Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Tages-Anzeiger

Tschau Sepp

Ein Volltreffer ist sie, die heutige Karikatur im Tages-Anzeiger!

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Erneut ein geniales Werk des begnadeten Zeichners Felix Schaad.

Droh(n)ende Rentner

Bahn prüft längere Umsteigzeiten, weil immer mehr Rentner reisen.

So titelt der Tages-Anzeiger heute.

Und offeriert der SBB auch gleich eine Lösung:

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Einmal mehr eine geniale Karikatur von Felix Schaad!

Also doch: … Müller!

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Als hätten wir es nicht schon längst geahnt, veröffentlicht der Tages-Anzeiger heute eine umfassende Telefonbuch-Studie und kommt zur Erkenntnis: Der häufigste Nachname des Schweizer Mittellandes ist…

… Müller! (also eigentlich ohne Ausrufezeichen!)

Um dies herauszufinden hätte die Autorin auch mich fragen können. Selbst meine Wenigkeit, die ledig wie verheiratet einen nicht sehr geläufigen Namen hat, war mal einige Jahre lang mit einem Müller liiert. Dass ich mich dann für einen anderen Mann entschied, lag in erster Linie an dessen einfach verständlichem Namen.

Müllers gibt es also wie Sand am Meer. Von mindestens drei Müllern weiss ich, die hier mitlesen. Outet sich hier noch jemand mit dem banalsten Namen der Alpennordseite?

Am Helm des Eises

Mit Eishockey hat Frau Flohnmobil nichts am Hut. Gar nichts. Auch nicht am Hockey-Helm.

Dem Sport – sowohl als Konsumentin am Fernseher wie in eigener Betätigung – nicht grundsätzlich abgeneigt, kann sie diesen bunten Michelin-Männchen auf dem Eis mit ihren Stöcken nichts abgewinnen, wenn sie dem Puck hinterher flitzen. Sie hat auch wenig Verständnis für die Schlägereien, die sich regelmässig ereignen. Und kopfschüttelnd muss sie Jahr für Jahr zur Kenntnis nehmen, wie mitten im Sommer noch die Eishockey-WM ausgetragen wird.

Heute ist es ihr wie Schuppen von den Augen gefallen. Natürlich! Wie könnte es denn anders sein. Was kann man schon von Leuten erwarten, die auf einem Hüüsliblock* ihrer Sportart frönen!

* karierter Notizblock

Dieses Bild von Valeriano Di Domenico (Freshfocus) war der Blickfang auf der heutigen Titelseite des Tages Anzeigers.

Alte Weihnachten

Heute serviere ich euch das Menu einer fremden Köchin. Das hat nichts damit zu tun, dass ich im Moment etwas einfallslos wäre. Aber ich möchte euch diese Kolumne von Laura de Weck, die am 24.12.13 im Tages-Anzeiger erschienen ist, einfach nicht vorenthalten. Sie ist zu genial. Damit meine ich nicht nur die Kolumne, sondern insbesondere auch die Autorin.

Verena
Im Bett macht Verena die Augen auf.

Oh je, heut ist Weihnachten. Das heisst, bald folgt Silvester, und ich hab vergessen, in welches Jahr wir feiern. Ich hab auch vergessen, wie alt ich bin. Aber das spielt keine Rolle mehr, ich muss mich ja nicht für einen Job bewerben oder noch ein Kind kriegen oder sonst irgendeine Deadline einhalten. Ich bin nämlich zu nichts mehr zu gebrauchen, und das ist sehr angenehm. Ich bleib einfach noch ein wenig im Bett und trinke einen Schluck Wasser. Im Alter fängt man den Tag am besten mit einem Schluck Wasser an, dann hat man weniger Aussetzer, das weiss ich aus Erfahrung.

Aber für meine Erfahrung interessiert sich leider kein Mensch. Das liegt nicht am Alter, sondern an der Zeit. Als ich jung war, wollte ich ganz schnell älter werden wegen der Erfahrung. Kaum war ich älter, hatten die Jungen plötzlich Erfahrung und wussten besser, wie und wo man lebt, nämlich im Computer.

Früher galt: Die Jungen sind schön, die Alten sind erfahren, aber jetzt bleibt uns gar nichts mehr. Und genau so wird es sein, wenn heute Abend die Kinder und Enkel zur Weihnachtsfeier kommen, dann sitzen wir da, und sie stellen mir keine einzige Frage. Sie fragen mich nicht, wie man mit dem Unglück umgeht oder wie das Unglück gar nicht erst kommt, nein, sie richten mir eine E-Mail-Adresse ein und schenken mir ein iPad, und am Schluss muss ich die ganzen Fragen stellen: Wo ich denn klicke, wenn ich mir das Foto nochmals anschauen möcht, und wo ich klicke, wenn ich es mir nie wieder anschauen möcht.

