Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Nächtliche Geheimnisse

Sie lag neben mir. Ich wach, sie am schlafen in diesem fremden Bett in Colmar.

Sie, die mir in unseren ersten gemeinsamen Ferien gesagt hatte, ich schlafe sehr ruhig und läge manchmal im Bett wie eine Leiche, sie gab ein kleines Stöhnen von sich. Noch eins. Sie schien etwas zu träumen.

Ich spitzte meine Ohren. Vielleicht würde sie im Schlaf zu sprechen anfangen. Doch diesen Gefallen tat sie mir nicht; stattdessen drehte sie sich um und schlief weiter.

Am anderen Morgen erzählte ich ihr davon. Sie zeigte sich zuerst erstaunt, dass sie im Schlaf Töne von sich gegeben hatte, entgegnete dann aber voller Überzeugung: “Bea, da gibt es nicht mehr viel, was du von mir auf diese Weise noch erfahren könntest.”

Zwei Freundinnen schüttelten sich vor Lachen.

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Alltag auf Abwegen

Ich pflegte früher stets zu sagen, ich hätte nie Ferien, ich würde nur meinen Alltag an einem anderen Ort verbringen. Im Grunde genommen gilt diese Aussage noch immer, auch wenn der Alltag ein ganz anderer geworden ist.

Die ersten Ferien alleine. Ich hätte es nicht gekonnt. Aber die ersten Ferien zusammen mit einer lieben Freundin, das – so hoffte ich – würde mir den Übergang in mein neues Leben erleichtern.

Es ist ein spezielles Abenteuer, mit jemandem, den man vermeintlich gut, aber nur bei Tageslicht kennt, erstmals in die Ferien zu fahren. Meine Freundin hatte mir zwar schon früh, gewagt früh, gesagt, sie könnte sich sogar vorstellen, mit mir auf eine Weltreise zu gehen. Und das hatte sie verkündet, nachdem wir uns erst wenige Male gesehen, jedoch schon hunderte Male geschrieben hatten.

Nun sind wir also mitten in diesem neuen Abenteuer, zwar nicht auf einer Weltreise, jedoch immerhin so weit weg von daheim, dass ein Rückzug in die heimatlichen Gefilde mit einigem Aufwand verbunden wäre. Das Frauchen des Goldschätzchens, langjährigen Lesern dieses Blogs wird es allmählich bimmeln, hat uns eingeladen, einige Tage bei ihr im Nebenhaus zu wohnen.

Jawohl, richtig, wir sind in der Provence! Wir geniessen hier den tiefblauen Himmel und die warmen Temperaturen, während es daheim schon etwas nach Schnee riecht. Wir bummeln durch malerische Orte, setzen uns in ein Café, beobachten die Leute, essen gut, fläzen uns im Liegestuhl am Pool, geniessen auf allen Ebenen, was das Zeug hält.

Natürlich ist es anders. Nie mehr wird sein, was war. Meine Freundin und ich entdecken uns neu, lernen einander noch besser kennen. Ich weiss jetzt schon: Dieser Urlaub wird uns noch mehr verbinden. Wohl schläft sie am Morgen gerne länger als ich, braucht doppelt so lange im Bad, steigt mit beneidenswert eleganter Wäsche ins Bett und neigt mitunter zu schusseligem Getue. Dennoch weiss ich schon nach wenigen Tagen, dass wir nicht das letzte Mal zusammen in die Ferne gefahren sind.

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