Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Zähneknirschend

Beim blossen Gedanken an Essen in Frankreich läuft so manch Einem das Wasser im Munde zusammen. Völlig zu Recht. In Frankreich kann man ganz gediegen speisen, der Franzose selber legt viel Wert auf gutes Essen. Die Auswahl an Frischprodukten an den Wochenmärkten ist überwältigend. Auch die Supermärkten haben ein riesiges Angebot an Obst, Gemüse, Fisch, Käse, Fleisch. Ergänzt durch Convenience Produkte, um die ich nicht nur in Frankreich einen grossen Bogen mache. Selber kochen muss man in Frankreich nicht mehr unbedingt können. Frittenbuden landauf landab ergänzen seit Jahren das kulinarische Angebot. Und längst nicht überall wird die Haute Cuisine zelebriert.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich waren vor Jahren in Frankreich unterwegs. Da so ein VW-Camper nicht für die aufwändige Küche eingerichtet ist, gingen wir öfters in Restaurants essen. Schliesslich waren wir damals auch noch unter dem arbeitenden Volk und wollten uns etwas leisten. Das Käffchen im Herzen der Pyrenäen, das wir als Tagesziel ausgewählt hatten, sah vielversprechend aus. Diverse nette Lokale im Ortszentrum liessen den Magen vor Vorfreude knurren.

Wir liessen den Camper auf dem Campingplatz stehen und gingen am Abend zu Fuss ins Ortszentrum. Ja nicht zu früh! Trotzdem waren wir um 20.00 Uhr die ersten Gäste im Lokal. Leider waren all die nett ausschauenden Beizli, an denen wir vor Stunden vorbeigefahren waren, geschlossen. Als einziges blieb ein Lokal am Hauptplatz. Nur bedingt einladend. Aber meine Camper-Küche hätte nichts hergegeben, so dass wir uns auf das Abenteuer einliessen.

Immerhin, die Speisekarte war relativ umfangreich, wir fanden etwas Ansprechendes. Ich erinnere mich nicht mehr, was wir alles bestellten. Aber der Blattsalat – so viele Salate ich im meinem Leben auch schon verdrückt habe – wird mir unvergesslich bleiben. Beim ersten Bissen schon knirschte es zwischen den Zähnen. Kann ja mal vorkommen, dachte ich mir, und schaufelte weiter von dem Grünzeug. Vis-à-vis hörte ich es auch knirschen, dem Mitbewohner erging es offenbar nicht besser. Wir futterten weiter. Genau so lange, bis unter einem Salatblatt eine

!!! Schnecke !!!

zum Vorschein kam. Die herbeigerufene Bedienung zuckte lediglich mit den Schultern und servierte den Schleimer mitsamt seinem Futter ab. Danach folgte noch eine gebackene Forelle mit total verbrannten Mandelsplittern. Den Rest des Menüs habe ich aus meiner Erinnerung verbannt.

Wir haben die französische Küche in all den Jahren, wo wir unser westliches Nachbarland bereist haben, kennen, schätzen und lieben gelernt. Etwas ähnliches ist uns glücklicherweise nicht mehr passiert.

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13 Antworten zu “Zähneknirschend

  1. Anhora 28. Juni 2015 um 19:24

    Aber das weiß man doch, dass Schnecken in Frankreich so beliebt sind wie Froschschenkel. Dass sie alleridngs roh serviert werden, wusste ich auch nicht. Französisches Sushi sozusagen. 😉

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  2. Brigitte 29. Juni 2015 um 06:57

    Ein feines Restaurant finden ist wirklich oft nicht ganz einfach…. Wichtig ist, dass man nicht einer netten Kulisse auf den Leim geht!
    Unser Lieblingsrestaurant, das wir mit dem Velo erreichen könnten, gibt es leider schon seit Jahren nicht mehr….
    Herzliche Grüsse
    Brigitte

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  3. Seifenfrau 29. Juni 2015 um 07:54

    Ja, genau den dunkelblättrigen Pflücksalat haben wir auch im Garten. meistens sitzen 10 Schnecken unten am Stiel, und beim Waschen in der Küche schwimmen dann auch noch ein paar in der Waschschüsssel. Istwoh ein Qualitätsbeweis für die Güte des Salates….
    Bin momentan auch sehr von Schnecken im Gemüsegarten genervt.
    Lieblichste Gartengrüße

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  4. HoetusPoetus 29. Juni 2015 um 14:56

    …. ich habe auch ganz wunderbare Erinnerungen an Frankreich…. wenn wir mit meinen Eltern dort waren, hat unser Vater uns die ihm bekannten tollen Lokalitäten gezeigt … es war einfach nur toll – so aus Kindersicht…. dann waren meine beste Freundin und ich mal für 2 Wochen in der Bretagne auf einem Campingplatz …… mein Vater hatte uns hingebracht, und später wieder abgeholt…. meine Freundin war eine absolute Pferdenärrin…. du ahnst sicherlich worauf ich hinaus will…. ICH oute mich mal und sage auch gleich sorry dabei… ich liebe Pferdefleisch …. auch heute noch sehr …. meine Freundin Britta liebte das Fleisch vom Grill auch sehr… und aß, was ihr vor den Teller kam …. ich wollte sie aufklären …. aber sie glaubte mir nicht …. SIE glaubte nicht, dass DAS was ihr am Besten schmeckte Pferdefleisch war ….. WAS sollte ich DA noch machen 😉 …..
    ….
    und was die Schnecken angeht … ich hatte mal eine WINZIG kleine Schnecke im Bio Salat aus Apulien …. während ich den Salat wusch und die Marinade fertigte, kreiste sie ein paar Runden auf dem Deckel vom Senfglas…. dann zog sie in mein Gewächshaus vom „Schweden“ ein … sie hatte es richtig fein bei mir…. sie lebte über ein Jahr auf meiner Fensterbank und wurde richtig groß! 😆

    Zauberhaft sonnige Grüße … Katja

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  5. Zimi 29. Juni 2015 um 15:53

    Hoi Bea
    Bei unserer Busreise nächtigten wir in Touristenhotels (Mercure), und da kriegten wir wirklich Convenience-Food vorgesetzt. Wir assen dann noch 2x in lokalen Restaurants, da war das Essen o.K. Wie ich aber jetzt von verschiedenen Seiten gehört habe, gilt für die Alltagsküche nicht mehr unbedingt der Spruch “ Essen wie Gott in Frankreich“, ausser natürlich die Sterneküche. Beim Fisch kann ich mir vorstellen, dass es da noch anders ist. Und die Märkte waren natürlich super zum Anschauen mit ihrem üppigen Angebot. Gruss Jürg

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