutzerkonto mit einem Passwort, das ich ohnehin schon bald vergessen haben werde, einzurichten, war der Tisch schnell bestellt. Noch schneller erhielt ich per Mail eine Auftragsbestätigung. Und dann begann das Warten.

Von neun bis elf Tagen Lieferfrist war anfänglich die Rede gewesen. Immerhin hatte es geheissen, beim Lieferanten seien mehr als fünf Tische vorrätig. Nach bald zwei Wochen stellte sich bei mir eine gewisse Ungeduld ein, schliesslich hatte ich die Abholung des Tisches mit etwas anderem verbinden wollen. Und dieses Andere war eigentlich überfällig. Ausserdem konnte ich ja nicht wissen, dass neun Arbeitstage gemeint waren. Immer wieder schaute ich meine Bestellung an (es bestehen gewisse Chancen, dass ich deshalb das Passwort noch etwas länger als üblich kenne). Nichts tat sich. Am Sonntag Abend änderte sich der Status und am Montag Nachmittag erhielt ich das erlösende Mail, der Tisch sei abholbereit. Nach exakt zehn Tagen. Arbeitstagen.

Natürlich hätten wir uns den Tisch auch liefern lassen können. Sogar zum gleichen Preis. Aber nachdem der Mitbewohner am Auto Mass genommen hatte und sicher war, dass der Tisch rein passen würde, zogen wir es vor, ihn abzuholen. Dadurch waren wir nicht an einen Termin gebunden. Ausserdem hätten wir bei Lieferung den Tisch im voraus bezahlen müssen und das wollten wir nicht. Also begaben wir uns dorthin, wo die digitale auf die reale Welt trifft: ins Abhollager.

DSC05828

Am Eingang zum Digitec-Galaxus Showroom stand unübersehbar ein Ticket-Automat. Aber nicht einer von der Sorte, wie man sie an der Post oder beim Metzger nehmen muss. Das Ticket kam nämlich nicht einfach so raus, sondern man musste sich zuerst entscheiden, weshalb man überhaupt hier war. Ich stellte bald fest, dass ich dazu die Auftragsnummer eingeben musste. Ich hätte auch die Abholungseinladung, die mir gemailt worden war, ausdrucken können. Dann hätte ich einen Strichcode zum Einlesen gehabt. Vielleicht hätte ich diesen auch am Handy hinhalten können. Wie auch immer. Ich tippte die siebenstellige Nummer ein, drückte ENTER und schwupps war ich stolze Besitzerin des Tickets Nr. 560.

Auf einem grossen Bildschirm waren die Ticket-Nummern in drei Kategorien aufgelistet. Es machte den Anschein, als ob wir als Nächste an der Reihe wären. Wir schauten uns ein wenig um, ohne jedoch auf die ausgestellten funkel-nagel-neuen Handys und Notebooks hereinzufallen. Nicht mit uns! Wir waren wegen einem profanen Gartentisch hier und dabei sollte es auch bleiben.

Unsere Nummer leuchtete auf und gleichzeitig ertönte ein Gong. Der junge Mann hinter dem Schalter hatte auf seinem Bildschirm bereits unsere Bestellung und fragte mich als erstes, wie ich zu zahlen gedenke. Die Frage, so wichtig sie für ihn auch sein mochte, war auch für uns nicht ganz unbedeutend. Denn es gab einen kleinen Haken: Bezahlen mit Karte war seit mehr als 24 Stunden nicht möglich. Der Fehler lag nicht beim digital durchorganisierten Online-Warenhaus, sondern beim Anbieter des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Wir waren endgültig wieder in der analogen Welt angekommen.


Wie gut, dass es noch Bargeld gibt.

 

image

Einkaufsbummel durch Absurdistan

Kürzlich bei Lidl entdeckt: Teelichter, Duftnote “Cookies”.

Bei aller Begeisterung für Kerzen, aber Cookies sollen meine Luft nur schwängern, wenn sie frisch und essbar aus dem Ofen kommen!

Doch damit nicht genug, gleichentags entdeckte ich beim Anstehen an der Kasse…

20160512_111706[1]

… bei Migros diese Härdöfel-Salat Chips. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen: Kartoffelsalat-Chips!!!

Isst das wirklich jemand???

20160512_115323[1]

Das ist mein Beitrag zu diesem verregneten Freitag, den 13.

Schlimmer kann’s ja nun nicht mehr kommen…

Beschildert geschildert (57)

Na also, geht doch!

Man kann Rhabarber durchaus auch für unter 11 Franken kaufen.

20150505_145252[1]

Trotzdem sei mir stirnrunzelnderweise die Frage erlaubt, weshalb Rhabarber in Frankreich aus Belgien kommen muss.

Staubtrockenes Wasser

Ich hab keine Ahnung, welcher Teufel die verantwortlichen Namensgeber bei Lidl geritten ist. Sie haben ein Mineralwasser im Sortiment mit Namen „Saguaro“. Und bilden auf der Flasche Berge ab. Mit Schweizer Kreuz.

