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Schlagwort-Archiv: Küchenkräuter

Pflanzen Sie jetzt noch keinen Basilikum!

Dieser Titel gehörte zu einer Garten-Kolumne, die es gestern in meiner Tageszeitung zu lesen gab. Die Autorin widmete sich zwar vorwiegend anderen gärtnerischen Themen, sprach jedoch am Schluss des Textes eine besserwisserische Warnung aus, es sei noch zu früh für Basilikum.

Dem muss ich jetzt mal ganz klar widersprechen. Gut gehegt und gepflegt wird so ein Basilikum die nächsten Wochen, die möglicherweise nicht mehr so derart sonnig und warm sein werden, wie die vergangene, überstehen.

Ich jedenfalls habe mir einen Basilikum gekauft. Und dieser wird nun in altbekannter Manier am Morgen durch die Wohnung getragen und vors sonnige Schlafzimmer-Fenster gestellt und am Nachmittag wieder zurück vors Wohnzimmer. Die Nächte wird er selbstverständlich unter meiner Bettdecke in der warmen Stube verbringen.

Sollte dieses Procedere wider erwarten keinen Erfolg bringen, so habe ich doch immerhin die Gewissheit, dass ich 1. bereits Basilikum ernten konnte und es mir 2. garantiert gelungen ist, meine Nachbarin zu ärgern.

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Kräutergarten für Anfänger und Grossverdiener

Als ich am letzten folgenschweren Freitag Abend mit dem Zug nach Zürich fuhr, nahm ich mir ein Gratis-Magazin aus der Zeitungs-Box. Beim Durchblättern (zu lesen gibt es darin ja nicht wirklich etwas) erkannte ich nicht ohne Selbstironie, dass ich diesem 20 Minuten Friday wohl etwas entwachsen bin.

Nichts desto trotz, es gab etwas, das meine Aufmerksamkeit erregte:

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Und der Text dazu: Dank der Tageslichtlampe und der automatischen Wasserpumpe des Plantui 6 Smart Garden, einer Art Mini-Gewächshaus, überlebt das Kräutergärtli auch deine Sommerferien.

Damals im Zug begann ich mal kurz hochzurechnen, wie viele Mal man seine Kräuter verdorren und durch neue ersetzen kann, bis man den bescheidenen Obolus von Fr. 289.- reingeholt hat. Mittlerweile gehen meine Gedanken in eine andere Richtung. Nach dem kürzlichen Desaster in meinem Kräutergarten frage ich mich, welcher Grösse von Hagelkörnern das Ufo-Gewächshaus zu widerstehen vermag.

Trotzdem neugierig geworden? Hier geht’s zur entsprechenden Website von Galaxus.

Mein liebstes Grün

Ein Sommer ohne Kräuter – das geht gar nicht! Ich brenne im Frühling geradezu danach, endlich wieder Küchenkräuter ernten zu können und nicht jedes Stängelchen Schnittlauch einzeln kaufen zu müssen. Ich koche viel und gerne mit Kräuter. Sie verleihen dem Essen Pfiff, verpassen ihm den letzten Schliff und gehören bei gewissen Gerichten ganz einfach dazu.

In meinem Kräutergarten (Garten ist vielleicht etwas übertrieben, aber ein Balkon ist es eben auch nicht) spriesst so manches Kraut. Und manches Kraut spriesst schon längere Zeit. Wie zum Beispiel der Schnittlauch. Seine Röhren sind nach über 15 Jahren alles andere als zierlich. Trotzdem oder gerade deswegen ist er ziemlich schwach auf der Brust und knickt schnell um.

Links neben dem Schnittlauch folgen Thymian  und der zweifarbige Zitronenthymian. Während Thymian sein Aroma erst beim Kochen richtig entfaltet, streue ich seinen sauren Bruder mit Vorliebe in Kräuterquark, über Salate, fertig gekochten Reis oder Fisch.

Aus dem Vorjahr stammt der Rosmarin. Ebenso der Salbei, der für meine Begriffe zu sehr wuchert und unmittelbar nach dieser Aufnahme mit der Schere zum wiederholten Male in die Schranken gewiesen wurde. Grundsätzlich erhalten diese zwei Kräuter bei mir zu viel Wasser, aber ich kann bzw. will sie nicht separat einpflanzen. Ihre wild wachsenden Verwandten in der Provence müssen mit einem Bruchteil an Wasser auskommen und fallen entsprechend kleiner, dafür aromatischer aus.

Links neben dem Salbei steht mein Geheimtipp: Schnittknoblauch. Definitiv nichts für Knoblauch-Verächter kommt er bei mir in fast jeden Salat und darf sein unverkennbares Aroma ungehemmt verbreiten. Die Pflanze mit den platten Blättern war vor Jahren wesentlich zierlicher. Da sie derart gut gedeiht, habe ich ihren Wurzelstock schon diverse Male geteilt und weiterverschenkt.

Nicht sichtbar, hinter dem Rosmarin, wuchert Bohnenkraut. Ich gestehe kleinmütig ein, dass ich es seinerzeit mit Thymian verwechselt habe und kaum Verwendung dafür habe. Es wächst wie wahnsinnig und leidet am gleichen Syndrom wie Rosmarin, Salbei und Thymian: viel zu viel Nass.

In den runden Töpfen gedeihen zwei Sorten Basilikum. Das linke habe ich diesen Frühling aus der Provence mitgebracht. Was für ein herrliches Kraut! Ich könnte es futtern wie eine Kuh Gras. Dank seinem Standort auf einem Gitter bleibt es vor Schnecken verschont. Nicht jedoch vor meiner Nachbarin, deren Wohnzimmerfenster sich unmittelbar darüber befindet. Sie moniert seit Jahren, ich hätte den schöneren Basilikum als sie. Das müsse am Standort liegen. Wäre ich nicht so ein schrecklich netter Mensch, hätte ich ihr schon lange mal gesagt, dass mein Basilikum auch an ihrem Standort gedeihen würde, bloss nicht mit ihrer Pflege.

Zu guter Letzt folgt noch die bewährte Petersilie in glatter und gekrauster Ausführung, auf Schweizerdeutsch Peterli genannt. Darüber gibt es nicht viele Worte zu verlieren. Ich habe es aufgegeben, sie direkt in die Erde pflanzen zu wollen. Mir scheint, im Topf gedeiht sie besser und ist weniger anfällig auf Läuse. Warum auch immer.

Wie sieht euer Kräutergarten aus? Ein kümmerliches Töpfchen Schnittlauch oder ein üppiges Beet mit je zehn Sorten Salbei und Minze? Erzählt doch mal!