Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Markt

Ländlich sittlich in Frankreich

DSC00367

Ein Schnappschuss vom Markt in Lavaur.

Es wurden in jener Ecke nicht nur Eier, sondern auch diverse lebende Vögel (Enten, Gänse, Perlhühner, Hühner, Zebrafinken) verkauft. Auch Hunde, Hamster und Meerschweinchen.

Was ich nicht weiss: Wurden die zwei Hühner zum Eier legen gekauft oder landeten sie in der Pfanne?

Beschildert geschildert (58)

Meine Entdeckung auf dem Markt von Apt:

DSC09250

Na, welches Schild gefällt euch am besten?

Mein Favorit ist ganz klar der Place de l’Apéro.

Santé!

Und, was gibt’s schon alles?

Wir waren heute auf dem Markt. Nur ein kleiner Bauernmarkt, der der Versorgung der Bevölkerung dient und keinerlei touristische Hintergedanken und deshalb auch keine überrissenen Preise hat.

Das Angebot war sehr überschaubar, da die Handvoll Standbetreiber nur anboten, was gerade wächst oder allenfalls noch in den Lagerräumen vorhanden ist. An frischen Produkten gab’s Erdbeeren, Salate, Radieschen, Saubohnen, Kräuter, Setzlinge, Blumen und irgend so ein komisches Gestrüpp, das ich nicht kenne und die Franzosen mit Begeisterung einkauften. An Eingelagertem wurden Zwiebeln, Lauch, Chabis, Wein und Zeugs in Gläsern angeboten. Ausserdem einen Stand mit Fleisch und Poulets vom Grill, die schon lange bevor der Markt endete, ausgeflogen waren.

Während zu Hause auf unserem Sitzplatz vermutlich demnächst Schwäne brüten werden, konnten wir bei strahlendem Sonnenschein anschliessend einen Kaffee geniessen.

DSC09128

Ich habe uns Erdbeeren und Spargeln gekauft. Und für zwei Euro ein kleines, unscheinbares Gewächs. Dieses werde ich nun nach allen Regeln der Kunst hätscheln, damit es dereinst mal ein veritabler Basilikum, pardon Basilic marseillaise, wird.

DSC09137

Das Elend mit dem triumphalen Gemüse

Gestern habe ich im Fernsehen eine Sendung gesehen, die unter dem Titel „Triumph der Tomate“ so vieles bestätigt hat, das ich lange schon wusste. Leider nicht nur Positives wie die Tatsache, dass sich in einer Tomate mehrere hundert Aromen vereinen, oder dass die Tomate vor 500 Jahren von den Entdeckern aus Peru nach Europa gebracht wurde.

Leider wissen hierzulande die Wenigsten, wie gut eine Tomate überhaupt schmecken kann. Wenn man Tomaten nur im Supermarkt kauft, erinnert bestenfalls die Farbe an die ursprüngliche Gemüsefrucht.

Die Landwirtschaft musste nachziehen und das Gemüse, das weltweit unter den fünf beliebtesten Arten rangiert, industriell fertigen. Das führt so weit, dass eine einzige im Gewächshaus auf Substrat kultivierte Tomatenpflanze bis zu sechs Meter hoch wird und an die 80 Kilo Früchte trägt. Wie soll da eine Tomate noch nach Tomate schmecken?

Den Gipfel der Dekadenz erlebten wir in Süditalien. Auf unserem Weg zu einem Supermarkt, wo wir uns für ein paar Tage mit Lebensmitteln eindecken wollten, fuhren wir kilometerlang an Tomatenfeldern vorbei. Überall leuchtete es rot aus den Blättern heraus. Und im Supermarkt? Dort wurden standardisierte, über Wochen haltbare Hors-Sol-Tomaten aus Holland angeboten!!!

Ich kaufe schon lange keine Tomaten mehr im Supermarkt. Wenn schon, dann auf dem Markt. Und am liebsten natürlich irgendwo im Süden, wo das Gemüse unter freiem Himmel kultiviert wird. Und auch dort nur im Sommer. Das wäre eigentlich jetzt.

Der Film, den ich erwähnt habe, kann ich allen Tomatenliebhabern wärmstens empfehlen. Er wird nochmals ausgestrahlt. Guckt mal hier.

Frisch von der Scholle

Ich habe es hier bestimmt schon mal erwähnt. Aber egal, es gilt noch immer: Ich gehe für mein Leben gerne auf Märkte. Das quirlige Treiben, die Stände mit all den Leckereien. Erntefrisches Gemüse, Fisch, Eingemachtes, Honig, Wurstwaren, Oliven, Kleider, Gewürze, Körbe, Lederwaren, Schmuck. Ich schau einfach gerne hin. Kaufen tue ich nur selten etwas, das nicht essbar ist. Das hat wohl den Grund, dass das mit dem Anprobieren auf einem Markt etwas umständlich, wenn nicht gar unmöglich ist.

