Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Verordnete Lebensfreude

Sie muss es mir irgendwie angesehen haben, die Dame hinter der Migros-Kasse, als sie mich so grosszügig mit Müsterli eindeckte. “Lebensfreue” stand da drauf. Inhalt: Eine Tüte voll Sonnenschein. Die Migros-Frau deckte mich gleich mit vierfacher Lebensfreude ein, die in der Form eines Duschmittels von Kneipp daherkommen sollte.

Da mir derzeit zwar die Lebensfreude etwas abhanden gekommen ist, ich mich aber dennoch ab und zu veranlasst sehe, unter die Dusche zu stehen, probierte ich das Zeugs aus. Um es kurz zu machen: Von den Versprechungen auf der Broschüre trat erwartungsgemäss weder “Zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht” noch “Vorsicht, macht süchtig” ein. Selbst die Prophezeiung “Was Pessimisten zu Optimisten mach: ihr Duschgel” würde ich jetzt für mich nicht zwingend verbuchen. Allenfalls die “Spritzige Stimmung unter der Dusche” ward wahr.

Dennoch schaute ich mir das Broschürchen, in dem das Müsterchen eingeklebt war, etwas genauer an und musste resigniert feststellen, dass ich den Termin für den Wettbewerb verpasst hatte. Als Hauptpreis hätte es ein Verwöhn-Wochenende für 2 Personen im 7132 Hotel in Vals im Wert von 2’000 Franken gegeben.

Leider entzieht es sich meiner Kenntnis und auch meinen Fähigkeiten, wie man an einem einzigen Wochenende derart viel Geld ausgeben kann. Ausserdem hege ich den Verdacht, dass damit wohl kaum restlos alle anfallenden Kosten gedeckt wären. Bestimmt müssten die Getränke extra berappt werden. Und das wird hierzulande bekanntlich recht teuer. Sieht man mal davon ab, dass es in den thermalen Fluten Valser Wasser à discrétion gäbe.

Leider ein sehr ungelungenes Beispiel helvetischer Preisgestaltung: die Eintrittspreise der Therme Vals. Wer geht schon für 80 Franken am Tag baden?

Gewinnbringende Blog-Pause

Sorry, die nächsten 24 Tage gibt es hier keine neuen Blog-Beiträge mehr zu lesen.

Das findet ihr schade? Ich auch! Aber ich kann zumindest mit einer plausiblen Erklärung aufwarten. 

Ich bin nämlich schwer beschäftigt, richtiggehend unabkömmlich. Ich muss an derart vielen digitalen Advents-Kalendern jeden Tag ein Türchen öffnen, dass zum Bloggen beim allerbesten Willen keine Zeit bleibt. 

Schliesslich will ich mir all die in Aussicht gestellten Gewinne nicht entgegen lassen. Das versteht ihr doch sicher, oder?

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Sie haben gewonnen!

Der Pöstler läutete zur Unzeit. Weder mein innig geliebter Mitbewohner noch ich wären in der Lage gewesen, die Türe zu öffnen. So blieb mir ausreichend Zeit, mir den Kopf zu zermartern, was uns für ein Paket zugestellt worden wäre, denn ich konnte die Wundertüte erst am nächsten Tag in unserer Postagentur abholen.

Und eine Wundertüte war es im wahrsten Sinne des Wortes, die mich da erwartete. Ich hatte bei einem Wettbewerb mitgemacht und ein Advents-Überraschungspaket gewonnen.

Schon als ich den Begleitbrief (“Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen”) las, beschlich mich das Gefühl, dass es sich bei dem Überraschungspaket um Ladenhüter aus dem Swissmilk-Shop handeln könnte. Und damit lag ich ziemlich richtig, denn:

Einen Schüttelbecher brauche ich nicht.

Ebenso wenig Ofenhandschuhe in Kuhmaulform.

Schlüsselanhänger habe ich bereits genug.

In die Tasche – so hochwertig sie mir eigentlich erscheint – passt mein Notebook nicht.

Ich erinnere mich schwach, dass die herzförmigen Espresso-Tassen mal als Muttertags-Geschenk angepriesen wurden.

Notizpapier hätte ich nicht wirklich gebraucht. Und den vierzig Zentimeter langen Bleistift finde ich eher unhandlich.

Glacestängeli mache ich nicht selber, auch wenn ich dazu vielleicht die Holzkelle hätte brauchen können, und das Schmetterlings-Ausstechförmli habe ich schon mal “gewonnen”.

Einen kleinen Luftsprung machte ich, als ich das Buch sah. Beim Lesen des Titels “Meine Schweizer Küche” muss der Wunsch Vater des Gedanken gewesen sein, denn das Buch handelt von der ersten bis zur Letzten Seite von Kühen.

Für Erheiterung in unserem Freundeskreis sorgte der grosse aufblasbare Milchbecher. Dieser ist nämlich am Boden mit Lämpchen versehen, die nicht nur in zwei verschiedenen Stärken leuchten, sondern zu allem Überfluss auch noch blinken können. Ob die Plättchen am Boden tatsächlich Solarzellen sind, werde ich noch herausfinden.

“Ein richtiges SVP-Paket”, meinte der Mitbewohner, als ich die Schachtel endlich geleert hatte.

Sollte sich unter meinen Leserinnen und Lesern jemand finden, der Verwendung für das eine oder andere Teil hat, kann er/sie es gerne bei mir abholen. Ansonsten werden die Utensilien über kurz oder lang im Brockenhaus landen. Immerhin kann ich nun nicht mehr sagen “Ich gewinne ja nie etwas…”.

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