Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Alte Freude im neuen Monat

In Sachen Wetter sind mein innig geliebter Mitbewohner und ich nicht sehr risikofreudig. Eigentlich hätten wir für gestern und heute eine zweitägige Wandertour geplant gehabt. Aber mit jedem Tag, wo das freudige Ereignis näher rückte, wurde der Wetterbericht für den zweiten Tag schlechter. Vorsätzlich im Regen herumlaufen mögen wir so was von gar nicht! Deshalb haben wir gestern eine Tageswanderung gemacht. Und heute schauen wir daheim zu, wie es einmal mehr im ganzen Land immer und immer wieder regnet. Unser Misstrauen war wohl sehr berechtigt!

Der gestrige Tag jedoch hat uns eine schöne Wanderung beschert. Die Schuhe geschnürt hatten wir in Wasserauen und von dort aus liefen wir auf einem ziemlich rutschigen, steilen Weg durch den Wald hoch. Nach einer knappen Stunde öffnete sich das Gelände, um sogleich wieder steiler zu werden.

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Bis zur Gartenalp waren immer wieder steile Abschnitte zu bewältigen. Dort bimmelte und muuuhte es aus allen Ecken. Und selbst wenn auf dem folgenden Bild kein Kuhschwanz auszumachen ist, könnt ihr mir glauben, es war so!

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Die Stöcke leisteten uns nicht nur im rutschigen Wald zu Beginn der Wanderung wertvolle Dienste. Mit ihnen konnten wir auch aufsässige Kühe auf Distanz halten (ein Job, den ich jeweils dem Mitbewohner überlasse) und Brennnesseln von unseren nackten Waden fern halten.

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Nebst der Aussicht, die leider mit jedem Meter statt mehr weniger wurde, gab es zahlreiche hübsche Blumen am Wegesrand zu bestaunen. Bis die Hänge rot von blühenden Alpenrosen sind, dürfte es hier noch etwa eine Woche dauern.

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Im Übergang Chlus angekommen sahen wir durch den Nebel den Gipfel des Schäflers. Obschon ursprünglich so nicht vorgesehen, beschlossen wir, diesen Berg auch noch einzusacken. Nach einer knappen halben Stunde auf “amerikanischen Wegen” durften wir uns an dieser Aussicht berauschen:

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“Amerikanisch” ist es für uns immer dann, wenn zahlreiche Spitzkehren kaum Höhe überwinden. Das haben wir auf Wanderwegen in den USA mehrfach erlebt.

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Zurück bei Chlus wählten wir den Abstieg unterhalb der Felsfluh der Ebenalp. Der Blick geht hinab zum 600 Meter tiefer gelegenen Seealpsee.

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Auf dem schmalen Weg dürften sich gewisse Leute unwohl fühlen. Wir dagegen blühen bei so etwas erst richtig auf.

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Im Berggasthaus Äscher gab es für uns einen Teller der weitherum berühmten Rösti. Wir hatten Glück, eine 30-köpfige Gruppe war gerade im Aufbruch. So ergatterten wir einen Tisch zuvorderst auf der exponierten Terrasse.

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Insgesamt waren wir etwa vier Stunden unterwegs. Für den Abstieg wählten wir diesen gelenkschonenden Weg:

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Danke an Stefan für diesen Wandertipp. Ich wollte ja schon lange mal hierhin. Aber manchmal fehlt es am Anstoss zur richtigen Zeit.

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15 Antworten zu “Alte Freude im neuen Monat

  1. anneinsideoffice 2. Juli 2016 um 17:30

    Was macht ihr den mit den Stöcken gegen aufsässige Kühe? Mein Mann lässt sich manchmal die Hände abschlecken, damit lenkt er sie von mir ab. Um Mutterkühen mit Jungen haben wir extrem Respekt. Die umgehen wir mit grossen Umwegen, manchmal etwas genervt weil wir erschöpft sind und aus Sicherheit ein Umweg nötig ist.
    Die Bilder von dir sind toll!

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    • Flohnmobil 3. Juli 2016 um 21:21

      Wenn so ein Rindvieh mitten auf dem schmalen Weg steht, lässt es sich mit einem Stock am schnellsten zum Fortbewegen motivieren. Fuchteln reicht in der Regel schon.
      Auf einer unserer letzten Wanderungen aufs Stöcklichrüz hätten sich die gwundrigen Kühe am liebsten zu uns aufs Bänkli gesetzt. Auch in so einem Fall ist ein Wanderstock ganz nützlich.
      Um Mutterkuh-Herden würde ich allerdings auch einen grossen Bogen machen. Und ganz sicher wäre ich nicht so doof, und würde versuchen, ein ach so herziges Chälbli zu streicheln, wie es offenbar immer wieder vorkommt. :-/

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  2. Anhora 2. Juli 2016 um 18:47

    Schöner Bericht, liebe Flohnmobil. Aber was sind eigentlich Spitzkehren??

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  3. canadaeinfach 2. Juli 2016 um 19:23

    Bei „schmalen Wegen“ und “ gewisse Leute“ fühlte ich mich extrem angesprochen. Ich erinnere mich noch gut an diesen Weg als ca. Zwölfjährige. Ich war damals überzeugt, jemand aus unserer Gruppe würde da runterfallen. Erst später habe ich gelernt, mit dieser Höhenangst umzugehen, aber wenn es sich vermeiden lässt, meide ich solche Routen. Hier drüben muss ich mir dazu aber keine Gedanken mehr machen 🙂
    Schöne Sunntig
    Anita

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  4. runningtom 3. Juli 2016 um 00:12

    Ich kann Dir bestätigen, dass heute Samstag von beidem (Sonne und Regen) hatte. Von Samedan auf den Muotas Muragl kamen wir grade knapp noch trocken. Den Abstieg im strömenden Regen mit zwei Hunden an der Hand begann ich im strömenden Regen. Aber noch bevor wir unten ankamen, schien schon wieder die Sonne.

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  5. Hausfrau Hanna 3. Juli 2016 um 09:02

    Eine ganz eindrückliche Wanderung,
    liebe Frau Flohnmobil,
    war das soeben.
    Sowohl bildlich – als auch sprachlich 🙂

    Mit einem herzlichen Danke grüsst dich in einen schönen und a n g e n e h m warmen Sonntag
    Hausfrau Hanna (die heute auch die festeren Schuhe schnürt :-))

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  6. menzeline 3. Juli 2016 um 11:38

    Sehr schöne Aufnahmen, hast du von der Wanderung mit gebracht. Ich könnte so eine Wanderung gar nicht mehr mit machen. Wenn ich schon den steilen Aufgang sehe, muss ich passen. Aber durch dich, kann ich ja an deinen Wanderungen immer teilnehmen. Danke
    Liebe Sonntagsgrüße
    menzeline

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  7. Jürg 3. Juli 2016 um 20:52

    Hoi Bea solch eine Alpstein-Wanderung habe ich übernächste Woche vor. hoffentlich lässt mich das Wetter nicht im Stich. Gruss Jürg

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    • Flohnmobil 3. Juli 2016 um 21:33

      Dieses Jahr ist man glaubs wirklich geplagt, wenn man nur am Wochenende auf Wanderschaft gehen kann. Ich war schon länger nicht mehr auf dieser Seite des Alpsteins unterwegs und auf der Ebenalp noch gar nie. Nun habe ich wieder einen Sack voller neuer Wander-Ideen.
      Grüessli
      Bea

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