Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Was haben Sie mit meinem Curry gemacht?

Die verwandtschaftliche Konstellation bringt es mit sich, dass mein innig geliebter Mitbewohner und ich schon mehrere Male in den höchst zweifelhaften Genuss gekommen sind, eine Wohnung zu räumen. Man könnte uns mittlerweile als alte Routiniers bezeichnen, jedoch sind wir auf diese Auszeichnung nicht wirklich scharf. So eine Räumung ist nämlich alles andere als ein Genuss. Man zerpflückt das Leben der Person, die darin häufig über Jahrzehnte gewohnt hat, regelrecht in Stücke. Für die betroffenen Personen müsste es peinlich sein, wären sie noch in der Lage, alles mitzuerleben bzw. aufzunehmen, was bei uns meist nicht der Fall war. Für uns war es stets mit viel Arbeit verbunden. Und auch mit viel Dreck.

Unsere erste Räumung galt der Wohnung meines Schwagers. Der Mitbewohner und ich waren damals noch beide 100 Prozent berufstätig und mussten das destruktive Projekt in unserer spärlichen Freizeit angehen. Als erstes nahmen wir uns den Keller vor. Am Schlüsselbrett hingen zahlreiche Schlüssel, doch keines wollte zum Vorhängeschloss des Kellerabteils passen. Der Mitbewohner fackelte nicht lange, holte Werkzeug, schraubte an den Riegeln rum und schon waren wir im Inneren des muffigen Kellerabteils.

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Zu unserem Bedauern trafen wir nicht eine umfangreiche Wein-Sammlung an, sondern in erster Linie alten Gerümpel. Wir machten uns an die Arbeit. Sortierten, was noch brauchbar war, was in den Abfall-Container hinter dem Haus landen sollte, was man allenfalls separat entsorgen musste. Es war vor über 20 Jahren, als es in Zürich noch keine Sackgebühr gab, so füllten wir an jenem Sonntagnachmittag ganz allmählich den Container mit Blumentöpfen, alten Koffern, Blechdosen und was halt in dem Kellerabteil so rumstand. Auf einem Gestell lagerten eingemachte Obstsäfte. Kategorie uralt. Die kippte ich kurzerhand in der Waschküche in den Abguss, spülte die Flaschen aus und stapelte sie, um sie später in den Altglas-Container zu schmeissen.

Wir waren den ganzen Nachmittag am Werke. Da weder der Mitbewohner noch ich zur Kategorie „Sammlertyp“ gehören, kamen wir einigermassen gut voran. Während sich der Keller sichtlich leerte, füllten sich unser Kofferraum und der Abfall-Container. Als wir beschlossen, dass wir an diesem Tage nicht mehr fertig würden und nun heim gehen wollten, erschien eine ältere Frau im Keller. Sie kam auf uns zu und fragte mit grossen, staunenden Augen: “Was machen Sie da in meinem Keller…?”

Fortsetzung folgt. HIER.

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7 Antworten zu “Was haben Sie mit meinem Curry gemacht?

  1. menzeline 30. Juli 2015 um 10:42

    Nein, ist es tatsächlich wahr, habt ihr damals einen fremden Keller leergeräumt, ohne es zu wissen?
    Das ist hart, das würde mich umhauen.

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  2. Ursula 30. Juli 2015 um 12:49

    ist es wirklich wahr,dass ich mit der Fortsetzung dieser sooooo spannenden Geschichte warten muss???? Doch ich freue mich darauf, weiterzulesen. Es Grüessli

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  3. anneinsideoffice 30. Juli 2015 um 21:28

    upps, spannend, wir warten alle!

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  4. Werner Ammann 30. Juli 2015 um 22:13

    Was für eine Geschichte! Darf ich noch auf eine kitzekleine Fortsetzung hoffen?
    Einmal mehr: Das Leben schreibt die besten Geschichten 🙂
    Gruess vom Werner

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  5. Anita 31. Juli 2015 um 02:11

    Au weia – und was kommt jetzt?…

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  6. Pingback: Die Rettung des Currys | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

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