Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Im alten Ägypten

Wir wussten, dass er das Gedicht stets bei sich hatte. “Wir” waren Mitglieder einer Jugend- und Sport-Gruppe, die regelmässig an Bergtouren teilnahmen, “Er” der Leiter. Aber es bedurfte der entsprechenden Stimmung und etwas Goodwill seinerseits, bevor er den x-fach gefalteten, vergilbten Zettel hervornahm, um das Gedicht unter unser aller Gegröle vorzutragen. Diese Begebenheit ist mir letzthin wieder eingefallen und ich habe mich flugs im Internet auf die Suche nach dem Gedicht gemacht und herausgefunden, dass es verschiedene, lokal gefärbte Varianten davon gibt. Ich habe mir erlaubt, einen gewissen Grad an Aktualität einzubauen.
Hier also die allerneuste Version des Gedichts von Ramses, dem Ägypterkönig.

Ramses der Ägypterkönig
hatte dereinst Geld zu wenig.
Der Pyramidenbau am Nil
kostete ihn allzu viel.

So sprach er zu Tochter Isis:
„Kind, wir sind in einer Krisis.
Drum räumen wir den Tempel aus
und machen draus ein Freudenhaus.“

aegypten-luxor-23

Also liess er es verkünden
auf den Bergen, in den Gründen,
auf allen Märkten, in den Tempeln:
Des Königs Tochter lässt sich stempeln.

Von allen Glocken hört man´s klimpern:
Des Königs Tochter lässt sich pimpern.
Es spricht sich rum auf allen Strassen,
des Königs Tochter wird auch blasen.

Man tat es allen Völkern kund,
die Isis nimmt ihn in den Mund,
und streichelt gar den Hodensack
von all dem geilen Lumpenpack.

Zu Tausend kamen sie gelaufen,
einzeln und in großen Haufen,
Neger, Juden und Mulatten,
alle die noch einen hatten.

Hottentotten, Lumpenpack,
Männer mit und ohne Sack.
Dominique Strauss Kahn
stellte sich gleich mehrmals an.

Männer von den Philippinen,
mit Eiern groß wie Apfelsinen,
Männer von den Fidschi-Inseln,
mit Wiederhaken an den Pinseln.

Der Bischof liess sich nicht lang bitten
und griff beherzt in Isis Titten.
Aus der Wüste Tripolis
kamen sie mit Syphilis.

Wüstenscheiche, Berberfürsten
wollten die Prinzessin bürsten.
Italianos sah man flitzen
mit ihren Maccaronispritzen.

Die Griechen wollten eine Delegation aus dem Busch klopfen,
doch sie hatten weitaus grössere Löcher zu stopfen.
Von Ferne kamen die Franzosen
mit Kunsthaarpinseln in den Hosen.

Germanen aus dem Land der Bayern
mit Hofbräustempeln auf den Eiern.
Männer von der Insel Ceylon
mit Parisern ganz aus Nylon.

Knaben, deren Lustgebein
war noch mikroskopisch klein.
Männer aus der Mongolei
im Rucksack ein Reserve-Ei.

Putin fragte die Minister um Rate,
entsandte daraufhin seine Granate.
Auch Monsieur Hollande hätte gerne die Initiative ergriffen,
wurde aber von Frau Merkel zurück gepfiffen.

Selbst die ältesten Eunuchen
wollten es nochmal versuchen.
Nicht mal Berlusconi liess sich lumpen
zeigte grosszügig seinen Stumpen.

Männer aus dem Raume Aachen,
die mit dem Penis Kohle brachen.
Neger, deren Riesenlatten
schon Museumswerte hatten.

Sie kamen von den Aleuten
mit gelbverschwitzten Samenruten.
Tagediebe, Babysitter,
selbst gehandicapte Zwitter.

Sie machten sich zum Tempel auf
im liebesdürstgen Dauerlauf.
Auf der Insel Sansibar
machten sie die Riemen klar,

Selbst abgewrackte Beduinen.
wollten noch der Isis dienen.
Von nah und fern kam man zum feiern
mit blutig wundgelaufnen Eiern,

Sogar die Mumien in den Höhlen
hörte man vor Wollust grölen.
Und auch die mit nur einem Ei
eilten scharenweis herbei.

Steckten ihn bei Isis rein,
zahlten mit einem Ziegelstein.
Jeder darf, wovon er träumt,
machen bis er überschäumt.

Sie zogen aus mit bunten Wimpeln
und kehrten heim mit wunden Pimpeln.
So wuchs durch vieler Völker emsig Pimmel
der Pyramidenbau stetig in den Himmel.

images

Ich stell gerade fest, dass meine Jugend auch nicht immer jugendfrei verlaufen ist.

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4 Antworten zu “Im alten Ägypten

  1. Pingback: Gratwandernd | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

  2. Gabi 3. März 2015 um 13:08

    Hab zuerst den nächsten Beitrag gelesen und wurde nun natürlich neugierig. Und damit hier der Kommentarteil nicht ganz leer bleibt.

    Tja, was soll ich nun dazu sagen.
    Ganz einfach, ich finds nicht schlimm.
    Wie Du ja geschrieben hast, auch in unserer Jugend ging es nicht nur „jugendfrei“ zu. Und worüber hat man am meisten gelacht? Wenn es ordinär war und nicht gerade „politisch korrekt“ – wie man heutzutage so gerne sagt.
    Man muss nur wissen, wann und wo man solche Dinge vorträgt oder erzählt. Und das heisst noch lange nicht, dass man deswegen eine bestimmte „Gesinnung“ haben muss. Ein bisschen Spaß und Ironie sollte doch jeder etwas verstehen.
    Mir kann doch keiner erzählen, dass nicht jeder solche Lieder, Gedichte oder Witze zumindest aus seiner Jugendzeit kennt. Und wenn doch, dann tut mir der Mensch eigentlich leid.

    So, das ist meine Meinung dazu. ☺
    LG Gabi

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    • Flohnmobil 3. März 2015 um 17:42

      Du bist mit einem gewissen Vorteil ins Rennen bzw. in den Beitrag gestartet.
      Ich kann deinem Kommentar nicht mehr viel ergänzen, denn es ist genauso, wie du es schreibst. Schon als Kindergärtner haben wir uns doch schon köstlich über „unsaubere“ Witze amüsiert. Solange man als Erwachsener auch noch andere Themen findet, über die man lachen kann, darf es auch ab und zu mal etwas aus der untersten Schublade sein.

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