Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Ein Hauch von Pommes Frites

Eines muss man meiner Mutter lassen: Auch wenn sie mit ihren 74 Jahren in der Küche nicht mehr so kreativ ist wie früher, ist sie doch immer noch offen für Neues. Das macht sie zur idealen Betty-Bossi-Kundin. Kaum eine Neukreation aus dem Hause Bossi, die es nicht bis in ihre Küche geschafft hätte. Das gilt nicht nur für allerlei Plastikschüsselchen und Rührgerätschaften, sondern auch für gröberes Geschütz.

Meine Mutter hatte schon alles. Ich könnte kein Küchen- und Haushaltgerät aufzählen, das sie noch nie gehabt hätte. Vom Nasssauger über ein elektrisches Tranchiermesser, hin zum Cutter und Dampfgarer – sie musste es immer haben. Nicht immer für sehr lange.

Die neuste Errungenschaft nennt sich “Tefal Actifry” und ist eine Heissluft-Fritteuse. Damit kann man akut fettsparend Pommes Frites herstellen. Und angeblich alles, was man sonst in eine Fritteuse wirft. Meine Mutter ist insbesondere auch begeistert, dass es so gar nicht nach Fett stinkt in der Wohnung.

Ich konnte die Euphorie nicht ganz teilen, war ich doch vor einiger Zeit bei einer Freundin, die immer alles möglichst kalorienarm zubereiten will, schon mal mit solchen Pommes-Frites light bekocht worden. Aber mein innig geliebter Mitbewohner und ich wollten keine Spielverderber sein und liessen diese Kartoffelstäbchen vor kurzem über uns ergehen.

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Und das Resultat? Tja… nach dreissig Minuten heisser Luft, zwei Umdrehungen pro Minute und einem einzigen Esslöffel Öl sahen die Kartoffelstäbchen aus wie Pommes Frites. Sie schmeckten auch so. Aber nur ganz am Anfang. Dann wurden sie je länger je lahmer. Über diese Eigenschaft verfügen “richtig” frittierte Pommes Frites zwar auch, aber bei denen dauert es wesentlich länger, bis sie erschlaffen. Immerhin muss man dem Gerät attestieren, dass es so gut wie gar nicht nach Fett stinkt in der Küche. Woher auch…

Für mich gilt nach wie vor: Pommes Frites esse ich nur auswärts. Und wenn ich das will, so mache ich es bewusst und weiss, dass sie fettiger sind als Salzkartoffeln. Sonst lasse ich es sein. Den behauchten Kartoffelstäbchen aus der Heissluft-Fritteuse kann ich auch nach der zweiten Abreibung nicht viel abgewinnen.

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11 Antworten zu “Ein Hauch von Pommes Frites

  1. anneinsideoffice 2. August 2016 um 19:06

    Ich mache selten Backofen Pommes aber nur eine Marke passt uns und auch die aus dem Ofen zerfallen schnell.

    Betty Bossi machte bei mir früher auch gut Umsatz, jetzt nicht mehr, aber evt kommt das bei mir nach der Pension auch wieder auf.

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  2. kampfdenkalorientierchen 2. August 2016 um 19:36

    Das frühe erschlaffen der Pommes könnte an der Jahreszeit liegen. Kartoffeln zum fritieren sollten schon einige Zeit gelagert sein. Liebe Grüsse, Bernhard

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  3. szWebBlog 2. August 2016 um 20:01

    „Richtige“ Pommes kommen auch bei mir aus der Friteuse, deshalb esse ich diese auch nur auswärts. Aber daheim machen wir ab und zu mal Backofen Pommes. Da gibt es jedoch grosse Unterschiede. Mir passen jene aus dem Coop am besten. Sind ebenfalls sehr lecker, aber natürlich kein Vergleich zu Pommes aus der Friteuse.
    Wieso man jedoch ein spezielles Gerät braucht, das nichts anderes macht, als der Backofen mit Backofen Pommes, verstehe ich nun nicht ganz.

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  4. Anhora 3. August 2016 um 07:01

    Ich esse Pommes weder inwärts noch auswärts, sondern so gut wie nie. Sind mir zu fettig, und ohne Fett schmecken sie mir auch nicht. Dieses Geschäft mit Haushaltsgeräten ist reine Geldmacherei. Meine Küchengeräte passen alle in eine kleine Schublade, und über meine Kochkunst hat sich noch nie jemand beklagt. 😉

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  5. menzeline 3. August 2016 um 10:17

    Nee, nee, Pommes gehören ins Öl und müssen schön knusprig sein. Salz darf auch nicht fehlen und dann schön mit zwei Fingern fassen in Majo oder Ketschup tunken, die Augen schließen, abbeißen und den Genuss auf der Zunge spüren.

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