Da kommt mir gleich mehrfach die Galle hoch!

Erstens wurde das Wasser, wie sich dem Kleingedruckten entnehmen lässt, in der Nordwestschweiz abgefüllt. Da hat es meines Wissens nichts, was das Prädikat „Berge“ verdienen würde. Es ist also eine Frechheit, um nicht zu sagen, den Kunden an der Nase herumgeführt, auf dem Etikett vergletscherte Berge abzubilden.

Und zweitens, und das regt mich noch viel mehr auf: Ein Saguaro ist ein Kaktus. Jawohl. Er ist der Wüstenkaktus schlechthin. In seiner Heimat im Südwesten der USA und im Norden Mexikos wird er bis 20 Meter hoch und über hundert Jahre alt.

Ich bin auf der Reise unter mehreren solchen Riesen gestanden. War tief beeindruckt von ihrer Stattlichkeit, ihrer Vielfalt, ihren wunderbaren Blüten.

Mit Mineralwasser hätte ich die dornigen Giganten im Leben nie assoziiert. Bestenfalls mit Durst. Aber wer weiss das schon, wenn er denkt, er kaufe beim Discounter Wasser aus den Schweizer Bergen!!!


Das Elend mit dem triumphalen Gemüse

Gestern habe ich im Fernsehen eine Sendung gesehen, die unter dem Titel „Triumph der Tomate“ so vieles bestätigt hat, das ich lange schon wusste. Leider nicht nur Positives wie die Tatsache, dass sich in einer Tomate mehrere hundert Aromen vereinen, oder dass die Tomate vor 500 Jahren von den Entdeckern aus Peru nach Europa gebracht wurde.

Leider wissen hierzulande die Wenigsten, wie gut eine Tomate überhaupt schmecken kann. Wenn man Tomaten nur im Supermarkt kauft, erinnert bestenfalls die Farbe an die ursprüngliche Gemüsefrucht.

Die Landwirtschaft musste nachziehen und das Gemüse, das weltweit unter den fünf beliebtesten Arten rangiert, industriell fertigen. Das führt so weit, dass eine einzige im Gewächshaus auf Substrat kultivierte Tomatenpflanze bis zu sechs Meter hoch wird und an die 80 Kilo Früchte trägt. Wie soll da eine Tomate noch nach Tomate schmecken?

Den Gipfel der Dekadenz erlebten wir in Süditalien. Auf unserem Weg zu einem Supermarkt, wo wir uns für ein paar Tage mit Lebensmitteln eindecken wollten, fuhren wir kilometerlang an Tomatenfeldern vorbei. Überall leuchtete es rot aus den Blättern heraus. Und im Supermarkt? Dort wurden standardisierte, über Wochen haltbare Hors-Sol-Tomaten aus Holland angeboten!!!

Ich kaufe schon lange keine Tomaten mehr im Supermarkt. Wenn schon, dann auf dem Markt. Und am liebsten natürlich irgendwo im Süden, wo das Gemüse unter freiem Himmel kultiviert wird. Und auch dort nur im Sommer. Das wäre eigentlich jetzt.

Der Film, den ich erwähnt habe, kann ich allen Tomatenliebhabern wärmstens empfehlen. Er wird nochmals ausgestrahlt. Guckt mal hier.

Cumulus auf dem Rasen

Ich wäre heute ohnehin einkaufen gegangen. Ehrlich. Der Donnerstag ist mein Einkaufstag. Ich wäre auch zur Migros gegangen, wenn unsere Nati gestern verloren hätte. Ganz sicher.

Die Migros hatte versprochen, sie würde heute mit Cumulus-Punkten um sich werfen. Auch wenn die Schweiz gegen Honduras aufs Dach gekriegt hätte. Hat sie aber nicht, und so sind alle Kundinnen und Kunden der Migros heute nicht in den Genuss doppelter (im Falle einer Niederlage) oder fünffacher (bei einem Unentschieden), sondern zehnfacher Cumulus-Punkte geworden.

In solchen Fällen kämpfe ich immer gegen ein altbekanntes Problem an: Zehnfache Cumulus-Punkte sind zwar schön (und entsprechen einem Rabatt von 10 Prozent), wenn ich aber etwas kaufe, das ohnehin reduziert ist, erhalten ich dafür auch entsprechend weniger Punkte.

Daran hat der Xherdan Shaqiri natürlich wieder nicht gedacht hat, als er gestern seine drei Töpfe geschossen hat!

Wenn es aus dem Eierkarton tropft…

… ist die Bescherung schon angerichtet.

Da kann man nur noch Schadensbegrenzung machen und hoffen, dass die restlichen neun Eier nicht durch das eintrocknende Eiweiss am Karton festkleben und beim Herausheben auch noch in die Brüche gehen.

Ich habe es nicht geschafft. So viel vergebene Mühe fürs Huhn.