Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Lobend erwähnt

Ich hatte ihm zum Abschluss des Gesprächs beim Händeschütteln gesagt, ich würde ihn lobend erwähnen. Und das mache ich nun.

Nach meiner Autopanne mit der blockierten Vorderradbremse (wer sich nicht erinnert, kann gerne HIER nachlesen), fuhr ich bei nächstmöglicher Gelegenheit zu meinem Garagisten, der vor zwei Monaten einen umfassenden Service an meinem Auto durchgeführt hatte, inklusive Bremsbeläge und Bremsscheiben ersetzen.

Er hörte mir zu, als ich ihm den Vorfall schilderte, holte dann zu einer kurzen Erklärung aus, nahm alle Schuld auf sich und öffnete ohne Zögern die Kasse, um mir die 117 Franken, die mich der Spass gekostet hatte, zurückzubezahlen.

So hatte ich mir das vorgestellt. Dass ich so reibungslos zu meinem Geld kommen würde, hat mich dennoch überrascht. Wahrscheinlich habe ich nun einen Eintrag in meinem Kundendossier: “Frau Flohnmobil will nicht nur ein Auto, dessen Bremsen tadellos funktionieren, sondern sie hat auch noch ziemlich viel Haare auf den Zähnen!”

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Teilamputiert

Bis vor kurzem wusste ich noch nicht, worüber ich heute bloggen sollte.

Über Marseille? Zu lange her. War schön, aber wird hier nicht detailliert zerpflückt.

Über den Fahrstil der Franzosen? Ihre Liebe zu doppelspurigen Kreiseln? Darüber habe ich bestimmt vor Jahren schon mal geschrieben.

Über das Wetter? Geht immer, im Moment ist aber der Himmel derart monoton blau, dass ich niemandem daheim den Speck durch den Mund ziehen will.

Über die Essenzeiten der Franzosen? Nun, das würde passen, habe ich es doch gerade diesen Zeiten zu verdanken, dass mir noch genügend derselben bleibt, um diese Zeilen vor dem Nachtessen zu veröffentlichen.

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Nun hat mir aber einmal mehr der Zufall ein Thema zugespielt. Eines, über das ich eigentlich gar nicht berichten möchte. Denn…

… mein Handy ist futsch. Oder zumindest so futsch, dass der Bildschirm schwarz bleibt. Im Inneren scheint sich noch etwas zu regen. Bereits habe ich die diversen Handy-Chirurgen gegoogelt, damit ich nach meiner Rückkehr aus Frankreich eine Handy-Notfallstation ansteuern kann. Momentan fühle ich mich grad etwas unvollständig. Eigentlich grässlich, was die Technik mit uns gemacht hat.

Hat jemand einen guten Tipp, wo ich mein bald vierjähriges Samsung Galaxy S4 mini reparieren lassen soll? Und nein, ich bin grad nicht aufgelegt, ein neues Telefon anzuschaffen.

Pflästerli-Politik

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Wetten, dass bei uns ein solches Auto schwuppdibupp aus dem Verkehr gezogen würde?

Öfters mal Panne (34)

… oder: geschüttelt und gerührt

Nach dem Befahren der Gibb River Road (das denkwürdige Ereignis habe ich in der letzten Folge der Pannenserie beschrieben) waren nicht nur mein innig geliebter Mitreisender und ich heilfroh, wieder festen – sprich asphaltierten – Boden unter den Füssen zu haben. Für unser Fahrzeug muss das gleichermassen gegolten haben. Die offensichtlichste Folge des Offroad-Abenteuers: Die beiden Zusatz-Scheinwerfer hatten sich irgendwann verabschiedet. Diese zu ersetzen war eine kleine Sache, die der Mitreisende selber ausführen konnte. Da praktisch jedes australische Fahrzeug über Zusatz-Scheinwerfer verfügt, werden diese auch in jedem Auto-Zubehör-Shop angeboten. Wer in Australien mit nur einem Paar zusätzlicher Funzeln am Auto herumfährt, riskiert als Rappenspalter angeschaut zu werden. Selbst an PWs ist ein halbes Dutzend Leuchten nichts Aufsehen erregendes.

Bild: xenonoz.com

Als weitaus gravierender als die fehlenden Funzeln erwies sich, dass die Klimaanlagen nach dem Gerumpel über die 600 km lange Piste den Geist aufgegeben hatten. Die nächste Stadt an unserer Route war Broome im Nordwesten Australiens. Die Küstenstadt ist unter anderem bekannt für Perlenzucht und verfügt über einen endlos langen Nacktbadestrand. Beides nahmen wir mit schwachem Interesse zur Kenntnis, als wir uns nach einer Reparaturwerkstätte für Klimaanlagen durchfragten. Die Dach-Klimaanlage hatte – nicht zum ersten Mal – einen Rohrbruch zu beklagen. Ein Kupferröhrchen war gebrochen. Dieses konnte der flinke Mechaniker im Handumdrehen wieder anlöten.

Etwas delikater gestaltete sich die Reparatur der Fahrerhaus-Klimaanlage. Das Leck ortete der Mechaniker relativ rasch bei einer losen Überwurfmutter. Diese hätte er lediglich anziehen müssen, dann Kühlmittel einfüllen und schon wäre die Klimaanlage wieder flott gewesen. Der Zugang zur besagten Stelle im Motor erwies sich aber als sehr schwierig. Und zwar deshalb, weil unser Fahrzeug im Grunde genommen ein Kleinlastwagen mit aufklappbarer Führerkabine war, dem man einen Wohnmobil-Aufbau verpasst hatte. Und wegen diesem mobilen Gartenhäuschen war die Kabine eben nicht mehr klappbar und somit der direkte Zugang zu den Eingeweiden des Fahrzeugs verwehrt.

Die Reparatur wurde deshalb zur Nervenprobe, denn selbst mit den spitzesten Fingern kam der Mechaniker von unten nicht an die Überwurfmutter heran. Erst als der Mitreisende aus seinem eigenen Fundus einen Gabelschlüssel zur Verfügung stellte, der kurzerhand gekürzt wurde, kam Schwung in die Angelegenheit. Ein paar wenige Umdrehungen und der Kompressor war wieder dicht.

Die ganze Reparatur, bei der der Mitreisende nach Kräften mithalf, hatte drei Stunden gedauert und 305 AUD und einen Gabelschlüssel gekostet. Da es bereits dunkel war und wir keine Lust hatten, im Finstern einen Übernachtungsplatz zu suchen, blieben wir kurzerhand auf einem Lagerplatz bei der Reparaturwerkstätte stehen. Sicherlich nicht der lauschigste Platz Australiens, aber in Anbetracht der Umstände leidlich praktisch.

Nach diesen Ereignissen waren wir endgültig von dirt roads, wie die Schotterpisten in Australien verharmlosend heissen, geheilt. Und nur so am Rande: Ein Wohnmobil europäischer Bauweise hätte nach einer solchen Fahrt weitaus schwerwiegendere Schäden beklagen müssen.