Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Technik und Unterhalt

Öfters mal Panne (7)

… oder: Kühlschrank für Hundebesitzer

Als wir an der irischen Westküste bei eitel Sonnenschein – man könnte auch sagen: bei untypisch irischem Wetter – die Cliffs of Moher besuchten, ahnten wir noch nicht, welche Bewährungsprobe als nächstes auf uns wartete. Der Blick auf die 200 m hohen Klippen war einigermassen spektakulär, doch hatten unsere Augen schon Imposanteres erblickt. Viel mehr Freude bereitet uns der Weg entlang den Klippen, dem wir eine 2 ½ stündige Wanderung abrangen.

In der Nacht schlug das Wetter um und bot das, was jeder Irlandreisender realistischerweise erwartet: Wind und Regen. Wir setzten unseren Weg fort und stellten bei einem Halt fest, dass die Zündung an unserem Kühlschrank wie irr blinkte. Alarm im Womi! Wenn der Kühlschrank nicht tut, ist nicht nur schlechte Laune angesagt, sondern das mobile Leben wird ungleich komplizierter. Innert Sekundenfrist geisterten Notfallszenarios durch meinen Kopf: Jeden Abend auf einen Campingplatz. Nur noch auswärts essen. Eine Electrolux-Vertretung ausfindig machen. Das mitgeführte Fleisch möglichst schnell in die Pfanne hauen. Frühzeitig heimreisen. Keine der Varianten vermochte in der relativen Einsamkeit des Irischen Nordens zu überzeugen.

Es goss in Strömen und es fegte ein Wind übers Land, in dem man nicht mal den sprichwörtlichen Hund vor die Türe schickte. Trotzdem betätigte sich mein innig geliebter Mitreisender von aussen am Kühlschrank. Er entfernte die beiden Lüftungsgitter, schraubte die kleine Metallabdeckung vor der Gasflamme ab und stellte fest: Der Kühlschrank läuft doch! Da schien sich die Zündung irgendeine Macke eingefangen zu haben. Der Mitreisende verlangte nach einer Drahtbürste und reinigte die Umgebung um den Brenner herum. Mit etwas gemischten Gefühlen waren wir doch froh, dass der Kühlschrank offenbar noch funktionierte. Ich reichte den Mitreisenden hingebungsvoll ein Handtuch, damit er sich fürs Gröbste abtrocknen konnte. Das irische Wetter hatte ihn gründlich geduscht. Wie froh war ich, dass ich in solchen Fällen mein grosses Talent als Handlanger unter Beweis stellen kann. „Schraubenzieher!“ „Kleiner!“ „Nimm mal das Gitter, dass ich es nicht in die Pfütze stellen muss!“ „Schraube!“ Ich konnte am Trockenen bleiben.

Ein paar Tage später waren wir uns sicher, dass der Kühlschrank wieder tadellos und ohne irgendwelche Angriffe auf unsere Nerven funktionierte. Der Mitreisende machte den stürmischen Wind für das Malheur verantwortlich. Er vermutete, dass die Flamme zu viel Russ entwickelt hatte und dadurch die Steuerung beeinträchtigt wurde. Meine Notfallszenarien konnte ich mir für ein andermal aufheben.

Der mobile Topf

„Und Ihr Mann wird dankbar sein, wenn Sie kein zu dickes Toiletten-Papier verwenden, denn sonst könnte der Auslauf verstopfen“. Der Verkäufer, der eben dran war, uns in die Tücken und Geheimnisse des neu erstandenen Wohnmobils einzuweihen, ging offensichtlich davon aus, dass Toilette entleeren bei uns eine rein männliche Angelegenheit ist. Okay, das ist es ja meistens auch. Aber ab und zu gehe auch ich mit der Pipi-Box auf Wanderschaft, denn immerhin stammt der Inhalt grösstenteils von mir. Allerdings finde ich mich dann bei den Entleerungs-Stationen doch meist in männlicher Gesellschaft wieder.