Das ist ja schon gut, und es macht ja auch Spass, meinem Moritz bis nach Mexiko zu folgen. Nicht in echt, sondern auf Twitter natürlich, aber um ehrlich zu sein, würde ich lieber erfahren, ob er denn nun mit seiner Freundin geschlafen hat und ob er auch verantwortungsvoll verhütet, als zu erfahren, welche anderen Berge er ersteigt. Ja, ja, so ist es mit uns Alten: Wir sitzen da, müssen angerufen, gepflegt und besucht werden. Wir kosten ein wahnsinniges Geld, aber die Weisheit und Erfahrung, die wir fürs Geld gern zurückgeben möchten, interessiert niemanden mehr. Das hab ich schwarz auf weiss: Die IV hat mir vor ein paar Tagen geschrieben, dass sie mir trotz Hörschwäche keine Weiterbildung an die Hörbehindertenkommunikation zahlt, weil sich «die Investition» nicht mehr lohne. Und obwohl wir Alten keine Investition wert sind, investieren sie wie verrückt ins Altwerden, sodass meine Enkelin eine Lebenserwartung von hundert Jahren hat und sich eine neue Niere dann selbst im 3-D-Drucker herstellen kann.

Da fragt man sich schon, warum die Wissenschaften so sehr in die Alten der Zukunft investieren, wenn sie die Alten der Gegenwart schon nicht mehr wollen. Das sogenannte vierte Alter können die Wissenschaften bis jetzt nämlich auch nicht schmerzloser machen. Oh je.

Vielleicht male ich aber auch alles zu schwarz. Es gab ja in den letzten Wochen hundert Artikel darüber, dass wir Alten doch der Gesellschaft etwas bringen, weil wir die hysterischen jungen Menschen runterholen, weil wir die Gesellschaft entschleunigen, und das tue der Gesellschaft sehr gut, dass da noch welche seien, die sich dem rasenden, neumodischen Tempo naturgegeben widersetzten. Ja, vielleicht sind wir wandelnde Memento mori.

Oh je, nur zum Weihnachtenfeiern sind wir noch gut genug. Und dabei kann ich mit diesem Fest gar nicht viel anfangen. Vom Glauben hin zum Geld hat sich dieses Fest gewandelt. Obwohl, ob der Glauben besser ist als das Geld? Ich weiss es nicht. Ich muss ein bisschen aufpassen, nicht alles schlecht zu finden, wie die Menschen heute leben. Eigentlich ist es ja auch schön, dass Weihnachten meine Kinder und Kindeskinder dazu zwingt, Ferien zu machen und sich zu beschenken.

Wenn ich es mir recht überlege, haben alte Menschen und Weihnachten viel gemeinsam: Keiner weiss genau, wozu es uns beide noch gibt, wir kosten wahnsinnig viel Geld, kurbeln aber die Wirtschaft an, wir kümmern uns um familiäre Zusammenkünfte, wir zwingen die Leute zu einer Auszeit, wir sind anstrengend – und trotz allem hat man uns beide irgendwie gern.


Und nun frage ich euch: War das lesenswert oder lesenswert?

Die Finger verbrannt

Wenn man bedenkt, wie wichtig dieses Thema für die Zukunft der Menschheit ist, wäre etwas mehr Sorgfalt beim Setzen des Titels seitens der Tagi Redaktion durchaus angebracht gewesen.

Tages-Anzeiger vom 4.7.2013

Pilzli draa

Im Tages-Anzeiger wird jeden Tag auf der letzten Seite des zweiten Bundes ein Rezept veröffentlicht. Regelmässig muss ich mich über unpassende Kreationen ärgern. Kürzlich wurde ein Rezept mit einem Kilo „sonnengereiften Tomaten“ veröffentlicht. Im März! Ich war schon oft kurz davor, meinen Ärger Kund zu tun, habe es aber dann doch bleiben lassen. Dürfte eh nicht viel nützen.

Das nachfolgende Rezept habe ich auch aus dem Tagi. Die Steinpilzchüechli schmecken einfach göttlich.

Und wer – im Gegensatz zu Familie Flohnmobil – nicht eine halbe Gefrierer-Schublade voller Steinpilze hat, die weg müssen, bevor es im Wald wieder spriesst, kann das Rezept ebenso gut mit Austernseitlingen oder langweiligen Champignons machen.

Fata Morgana

Im gestrigen Tages-Anzeiger wurde das folgende Bild veröffentlicht:

Bei Temperaturen bis 45 Grad Celsius haben die Behörden in Spanien die höchste Alarmstufe ausgerufen. Diese Kinder suchten Abkühlung in einem Fluss bei Pamplona im Norden des Landes.

Da fragt sich eine mit durchschnittlicher Optik und Intelligenz ausgestattete Leserin, wo bitte auf diesem Bild denn das abkühlende Wasser sein soll.

