Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Schlagwort-Archiv: Kakteensammlung

Oh Mamma mia!

Ist es nicht wahnsinnig, was so ein Kaktus hervorzubringen vermag?

Gestern waren es noch drei Blüten und heute – trotz ausgiebiger Beduschung über Nacht – haben sich fast zwanzig Blüten geöffnet. Der pure Wahnsinn! Und alles an einem einzigen, kaum faustgrossen Kaktus.

Diese Mammillaria longimamma macht mir wirklich Freude.

Vor drei Wochen sah der Kaktus übrigens noch wesentlich unspektakulärer aus (guckt hier). Aber er hat meine grossen Erwartungen nicht enttäuscht.   

20170616_133845-1[1]

Familienzuwachs

Im Bemühen, wieder mal einen Hauch von Normalität durch meinen Alltag wehen zu lassen, habe ich mich letzthin etwas intensiver mit meiner bescheidenen Kakteen-Sammlung beschäftigt.

Nachdem mir im vergangenen Winter zwei Kakteen eingegangen waren (darunter bedauernswerterweise der weitgereiste Känguru-Kaktus), wollte ich wieder etwas frisches Blut in die Kakteen-Vereinigung bringen. Und für solche Zwecke gibt es in meiner Gegend nur eine Adresse: Ha-Ka-Flor in Sirnach.

Überwältigend, was dort in den Treibhäusern wächst und zum Verkauf angeboten wird! Ich habe mich wirklich schwer getan mit der Auswahl. Letztendlich habe ich mich für vier Kakteen entschieden, die entweder besonders schöne Blüten, eine eigenwillige Form oder beides aufweisen. Voilà:

DSC02329

Von links nach rechts: Mamillaria occidentalis, Mamillaria spec toluca, Mamillaria longimamma, Pseudolobivia

Den grössten Kaktus habe ich bereits umgetopft, obschon es unter Experten als Todsünde gilt, Kakteen während der Blüte umzutopfen. Aber das Töpfchen war so winzig, dass der leicht schräg gewachsene Kaktus zu kippen drohte.

Nun werde ich die Neuzuzüger noch etwas hätscheln und bewundern, bevor ich sie aufs Gestell zu den alteingesessenen Bestachelten stelle.

Ein Besuch der Kakteen-Ausstellung in Sirnach kann allen empfohlen werden, die Freude an farbenfrohen Blüten im Allgemeinen und Kakteen im Besonderen haben. Selbst meine gänzlich Kaktus-unerfahrene Nachbarin, die mich begleitet hat, konnte der Versuchung nicht widerstehen und ist mit zwei Töpfen heimgekehrt.

Ha-Ka-Flor Sirnach

Die umgetopfte Schwiegermutter

Wir haben uns lange nach dem Grundsatz “leben und leben lassen” verhalten, meine Schwiegermutter und ich. Aber irgendwann ging es einfach nicht mehr. Ich musste eingreifen, konnte nicht mehr länger tatenlos zusehen, wie sie ins Verderben rannte. Von “rennen” konnte in ihrem Zustand zwar nicht direkt die Rede sein, vielmehr war es eine schleichende Verwandlung, die sie zusehends aus dem Gleichgewicht zu bringen drohte.

Also schritt ich wohl oder übel ein. Denn eine Schwiegermutter, die kopfüber stürzt ist noch schwerer zu ertragen, als eine Schwiegermutter, die sich mit aller Gewalt gegen Veränderungen wehrt.

Sie hat es – ganz im Gegenteil zu dem, was man sich unter dem Verhalten von Schwiegermüttern gemeinhin vorstellt – mit stoischer Ruhe ertragen. Natürlich hat sie sich etwas zur Wehr gesetzt, hat ihren ganzen kratzbürstigen Charme spielen lassen. Aber wir sind überein gekommen, dass es für sie das Beste war. Früher oder später wird auch sie zu dieser Einsicht gelangen. Bis es soweit ist, wird sie noch etwas schmollen in ihrem neuen Quartier.

DSC09562

Nun überwacht sie die Kakteen-Familie aus einem neuen, grösseren Topf. Durchaus zu ihrem Vorteil, finde ich.

DSC09563

Echinocactus grusonii (im Volksmund Schwiegermuttersessel genannt)