Sie sind immer wieder für eine Überraschung gut, diese braunen Löcher. Mal als eigentliche WC-Kassetten-Versäuberungs-Station weitab von den übrigen sanitären Anlagen eines Camping-Platzes, dafür sauber und bestens ausgerüstet. Mal ein mit Fäkalien und Papier verzierter Betontrog ohne Spülung, und der einzige Wasserhahn weit und breit derjenige, der auch zum Frischwasser tanken vorgesehen ist.

Genauso unterschiedlich sind die Menschen, die diese Einrichtungen benützen. So wird mitunter ein eigentlicher Familien-Event aus der Güllen-Leerung gemacht. Kind und Kegel versammeln sich beim Trog und sehen Papi mit gebannten Augen zu, wie er das gesammelte Familienpipi runterkippt. Nur die gut Trainierten schleppen übrigens ihre WC-Kassette quer über den ganzen Campingplatz. Alle anderen haben sich etwas mit Rädern angeschafft, um die Gülle zu karren. Im Zeitalter überdimensionierter, halbleerer Heckgaragen habe ich schon Wohnmobilfahrer gesehen, die sich den Luxus einer zweiten Kassette leisten. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht recht erklären, worin da der Vorteil sein soll. Es gibt auch Leute, die geradezu verstohlen ihre Fäkalien-Schatulle entleeren, am liebsten im Morgengrauen, wenn hoffentlich niemand zusieht. Gut getarnt hinter der Womi-Scheibe habe ich einmal beobachtet, wie sich ein Mann zuerst einen Arbeits-Overall anzog und Handschuhe überstülpte. Erst derart ausgerüstet machte er sich am ominösen Fach zu schaffen. Da konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Aber vielleicht hat die betreffende Person einfach nur negative Erfahrungen gemacht. Ein halb aufgelöster „Stink“ über den Hosen würde mir ehrlich gesagt auch stinken. In Sachen WC-Entleeren sind wir in Europa ohnehin noch ein Entwicklungsland. Die Amerikaner sind diesbezüglich fortschrittlicher. Abwasserschlauchrohr anhängen. Schieber ziehen. Zack! In Amerika sieht man niemanden seine Fäkalien durch die Gegend tragen.

Bei richtiger Handhabung kann eine Wohnmobil-Toilette absolut hygienisch betrieben werden. Dabei stellt sich natürlich die Glaubensfrage, ob und mit welchen Hilfsmitteln das mobile stille Örtchen über die Runde kommen soll, ohne dass die ganze Womo-Besatzung in regelmässigen Abständen vergast wird. Manche schwören auf Entlüftungsanlagen, andere auf grosszügige Mengen von Chemie, wieder andere auf Grosis Schmierseife. Unser Patentrezept: jeden Morgen leeren. Das ist zugegeben manchmal einfacher gesagt als getan. Wir mussten auch schon Umwege auf uns nehmen, um die Gülle los zu werden.

Unterwegs ist mir das eigene stille Örtchen definitiv am liebsten. Für mich ist es das kleinere Übel, den Gang mit der Kassette zu unternehmen, als eine verkackte öffentliche Toilette aufsuchen zu müssen. Und überhaupt fehlt dort ohnehin meist das Papier. In dieser Angelegenheit haben wir natürlich über die Jahre gleichfalls unsere Erfahrungen gemacht und die seinerzeitige Empfehlung des Verkäufers beherzigt. Also nix mit Hakle Super-Flausch! „So dünn wie möglich“, lautet die Devise. Diesbezüglich sind die Franzosen Weltmeister. In keinem Land haben wir ein so vielfältiges Angebot an geeigneten Toilettenpapieren angetroffen wie bei unseren westlichen Nachbarn. Es gibt garantiert eine Farbe, die zur Ausstattung eines jeden Wohnmobil-Bads passt. Blüemli und sonstige Müsterchen verleihen mit französischem Charme unserem Allerwertesten den letzten Schliff. Und erst noch in verschiedenen Duftnoten.

