Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Die Polizei – dein Freund und Bedufter

Und da waren noch diese beiden Schroter (ein nicht gerade netter Begriff für “Polizist” hierzulande), die mitten auf der Strasse standen, als wir in den Ferien einen Ausflug in ein Seitental machten, und den Verkehr aufhielten. Der besorgte Blick meines innig geliebten Mitbewohners ging in Richtung Tacho. Er würde doch nicht schon wieder zu schnell gefahren sein…?

Der Mitbewohner liess die Scheibe runter und der Polizist erklärte in perfektem Französisch, das ich gerade noch so verstand, dass sie hier seien, um auf den “Rentrée” aufmerksam zu machen. Den Schulbeginn also. Erleichterung machte sich im Fahrzeuginneren breit, während der Polizist einen in Cellophan eingeschweissten Dufti reichte und uns eine gute Fahrt wünschte.

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In einem Anflug von Euphorie riss ich die Verpackung auf und befestigte das Männchen mit den Kinderaugen am Innenspiegel. Das war wohl etwas gar voreilig, wie ich kurze Zeit später reuevoll eingestehen musste. In der Westschweiz mag die Duftnote vielleicht als angenehm gelten, der Mitbewohner und ich aber befanden unisono, dass es stinke.

Zurück in der Ferienwohnung verpackte ich das duftende Mahnmal satt in einen Plastiksack, was es aber nicht davon abhielt, weiterhin – wenn auch etwas weniger aufdringlich – vor sich hin zu duften. Zum Wegwerfen war mir das Männchen viel zu schade. Zu Hause würde ich es im Treppenhaus aufhängen. Dort wird es wertvolle Dienste erweisen. Denn kein synthetischer Duft der Welt kann bekanntlich grässlicher stinken, als das, was zu der Wohnungstüre vis-à-vis herausmieft.

Wie oben erwähnt, ist „Schroter“ eine der vielen unrühmlichen Bezeichnungen für Polizist. Wie sagt ihr?

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12 Antworten zu “Die Polizei – dein Freund und Bedufter

  1. Jürg 26. August 2016 um 15:58

    Bullen ist auch nicht gerade fein, aber sicher harmloser wie Schroter.

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  2. Spottdrossel 26. August 2016 um 16:57

    Nette Idee, aber ich mag diese Duftfolter auch nicht – am ehesten noch Weihnachtsbaum oder Rindenmulch, aber die sind als Duftspender nicht ganz so kompakt.
    Polizisten beschimpfen gehört zu den wenigen Sünden, die ich nicht begehe 😉

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  3. Werner Ammann 27. August 2016 um 21:01

    Der Ausdruck ‚Schroter‘ ist auch hier ziemlich geläufig und weit verbreitet.
    Diese Duftnote hätte mir vermutlich auch weniger gepasst, aber das Männli ist herzig 🙂
    Gruss vom Werner

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  4. Regula 27. August 2016 um 22:28

    Seinerzeit war bei uns der Name „Tschugger“ und „d‘ Tschuggerei“, aber auch „d‘ Schmier“ en vogue. Eine Erklärung, woher die verschiedenen Bezeichnungen im Schweizerdeutschen kommen, findet sich hier: http://www.dorfheftli.ch/wissen-schweizerdeutsch/2016-06-was-isch-en-tschugger.php (im Grunde genommen schon seltsam, dass und wie sich eine berndeutsche Bezeichnung in die Ostschweiz verirrt hat)
    LG Regula

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  5. Roswitha 28. August 2016 um 08:40

    Ich mag diese ganzen Duftkissen überhaupt nicht, die stinken nur. Unter angenehm duften, verstehe ich was anderes.
    Ich bin neugierig, daher die Frage, kann es sein, dass eure Nachbarn aus der Wohnung vis-à-vis Messies sind? Oder ist es nur der Essensgeruch, von dem was sie kochen?
    Liebe Sonntagsgrüße
    Roswitha

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