Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Prominenz am Sessellift

War das nicht…? Er fuhr im Sessellift an uns vorbei, während wir darauf warteten, dass das Türchen aufging und auch wir auf einem freien Sessel Platz nehmen konnten.

Ja, bestätigte mir mein innig geliebter Mitbewohner, er habe ihn auch erkannt. Das Thema war vorläufig erledigt. Aber nur solange, bis wir ein paar Minuten später neben ihm auf dem nächsten Sessellift Platz nahmen. Ich konnte nicht so tun, als ob nichts war und fragte direkt: “Sind Sie’s oder sind Sie’s nicht?” Er wandte seinen Kopf zu mir, die markante Nase nun nicht mehr im Profil sondern frontal auf mich gerichtet, die Stirn hochgezogen. “Was meinen Sie denn, wer ich sein sollte?” Die Angelegenheit war bald geklärt und wir konnten uns ganz ungehemmt mit ihm unterhalten. Zwischendurch schrieb er – wie ein “normaler” Mensch – ein SMS. Der Mitbewohner wunderte sich, dass unser prominenter Mitfahrer ohne Bodyguard unterwegs war. Das, so erklärte dieser, sei oft genug nur ein Statussymbol, ohne das er sehr gut auskomme. Er schätze es sehr, dass man sich hierzulande selbst in seiner Position frei und unbehelligt bewegen könne.

In der Tat, Skifahren, selbst in einem überschaubaren, familiären Gebiet wie Brigels/Waltensburg, mit einer Horde Leibwächter, stelle ich mir nicht so plauschig vor. Und so wurden wir Zeugen, wie einer der schweizweit bekanntesten Bankenmanager ganz unbehelligt und in akzeptablem Fahrstil mit Skiern, die wir uns nicht leisten würden, über den Brigelser Frühlingsschnee kurvte.

Wir taten es ihm gleich. Mit wesentlich weniger dickem Portemonnaie, aber mit der Gewissheit, über Freiheiten zu verfügen, von denen er trotz allem nur träumen kann.

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11 Antworten zu “Prominenz am Sessellift

  1. friedefreudeundeierkuchen 8. März 2015 um 22:20

    Wer war es denn eigentlich?

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    • Flohnmobil 9. März 2015 um 19:41

      Das Schöne an unserem Land ist, dass auch bekannte und sehr bekannte Personen hier ziemlich unbehelligt ihr Leben führen können. Wenn ich gewollt hätte, dass der Name hier steht, hätte ich ihn schon im Beitrag veröffentlicht. Dafür hast du bestimmt Verständnis.

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  2. Hausfrau Hanna 9. März 2015 um 08:25

    Und ich habe bei der ‚markanten Nase‘,
    liebe Frau Flohnmobil,
    schon an Emil gedacht 😉
    Bei Bankern kenne ich mich halt nicht so gut aus…
    Und ein Usie hätte ich hier eigentlich erwartet!

    Herzlich ins Skigebiet
    Hausfrau Hanna

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  3. Basilikum 9. März 2015 um 16:05

    Dä isch doch vo det obä. Vo An….t.

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  4. hrzcamper 10. März 2015 um 06:45

    Jetzt lebt er in Nie……fen – dort hat’s halt keine gescheiten Skigebiete… 😉

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