Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Der Serviervorschlag

Man konnte hier schon mal lesen, dass Frau Flohnmobil zwar vieles in der Küche gern selber macht und nur im Notfall auf Fertigprodukte zurückgreift. Es stand aber auch zu lesen, dass Teigwaren aller Art in die Kategorie “bin zu faul, um selber herzustellen” fallen. Ich finde, die Industrie kann das ganz gut, da muss ich nicht zwingend eingreifen. Und deshalb kaufte ich mir kürzlich bei Lidl auch ein Pack Nudeln, pardon Tagliatelle.

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Ich habe hier bewusst auf die Abbildung er Tagliatelle verzichtet, denn die sind ohne Fehl und Tadel. Was mir aber nicht so ganz in die Birne rein will ist dies:

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Also irgend etwas fehlt mir bei diesem lidlschen Serviervorschlag.

Möglicherweise die Nudeln.

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Es war einmal ein Ei

Die Idee war bestechend. Man kocht ein Ei, lässt es abkühlen, schält es, quetscht es in eine Form, legt diese zehn Minuten ins kalte Wasser und – schwupps – hat das Ei die Form angenommen. Soweit die Theorie.

Hinter dem durchaus originellen Namen Eggspress verbirgt sich ein zusammenklappbares Plastikförmchen, in das man ein hartgekochtes Ei legt, welches dank oben beschriebenem Prozedere letztlich eine andere Form annimmt. Auf der Verpackung sieht das Ergebnis toll aus. Schön gleichmässig mit artig zentriertem Dotter. Eine Augenweide!

Ich war leicht skeptisch und das erging offenbar der Person, die mir dieses Küchen-Spielzeug zum Geburtstag schenkte, genauso. Sie bedachte mich nämlich mit der Aufforderung, sie doch bitte schonungslos darüber zu informieren, ob das Spielzeug praxistauglich sei.

Problem Nummer eins: Es ist nur für kleine bis mittelgrosse Eier geeignet. Im Laden werden eher nur mittlere bis grosse oder sehr grosse Eier angeboten. Ich suchte mir das kleinste unter meinen helvetischen Durchschnittseiern heraus, kochte es und quetschte es in die Form, die kein Bisschen zu gross schien. Nach zehn Minuten – die Spannung war unerträglich – schälte ich folgendes Gebilde aus der Form:

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Problem Nummer zwei offenbarte sich erst nach einem gezielten Schnitt:
Wie bringe ich einem Huhn bei, dass es nur Eier legen soll, die das Dotter exakt in der Mitte haben?

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Meine Begeisterung für das rote Förmchen hält sich in Grenzen. Ich werde wohl weiterhin ovale hartgekochte Eier essen.

Meine liebe Freundin, wie du siehst, ist das Gschänkli ein Flop. Was eigentlich nicht weiter verwunderlich ist, denn wie wir beide wissen, lassen sich Herzensangelegenheiten beim besten Willen nicht in ein Schema pressen.

Wenn es aus dem Eierkarton tropft…

… ist die Bescherung schon angerichtet.

Da kann man nur noch Schadensbegrenzung machen und hoffen, dass die restlichen neun Eier nicht durch das eintrocknende Eiweiss am Karton festkleben und beim Herausheben auch noch in die Brüche gehen.

Ich habe es nicht geschafft. So viel vergebene Mühe fürs Huhn.

Selbst ist die Frau

Vor ein paar Tagen hatte ich Gäste zum Essen. Gäste die mich gut kennen. Gäste die eigentlich wissen sollten, dass bei mir keine Fertigmenus auf den Tisch kommen.

Und trotzdem stand beim Dessert unvermittelt die rhetorische Frage im Raum: „Hast du die Süssmost-Creme selber gemacht?“

Da kam sie. Meine Stunde. Darauf hatte ich schon lange gewartet. Endlich konnte ich meinen Lieblings-Witz wieder mal loswerden. Und ich sagte ganz in Erwartung einer Lachsalve meiner über den Glasschälchenrand gebeugten Gäste:

„Nein, nicht ganz. Die Eier habe ich gekauft.“

Wer’s glaubt

Ich habe heute mal etwas in der Aberglaube-Kiste gegraben. Da ist allerhand erstaunliches ans Tageslicht gekommen. Unsere Vorfahren haben sich für die Tage um Ostern rum einiges eingebildet. Ein paar Müsterchen:

Der Gründonnerstag war der Tag, an dem traditionellerweise frische Kräuter auf den Tisch kamen. Ein Volksglaube besagt: Wer neunerlei Kräuter isst, wird kein Fieber bekommen. Gleich das ganze Jahr gesund bleibt, wer einen Apfel mit Stumpf und Stiel verzehrt. Pflanzen, die am Gründonnerstag Tag gesät werden, gelten als widerstandsfähig und sollen auch vor Frösten verschont sein. Eine besonders starke Heilkraft wird Heilkräutern nachgesagt, die am besagten Tag gesät oder gesetzt werden. Ob die Hühner wissen, dass am Gründonnerstag gelegte Eier länger halten? Gegen Blitzschlag wurde ein solches Ei auf den Dachboden gebracht, auf den Dachfirst gelegt oder über das Haus geworfen und an der Stelle vergraben, an der es niederfiel. Brot sollte man allerdings an diesem Tag nicht backen, denn sonst bleibt der Regen aus (hätte ich das nur vorher gewusst…). Und der ultimative Finanztipp aus der Kiste des Aberglaubens: Wer will, dass ihm das Geld nicht ausgeht, der soll am Gründonnerstag Honig, Hirse und Linsen essen.

Was am Karfreitag gesät wird, soll prächtig gedeihen. Selig wird, wer an diesem Tag in die ewigen Jagdgründe eingeht. Und ein ganzes Jahr von Schwangerschaft verschont bleibt die Frau, die am Karfreitag etwas Mehl, vermischt mit abgeriebenem Brot, isst. Keine Bange, wenn du am Karfreitag Durst erleidest, denn in diesem Fall schadet dir das ganze Jahr über kein Trunk. Na dann Prost!

Am Karsamstag säte man früher Erbsen und hob schwere Gegenstände. Das verlieh besondere Kraft. Gleichentags sollte auch ein Hufeisen an die Tür genagelt werden. Natürlich mit der Öffnung nach oben, sonst purzelt das Glück heraus!

An Ostern sollte jeder ein Ei essen. Aus diesem Grunde werden diese auch verschenkt. Und wie vieles Heilbringende müssen Ostereier gesucht werden. Da in der Fastenzeit keine Eier gegessen werden durften, sammelten sich diese an. Eier, die man nicht selbst verwerten konnte, wurden zuerst gekocht und dann verschenkt. Tönt irgendwie vertraut, oder? Nicht mehr gebräuchlich ist dagegen das folgende Ritual: Junge Mädchen schenkten ihrem Liebsten ein oder mehrere Eier. Dabei kam es auf die Farbe und die Anzahl an. Mit einem grünen Ei signalisierte sie ihre Hoffnung, mit einem Gelben drückte sie ihre Eifersucht aus, mit einem blauen Ei wollte sie seine Treue beschwören und mit einem roten Ei bekräftigte sie ihre Liebe. Schenkte sie ihrem Freund gar sechs Eier, bedeutete das, dass sie ihn heiraten möchte.

Und was lernen wir daraus? Es ist eben doch nicht schnuppe, zu welchem Ei man greift, wenn man heute Eiertütschis macht.