Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Ein Fisch ist ein Fisch ist ein Fisch

Es ist ein absolutes Modewort geworden, dieses “Herausforderung”. Und ich will es auch mal bemühen. Ich sehe mich nämlich durchaus herausgefordert und nehme die Herausforderung ständig von neuem an, aus den Fischen, die mein innig geliebter Mitbewohner heim bringt, immer wieder etwas anders zu kochen. Mein Repertoire an Fischrezepten ist deshalb bereits ziemlich beachtlich.

Indes gibt es einen Makel an den Felchen, der mir so manches Rezept vergrämt: ihre Fettschicht. Die finden wir beide widerlich. Am einfachsten zum entfernen ist diese rote Fettschicht (es versuchte mich mal jemand mit wenig Erfolg davon zu überzeugen, dass dieses Zeugs gesund sei), wenn der Fisch gekocht ist. Dann lässt sie sich einfach abstreifen. Und das mache ich jeweils, bevor ich die Filets serviere.

Jüngst ist mir beim Durchblättern meiner angesammelten Kochrezepte wieder mal eine besonders einfache Zubereitungsart für Felchenfilets in die Hände geraten: Man bemehlt die Filets auf der Hautseite, legt sie in der heissen Bratpfanne auf etwas zerlassenes Fett (Bratbutter oder dergleichen), deckt sie zu und nach vier Minuten sind sie gar und saftig. Und schmecken keineswegs nach gedämpftem Uhu!

Damit ein Fischrezept des Mitbewohners und meine kulinarischen Vorlieben erfüllt, braucht es unbedingt eine Sauce. Diese entwarf ich angesichts der wiederentdeckten Zubereitungsart ad hoc und ich versuche mich nun für diesen Blogbeitrag daran zu erinnern.

Ich röstete zwei, drei Esslöffel gemahlene Baumnusskerne, vermengte sie mit den gewürfelten Filets einer Zitrone, hackte an Peterli, was der Sommer davon in meinem Kräutergarten noch übriggelassen hatte (bestenfalls noch drei, vier Zweige) und stellte fest: So wird das nichts! Da fehlt Flüssigkeit.

Also gab ich einen Gutsch Baumnussöl dazu und gleich noch etwas Salz. Schon besser. Aber immer noch zu trocken. Noch etwas Öl. Die Sache nahm langsam Formen an. Aber ihr fehlte noch das gewisse Etwas. Dieses Etwas fand ich in meinem Kühlschrank in der Form einer Flasche Ahorn-Sirup. Davon ein Gutsch in die Masse, gut umrühren. Wow!

Das fand nicht nur ich, sondern kurz darauf auch der Mitbewohner, als ich ihm meine neuste Kreation auf seinen Fischen servierte. Das Ganze hat gleich zwei Haken: Erstens strotzen gemahlene Baumnüsse nicht gerade vor Farbenpracht und die dicke Sauce wirkt dadurch etwas fahl, um nicht zu sagen fast unappetitlich (mit etwas Peterli dürfte sie optisch zu retten sein). Und zweitens ist das schon wieder so eine Eigenkreation, die ich nie mehr ein zweites Mal gleich hinkriegen werde.

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2 Antworten zu “Ein Fisch ist ein Fisch ist ein Fisch

  1. Silberdistel 13. November 2015 um 20:08

    Über diesen Fisch will ich dann jetzt mal nicht reden. Der kam mir bisher noch nicht unter. Hier kommt mehr Seefisch in die Pfanne oder in den Ofen, aber Dein Gemälde ist einfach eine Klasse für sich. Da kannst Du es mit jedem Maler aufnehmen. Einfach toll!
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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    • Flohnmobil 14. November 2015 um 17:40

      Der Umgang mit Pinsel und Leinwand ist mir gänzlich fremd und wäre wohl nichts für mein artistisches Antitalent. Aber wenn sich mir ein schönes Motiv präsentiert, drücke ich gern und ganz schnell ab. Gerade Wetterphänomene können sich ganz, ganz schnell in Luft auflösen. Aber wem erzähle ich das. 😉
      In der Müritz gibt es Felchen (bzw. Renken oder Maränen, wie sie dort heissen mögen).
      Herzliche Grüsse
      Bea

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