Telefon-Terror

„Ich habe gesehen, dass du angerufen hast“, schrieb ich kürzlich einer Freundin in einem Mail. Hätte ich zu meiner Schulzeit einen ähnlichen Wortlaut in einen Aufsatz verpackt, meinem Deutschlehrer wären die letzten noch verbliebenen Haare zu Berge gestanden. „Man kann doch nicht sehen, dass ein Telefon geklingelt hat“, wäre seine Begründung gewesen. Und natürlich hätte er Recht gehabt. Lehrer haben ja immer Recht.

Die damaligen Telefonapparate waren von behäbiger Natur, im schlimmsten Fall an die Wand geschraubt, wenn es besser kam immerhin bei einer Sitzgelegenheit positioniert. Aber sie hatten einen entscheidenden Vorteil gegenüber den heutigen Telefönchen, die nur einen Bruchteil so gross und schwer sind wie die seinerzeit gemieteten PTT-Telefone. War in der guten alten Zeit niemand zu Hause, schellten sie unbemerkt vor sich hin. Niemand kam heim und konnte/musste/fühlte sich verpflichtet zu prüfen, ob und wer in der Zwischenzeit angerufen hatte.

Irgendwie nervt mich das nämlich. Wenn jemand anruft, wenn ich nicht zu Hause bin oder das Handy nicht abnehmen konnte, weiss er genau, dass ich weiss, dass er angerufen hat. Und weil er das weiss, sehe ich mich in den meisten Fällen veranlasst, zurückzurufen. Mit diversen Ausnahmen allerdings. Insbesondere wenn es sich um Nummern handelt, die mir nicht geläufig sind. Die neuen Telefönchen haben nämlich nebst dem genannten Nachteil auch den entscheidenden Vorteil, dass ich bereits weiss, bevor ich den Anruf entgegen nehme, wer dran ist. Die Entscheidung, ein Gespräch anzunehmen, ist die kleine Freiheit, die mir ab dem ganzen Telefon- und Handy-Terror noch geblieben ist.

Der Tausendsassa

Normalerweise blättere ich schnell über diese Seite hinweg, die seit Jahren in zahlreichen Magazinen, in meinem Fall im Heft des Schweizerischen Alpenclubs, abgedruckt wird. Was mich dazu veranlasst hat, die Angebote aus dem Careshop etwas genauer anzuschauen, vermag ich nicht mehr zu sagen. Aber dass ich platt war, platt wie eine überfahrene Tortilla, steht ausser Diskussion.

Was für ein Wunderding!!!

Zum sensationellen Aktionspreis von 169 statt 498 Fränkli (ha-ha!!!) gibt es:
– Rasierer für Nass- und Trockenrasur
– Bart- und Langhaarschneider
– Ohr- und Nasenhaartrimmer
– Akkuzahnbürste

Und alles in einem einzigen Gerät. Na wenn das kein Hammer ist!

Schade nur, dass es nicht auch noch als Mixer und Wagenheber einsetzbar ist, dann wäre es wahrlich DAS UNIVERSAGERÄT fürs Wohnmobil schlechthin.

Gwundrig gemacht? Den Tausendsassa kanst du dir hier anschauen (und falls nötig gleich bestellen; um Feedback wird gebeten).

Wir digitalen Neandertaler

Es gibt Leute, die leiden richtiggehend darunter, wenn sie nicht ständig das intelligenteste Smartphone, den neusten Computer, das schnellste Auto haben. Davon bin ich gänzlich gefeit, um nicht zu sagen völlig unbelastet. Ich brauche die moderne Technik nicht als Status-Symbol. Nein, sie muss mir dienen im Alltag und sich als nützlich und brauchbar erweisen.

Ich habe weder iPod, iPhone noch iBook. Diesen Blog schreibe ich auf einem 10-jährigen Computer. Denn, ja, noch sind nicht alle Saurier ausgestorben!

Ich habe ein Konto bei der Bank, eines bei der Post und bin glücklich und zufrieden ohne Facebook Konto.

