Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Wo Männer noch treu sind

Ein Bergführer, mit dem wir vor Jahren einige Skitouren unternommen hatten, sagte mal, es sei verheerend. Mit jedem Gipfel, den man erklommen hätte, sähe man hundert neue Ziele. Auch wenn mein innig geliebter Mitbewohner und ich bei weitem nicht auf jeder Wanderung auf einen Gipfel gelangen, so hat diese Aussage doch ihre Richtigkeit, stammt doch die Idee zur gestrigen Tour von einer Wanderung, die wir vor gut einem Jahr gemacht hatten.

Die Voraussetzungen waren ziemlich ähnlich, war es doch damals auch backofenheiss in den Niederungen. Ergo: Flucht nach oben. Wir starteten kurz vor neun Uhr in Äugsten und genossen es, den steilsten Teil des Aufstiegs im Schatten zu gehen.

Die Aussicht – hier zum Glärnisch-Massiv – war nicht zu verachten. Von der tollen Flora ganz zu schweigen. Diese war mit ein Grund, weshalb wir hier nochmals eine Wanderung unternommen haben. Von Alpenrosen über Enzian, Feuerlilien, Türkenbund blühte alles verschwenderisch. Kein Wunder, auf Äugsten weiden keine Kühe und es wird nicht gemäht, die Pflanzen können sich ungehindert versamen.

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Für den Inbegriff aller Alpenblumen, das Edelweiss, mag es noch etwas zu früh gewesen sein, aber Männertreu haben wir in Hülle und Fülle angetroffen. Somit wäre auch der Titel dieses Beitrags erklärt. *räusper*

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Unser Ziel waren die Fessis-Seeli. An diesem Idyll, auf 2’200 m, gelegen konnte ich mich kaum satt sehen.

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Deshalb hier nochmals ein Bild mit den Glarner Alpen vom Hausstock über den Tödi bis zum Glärnisch im Hintergrund.

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Und wie herrlich angenehm die Temperaturen waren! Dennoch mussten wir früher oder später wieder zurück in den Backofen. Hier sieht man einen Teil des Abstiegs bis zu der in Bildmitte gelegenen Alp auf Ober Fessis.

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Der Weg ist gut ausgeschildert, auch wenn wir im Folgenden die Erfahrung machen sollten, dass die komplette Rundtour nicht so häufig unternommen wird.

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Unterwegs trafen wir die Senner-Familie, die im Begriff war, die oberste Weide einzuzäunen.

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Über diese Brücke? Nicht mit mir! Der Mitbewohner meinte zwar, sie hätte gehalten, ging aber gleichwohl rechts daneben vorbei.

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Der Weg vom Sooler Achseli zurück nach Äugsten ist nichts für Angsthasen. Wohl ist er gut unterhalten, mitunter aber etwas gar luftig.

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Kurz vor Erreichen der Seilbahn sahen wir eine Gruppe von “Heugümper-Verschreckern” wie der Mitbewohner die Leute nannte, die auf der Suche nach Tagfaltern waren. Über 40 verschiedene Arten haben sie entdeckt, fotografiert und wieder entschweben lassen.

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Total sind wir knapp 5 Stunden gewandert, eher gemütlich wegen der Hitze im zweiten Teil. Es galt, 950 Höhenmeter zu bewältigen und 10,5 km. Eine lohnende Sache, die ich jedem trittsicheren Bergseeli-Fan empfehlen kann.

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8 Antworten zu “Wo Männer noch treu sind

  1. R + B 21. Juli 2016 um 18:57

    Mega schöne Bilder. Und diese Artenvielfalt. Herrlich!! Jetzt weiss ich wo die Fessis-Seeli sich befinden, nämlich „verusse“.
    Abendliche Grüsse

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  2. Jürg 21. Juli 2016 um 21:01

    wow, eine super Wanderung mit herrlichen Bildern. Diese Seeli muss ich auch besuche, danke für den Tipp. Gruss Jürg

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  3. Werner Ammann 21. Juli 2016 um 21:13

    Aktuell ist es für mich immer so eine Gratwanderung. Eigentlich wäre es eine tolle Zeit, um so auf die Berge zu gehen. Andrerseits liebe ich diesen angeblichen ‚Backofen‘ im Tal mindestens genauso 🙂 Aber die Bilder sind schön, wir werden das auch mal ‚live‘ besichtigen.
    Wir waren glaubs fast zeitgleich auf der anderen Talseite unterwegs, Habergschwänd und Talalpsee.
    Gruss vom Werner und Timi

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    • Flohnmobil 22. Juli 2016 um 17:27

      Da waren wir tatsächlich nicht allzu weit voneinander unterwegs.
      Falls es deine Entscheidung erleichtert: Es hat auf der Wanderung keine „weisse Pampe“ mehr zu queren. 🙂
      Grüessli
      Bea

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  4. menzeline 22. Juli 2016 um 06:47

    Solche Bergwanderungen könnte ich gar nicht mehr machen, ich liebe eher das Flachland.
    Aber hier begleite ich dich gerne und es ist immer wieder schön, wenn du davon berichtest.
    Ist aber auch eine verdammt schöne Gegend. Der Bergsee ruht so ruhig und ringsherum die Berge. Die vielen schönen Blumen und immer wieder dieser herrliche Ausblick, es ist einfach wunderschön.
    Auf der Karte sieht eure Wanderung viel länger aus, als nur 10,5 km.
    Liebe Wochenendgrüße von menzeline

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