Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Brot für Brüder

Mein innig geliebter Mitbewohner und mich zieht es ab und zu in die Berge. So auch vergangene Woche.

Und wie das so ist, wenn man sich den ganzen Tag an der frischen Luft aufhält, befällt einem ab und an ein Gefühl des Hungers. Dieses versuchten wir zu tilgen, was uns zwar einigermassen gelang, aber nicht ganz ohne Unstimmigkeiten unsererseits über die Bühne ging. Deshalb setzte ich mich an den PC und schrieb folgendes Mail an den Wirt:

Grüezi mitenand

Wir waren gestern in den Flumserbergen Ski fahren. Als wir kurz nach 12.30 Uhr ein Restaurant fürs Mittagessen ansteuerten, wunderten wir uns, weshalb die Terrasse auf dem Maschgenkamm mitten in der Hochsaison beim perfektesten Skiwetter, das man sich vorstellen kann, nicht auch so gestossen voll war, wie beispielsweise das Panüöl oder am Prodkamm. Im Gegenteil, es gab noch viele leere Tische. Wir fanden es bald heraus: Man hatte uns eine versalzene Gerstensuppe verkauft und für zwei hauchdünne Scheibchen Brot fünfzig Rappen extra verlangt.

Wir können durchaus nachvollziehen, warum Sie nicht nach Belieben Brot zur Verfügung stellen, denn es wird immer Gäste geben, die zu einer Bouillon fünf Scheiben Brot einheimsen. Aber unter dem einen Stück Brot, das im Preis der Suppe inbegriffen ist, stellen wir uns weiss Gott nicht nur eine angetrocknete Scheibe von einem Zentimeter Dicke vor!

Wie offenbar schon viele Gäste vor uns werden auch wir unsere Lehren ziehen und Ihr Lokal künftig meiden.

Mit freundlichen Grüssen
Herr und Frau Flohnmobil

Es dauerte keine 24 Stunden, schon flatterte eine Antwort in meinen Briefkasten.

Guten Abend

Es freut uns dass sie den Flumserberg besucht haben.

Dass sie bei uns eine versalzene Gerstensuppe erhalten haben tut uns sehr leid. Leider haben sie uns nicht vor Ort die Möglichkeit gegeben unseren Fehler wieder gut zu machen, sodass uns im Nachhinein nichts anders bleibt als uns bei ihnen zu entschuldigen.

Mit freundlichen Berggrüssen

Lars Zischg

Dass ich die versalzene Suppe nicht im Nachhinein reklamieren muss, ist mir sehr wohl bewusst. Aber ich verspürte wirklich wenig Lust, mit den Skischuhen nochmals ans Buffet zurück zu gehen. Auf die Sache mit dem Brot wird nicht eingegangen. Wie ich schon geschrieben habe, wir haben unsere Konsequenzen gezogen!

Bin ich so kleinlich, mittlerweile gar etwas realitätsfremd, wenn ich mich über ein Stückchen Brot aufrege, das meiner Meinung nach symptomatisch für die Schweizer Tourismusbranche ist?

quittung

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