Mein Handy kann wenig mehr als telefonieren. Zum surfen im Internet muss ich mich zu Hause ans Pult setzen. Was ich eigentlich ganz praktisch finde, denn so kann ich bequem und ohne Lupe funktionieren.

Unser Fernseher hat noch nie was von digitalem Empfang gehört. Zum Schwachsinn verbreiten reicht die analoge Leitung völlig aus.

Im Putzschrankt steht ein Staubsauger, der nur staubsaugen kann. Er ist weder ein kombiniertes Gefrier/Heizgerät noch ein Ventilator mit GPS-Empfang.

Auch unser Subaru führt lediglich unsere Wünsche aus. Navi-Kommandos wie „bitte wenden Sie“ kennt er nicht mal vom hören-sagen. Er kommt ohne Einparkhilfe aus und passt trotzdem in jede Parklücke. Beulenlos.

Auch wenn diese Liste technischer Altmödigkeiten noch nicht vollständig ist, muss ich eines loswerden: Nicht in allen Belangen ist der Flohnmobilsche Haushalt hinter dem Mond. Dort wo es wirklich drauf an kommt, also beispielsweise bei der Skiausrüstung, der Kaffeemaschine,  oder dem Backofen, da kann er voll mithalten.

Von 12 auf 20 in ??? Sekunden

Das Schlafen im Wohnmobil bringt verschiedene Vorteile gegenüber zu Hause mit sich. Erstens kann man fast täglich eine neue Aussicht vom Bett aus geniessen. Zweitens hat man Urlaub und kann sich so lange auf der Liebesinsel fläzen, wie man will. Und drittens kann man gar nicht sofort aufstehen, wenn man wach wird. Es geht einfach nicht. Mission impossible.

Warum? Weil es entweder im Wohnmobil viel zu kalt ist, oder der Boiler für die morgendliche Toilette zuerst aufgeheizt werden muss, oder beides. Und hier greift Vorteil drei des wohnmobilen Schlafens. Es dauert nämlich etwas, bis die Heizung so richtig in Schwung ist. In dieser Zeit kann man und frau sich nochmals bequem hinlegen, am Kissen lauschen oder sich anderen Freuden des Lebens hingeben.

Wie lange dauert es, bis in einem Wohnmobil am Morgen angenehme Temperaturen herrschen? Das hängt nicht nur vom persönlichen Empfinden ab, sondern in besonderem Masse von den herrschenden Aussentemperaturen. Diese sind nämlich am Morgen gemäss unserer Erfahrung lediglich etwa vier Grad tiefer als drinnen. Für uns muss es im Womi 20 Grad warm sein, damit wir unter der Bettdecke hervor kriechen. Bei einer solchen Temperatur würde ich zu Hause schlotternd nach etwas Warmem greifen, aber im Wohnmobil fühle ich mich seltsamerweise bei dieser Affenkälte wohl.

Die Hersteller unseres Wohnmobils haben uns den Gefallen erwiesen, den Drehschalter für die Heizung so anzuordnen, dass wir nicht aus dem Bett raus müssen. Nur mal kurz auf den Bauch drehen, linken Arm ausfahren, und schon läuft das Ding an. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn es am Morgen ausserhalb der Bettdecke gerade mal zehn Grad hat!

Unsere Heizung – eine Truma 4 Combi – verteilt die Warmluft über sechs Auslassdüsen, die so im Wohnmobil angeordnet sind, wie es von der Produktion her am einfachsten ging. Scheint es jedenfalls, denn vorne, dort wo meine Füsse unter dem Tisch sind, ist nur noch eine Düse. Aber wenigstens auf meiner Seite. Der innig geliebte Mitbewohner muss dann halt schauen, wie er seine Füsse warm kriegt. Trotzdem ist die Heizung sehr effizient. Wer in einem Wohnmobil friert, ist selber schuld.

Die Heizung ist bei uns täglich in Betrieb, auch im Hochsommer. Dann natürlich nur das Teil, das das Wasser im Boiler erhitzt. Diesen Herbst mussten wir fast jeden Morgen heizen. Und um das Rätsel im Titel aufzulösen: Von 12 auf 20 Grad dauert bei uns eine geschlagene Stunde. Herrlich!