Bei frischem Obst und Gemüse dagegen, da kann ich mich kaum zurückhalten und bin akut gefährdet, mehr einzukaufen, als mein innig geliebter Mitbewohner und ich vernünftigerweise verwerten können. Hier in der Provence gibt es Bauernmärkte, die bieten nur das an, was die Scholle gerade hergibt. Also nichts Zugekauftes, nur damit das Angebot vollständig ist. Eine kleine Aufzählung dessen, was derzeit feilgeboten wird:

Kirschen, Erdbeeren, Pfirsiche, Cavaillon-Melonen (kein Wunder, Cavaillon ist ja nicht weit von hier…), Aprikosen.

Kefen, Salatköpfe, Radieschen, Spargel, Coeur-de-Boeuf Tomaten, Krautstiel, Mangold, Saubohnen, Zucchini, Kohlrabi, Knoblauch, Buschbohnen, Kartoffeln, Randen, Erbsen, Kräuter.

Daneben gibt es auch noch Stände, an denen Eier, Brote, Wein, Honig, Schaf- und Ziegenkäse (Kühe sucht der Schweizer hier vergebens), Olivenöl, Blumen- und Gemüsesetzlinge verkauft werden. Was allerdings der Fischstand, den wir heute auf dem Wochenmarkt angetroffen hatten, hier streng rechtlich betrachtet zu suchen hatte, bleibt mir ein Rätsel. Am Luberon gibt es keine permanenten Gewässer. Sieht man mal von den Swimming-Pools ab, die bei praktisch jedem Haus zu finden sind.

Handy in der Waschmaschine

Kennt ihr die Pflegeetiketten auf den Kleidern? Also diese Dinger, die meist an so unmöglichen Orten angebracht sind, dass sie kratzen. Die mit den Symbölchen für Wasch- und Bügeltemperatur, Hinweisen fürs chemisch Reinigen etc. Offenbar weiss ein Grossteil der waschenden Bevölkerung nicht (mehr), was die auf den Etiketten abgebildeten Symbole überhaupt bedeuten. Das schreit selbstverständlich nach Gegenmassnahmen. Und diese werden offenbar demnächst in Form von QR-Codes, die die Symbole ergänzen, die waschende Mehrheit Menschheit retten.

Das dürfte dann etwa so ablaufen:
Code des Handtuchs scannen. Aha, bis 60 Grad, Schleudern bei max. 1’200 Touren, kein Bleichmittel, Bügeln bei Stufe drei. à Haufen rechts.
Code der Jeans scannen. Max. 40 Grad, nur mit dunklen Farben waschen, vor dem Waschen umdrehen, Schleudern bei 1’000 Touren, kein Bleichmittel, Bügeln nach Bedarf mit Dampf auf Stufe drei. à Haufen Mitte.
Code des luftigen Blüsleins ans Smartphone. 30°C, schonender Prozess, Feinwäsche, Wäschemenge reduzieren, Trommel höchstens bis zur Hälfte füllen, wegen Knittergefahr nicht oder nur kurz schleudern, keine Bleichmittel, Bügeln auf niedrigster Stufe. à Haufen links.

So wird endlich das Waschen wieder mehr Spass machen und obendrein allfällige Langeweile vertreiben, weil sich das Scannen und Lesen der Informationen auf dem geliebten Bildschirmchen herrlich in die Länge ziehen wird.

Die heute geltenden Pflegesymbole wurden, so habe ich heute im Radio gehört, vor einem halben Jahrhundert ins Leben gerufen. Als ich etliche Jahre später die Rüebli-RS besuchte, wo man „Töchtern“ wie mir das Haushalten, Waschen, Kochen, Putzen beizubringen versuchte, waren diese Symbole etabliert und wurden uns eingetrichtert. Ich mute mir auch mehr als dreissig Jahre später noch zu, eine Maschine Wäsche zu starten, ohne fremde Hilfe beiziehen zu müssen. Dass ich in der Zukunft jede einzelne Pflegeetikette sicherheitshalber zuerst mit dem Smartphone (das ich übrigens gar nicht habe und bestimmt ausgerechnet wegen der Wäsche nicht zulegen werde!!!) einscanne, ist daher sehr, sehr unwahrscheinlich.

Wer sich aber vorsichtshalber schon mal informieren will, was seinen zukünftigen Klamotten bevorsteht, klicke HIER.

(Damit wäre auch noch dem heutigen Tag der Feststelltaste (!!!Hilfe!!!) Rechnung getragen und Messerschaf für ihren überaus wertvollen Beitrag gedankt.)

Wer wie ich auch noch Freude am undigitalisierten Leben empfindet, dem sei beispielsweise der Besuch eines analogen Marktes in Frankreich empfohlen.

Mit den Hühnern nach Chichicastenango

Chichi-wieviel? Ich wusste auch nicht, dass es diesen Ort gibt und bedurfte einiger Anläufe, bis ich das Wort in einem Zug und fehlerfrei aussprechen konnte.

