Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Kommunikation

In Bearbeitung

Ich werde bearbeitet. Seit Wochen, Monaten, genau genommen sogar seit Jahren. Immer wieder. Und bis jetzt erfolglos.

„Hast du immer noch kein Motz-öpp?”

“Wir werden deinem neuen Handy schon Motz-öpp beibringen. Das kannst du getrost uns überlassen!”

“Mit Motz-öpp könnten wir so viel einfacher kommunizieren.”

“Es ist sooooo praktisch, wieso sträubst du dich immer noch gegen Motz-öpp?”

“Es kostet ja nichts.”

“Wenn du Motz-öpp hättest, hätten wir dir von unterwegs die Fotos von unserer Reise schicken können.”

“Warum hast du eigentlich kein Motz-öpp?”

 

Ja, wieso eigentlich?

Weil ich bis jetzt wirklich und problemlos ohne Whattsapp (ich weiss noch nicht mal, wie man das richtig schreibt…!) ausgekommen bin.

Weil ich mit meinem Handy-Tarif gratis SMS und MMS verschicken kann.

Weil ich nicht ständig online sein will.

Weil ich nicht will, dass mein Gegenüber weiss, wann ich das letzte mal online war und wann ich die Meldung gelesen habe.

Weil ich offenbar etwas rückständig bin.

Und weil mir keiner so genau sagen kann, was diese App mit meinem Handy und meinen Daten alles anrichtet und ich mich davor fürchte, mit Motz-öpp mein blaues Wunder zu erleben.

DSC02058

Advertisements

Gebannt

Da sassen wir und tranken unseren Kaffee. Unseren wohlverdienten Kaffee in der Wärme eines angeschriebenen Hauses. Dies nach einigen Skiabfahrten. Um uns herum etliche weitere Skifahrer mit ähnlichen Ambitionen.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schlürften den Kaffee, genossen die grandiose Szenerie, die die verschneite Bergwelt zu bieten hatte. Wir unterhielten uns über dieses und jenes. Schwiegen uns auch mal nur an. Uns war wohl dabei. Keine Langeweile.

Dann der entscheidende Moment: Der Mitbewohner begab sich an den Ort, wo auch der Kaiser von China alleine hin geht. Nun sass ich da. Ganz alleine inmitten der vielen Skifahrer hatte ich plötzlich Zeit, mein Umfeld etwas genauer zu mustern. Sie sassen zum Teil dicht gedrängt an den Tischen, zum Teil auch nur zu zweit. Allen war gemein, dass sie sich weder für ihr Gegenüber noch für die sie umgebende Bergwelt interessierten. Stattdessen starrten sie alle auf ihr Handy. Als ob das Skifahren dort über die Bühne gehen würde.

Ich konnte es nicht glauben. Erhob mich, überblickte die ganze skifahrerische Meute, die übrigens aus auffallend vielen reinen Männergruppen bestand. Ich hielt Ausschau nach jemandem, der NICHT im Banne seines Handys war. Es gab solche Leute. Sie waren spärlich. So spärlich wie die Schneeflocken, die ab und zu aus dem blau-grau-blauen Himmel fielen. Fassungslos musste ich – einmal mehr – zur Kenntnis nehmen, dass der heutige Mensch nicht mehr ohne sein Handy auskommt. Auch nicht beim Skifahren. Im Beisein seiner Freunde. Man sitzt zwar zusammen, aber jeder ist intensiv damit beschäftigt, seine digitalen Streicheleinheiten zu verteilen.

Nun warte ich nur noch darauf, dass ich auf der Piste jemanden überhole, der während der Fahrt grad ein SMS schreibt.

20141209_110225

Die mobile Welt

Internet unterwegs ist ja so eine Sache für sich. Es ist absolut nicht mein Ding, mich mit dem Notebook unter dem Arm in ein Café zu setzen und dort an einem Hotspot meine Mail abzurufen, geschweige denn (in neuerer Zeit) einen Blog-Beitrag zu veröffentlichen. Früher, also vor 10 Jahren auf der Amerika-Reise suchten wir jeweils im 14-Tage-Rhythmus eine Bibliothek auf, um unsere Mails abzurufen.

Mit meinem mobilen Surfstick habe ich zwar theoretisch überall Empfang, wo es ein Handynetz gibt. Aber die Praxis sieht dann oft so aus, dass das Netz sehr l-a-n-g-s-a-m ist. Da bin ich schon froh, wenn ich einen Blog-Beitrag innert nützlicher Frist veröffentlichen kann. An das Lesen anderer, „befreundeter“ Blogs geschweige denn an Kommentare abzugeben, ist schon gar nicht zu denken.

Dies bitte als Erklärung an alle die, die sich gewohnt sind, dass ich ab und zu meinen Senf in ihrem Blog abgebe.