Verdauung gut – alles gut

Bah! Der Typ, der diesen Werbeslogan in die Welt gesetzt hat, ist mit absoluter Sicherheit noch nie mit einem Wohnmobil unterwegs gewesen. Denn war die Verdauung auch noch so gut, die wahren Probleme fangen im Wohnmobil erst nachher an.

Denn die Kacke muss ja irgendwo hin. Besser gesagt nicht irgendwo unter irgendein Gebüsch, sondern in eine dafür vorgesehene Vorrichtung. Das ist zuallererst die Womi-eigene Pippibox. Offizieller ausgedrückt: die Kassetten-Toilette. Diese fasst in der Regel um die 15 Liter. Das tönt nicht nach viel, aber man spült ja – im Gegensatz zu daheim – auch nicht mit 10 Litern Wasser nach. Bei uns würde die Pippibox für zwei Tage reichen, aber wir leeren sie trotzdem jeden Tag. So kommen wir ohne Chemie aus. Denn die Kacke entwickelt – vor allem bei warmem Wetter – relativ schnell Gase, die sich schwupp-di-bupp im Womi verteilen. Muss wirklich nicht sein. Man könnte mit der Chemiekeule nachhelfen und grosszügig davon in die Pippibox kippen. Doch das ist auch nicht unser Stil. Besser, man hält sein Riechorgan nicht allzu tief in den Auslauf-Stutzen.

Die Pippi-Box im Hause Flohnmobil (keine Bange, frisch entleert!)

Bei uns ist das Entleeren meist Männer-Sache. Mein innig geliebter Mitreisender trägt ja schliesslich auch mindestens 50 Prozent zum Inhalt der Pippi-Box bei. Ergo! Damit die Gleichberechtigung wenigstens ab und zu mal zum Tragen kommt, übernehme ich manchmal das Ding mit dem Entleeren auch. Einfach zum Beweis, dass ich das notfalls auch könnte.

So beginnt also die tägliche Suche nach einer Entsorgungs-Station, in der man die gesammelten Verdauungs-Werke der vergangenen Stunden wieder loswerden kann. In Frankreich ist das einfach. Jedes zweite Dorf verfügt über eine solche Station, die eigens für Wohnmobile errichtet wurden. Eine tolle Sache. Das ist einer von vielen Gründen, weshalb wir Frankreich ein so tolles Land zum bereisen finden.

Frankreich gut – alles gut.

Eine Handvoll Strom

Hurra, nie mehr zu wenig Strom am Laptop auf Reisen! Nie mehr mitten im Tagebucheintrag abbrechen müssen, weil der Akku leer ist. Nie mehr dieses lästige Brummen des Wechselrichters in den Lauschern.

„Was soll die ganze Freude?“ werden sich nun diejenigen Leser fragen, die ihren Strom zu Hause arglos aus der Steckdose beziehen. Okay, Energieprobleme habe ich ja auch nicht, solange ich in den eigenen vier Wänden bin. Aber auf Reisen, unterwegs mit dem Wohnmobil, ist das Gut „Strom“ plötzlich nicht mehr selbstverständlich. Es muss erzeugt werden, herbeigeschafft, konserviert.

Da wir selten auf Campingplätzen stehen, und auch dort in aller Regel auf den überteuerten Strom verzichten, haben wir uns anders eingerichtet. Wir führen einen halben Quadratmeter Solarpaneele auf dem Dach mit. Diese beiden Paneele füttern unsere Bordbatterien und daraus beziehen wir unsere Energie für Licht, Pumpenstrom, Fernsehen, Steuerung etc.. Wollte ich mein Notebook mit Strom Füttern, habe ich bis anhin einen Wechselrichter an eine 12-V-Steckdose angehängt. Dieser wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um. Dann habe ich das Ladegerät des Notebooks angehängt, der aus dem Wechselstrom wieder Gleichstrom macht. Ein ziemlicher Leerlauf!

