Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Bettwanzen!

Plötzlich begann es, das grosse Jucken. Und wie das so ist, wenn es jemanden plötzlich juckt, spürt man über kurz oder lang auch das Bedürfnis, sich zu kratzen. Und wenn es nur aus Sympathie ist.

“Es werden doch nicht etwa Bettwanzen sein?” Die Augen meiner Freundin waren vor Schreck weit geöffnet. Der Ekel stand ihr in riesigen Lettern ins Gesicht geschrieben. Eigentlich hätte es gepasst. Alter Kasten, zwar mit Charme, aber auch mit Untermietern. Ja, das hätte ich mir bei dem Hotel ausserhalb Nizzas durchaus vorstellen können. Ungeziefer, welcher Art auch immer, lässt sich je weiter südlich desto weniger aus dem Haus verbannen. Als dann noch ein weiterer Hotelgast fragte, ob wir auch so komische Einstiche auf der Haut hätten, war der Mist schon beinahe geführt. Wir googelten “Bettwanzen”. Und was wir da lasen, trug wenig zu unserer Beruhigung bei.

Was gegen Bettwanzen sprach, war die Tatsache, dass ich keine Einstiche hatte. Gingen die Viecher derart selektiv vor? Meine Freundin entdeckte zahlreiche schwarze Pünktchen in ihrem Bett. Bettwanzen-Kot oder doch nur Fiserli? An der Schwelle zu Hysterie hätte sie am liebsten das ganze Zimmer auf den Kopf gestellt. Im ringhörigen Etablissement wäre diese Aktion um diese Tages- bzw. Nachtzeit wohl nicht von allen Gästen goutiert worden.

Es wäre ohnehin zu spät gewesen. Die Viecher hätten sich in unserem Koffer eingenistet und wären als blinde Passagiere in die Schweiz eingereist. Wir hätten sie in unseren Wohnungen verteilt, wo sie sich zuerst ungehindert hätten vermehren können, bevor ein Kammerjäger ihnen in einer äusserst aufwändigen Aktion den Garaus gemacht hätte. Eine Vorstellung schlimmer als jeder Horror-Film!

Was mich betrifft, so hat nie etwas gejuckt. Auch von meiner Freundin sind keine Signale mehr zu mir gedrungen, die auf Wanzenbefall hinweisen würden. Dann müssen die Viecher, Flöhe oder was auch immer es war, vermutlich in den Liegestuhl-Polstern gehockt sein. Diese hatte ich, weil sie noch feucht waren, zur Seite gelegt und es mir als einzige der Gäste am Pool auf dem leeren, dafür etwas harten Liegestuhl bequem gemacht. Wie man sich bettet, so liegt man.

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