Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Und was pass-iert als nächstes?

Die Nacht war etwas unruhig. Kein Wunder, im Turrahus hört man jeden Furz; schon beim blossen Gedanken, mitten in der Nacht den Weg zur Toilette zu suchen, kracht das 300-jährige Gebälk. Was uns mehr beschäftigte, war das Wetter, hatte es doch am Abend sage und schreibe eine Stunde lang ergiebig geschüttet.

Der Blick frühmorgens aus dem Fenster zerstreute sämtliche Bedenken. Keine Wölklein waren auszumachen. Kurz vor acht Uhr brachen wir auf Richtung Tomülpass. Der Weg war angenehm zu begehen, keine eigentlichen Rampen. Er ist sogar für Mountain-Biker ausgeschildert. Allerdings muss man da schon ziemlich sicher im Sattel sein. Und selbst die grössten Profis müssen hier ab und zu ihr Rad schieben.

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Wir jedoch waren bekanntlich zu Fuss unterwegs und jeder einzelne Schritt war purer Genuss. Immer wieder musste ich stehen bleiben. Nicht, um Atem zu holen, sondern um die grandiose Szenerie zu geniessen und Blüemli zu fotografieren. Diese präsentierten sich nach dem Regen der vergangenen Nacht noch etwas zerzaust.

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Kurz vor Erreichen der Passhöhe flitzte ein pelziges Etwas wenige Meter vor uns auf dem Weg davon. Wir gingen ein paar Schritte weiter, ich machte die Kamera scharf und schon kam der Mungg wieder zum Vorschein. Mein lieber Kleiner, du musst noch etwas anfressen, damit du gut über den nächsten Winter kommst!

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Und schon waren wir oben. 800 relativ gemütliche Höhenmeter. Allerdings praktisch vom ersten Meter an in der Sonne, und die heizte kräftig ein.

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Auf der anderen Seite des Tomülpasses änderte sich die Szenerie, und vor allem die Bodenbeschaffenheit. Das blühende Wollgrass ist ein sicheres Indiz, dass hier nicht nur nach einem Regenschauer überall Wasser aus dem Abhängen läuft.

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Nach einer längeren Pause am mäandrierenden Bach von Riedboda ging es unweigerlich an den Abstieg. Als ich den ersten Blick durch den steilen Bannwald von Vals bis runter ins Dorf werfen konnte, haute es mich fast um. So steil! So weit unten! Tja, 600 Höhenmeter sind 600 Höhenmeter. Und mit jedem Schritt, dem wir dem Talboden näher kamen, wurde es heisser.

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In gebührendem Abstand zu uns lief eine vierköpfige Familie, die die gleiche Route gewählt hatte und die wir immer wieder antrafen. Der Zehnjährige soll am Ende des Tages in Vals gesagt haben, seine Füsse seien nun aber wirklich irreparabel. Wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, hat ein Aufenthalt vor dem Fernseher im Hotelzimmer diesbezüglich wahre Wunder vollbracht.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich steuerten unsere temporäre Bleibe an. Das Hotel Edelweiss befindet sich direkt am Dorfplatz von Vals, wo sich ausser unter den Sonnenschirmen der beiden Restaurants kein Schatten fand. Entsprechend waren die Temperaturen.

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Unsere beiden Gäste, meine Mutter und ihr Partner, hatten wir ins Valsertal gelotst um abends gemeinsam essen zu gehen. Das Restaurant Glenner kann ich wärmstens empfehlen. Noch nie habe ich ein so flächendeckendes Gordon-Bleu im Teller meines Mitbewohners gesehen! Auch mein Lammfilet war ein Gedicht.

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Daraus baut man in Zürich den Sechseläutenplatz. In Vals wird der in der Nähe abgebaute Quarzit zur soliden Brücke.

Hier geht es zur ersten und dritten Etappe unserer Wanderung.

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6 Antworten zu “Und was pass-iert als nächstes?

  1. Anita 24. Juli 2015 um 17:57

    Haha, und auf eben diesen Dorfplatz haben wir uns damals vor den Töfflibuben gerettet.
    Schön habt ihr’s gehabt…
    und nun: Geniesst das Wochenende – ist’s immer noch so heiss?
    LG von der gwundrigen Anita

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    • Flohnmobil 25. Juli 2015 um 14:22

      Ich wette, dass es auf dem Dorfplatz immer noch gleich aussieht wie damals.
      Uns hat heute eine Kaltfront erreicht. Die hat zwar nur wenig Regen, dafür aber 10 Grad Abkühlung gebracht. Momentan haben wir grad noch 20 Grad.
      Grüessli as gwunderige Frauezimmer
      Bea

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  2. Zimi 24. Juli 2015 um 20:24

    Hoi Bea, ja den Tomüllpass kenne ich bestens. Schon als Bub mit den Eltern erwandert ( wir waren damals einige Sommer auf einem Bauernhof ob Safien Platz in den Ferien). Und in heutiger Zeit vor 2 Jahren mit meiner Frau nach Vals gewandert, der steile Abstieg ist uns noch bestens bekannt. Uebrigens, der Tomüllpass ist bekannt für Bergkristallfunde. Gruss und noch angenehme Tage wünscht euch Jürg

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    • Flohnmobil 25. Juli 2015 um 14:23

      Das mit den Bergkristallen kann ich mir gut vorstellen, hat es doch überall von weither sichtbare Quarzadern. Aber Strahlern ist nicht mein Hobby. Deines vielleicht?
      Grüessli vo dehei
      Bea

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      • Zimi 25. Juli 2015 um 20:50

        Meins auch nicht, aber unser älterer Sohn ist ein totaler Bergkristallfan. Bei Wanderungen in den Bergen suchte er überall nach ihnen und fand ab und zu auch welche. Gruss Jürg

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  3. Pingback: Eine pass-able Fortsetzung | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

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