Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Immer zur Unzeit

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In den letzten Wochen und Monaten hat sich mein Mann eine Unsitte angeeignet. Man könnte es ebenso Ärgernis nennen, meinetwegen auch Unpässlichkeit, in Tat und Wahrheit aber einfach nur Zufall.

Wie auch immer, er hat den Dreh raus. All die mehr oder mitunter auch weniger gravierenden medizinischen Notfälle, die sich in jüngster Vergangenheit ereigneten, hielten sich strikt ans gleiche Schema und hatten am Wochenende ihren Auftritt. Frühestens am Freitagabend nach Sonnenuntergang. Das jüngste Beispiel:

Mein Mann ist daran, sich die Zähne zu putzen. Unmutige Laute erreichen meine Ohren. Gibt es einen Grund, nicht mit dem Schlimmsten zu rechnen, wirbelt es durch meine Hirnwindungen, während ich die wenigen Meter bis zum Bad hinter mich bringe. Mit spitzen Fingern hält mir mein Mann ein kleines Stück Zahn entgegen, das ihm aus einer Krone herausgebrochen ist. Sauberer Schnitt – die Schaufel ist horizontal in der Hälfte abgebrochen. Da es dahinter eine Metallplatte hat, sieht mein Mann, so er sich denn unter den gegebenen Umständen zu einem Lächeln durchringen kann, aus, wie der kleine Bruder des Bösewichts aus dem 007-Streifen “Der Spion, der mich liebte”.

Das Ganze wäre vielleicht nicht ganz so schlimm, würden wir nicht morgen den Geburtstag meines Mannes im Rahmen einer kleinen Familienzusammenkunft feiern und wäre es nicht !!! Freitagabend !!!

Der Notfall-Zahnarzt zeigt sich am anderen Morgen wenig erfreut über meinen Anruf, findet gar, das sei kein Notfall. Doch ich lasse mich nicht beeindrucken und wir erhalten innert nützlicher Frist einen Termin. In der extra wegen uns geöffneten Praxis wird das Zahn-Fragment begutachtet, vor- und aufbereitet und schliesslich fachgerecht wieder hingepappt. Kostenpunkt: 329 Franken und 20 Rappen.

Wäre alles nicht nötig gewesen, hätte der Zahn mit unserem Sekundenkleber gehalten.

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7 Antworten zu “Immer zur Unzeit

  1. GOOD WORD for BAD WORLD 6. Juni 2017 um 09:48

    Das kommt wahrscheinlich auf die Sorte Sekundenkleber an …
    Ich wohnte da letzten auf einer Insel einer solchen Zahnreparatur bei. Die Portagonistin hatte noch ganze drei Inselmonate ohne vorherigen Rückflug vor sich (aus Kostengründen, logisch, der Flugverkehr war nicht eingestellt worden) und ist dann in den Supermarkt in die Hauptstadt gefahren. In dem Laden dort gibt es alles, auch Autos.
    Der Klebezahn hat das Vierteljahr anständig mitgemacht.
    Allerdings ernährte sie sich von Suppe. 🙂

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  2. Anhora 6. Juni 2017 um 14:05

    Ich bewundere deinen Humor angesichts der Umstände, die ihr im Moment habt! 🙂
    Aber mit einem Augenzwinkern gehts einfach besser. 😉

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  3. Daniela Jäggi 6. Juni 2017 um 15:54

    Beim Sekundenkleber ist mir grad so spontan eingefallen, dass ich es cool fände, wenn man mit dem die Sekunden festkleben könnte … ich würde allen Kleber dieser Welt zusammenkaufen 🙂

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