Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Links–rechts–links

Nein, hier geht es nicht um einen politischen Wendehals. Auch nicht um jemanden, der links und rechts nicht unterscheiden kann. Hier und jetzt geht es um Rituale. Begrüssungs-Rituale.

Begrüssungs-Küsschen haben sich eingebürgert. Waren es früher deren zwei, sind es mittlerweile drei. Zumindest bei uns in der Schweiz. Genau genommen handelt es sich zwar nur um Wangenbehaucher. Die wahren Küsse hebt man sich für den Liebsten oder die Liebste auf.

Aber wer kommt in den “Genuss” der Wangenbehauchung? Wie gut muss ich jemanden kennen, bis er/sie sich für meinen Begrüssungs-Kuss qualifiziert hat? Und wenn es dereinst soweit ist, gilt das für immer und ewig? Begrüssungs-Küsschen unter allen Umständen? In sämtlichen Situationen?

Soll ich tatsächlich die liebe Nachbarin auch küssen, wenn ich sie zwischen Joghurts und Kaffeebohnen beim einkaufen antreffe? Oder wenn wir beide mit einem Kehrichtsack gen Container marschieren? Ist es dann angebracht? Oder kann ich ausnahmsweise davon absehen, ohne dass das Gegenüber eingeschnappt ist oder darüber nachdenkt, welche Laus mir über die Leber gekrochen ist?

Und was, wenn mich jemand wangenbehaucht, und ich das eigentlich unangebracht finde? Nur weil er der Partner der besten Freundin ist, heisst es noch lange nicht, dass ich schon nach dem ersten Treffen meine Wangen zur Verfügung stellen soll. Für mich soll ein Begrüssungs-Kuss immer noch ein Zeichen gewisser Vertrautheit sein. Wird er zu inflationär angewendet, läuft er Gefahr, in die Belanglosigkeit abzudriften. Und das fände ich schade.

Wie handhabt ihr das?

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15 Antworten zu “Links–rechts–links

  1. GOOD WORD for BAD WORLD 21. November 2016 um 19:00

    Also, frag mich nicht, ich denke da nicht nach. Ich fühle es irgendwie. Bei drei bin ich

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  2. Anhora 21. November 2016 um 19:08

    Liebe Bea, da sprichst du was an! In Deutschland behauchen wir uns zwar nur zweiseitig, wissen aber nie auf welcher Seite wir anfangen sollen und bommeln schon mal gegeneinander. Wenn ich dagegen in der Schweiz bin, lauf ich manchmal schon weg, da streckt der/die Schweizer/in noch die geschürzten Lippen in die Luft. Wir haben das dritte Mal eben nciht. 😉
    Ich persönlich mache das mit, weil man ja muss. Ich umarme gerne meine Familie und liebsten Freundinnen und Freunde. Bekannte bekommen halt die Luftküsschen ohne Körperberührung, obwohl ich selbst das eigentlich nicht will. Aber ich möchte nicht für arrogant gehalten werden, und vermutlich denkt der/die andere Dasselbe …

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  3. RoadTrip-Girl 21. November 2016 um 20:00

    Ganz ehrlich? Ich mag das bei guten Freunden, die knuddl ich auch. Bei Bekannten hingegen mag ich das überhaupt nicht! Meist strecke ich die Hand weit von mir, damit man nicht auf den Gedanken kommt, mich zu behauchen.
    Naja aber auch hier gilt: Jedem so wie er es mag, nicht wahr?
    Liebe Grüsse
    Veronica

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  4. notiznagel 21. November 2016 um 21:48

    Rechts-Links-Rechts gehaucht in der Familie und bei Freunden, sonst gibt Müller wohl erzogen seine Hand, die Rechte versteht sich.

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  5. brizanne 22. November 2016 um 07:44

    Hier wird oft komplett fremdgeküsst – also du wirst jemandem vorgestellt und schon stürzen sie sich auf dich…. zweimal und wenn du das vergisst endet es erst bei vier. Manchmal bin ich zu überrumpelt, dass ich die Distanz meines Armes ausnutzen kann! ….und zudem werden die Kinder schon ganz klein zum Bisougeben aufgefordert und daran kann ich mich nun gar nicht gewöhnen!
    Heb’s fein
    Brigitte

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    • Flohnmobil 25. November 2016 um 17:22

      Ja die Franzosen, da konnten wir aus sicherer Distanz schon mehrmals beobachten, wie solche Bisou-Runden endlos dauern. Die Franzosen betreiben’s – in meiner Wahrnehmung – am extremsten.
      Grüessli
      Bea

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  6. Roswitha 22. November 2016 um 14:04

    Familie und Freunde, kein Problem. Alle anderen sollten möglichst von sowas Abstand nehmen, jedenfalls bei mir. Ich mag so was überhaupt nicht!

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