Das fand jedenfalls ein Freund von uns, der umgehend ein Ladegerät vorführte, das er an Gleichstrom anschliessen kann. Er hat damit das bestätigt, was ich schon lange vermutet habe: Elektro-Ingenieure haben es im 21. Jahrhundert etwas einfacher als unsereins.

Wir hatten nicht gewusst, dass es solche Ladegeräte gibt, haben uns aber gerne belehren lassen. Eine kleine Krux war, dass mein Notebook etwas eigenwillige Vorstellungen hat, mit wie viel Strom es gefüttert werden möchte. Konventionelle Gleichstrom-Ladegeräte können nämlich nur 19 oder 20, nicht aber die gewünschten 19,5 Volt liefern.

Heute nun ist das Tor zum ewigen Glück des Notebook-Benützers auch für uns bzw. insbesondere für mich aufgegangen. Mein innig geliebter Mitreisender muss nämlich nie mit Gewalt vom Notebook weg gezerrt werden. Dieses Attribut trifft dafür regelmässig auf mich zu.

Zum Set gehören einige Meter Kabel mit diversen Anschlüssen und eine Bedienungsanleitung in neun Sprachen (alles ausser Deutsch!). Als besondere Exklusivität, aber einigermassen überflüssig, empfinde ich den Anschluss, mit dem ich auch im Flugzeug Strom abzapfen könnte. Damit ich dieses Kabelchen eines Tages doch noch einsetzen kann, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

a)     Wir lassen das Wohnmobil in der Garage und fliegen zur Abwechslung mal wieder in die Ferien.

b)     Wir bauen unser Wohnmobil um und fliegen damit weg. Fortan tanken wir nur noch Red Bull statt Diesel.

Sprung in der Schüssel, 2. Akt

 Unsere Familie ist seit heute wieder komplett. Unser „Kind“ ist zurück. Nicht etwa aus dem Ferienlager oder von einem Besuch beim Gotti. Trotzdem hat unser Kind auch einige Tage auswärts übernachtet. Und zwar in der Fiat-Vertretung. Dort hat man ihm eine neue Windschutzscheibe verpasst. Denn die alte hatte bekanntlich einen Riss.

„Saubere Arbeit“, war die Meinung meines innig geliebten Chefmechanikers. Er hatte es nicht unterlassen können, die Garage darauf hinzuweisen, dass er das Womi ohne jeglichen Kratzer übergeben habe und demzufolge erwarte, es ebenso wieder zu übernehmen.

Und wir erhielten es nicht nur in tadellosem Zustand zurück, selbst unsere Autobahn-Vignette klebte wieder oben in der Mitte. Dies allerdings hätte mein Chefmechaniker nicht bemerkt. Dafür braucht es schon den geschulten Blick einer Frau.

Für die wirklich wichtigen Dinge, die zum Wohlbefinden eines Autos beitragen, hat mein Chefmechaniker dagegen die Antennen stets ausgefahren. So ist ihm sofort aufgefallen, dass die untere Abdeckung neuerdings durch den höheren Gummianteil flexibler geworden ist, sich enger ans Glas anschmiegt und dadurch besser abdichtet. Das altbekannte Fiat-Übel, dass zwischen der besagten Abdeckung und der Scheibe Wasser in den Motorenraum eintritt, sollte damit behoben sein. Hoffentlich. Und Auffangbehälterchen, die das Regenwasser im Motorenraum umleiten, dürfen zurück ins Bastelarchiv.

Unmittelbar nach der Rückkehr des Kindes haben wir heute damit begonnen, es zünftig zu schrubben. Denn das hatten wir – völlig entgegen unseren Gepflogenheiten – seit unserer Rückkehr aus Tschechien vor bald drei Wochen noch nicht gemacht. Bei aller Abneigung gegen diese lästige Tätigkeit muss selbst ich zugeben: Es hat sich gelohnt. Allerdings verstehe ich noch immer nicht, weshalb Radabdeckungen auch innen glänzen müssen.