Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Resteverwertung in Etappen

Das war mal wieder so eine Idee in mehren Etappen von mir, die sich nie mehr 1:1 wiederholen lässt. Aber für das, was daraus geworden ist, kann ich mir durchaus anerkennend auf die Schultern klopfen.

Es begann mit 500 Gramm frischem Spinat, den ich en bloc verkochte, obschon ich wusste, dass wir nicht alles aufs Mal essen würden. Das gedämpfte Grünzeug dümpelte samt etwas Kochsaft, Zwiebeln und Knoblauch einige Tage im Kühlschrank, bis ich es kurzerhand pürierte und einem Omeletten-Teig beigab. So kam der Spinat zusammen mit einer pikanten Füllung zu seinem zweiten Auftritt. Dass Omeletten übrig bleiben würden, zeichnete sich schon während des Backens ab.

Sogleich begann eine neue Idee zu gären. Hatten wir nicht Besuch am Wochenende? Und war es nicht ein spezieller Anlass, den man mit speziellen Apéro-Häppchen würdigen durfte? Ich durchsuchte meine Kochbücher. Schon bald wurde ich fündig. Es ging mir mehr um die einigermassen richtige Menge als um die Zutaten. Die Hülle hatte ich schon. Fehlte also noch eine Füllung. Und diese sollte bestehen aus Quark, Roquefort und Birnenwürfeli. Während die Letztgenannten in einem Sud aus Weisswein, Zucker und gemahlener Vanille knackig gegart wurden, entwickelte das Rezept eine neue Dynamik und ich beschloss, den Sud mitzuverwenden. Kurzerhand weichte ich ein Blatt Gelatine ein und mischte es unter die Birnen. Diese – so dachte ich mir dann kurz darauf – nahm ich besser aus der Flüssigkeit, damit sie nicht verkochten.

Ich war sehr gespannt, ob meine Neukreation kulinarisch und optisch funktionieren würde. Den Saft mischte ich unter die Roquefort-Quark-Mischung, strich sie auf die Omeletten, gab die Birnenwürfeli drauf und rollte alles mehr oder weniger satt ein. Dann stellte ich die grünen Rugel bis zum Servieren kühl. Das Aufschneiden ging leidlich gut. Profis würden wohl nach jedem Schnitt das Messer abputzen, damit die Rölleli immer schön makellos sind.

Und was sagten meine Gäste dazu? Als Erstes: “Was häsch da dine?” Ich wollte das Geheimnis noch nicht lüften und liess sie noch eine Weile zappeln bzw. rätseln. Zumindest so lange, bis ich mir sicher sein konnte, dass niemand mein kulinarisches Puzzle verschmähte.

DSC01139

Für Alle, die Gefallen an meinen Omeletten-Roquefort-Rölleli gefunden haben, hier die ungefähren Mengenangaben:

Für drei Omeletten habe ich folgende Füllung gemacht:

ca. 150 Gramm Quark, gut abgetropft
ca. 75 Gramm Roquefort, mit einer Gabel fein zerstossen
1 Birne in kleinen Würfeli, gekocht in 0,8 dl Weisswein, 30 Gramm Zucker und etwas gemahlener Vanille
1 Blatt Gelatine (zwei wären vermutlich besser)
KEIN zusätzliches Salz, mit dem Roquefort erhält die Füllung genau die richtige Schärfe

Diese Zutaten reichen als Apéro für vier Personen. Sollte jemand herausfinden, wie man runde Omeletten schön gleichmässig füllt, damit die Rölleli überall gleich dick sind, bitte ich um sofortige Mitteilung!!! Ansonsten ist es auch ganz neckisch, wenn man am Tag danach noch die optisch nicht ganz einwandfreien Anschnitte essen kann. Köstlich sind sie alleweil.

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7 Antworten zu “Resteverwertung in Etappen

  1. menzeline 25. Mai 2016 um 09:05

    Du bist ganz schön experimentierfreudig, wie man an diesen leckeren Häppchen sehen kann.
    Hört sich alles sehr interessant an und ich denke mal, dass das bestimmt ein Genuss für deine Gäste war.
    Liebe Grüße
    menzeline

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  2. R + B 25. Mai 2016 um 15:45

    Diese einmaligen Aperohäppchen haben wir mit Genuss gegessen! Es ist doch immer wieder interessant, was man alles aus Resten hervorzaubern ein kann. Es war ja schliesslich auch ein spezieller Anlass, dieser Abend.
    Liebe Grüsse

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    • Flohnmobil 26. Mai 2016 um 10:00

      Freut mich, dass ich euch für meine Eigenkreation begeistern konnte.
      Wenn meine Gäste in Sachen Hauptgericht mitunter auch etwas schnäderfrässig sind, so konnte ich doch immerhin mit diesen Rölleli punkten. 😉
      Grüessli
      Bea

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  3. Jürg 25. Mai 2016 um 15:57

    soooo kreativ wie du bin ich dann doch nicht. sieht toll aus und schmeckt wahrscheinlich auch so. Gruss Jürg

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    • Flohnmobil 26. Mai 2016 um 10:03

      Ganz ehrlich, Jürg, sooo kreativ bin ich nicht immer. Aber ich war absolut im Experimentier-Modus, hatte genügend Zeit und ausserdem war ein Geburtstag angesagt. Da lege ich mich gerne mal ins Zeug.
      Die Rölleli musst du unbedingt mal ausprobieren. Die Kombination von Roquefort und der Birne ist exquisit. Du würdest an eurem Manne-Geköch sicher punkten!
      Grüessli
      Bea

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