Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

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Auf-räumen

Es gibt Sachen, die meinem Mann gehört haben, von denen konnte ich mich ziemlich schnell trennen. Mit anderen tue ich mich noch schwer, auch wenn sie mir nichts mehr nützen und höchstens schmerzhafte Erinnerungen auslösen.

Etwas vom Ersten, das im Abfall landete, war seine Zahnbürste. Da kam keinerlei Sentimentalität auf. Für den Rasierschaum hatte ich einen dankbaren Abnehmer, dem – Zufall oder was auch immer – just in dem Moment der Rasierschaum ausging, als ich überlegte, wem ich die diversen Büchsli abtreten könnte. Das Allererste aber, das verschwand, waren all die Medikamente, die mein Mann in den letzten Wochen und Monaten einnehmen musste. Und das waren nicht wenige. Ich konnte sie nicht mehr sehen! Schon am Tag nach seinem Tod ramüsierte ich alle Medis zusammen und in einem Anflug von Pragmatismus durchkämmte ich gleich noch den restlichen Medikamenten-Schrank. Einen ganzen Migros-Sack voller Tabletten, Tropfen und Salben deponierte ich in der Apotheke.

An seinen Kleidern und Schuhen rührte ich mehrere Wochen nicht. Das wäre mir zu nahe gegangen. Aber auch hier drückte die nüchtern denkende Pragmatikerin wieder durch. Und so schrieb ich diverse seiner Ausrüstungs-Gegenstände zum Verkauf aus. Wanderschuhe und Rennrad zu verkaufen hätte ja im November wenig Sinn gemacht!

Mittlerweile haben 90 Prozent der Kleider und Schuhe einen neuen Besitzer gefunden oder sind im Kleidersack gelandet. Noch kann ich mich nicht dazu überwinden, den frei gewordenen Platz im Schrank für mich zu beanspruchen. Das erschiene mir zu invasiv. Und schliesslich habe ich in den vergangenen 19 Jahren auch genügend Platz in meiner Schrankhälfte gehabt.

Es sind sachte Veränderungen, die in meinen vier Wänden vonstatten gehen. Mein Mann ist überall präsent, auch wenn einige seiner Sportpokale, die er vor meiner Zeit gewonnen hat, im Altmetall gelandet sind.

Wenig bis gar nichts ist im Werkraum gegangen. Das war das Reich meines Mannes. Früher oder später werde ich wohl finden, dass ich auch mit weniger als zwanzig verschiedenen Schraubenziehern auskomme. Oder vier Hämmern. Einer reicht vollends, um mir damit auf den Daumen zu hauen. Überhaupt gibt es Werkzeug, da habe ich keinen blassen Dunst, wozu es gut sein könnte.

Und dann sind da noch so gewisse Ecken und Ablagen in der Wohnung, die mein Mann für sich beansprucht hatte. Dort sieht es fast noch aus wie früher. Den Lottozettel, der seither nie mehr eingezahlt wurde, staube ich vierzehntäglich ab und denke jedes Mal: Was mache ich nur mit dir? Die zahlreichen Hüetli – mein Mann ging fast nie ohne Tschäppel aus dem Haus – sind noch immer auf der Garderobe aufgetürmt. Ich nehme sie nicht bewusst wahr. Aber bewusst wegschmeissen mag ich sie auch nicht. Noch nicht. Denn für jedes Ding braucht es den richtigen Zeitpunkt.

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Tschau Winter!

Sodeli, jetzt haben wir alles erledigt, was irgendwie noch mit Winter im Zusammenhang stand.

Wir haben unsere Skianzüge gewaschen und imprägniert.

Dem Auto wurde eine letzte Unterbodenwäsche verpasst.

Die Skischuhe wurden auseinander genommen, der Innenschuh gründlich getrocknet, anschliessend gefettet und alles wieder ordnungsgemäss zusammengesetzt und die Schnallen geschlossen.

Mützen, Schals, dicke Jacken, warme Schuhe und alles, was an Winter erinnern könnte, haben wir aus unserem Sichtfeld verbannt.

Die letzten Weihnachts-Guezli wurden gegessen (kein Witz, die Chräbeli aus dem Tiefkühler habe ich extra aufgehoben).

Und selbstverständlich wurden sämtliche Skis gewachst und die Bindungen mit Silikon-Spray konserviert. Bloss gereinigt, nein, auch wenn mein ansonsten so hochgeschätzter Bio-Stein offenbar auch dafür geeignet wäre, gereinigt haben wir die Skis nicht. Die kamen in den vergangenen Monaten ausreichend mit dem nassen Element in Kontakt.

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Tauwetter

Die Wetterfee vom Dach hat soeben verkündet, morgen werde es auf 2’000 Metern 9 Grad warm.

Dummerweise habe ich es verpasst, ein paar kurze Hosen im die Skiferien-Ausrüstung zu packen.

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Ist es denn schon losgegangen?

Zwei Paar Handschuhe
Vier Slalomskis
Ein Paar Massskischuhe
Ein Chlötzli Skiwachs
Zwei Windjacken
Vier Skihemden
Ein Paar Skistöcke
Vier Winterpneus
Ein Skihelm
Vier Adventskerzen

Der Winter 2012/13 hat früh und teuer angefangen.

Normalerweise aufrecht wie eine Eins, aber vom frühen Schnee überrascht, handelt es sich hier ganz klar nicht um Hängefuchsien.

Hilfe, mein Computer weigert sich mitzufahren!

Hätte man meinen Grossvater in seiner Jugendzeit gefragt, was es braucht zum Radfahren, hätte er mich den Fragesteller vermutlich zuerst entgeistert angeschaut und danach in einer Selbstverständlichkeit geknurrt:

„Na ein Velo natürlich, was denn sonst!“

Heute ist das ein kleines Bisschen anders. Nur wenige Leute brauchen ihr Zweirad noch, um von A nach B zu kommen. Ein Velo ist längst zum Sportgerät mutiert. Und damit man im 21. Jahrhundert Velofahren kann, braucht es

  • eine Radhose mit Einsatz
  •  ein farblich passendes Velohemd
  • Veloschuhe mit Klickpedalen
  • den passenden farblichen Übergang von den Veloschuhen zu den gestählten Waden in Form von kaum mehr über den Schuhrand herausragenden Söckchen
  • Handschuhe mit Geleinsatz für die verweichlichten Bürolistenfingerchen
  • einen Helm zwecks Schutz des Oberstübchens
  • je nach Robustheit der Augen eine Sonnenbrille

Habe ich etwas vergessen?

Und ob! Der moderne Mensch kommt auch auf dem Velo nicht mehr ohne Computer aus. Ich bilde da keine Ausnahme. Auf der letzten Radtour streikte mein Velocomputer. Und obschon ich wusste, dass er nichts mehr anzeigt, ertappte ich mich gefühlte 200 Mal innert drei Stunden, wie ich auf das Display schaute. Reine Gewohnheitssache so ein Computer also? Möchte man meinen, denn ich fahre ja keinen Hauch schneller, nur weil ich weiss, wie schnell ich fahre.

Ein kleiner Trost bleibt mir: Wenn bei meinem Velo mal der Computer nicht mehr tut, kann ich immerhin noch ausfahren. Probiert das mal bei einem neuzeitlichen Auto…