Geburtsstunde einer Bonsai-Journalistin

Genau heute vor vier Jahren wurde mein erster Zeitungsartikel veröffentlicht. Rückblickend muss ich sagen, dass die Blattmacherin eine gehörige Portion Zuversicht an den Tag gelegt hatte, mir ausgerechnet jenen Schreibauftrag zu erteilen. Es handelte sich nämlich um eine ganz spezielle Form der Berichterstattung, die an einem genau definierten Platz in der Zeitung und genau am Montag, 19. Februar 2006 erscheinen musste. Hätte ich einen unbrauchbaren Text abgeliefert, hätten die auf der Redaktion ein Problem gehabt und ich wohl nie mehr die Gelegenheit, für den Tages-Anzeiger zu schreiben.

Ich hatte den Auftrag gefasst, mich am Samstag einer Wandergruppe anzuschliessen, mit den Leuten zu plaudern und bis am Sonntag 12.00 meine 3’000 Zeichen abzuliefern. Was war ich aufgeregt! Ob ich die Gruppe am vereinbarten Ort überhaupt treffen würde? Ob mir im entscheidenden Moment die richtigen Fragen einfallen würden?

Alles lief glatt. Das illustre Grüppchen fand es ziemlich speziell, dass ich meine Premiere hatte und sie meine Versuchskaninchen waren. Als die Leute gemerkt hatten, dass ich ein ganz normaler Mensch bin, legten sie ihre Zurückhaltung vor der „Reporterin“ ab und ich wurde ein Teil von ihnen. Sie luden mich sogar ein, wieder einmal mitzukommen. Als Privatfrau.

An jenem Abend hatte ich daheim vorsorglich ein schnelles Essen eingeplant. Ein Käsefondue ist innert Minuten auf dem Tisch, passte in die Jahreszeit und sättigt nachhaltig. Ich hatte ja keine Ahnung, wie lange mich diese 3’000 Zeichen (was etwas weniger als dem Umfang dieses Blog-Beitrags entspricht) beschäftigen würden. Immer und immer wieder las ich meinen Text durch, bevor ich ihn am Sonntag schliesslich abschickte. Am nächsten Tag wäre ich am liebsten der Zeitungsverträgerin entgegen gerannt. Ich hielt die Spannung kaum noch aus, als ich den Tagi aus dem Briefkasten nahm. Da war er also – mein erster Zeitungsartikel! Ich war mächtig stolz.

Seither habe ich über 300 Artikel und Artikelchen geschrieben. Zugegeben, die meisten davon waren eher seichter Natur. Nichts desto trotz war der morgendliche Blick in die Zeitung immer mit einer gewissen Spannung verbunden, denn nebst den vereinbarten Aufträgen schickte ich häufig Kolumnen und Glossen ein, die zu einem beliebigen Zeitpunkt erscheinen konnten. Es bestand also jederzeit die Möglichkeit, dass etwas von mir in der Zeitung stand.

Seit der Auflösung der Regionalredaktionen im vergangenen November kocht meine journalistische Karriere auf Sparflamme. Damit mein Schreib-Gen nicht verkümmert, habe ich in diesen Blog eröffnet. Das bringt zwar keine Kohle ein, aber der Spassfaktor ist enorm. Und die stetig wachsenden Leserzahlen zeigen mir, dass ich nicht gänzlich in den luftleeren Raum hinaus schreibe. Ein kleines Bisschen eitel ist man ja schliesslich schon.

Ein klärendes Wort zum Titel dieses Beitrags. Mit „Bonsai-Journalistin“ wollte ich nicht suggerieren, dass ich mich auf diese frisierten Zwergbäumchen spezialisiert habe (obschon ich auch einmal darüber geschrieben habe und überhaupt sehr häufig Natur-Themen anpackte), sondern den Umfang meiner journalistischen Tätigkeiten zum Ausdruck bringen. Punkt.

Zeitung auf Abwegen

Es gibt aus der Sicht eines Zeitungslesers nicht nur Negatives über die Zeitung selber zu berichten. Für einmal soll hier weder vom geschrumpften Lokalteil noch von der absolut überflüssigen Montags-Beilage in Englisch die Rede sein. Auch nicht über einseitige Berichterstattung oder aufgewärmte Agenturmeldungen.

Nein, an dieser Stelle möchte ich offen und ehrlich meine Bewunderung für die Logistik der Zustellung aussprechen. Mein Dank gilt insbesondere den Zustellerinnen (meist sind es meines Wissens tatsächlich Frauen), die bei Wind und Wetter dafür besorgt sind, dass ich morgens meine Zeitung aus dem Briefkasten fischen kann. Ich wage mir nicht einmal vorzustellen, wie es sein muss, dieser Tage in aller Herrgottsfrühe die Zeitungen zu vertragen.

Im Weiteren gilt mein Dankeschön an die Leute des Abo-Service des Tages-Anzeigers, die mir knapp zwei Wochen lang meine Zeitung ans Ferien-Domizil zugestellt haben. Nicht nur das, man hat meine mehrfachen Abänderungen in Bezug auf die Feriendauer zuverlässig umgesetzt. *

Selbstverständlich? Nichts anderes erwartet, schliesslich zahlt man ja dafür?
Wer das glaubt, ist ein verwöhnter Sack!

* Kleingedrucktes:
Das war bei früheren Umleitungen nicht immer der Fall.