Unseren Camper hatten wir an einem sicheren Ort auf einem Privatgrundstück am Atitlan-See abgestellt und fuhren mit dem Bus nach Chichi. Die abenteuerliche Busfahrt führte über steile, kurvige Strassen und durch enge Dörfer. Sie entsprach in allen Belangen dem Klischee. Waghalsige Manöver, Passagiere auf dem Trittbrett, notdürftig angebrachtes Gepäck auf dem Dach, das der Beifahrer jeweils schon vor dem nächsten Halt loszubinden begann. Und natürlich mehrere „Gott-sei-mit-uns“-Kleber und Wimpel. Die brauchte es tatsächlich, wenn der Fahrer über dem Steuerrad so richtig in die Kurven lag, während der Beifahrer kräftig an der Hupe zog.

Chichicastenango liegt im Hochland Guatemalas und zweimal wöchentlich findet dort der angeblich grösste Markt Zentralamerikas statt (so berichtet jedenfalls Wikipedia). Mit Sicherheit ist der Markt einer der grössten und der bekannteste Guatemalas. Im bedrohlich engen Gewimmel werden an hunderten von Ständen nebst Früchten und Gemüsen bunte Tücher, Lederwaren, farbenfrohe Kleider, Schmuck und Handwerk angeboten. Die fliegenden Strassenverkäuferinnen (tatsächlich scheint diese Aufgabe in Guatemala dem weiblchen Geschlecht vorbehalten zu sein) sind beim Anpreisen ihrer Ware sehr hartnäckig. So verfolgte uns die ca. 12-jährige Maria eine geschlagene Stunde lang, um ihre grobgeschnitzten Holztiere für 10 Quetzales (keine Ahnung mehr, wie viel das umgerechnet war, vermutlich kaum mehr als ein US$) schlussendlich doch noch an den Mann zu bringen. In Guatemala wie in Mexico zahlt man auf den Märkten keine Festpreise, sondern die ausgefeilschte Summe. Selbstredend, dass wir als Gringos immer viel zu viel hinblätterten.

Mitten im Marktgelände steht eine Kirche, die die Mayas zur Zelebrierung ihres mit dem Katholizismus vermischten Glaubens besuchen. Zu brennenden Kerzen schütten sie Blumenblätter, die sie mit Säften begiessen. Am Eingang werden die bösen Geister durch das Schwingen eines rauchenden Kessels ferngehalten.

In den Gassenküchen wird mit einfachsten Mitteln gekocht. Nicht alles, was in den Töpfen schmort, entspricht unserer Vorstellung von Essen.

Weil der Markt auch Touristen anzieht – und diese schnell und unschwer als solche auszumachen sind – versuchen die Einheimischen mit Liedern und anderen Darbietungen ihr bescheidenes Einkommen aufzubessern. Diese Familie leierte mit einfachen Instrumenten ihr Endloslied herunter. Wir konnten sie lange vom Balkon eines Restaurants aus beobachten.

Im Nachhinein betrachtet, war der Besuch des Marktes ein Highlight unserer Mittelamerika-Reise, die uns fünf Monate lang mit dem Camper durch Mexiko und Guatemala führte. Da die Kriminalitätsrate in Guatemala sehr hoch ist und das EDA zu grosser Vorsicht mahnt, würde ich wohl heutzutage nicht mehr auf eigene Faust das Land bereisen.

For Chicken only

Dieses Bild widme ich mit seiner geschmalzten Kalorienpracht exklusiv der Wilden Henne.

Mögen ihr die Inspirationen für die nächste Berner Platte und alle weiteren kulinarischen Höhenflüge nie ausgehen!

Die Beschaffung der abgebildeten Würste und Sauschnörrli dürfte allerdings nicht ganz einfach sein. Das Bild habe ich auf dem Markt in Split/Kroatien geschossen.

Markttag

Wenn ich in einem Ort bin, wo gerade Markt abgehalten wird, muss ich einfach hin. Auch wenn ich von den feil gebotenen Sachen nur Essbares kaufe, lasse ich mir die spezielle Stimmung nur ungern entgehen.

Es ist erstaunlich, wie sich kleine, vermeintlich abgelegene Ort am Markttag in pulsierende „Wirtschaftsmetropolen“ verwandeln. Aus aller Herren Länder scheinen die Verkäufer angekarrt zu kommen.

Das Angebot reicht von gartenfrischem Obst und Gemüse zu Fleisch, Geflügel, Käse, Fisch, Wurstwaren, Honig, Wein, Brot und Gebäck. Und an einer oder mehreren Ecken wird bestimmt etwas gekocht, damit die Sache mit dem Mittagessen auch gleich geritzt wäre.

Nur Essen und Trinken? Weit gefehlt! Reizwäsche, Schürzen, Matratzen Schuhe, Lederwaren, Kitsch, Jeans, Hüte. Es gibt nichts, was es auf einem grossen französischen Markt nicht gäbe und an Ständen oder auch mitten auf der Strasse angeboten würde.

Schaut selbst rein. Das Angebot reicht von verlockend bis …. na ja, Kleider sind bekanntlich Geschmackssache.

Diese Diashow benötigt JavaScript.